Rauschbeere

Vaccinium uliginosum L.

Wildpflanze giftig
4 Fotos

Portrait

Die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), auch Trunkelbeere oder - nach ihrem beliebten Wuchsort - als Moorbeere bzw. Sumpfheidelbeere benannt, ist eine nahe Verwandte der Waldheidelbeere. Sie ist ein langlebiger, 15 - 70 cm hoher Zwergstrauch, der fast hundert Jahre alt werden kann.

Rauschbeere und Walsheidelbeere gedeihen unter ähnlichen Bedingungen in moorige Heiden, Bergheiden, Waldlichtungen, auf frischen bis nassen, sauren Böden, verbreitet vom Hügelland bis auf 1900 m ü. d. A. 2000 m Höhe, oft in größeren Gruppen und oft sogar direkt nebeneinander, wobei die Rauschbeere noch mehr Feuchtigkeit verträgt als die Waldheidelbeere. Im regenreichen Westskandinavien wird letztere von der Rauschbeere teilweise sogar verdrängt.

 

Wie kann ich die beiden ähnlichen Beerenarten auseinanderhalten?

Anhand folgender Unterscheidungsmerkmale:  

 

Rauschbeere

Statur: größer und gröber als die der Waldheidelbeere

Früchte: Deutlich größer als die der Waldheidelbeere, helles, nicht färbendes Fruchtfleisch, fader Geschmack, kann giftig wirken.

Blätter: Eiförmige Blätter, also ohne Spitze. Oberseite blaugrün, Unterseite graugrün. Blattrand ganzrandig (glatt, nicht gezackt).

Reifezeit: Spätsommer bid Frühherbst

 

Waldheidelbeere

Statur: kleiner und zarter als die der Rauschbeere, scharfkantige Zweige.

Früchte: Kleiner als die der Rauschbeere. Blaurotes, aromatisches Fruchtfleisch mit stark blauviolett färbendem Saft. Ungiftig.

Blätter: Grün. Zugespitzt. Zart gezackter Rand.

Reifezeit: Hochsommer bis Spätsommer

 

Zur Giftigkeit der Rauschbeere

Vergiftungen, die sich durch rauschartige Erregung, Erbrechen, Pupillenerweiterung und Schwindelgefühl bemerkbar machen, sind gelegentlich nach Verzehr größerer Mengen an Beeren beobachtet worden. Dafür verantwortlich ist wahrscheinlich ein in manchen Rauschbeeren schmarotzender Pilz namens „Rauchbeeren-Fruchtbecherling (Monilinia megalospora)“ Da die kleinen Fruchtbecher erst auf den bereits mumifizierten Früchten zu sehen sind, lässt sich ein Befall an frischen Pflanzen nicht erkennen. Unbefallene Früchte zeigen keine Rauschwirkung. (Infos: „Was blüht denn da?“, Spohn, Golte-Bechtle, „Giftpflanzen, Pflanzengifte“, Roth u.a.)

 

Zum Namen „Rauschbeere“

  • Volksetymologisch wird dieser Name der Beere auf gelegentlich zu beobachtenden Rauschzustand bezogen.
  • Die Wikipedia meint: „Der Name Rauschbeere leitet sich von lat. ruscus 'Gestrüpp' her, ähnlich benannt werden auch weitere vergesellschaftete Sträucher.“ Zum Beispiel der „Almrausch.
  • Derselben Meinung sind die Autorinnen von „Was blüht denn da?“ fügen aber noch hinzu: „Im Mittelalter diente der Beerenwein in nordischen Ländern als Messwein. Der Name könnte sich von der Wirkung des Weins …ableiten.“

 

Die Rauschbeere als Schmetterlingsnahrung

Die Blätter der Rauschbeere sind die einzige Nahrung des stark gefährdeten Hochmoorgelblings (Colias palaeno, Flügelspannweite bis zu 5 cm). Wird ein Hochmoor bzw. Waldmoor zerstört, so zerstört man mit der Rauschbeere auch die einzige Lebensgrundlage dieses Falters!

 

Heilwirkung und medizinische Anwendung der Rauschbeere

Getrocknete Beeren und Blätter werden - wie die Heidelbeere auch – in der Volksheilkunde bei Durchfällen und Blasenleiden gegessen bzw. die stark gerbstoffreichen Blätter (sie wurden früher auch zum Gerben von Fellen verwendet) als Tee getrunken.

 

Erntekalender

Blätter full spring gekocht essbar

Als Heiltee bei Harnwegsinfektionen, Durchfall, Zahnfleischentzündungen anwenden.

Früchte midsummer schwach giftig

Die Beeren sind giftig, können leicht mit der Wald-Heidelbeere verwechselt werden. Unterscheidungsmerkmal: Wald-Heidelbeere roter Fruchtsaft, Rauschbeere farbloser Fruchtsaft.

Vergiftungen sind wahrscheinlich nur nach Verzehr größerer Mengen möglich und zeigen sich durch rauschartige Erregung, Erbrechen, Pupillenerweiterung und Schwindelgefühl. 

Andere Namen

TrunkelbeereMoorbeereSumpfheidelbeere

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeGenussmittelpflanzeHeilpflanzeNahrungspflanzeVerzehrtauglichkeit DestillierenNützlingspflanze Technische NutzungGerbstoffWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungSchmetterlingspflanze
Blütenfarbe rosaweiß
Blütezeit Frühsommer | JuniFrühsommer | JuniHochsommer | JuliVollfrühling | MaiVollfrühling | Mai
Wuchsform Strauch

Steckbrief

Familie
Ericaceae
Gattung
Vaccinium
Ordnung
Ericales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Kraut
Habitat
Bogs and moist copses in mountains and moorlands of northern Britain.
Essbarkeit
★★★☆☆
Heilwirkung
★☆☆☆☆
Licht
5/10
Feuchtigkeit
7/10
Boden
3/10
pH-Wert pH 4.5 – 5.7

Anbau & Pflege

Requires a moist or wet lime free soil, preferring one that is rich in peat or a light loamy soil with added leaf-mould. Prefers a very acid soil with a pH in the range of 4.5 to 6, plants soon become chlorotic when lime is present. Grows well in a bog garden. Succeeds in full sun or light shade though it fruits better in a sunny position. Requires shelter from strong winds. Dislikes root disturbance, plants are best grown in pots until being planted out in their permanent positions. This species is closely allied to V. myrtillus. Plants in this genus are notably resistant to honey fungus.
Vermehrung: Seed - sow late winter in a greenhouse in a lime-free potting mix and only just cover the seed. Stored seed might require a period of up to 3 months cold stratification. Another report says that it is best to sow the seed in a greenhouse as soon as it is ripe. Once they are about 5cm tall, prick the seedlings out into individual pots and grow them on in a lightly shaded position in the greenhouse for at least their first winter. Plant them out into their permanent positions in late spring or early summer, after the last expected frosts. Cuttings of half-ripe wood, 5 - 8cm with a heel, August in a frame. Slow and difficult. Layering in late summer or early autumn. Another report says that spring is the best time to layer. Takes 18 months. Division of suckers in spring or early autumn.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Fruit Edible Uses: Tea Fruit - raw or cooked. Juicy and sweet. The fruit can also be dried and used like raisins. A reasonable source of vitamin C. The fruit is about 6mm in diameter. Some caution is advised, see the notes above on toxicity. A tea is made from the leaves and dried fruits.

Weitere Nutzung

None known

Verbreitung

Heimisch: Alaska, Albania, Alberta, Aleutian Is., Altay, Amur, Austria, Balestrand, Baltic States, Belarus, Belgium, Berg, Bjelland, British Columbia, Budal, Bulgaria, Buryatiya, Bærum, California, Central European Russia, Chita, Czechia-Slovakia, Denmark, East European Russia, Eidskog, Elverum, Etnedal, Finland, France, Føroyar, Germany, Gimsøy, Gjerpen, Great Britain, Greece, Greenland, Hemne, Iceland, Idaho, Inner Mongolia, Irkutsk, Italy, Japan, Kamchatka, Kazakhstan, Khabarovsk, Korea, Krasnoyarsk, Kuril Is., Kvam, Labrador, Lødning, Magadan, Maine, Manchuria, Manitoba, Michigan, Minnesota, Mongolia, Montana, NW. Balkan Pen., Netherlands, Nevada, New Brunswick, New Hampshire, New York, Newfoundland, Nordli, North European Russia, Northwest European Russia, Northwest Territories, Norway, Nova Scotia, Nunavut, Ontario, Oregon, Poland, Primorye, Prince Edward I., Québec, Romania, Sakhalin, Saskatchewan, Sauherad, Selbu, Snåsa, Spain, Stokke, Svalbard, Sweden, Switzerland, Sør Varanger, Transcaucasus, Trøgstad, Tuva, Vestby, Ytre Sandsvær

Alternative deutsche Namen

Gewoehnliche RauschbeereGewöhnliche RauschbeereMoor-Heidelbeere (i. e. S.)Moor-RauschbeereMoorbeereMoosbeereRauschbeereSumpf-Heidelbeere, Trunkelbeere
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren