Bienenpflanzen, Schmetterlingspflanzen
Unglaublich, was kleine Tiere bewirken können!
Für die Imkerei sind, wie wir alle wissen, die Honigbienen von großer Bedeutung, doch nebenbei erledigen die kleinen Geflügelten durch ihre Blütenbesuche noch Wichtigeres: Nutz- und Wildpflanzen sind neben Wind auf Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlings- und Fliegenarten als Bestäuber angewiesen. Ohne sie würde die Pflanzenvielfalt der heimischen Natur massiv reduziert werden, in Folge auch die Tierwelt. Wir Menschen gehörten ebenso zu den Leidtragenden. –
Brauchen wir außer Honigbienen auch Wildbienen und Schmetterlinge?
Der Nutzen der Wildbiene ist in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht gleich groß wie jener der Honigbiene. Nicht nur, dass viele Wildbienenarten, wie die kleinen und großen Hummeln, bereits bei Temperaturen ab + 2° und Wind ausfliegen, bestäuben sie die Blüten effektiver und schneller! Und: Manche Pflanzen werden nur durch den langen Rüssel der Schmetterlinge bestäubt.
Wo liegt das Problem?
Leider ist ein Großteil unserer Kulturlandschaft für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge lebensfeindlich geworden:
Durch Monokulturen (auch im Garten), Überdüngung und Perfektionierung fehlen bunte Blumenwiesen, blütenreiche Streifen, artenreiche Unkrautfluren, Brachen, Hecken, Sandwege, Totholz- und Steinhaufen. Somit mangelt es den kleinen Wilden nicht nur am Nahrungsangebot, sondern auch an Unterkünften und Nistplätzen, die sie im Boden, in Holz, hohlen, aufrechten Pflanzenstängeln, Lehmwänden, Schneckenhäusern u. ä. finden. Leben doch viele von ihnen einzeln, manche in kleinen Verbänden. Außerdem lassen sie sich – bis auf die Dunkle Erdhummel – vorerst nicht züchten. Doch der Einsatz der künstlich gezüchteten Hummeln https://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln#K%C3%BCnstliche_Zucht_und_kommerzielle_Bedeutung bewirkt auch Probleme.
Verstärkt wurde das Sterben der Bestäuberinsekten durch nicht zeitgemäßes Aufbringen bienengefährlicher Pestizide auf für Bienen verlockende Massentrachten wie Raps- und Sonnenblumenfelder. Die LfL klärt auf. https://www.lfl.bayern.de/ips/blattfruechte/029118/#:~:text=Mit%20Danjiri%20und%20Mospilan%20SG,pyrethroidresistenten%20Rapsglanzk%C3%A4fern%20im%20Raps%20zugelassen
Ein weiteres Problem für Wildbienen stellt die zunehmende Flächenversiegelung dar.
Laut Landesbund für Vogelschutz sind von den 515 bayerischen Wildbienenarten über die Hälfte bedroht und ein Teil sogar schon ausgestorben. Vermutlich wird es in anderen Ländern ähnlich schlecht bestellt sein.
Doch ein Umdenken ist im Gange: Man spricht über das Bienensterben, in Folge auch über das lautlose Verschwinden weiterer Insekten. Viele Menschen bemühen sich nun, dagegen etwas zu tun.
Was kann ich tun, dass es den Honigbienen - und damit auch den Wildbienen und Schmetterlingen - wieder besser geht?
Dazu gibt es mehrere erprobte Möglichkeiten:
- In einer „wilden Ecke“, die man im Garten weitgehend sich selbst überlässt, siedeln sich wilde, bienenfreundliche Pflanzen an, u. a. auch Brennnesseln. Nicht nur Schmetterlingsraupen futtern sie gerne, sondern auch der Mensch in Form von aromatischem Spinat!
Und, noch wichtiger, in der wilden Ecke ist Platz für einen zur Größe des Gartens passenden Totholzhaufen, auch für Sandhügel und Steinhaufen. Sie bieten zahlreiche Unterkünfte für die wilden Bestäuber!
- Gänseblümchen, Kleine Braunelle, Löwenzahn und Günsel im Rasen bekommen durch eine höhere Rasenschnitteinstellung eine Chance zum Blühen und bieten Pollen und Nektar an.
- Ein Stück Rasen, das man in eine Blumenwiese verwandelt und erst nach dem Abblühen mäht, bringt Vitamine für unsere Psyche und für die kleinen Flieger Verstecke und Nahrung!
- Es ist ratsam, im Herbst gesundes Laub zwischen den Sträuchern und Stauden liegen zu lassen.
- Man kann Hecken, Rabatten, Beete, Böschungen, Blumentröge, -kübel, -töpfe und Blumenkästen mit „Bienenpflanzen“ gestalten, denn Bienen und Konsorten brauchen, um überleben zu können, während ihrer gesamten Flugzeit ein differenziertes Blütenangebot.
- Besonders für Wildbienen zählt jede Nahrungsblüte, gleich ob in der Wildnis oder im Garten bzw. auf dem Balkon: Sie können nicht so weit fliegen wie Honigbienen! In der Regel maximal 300 m, dann benötigen sie eine Stärkung aus Nektar und Pollen, um wieder weitermachen zu können.
- Bienen brauchen auch Wasser. - Sie besuchen gerne eine f l a c h e Vogeltränke mit Steinen. https://www.wildfind.com/tipp/vogeltraenke-aufstellen#google_vignette
BIENENPFLANZEN, VON DENEN „ALLE“ PROFITIEREN
Gewünscht sind von den Fluginsekten Blüten mit viel Nektar und Pollen. Bienen bevorzugen außerdem offene, maximal halbgefüllte Blüten. Für die Gärtnerin und den Gärtner sollte sich das Bienenmenü möglichst schneckenresistent zusammenstellen lassen. Und das von Frühling bis Herbst!
– Wollen wir es versuchen! Wildfind unterstützt euch dabei mit erprobtem Wissen:
Viele Bienenpflanzen für ein kleines oder größeres Bienenparadies, in dem auch Schmetterlinge ihren Platz finden
Wildblumen-Samenmischungen säen
In Anlehnung an die bunt gemischten Blumenwiesen und Unkrautstreifen in der freien Natur werden im Handel Wildblumenmischungen zum Aussäen, aber auch als Pflanzenpakete angeboten. Sie machen wenig Arbeit und bringen viel Freude! - Ende März ausgesät, blüht die bunte Pflanzenvielfalt nach und nach von Juni bis Oktober und ist somit eine gute Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Fluginsekten.
Nach der Samenreife werden die Pflanzen bodennah abgeschnitten und entweder einige Tage zum Einfallen der Samen auf der Erde liegen gelassen oder man breitet den Pflanzenschnitt Winterdomizil für Insekten auf dem Boden aus.
Tipp: Wenn Ende September die Fläche mit bienenfreundlichen Blumenzwiebeln (Winterling, Krokus, Scilla, Traubenhyazinthen), die im Erstfrühling blühen, ergänzt wird, ist das Ganzjahres-Bienenmenü vollkommen!
Wildpflanzen und Kulturpflanzen, die mit viel Nektar und / oder Pollen die Flugzeit von Bienen und Schmetterlingen abdecken
Spezielle Bienenpflanzen für bestimmte Anforderungen findest du gezielt unter
- Beste Bienenpflanzen
- Balkonpflanzen für Bienen und Schmetterlinge
- Bienenfreundliche Küchenkräuter
- Bienenfreundliche schneckenresistente Gartenpflanzen
Es folgt nun, illustriert von bunt gemischten Fotos, eine allgemeine Liste von Pflanzen, die Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge besonders fördern.
Die Pflanzen sind den einzelnen Jahreszeiten zugewiesen und in alphabetischer Reihenfolge angeführt.
Die allerbesten Bienenpflanzen wurden unterstrichen, der wichtige Rest ist sehr gut und gut!
Frühlingsblüher
- Februar, März
Pflanzen, die bereits um diese Zeit blühen, sind besonders wichtig, denn ihre Blüten stärken die ausfliegenden Winterbienen und Wildbienen. Auch einige Schmetterlingsarten - wie der Zitronenfalter und der Kleine Fuchs - sind um diese Zeit bereits auf Nahrungssuche.
Zu den begehrten Bienenpflanzen-Erstblühern zählen:
Zwiebel- und Knollenpflanzen
Blausternchen
Krokusse
Märzenbecher („Frühlingsknotenblume“)
Schneeglanz („Gewöhnliche Sternhyazinthe“)
Schneeglöckchen
Winterlinge
Mehrjährige krautige Pflanzen
Buschwindröschen in Weiß und Gelb
Christrosen
Gänseblümchen
Gänsekresse (blüht bis Sept.)
Huflattich
Leberblümchen
Lungenkraut
Pestwurzen: Rote P., Weiße P.
Primeln (Hohe -, Echte -, Stängellose Schlüsselblume)
Bäume und Sträucher, in denen es um diese Zeit summt:
Haselnuss
Kornelkirsche
Kupferfelsenbirne
Maibeere
Marille (Aprikose)
Pfirsich
Schlehe
Schneeheide
Weiden
Winter-Heckenkirsche https://www.baumschule-horstmann.de/shop/exec/product/732/9831/Winter-Heckenkirsche-Duft-Heckenkirsche.html
- April, Mai
In dieser Zeit können die bestäubenden Insekten aus dem Vollen schöpfen!
Zwiebelpflanzen
Bärlauch
Kaiserkrone
Puschkinie
Traubenhyazinthen
Einjährige krautige Pflanzen
Inkarnatklee (blüht bis Sept.)
Raps
Zweijährige krautige Pflanzen
Goldlack (blüht bis August)
Islandmohn (blüht bis Sept.)
Vergissmeinnicht
Mehrjährige krautige Pflanzen
Akelei
Bachnelkenwurz
Felsensteinkraut
Gamander-Ehrenpreis (blüht bis Juli)
Gelber Lerchensporn (blüht bis Okt.)
Gundermann
Günsel
Immergrün
Löwenzahn
Ochsenzunge
Saat-Esparsette (blüht bis Juli)
Sumpfdotterblume
Veilchen
Waldmeister
Wiesenkerbel
Bäume und Sträucher
Apfel (auch: Zierapfel!)
Aronia
Berberitze
Birne
Buchsbaum
Echte Mispel
Elsbeere
Fächer-Zwergmispel („Cotoneaster“)
Faulbaum
Fingerkraut („Potentilla“)
Germanische Mispel
Johannisbeeren (Schwarze und Rote Johannisbeere Goldjohannisbeere, Blutjohannisbeere)
Kolkwitzie
Liguster
Mahonie
Mehlbeere
Pflaume (auch: Zwetschke, Kriecherl, Schlehe)
Quitte
Sauerkirsche
Sommerhimbeere
Stachelbeere
Süßkirsche (Vogelkirsche)
Traubenkirsche
Weigelia
Sommerblüher
Zwiebelpflanzen
Lauch (alle Arten wie Schnitt-, Berg-, Kiel-, Sternkugellauch, Winterheckenzwiebel)
Lilien (alle Arten)
Einjährige bzw. zweijährige krautige Pflanzen
Bienenfreund
Borretsch
Buchweizen
Drüsiges Springkraut
Enzian, in Sorten
Gelbsenf
Kalifornischer Mohn (blüht Mai – Okt.)
Kapuzinerkresse
Klatschmohn
Klee (besonders Weißklee, Steinklee, aber auch: Inkarnatklee, Rotklee, Hopfenklee, Hornklee)
Klette
Kornblume
Kronen-Lichtnelke
Löwenmäulchen
Majoran
Ringelblumen (Garten -, Acker-Ringelblume)
Ruprechtskraut
Schabziger Klee
Schlafmohn
Sommerbohnenkraut
Sonnenblume
Wiesenbärenklau
Wiesenbocksbart
Wilde Möhre
Mehrjährige krautige Pflanzen
Alant, alle Arten
Armblütige Sonnenblume
Ballonblume
Bergminzen (Steinquendel, Großblütige Bergminze)
Betonie
Blaue Jakobsleiter
Blutweiderich
Braunelle, Kleine u. Große
Chinesische Bleiwurz
Disteln (alle Arten, besonders Silberdistel, aber auch Mannstreu, Kohldistel, Karde)
Duftnesseln
Echte Betonie
Echte Goldrute
Eibisch
Erdbeere „Favori“
Färberkamille
Ferkelkraut
Gewürzfenchel (Wilder Fenchel)
Gilbweiderich
Glockenblumen (alle Arten, z. B. Acker-, Knäuel-, Wiesen-, Rapunzel-, Karpaten-, Pfirsichblättrige Glockenblume)
Hohe Fetthenne (Große-, Rote Gartenfetthenne blüht bis Nov.),
Kanadische Goldrute
Katzenminzen (Echte -, Garten-Katzenminze)
Königskerzen
Mädchenauge
Mädesüß
Malven (alle Arten, z.B. Wilde Malve, Moschus-, Rosenmalve)
Minzen (alle Arten, z.B. Wasser-, Ross-, Acker-, Mojito-, Pfeffer-Grüne-, Kärntner-, Nane-Minze)
Monarda (alle Arten)
Muskatellersalbei
Natternkopf
Odermennig
Oregano, alle Arten. Auch: Dost
Phlox
Purpurglöckchen
Quirlblütiger Salbei
Rainfarn
Rindsauge
Schafgarbe
Scheinwaldmeister
Schönastern
Sonnenbraut (alle Arten)
Sonnenhut („Rudbeckien“! Aug. - Okt), z. B. Gewöhnlicher Sonnenhut
Sonnenhüte („Echinacea“!), z. B. Schmalblättriger-, Purpur-Sonnenhut
Spargel
Staudenspinat (blüht bis Okt.)
Steinklee
Storchschnabel
Taubnesseln (Weiße -, Gefleckte Taubnessel)
Teufelskrallen, Kugelige -, Ährige -, Schwarze Teufelskralle
Tripmadam
Trollblume
Türkischer Mohn
Wald-Scheinmohn
Wasserdost
Wegwarte
Weiße Fetthenne
Wiesenflockenblume
Wiesenknopf, Großer, Kleiner-
Wiesenmargerite
Wiesensalbei
Wiesenwitwenblume
Zieste wie Waldziest, Wollziest
Zitronenmelisse
Bäume und Sträucher
Bergbohnenkraut
Bienenbaum
Brombeere
Clandon-Bartblume (blüht im Spätsommer)
Echter Salbei
Edelkastanie
Herbsthimbeere
Immergrüne Magnolie
Kulturrosen mit halbgefüllten oder ungefüllten Blüten, z. B. Tantau „Bienenweide®-Rosen“ - auch als Bäumchen; Kordes-Rosen wie „Sternenflor“; Ramblerrosen wie „Lykkefund“ (sehr winterhart, wochenlang dichte, duftende, rahmweiße Blüte, nahezu stachellos, bis 7 m Höhe)
Lavendel
Liguster
Linden (Sommerlinde, Winterlinde, auch die kleinen Sorten)
Thymian, alle Arten, vor allem Echter Thymian, Sandthymian, Quendel
Wildrosen: Alpenheckenrose, Apfelrose, Büschelrose, Essigrose, Feldrose, Goldrose, Hechtrose, Hundsrose, Kartoffelrose, Mandarinrose, Weinrose
Ysop
Kletterpflanzen
Gewöhnliche Waldrebe
Wilder Wein
Herbstblüher
Zwiebelpflanzen und Knollenpflanzen
Safran und weitere Herbstkrokusse
Einfache Dahlien
Einjährige krautige Pflanze
Senf. Spätsaat!
Mehrjährige krautige Pflanzen, die vom Spätsommer bis Oktober / November blühen
Astern: Kissen-, Berg-, Alpen-, Glattblatt-, Raublatt-, Myrtenaster Hohe Fetthennen (wie Rote Garten-, Große Fetthenne)
Ausdauernder Buchweizen
Gartenchrysanthemen
Herbstanemone
Kanadische Goldrute
Oktobermargerite
Sonnenhut (Rudbeckien! Aug. - Okt)
Strauch
Besenheide (blüht ab August)
Kletterpflanze
Efeu, blüht ab 8 Jahre
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Wilde Balkongärtnerei https://www.wildfind.com/artikel/wilde-balkongaertnerei
Wildbienen erkennen
https://www.wildbienen.info/einfuehrung/wildbienen-erkennen.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge/bayerns-hummelarten-bestimmen
Zum Thema Bestäubung https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4ubungsleistung#Hautfl%C3%BCgler
Weitere themenbezogene Infos:
https://bienennutzgarten.de/
https://www.bienenroute.de/
https://greenpeace.at/petitionen/wildbienenschutz/?