Biskuit à la "Osterthor"

1 Tortenform, 2 Tortenböden oder 1 Gugelhupf
1 Portionen
Kochmodus

Das „Osterthor Biskuit“ wird nach einem sehr praktischen Rezept aus dem 19. Jahrhundert gebacken!

Die Osterthor-Mariedl hat dieses tolle Rezept als Kochlehrling bei den Barmherzigen Schwestern in Innsbruck kennengelernt und oft in Form von 2 – 3 Tortenböden oder als lockeren Gugelhupf serviert.

Das Geheimnis dieses Biskuits liegt darin, dass - ohne Eischnee zu schlagen -  die Eier mit dem Zucker in einer Schüssel ausdauernd gerührt ( = "Ein-Topf-Verfahren") eine wirklich duftig-schaumige Masse ergeben. 

Als Kind wurde mir oft dieser Job zugeteilt, wenn nicht schon mein Bruder dazu verdonnert worden war. Als Belohnung durften wir die Teigschüssel ausschlecken. Habe noch den Geschmack davon auf der Zunge! – Das Biskuit wurde im Backrohr eines sogenannten Sparherdes gebacken, was natürlich ein gutes Gefühl für die Befeuerung mit Holz erforderte. Manches Mal kam dann der Gugelhupf etwas schwärzlich heraus. Er wurde mit einem scharfen Messer abgeschabt und seine „Wunden“ zu unserer Freude – und zur Freude der Frau Oberlehrer, die auf Besuch kam - mit Schlagsahne bedeckt!

Zutaten

  • 8.00 Eier
  • 280.00 g Haushaltszucker
  • 10.00 ml Rum
  • 1.00 Sackerl Vanillezucker
  • 1.00 abgeriebene Bio-Zitronenschale
  • 280.00 g glattes Mehl

Zubereitung

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So geht es:

BEMERKUNGEN:

An der Gewichtsangabe "280 g" erkennt man, dass es sich um ein altes Kochrezept handelt, denn sowohl im Deutschen Kaiserreich als auch in der Donaumonarchie Österreich-Ungarn wurde beim Kochen mit Lot und Quentchen gewogen.

1 Wiener Lot wog umgerechnst 17,5 g . Zu den Zutaten des Osterthor-Biskuits, einem österr. Rezept, zählen genau 16 Lot Zucker und 16 Lot Mehl (Ich hab's nachgerechnet ;). "16 Lot" ist in alten Kochbüchern eine relativ häufig verwendete Gewichtsangabe! 

Das Deutsche Kaiserreich hatte natürlich sein eigenes Lot. Es war mit 16,66 g etwas leichter als das Wiener Lot; war ja auch kleiner, damals! ;)

Nur zur zusätzlichen Info: 1 Wiener Quentchen wiegt 4,37 g ... Und 1 "Quentchen Glück" ??

Zutaten
  • 8.00 Eier glücklicher Hühner
  • 280.00 g Haushaltszucker
  • 10.00 ml Rum ein halbes "Stampei"
  • 1.00 Sackerl Vanillezucker
  • 1.00 abgeriebene Bio-Zitronenschale
  • 280.00 g glattes Mehl Ö Type W 700, D 550. Gelingt auch mit Vollkornmehl!

Die Eier der Reihe nach aufschlagen und ohne Schalenreste mit Zucker, Vanillezucker, Rum, Saft und abgeriebener Schale der Zitrone mittels Quirl s e h r schaumig schlagen (lassen).

Dann hebt man das Mehl, das man durch ein Sieb auf die Eiercreme rüttelt, darunter.

In einer vorbereiteten Torten- oder Gugelhupfform im vorgeheizten Backrohr 55 Minuten bei 170° backen.

Noch warm aus der Form nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

✶ „Möchte man das Biskuit nicht sofort mit (Eierlikör-) Sahne verspeisen, sondern 1 x oder 2 x quer durchschneiden, um Böden für Obstkuchen oder Käsesahnetorte zu erhalten, sollte es 12 Stunden gestanden haben. Es lässt sich dann besonders gut schneiden.
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Ein weiteres altes Biskuitrezept der Mariedl

Dieses Rezept eines alten, handgeschriebenen Kochbuches ist leicht zu merken und ist so ausgelegt, dass es nach Bedarf vervielfacht wird:

Zutaten

Übersetzung aus der Kurrentschrift:

Je 1 Ei, 1 Löffel (Esslöffel) Zucker und 1 Esslöffel Mehl. Zuerst Schnee schlagen, Zucker hinein und noch etwa 5 Minuten schlagen. Dotter hinein, dann Mehl.

Pflanzen in diesem Rezept

Andere Namen

Obstkuchen mit Biskuitboden
#Wurzelrübe#Rollgerste#normal
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