Heilpflanze: gallenwirksam, gallentreibend, blutreinigend

Bitteres Schaumkraut

Cardamine amara · auch: Schaumkraut, Bitteres-

3 Fotos

Portrait

Das essbare, nach Kresse schmeckende Bittere Schaumkraut kommt in Europa bis in Höhen von 2000 m vor. Es bevorzugt halbschattige Standorte und von kühlem Wasser durchsickerte nährstoffreiche, lehmig-tonige Böden. Man findet es daher vor allem in Quellfluren, Waldsümpfen, Gräben und Erlenbruchwäldern. An seinen Standorten kommt es oft in größeren Beständen vor, die durch Ausläufer gebildet werden.

Seine Blütezeit reicht von April bis Juli.

 

Echte oder Falsche Brunnenkresse??

Die Blüten des Bitteren Schaumkrautes, das auch als 'Falsche Brunnenkresse" bezeichnet wird, zeigen im Unterschied zur Echten Brunnenkresse, der es im Aussehen und auch in den Inhaltstoffen sehr ähnelt, violette Staubgefäße. Die der Echten Brunnenkresse sind gelb. Außerhalb seiner Blütezeit ist das Bittere Schaumkraut an seinem markgefüllten Stängel zu erkennen. 

Eine Verwechslung der beiden sehr ähnlich kressig-scharf schmeckenden Pflanzen ist vom Ernährungsstandpunkt her unproblematisch, da das Bittere Schaumkraut ebenfalls ungiftig ist und ähnliche Eigenschaften aufweist wie die Brunnenkresse. Es enthält allerdings zusätzlich einen noch nicht näher untersuchten Bitterstoff, der für den namensgebenden bitteren Geschmack verantwortlich ist, der der Echten Brunnenkresse fehlt.  

Beide Arten zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C aus, weshalb sie in früheren Zeiten als Heilmittel gegen Skorbut eingesetzt wurden. Weiters galten sie als Aphrodisiakum.  Durch ihre Schärfe, hervorgerufen durch ihre enthaltenen Senfölglycoside (= Glucosinolate) regen sie die Leber und Gallentätigkeit an, was ihnen den Ruf, blutreinigend und verdauungsfördernd zu wirken, einbrachte. 

Erntekalender

alle oberirdischen Teile first spring gekocht essbar

Junge Blätter ernten. Ältere sind sehr bitter.

Samen late summer gekocht essbar

Können gut getrocknet werden.

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

gallenwirksam (Blätter) Volksheilkunde
gallentreibend (Blätter) Volksheilkunde
blutreinigend (Blätter) Volksheilkunde
verdauungsfördernd (Blätter) Volksheilkunde
entkrampfend VolksheilkundeHomöopathie
kreislaufanregend (Jungtriebe) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe Sekundär
Vitamin C / Ascorbinsäure Vitamin
Vitamine Vitamin
Glucosinolate
Mikronährstoffe
Mineralstoffe
Scharfstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Bitterstoffe

Als Bitterstoffe werden alle chemischen Verbindungen bezeichnet, die durch Aktivierung von T2R einen bitteren Geschmack aufweisen. Sie können sowohl aus der Natur kommen als auch synthetisch hergestellt werden. Bitterstoffe sind keine chemisch einheitliche Gruppe, sondern zeichnen sich nur dadurch aus, dass sie bitter schmecken.

Vitamin C / Ascorbinsäure

ASCORBINSÄURE, auch VITAMIN C genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und zählt zu den organischen Säuren. Vitamin C wird mit einer ausgewogenen Mischkost, die neben Obst und Gemüse auch Wildpflanzen und Wildbeeren (Sanddorn!) enthält, dem menschlichen Körper in ausreichendem Maße zugeführt. Kochtipp: Normalerweise sinkt der Vitamin C-Gehalt beim Einweichen, Trocknen, Kochen der Pflanzen, sowie bei der Lagerhaltung. Eine wichtige Ausnahme bilden die Kohlpflanzen: In ihnen ist Ascorbinsäure in Form von Ascorbigen A und B gebunden, sodass sie kurz gekocht mehr Vitamin C enthalten als roh!   Wirkungen der Ascorbinsäure bzw. des Vitamins C : Es ist als starkes Antioxidans wichtig für Zellschutz, Immunsystem, Bindegewebe, glatte, feste Haut, gesunde Blutgefäße. Es fördert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Durch die Wasserlöslichkeit von Ascorbinsäure / Vitamin C wird ein Zuviel in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamine

Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsdeckend synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essentiellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen organischen Stoffe selbst synthetisieren.

Glucosinolate

Die Senfölglycoside, auch Glucosinolate, gehören zur Stoffgruppe der Glycoside. Da das Aglycon über ein Schwefelatom an den Zuckerteil (Glycon) gebunden ist, spricht man genauer von einem Thioglycosid. Die Zuckerkomponente ist Glucose, zusätzlich weisen die Verbindungen jeweils eine Sulfatgruppe auf.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Daher müssen sie mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus. Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.

Scharfstoffe

Als SCHARFSTOFFE wird eine chemisch nicht einheitliche Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe bezeichnet, deren gemeinsame Merkmale der scharfe Geschmack und die Hautreizung sind.   Wirkungen: Von manchen Pflanzen als Abwehrmaßnahme gegen pflanzenfressende Säugetiere ausgebildet, wirken sie in den Speisen als scharfer Geschmacksverstärker mit beachtlichen medizinischen Vorteilen: Die Inhaltsstoffe vieler scharfer Früchte hemmen das Wachstum von Bakterien . Ein Vorteil nicht nur in Ländern, in denen das Wachstum von Bakterien (also auch Krankheitserregern) durch das warme Klima besonders begünstigt ist! Außerdem sind sie sehr verdauungswirksam und damit krebsvorbeugend . Frische Zubereitungen verdünnt einnehmen, da sie sonst die damit in Berührung kommenden Schleimhäute zu sehr reizen . Da hohe Schärfegrade die Hautporen am ganzen Körper öffnen und damit das Schwitzen fördern , kann durch Essen scharfer Speisen auch die Körpertemperatur gesenkt werden. Auf die Haut aufgetragen desensibilisieren Scharfstoffe über extreme Wärmestimulation das Schmerzempfinden . Dieser durchblutungsfördernde, muskelentspannende, schmerzlindernde Effekt wird medizinisch in geeigneter Art  heilend genutzt bei Muskel- und Gelenkschmerzen Nackensteife Bandscheibenbeschwerden Nervenschmerzen rheumatischen Beschwerden Anti-Schärfe-Tipps: Zucker und Tomatensaft reduzieren die Schärfe in Speisen. Scharfstoffe werden durch Kochen nur unwesentlich geschwächt.   Kontaktschärfe wird sowohl im Mundraum als auch auf der Haut durch Öl oder fetthaltige Flüssigkeiten wie Milch gemildert, nicht durch Wasser.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Blutreinigung Volksheilkunde
Das Bittere Schaumkraut gilt in der Volksheilkunde als blutreinigend und wird traditionell zur Unterstützung der Entgiftung eingesetzt.
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Leberbeschwerden Volksheilkunde
Die Pflanze wird volksheilkundlich bei Leberbeschwerden verwendet, da ihre Bitterstoffe die Leberfunktion anregen sollen.
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Verdauungsbeschwerden Volksheilkunde
Durch ihre Bitterstoffe gilt das Schaumkraut traditionell als magenstärkend und wird bei träger Verdauung eingesetzt.
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Grippaler Infekt Volksheilkunde
Das Kraut wird volksheilkundlich bei Erkältungen verwendet, da ihm eine leicht antiinfektiöse Wirkung zugeschrieben wird.
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Magenkrampf Homöopathie
In der Homöopathie wird Cardamine amara traditionell bei Magenkrämpfen und Magenbeschwerden eingesetzt.
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Andere Namen

Falsche BrunnenkresseBitterkresse

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeNahrungspflanzeGemüse und Salat Verzehrtauglichkeit EntsaftenKochenNotnahrungRohkost
Blütenfarbe weiß
Blütezeit Vollfrühling | MaiFrühsommer | JuniErstfrühling | April

Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Brassicaceae
Gattung
Cardamine
Ordnung
Brassicales
Klasse
Magnoliopsida
Habitat
An Quellen, in Sümpfen und an Bachufern, bevorzugt torfigen Boden. Oft in rieselndem Wasser zu finden. Häufig die dominante Bodenflora in Erlenwäldern mit bewegtem, feuchtem Wasser.
Essbarkeit
★★★☆☆
Heilwirkung
★☆☆☆☆
Licht
4/10
Feuchtigkeit
9/10
Boden
5/10
pH-Wert pH 6.5 – 7

Anbau & Pflege

Leicht zu kultivieren in den meisten feuchten Böden. Bevorzugt einen feuchten, humusreichen Boden im Schatten oder Halbschatten. Die Pflanzen sind winterhart bis mindestens -20°C. Eine invasive Pflanze, die sich durch Selbstaussaat frei ausbreitet, ist sie am besten für den Naturgarten geeignet. Eine polymorphe Art.
Vermehrung: Seed - sow outdoors in situ in a shady position in April.

Essbare Verwendung

Essbare Teile: Blätter Essbare Verwendung: Blätter - roh. Ein scharfer kresseartiger Geschmack, angenehm in kleinen Mengen im Salat und in den meisten Jahren das ganze Jahr über verfügbar[K]. Ein etwas bitterer Geschmack.

Weitere Nutzung

None known

Verbreitung

Heimisch: Albania, Altay, Austria, Baltic States, Belarus, Belgium, Brussels-Capital Region, Bulgaria, Central European Russia, Corse, Czechia-Slovakia, DK, Denmark, East European Russia, FI, Finland, Flanders, Flemish Region, France, Germany, Grand Duchy of Luxembourg, Great Britain, Greece, Hungary, Ireland, Italy, Kazakhstan, NO, NW. Balkan Pen., Netherlands, North Caucasus, North European Russia, Northwest European Russia, Norway, Poland, Romania, SE, South European Russia, Spain, Sweden, Switzerland, Türkiye, Ukraine, Walloon Region, West Siberia

Alternative deutsche Namen

Bitteres Schaumkraut
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren