Bienenpflanzen, Schmetterlingspflanzen

Artikel 1. August 2024

 

Unglaublich, was kleine Tiere bewirken können!

Für die Imkerei sind, wie wir alle wissen, die Honigbienen von großer Bedeutung, doch nebenbei erledigen die kleinen Geflügelten durch ihre Blütenbesuche noch Wichtigeres: Nutz- und Wildpflanzen sind neben Wind auf Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlings- und Fliegenarten als Bestäuber angewiesen. Ohne sie würde die Pflanzenvielfalt der heimischen Natur massiv reduziert werden, in Folge auch die Tierwelt. Wir Menschen gehörten ebenso zu den Leidtragenden. –

Brauchen wir außer Honigbienen auch Wildbienen und Schmetterlinge?

Der Nutzen der Wildbiene ist in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht gleich groß wie jener der Honigbiene. Nicht nur, dass viele Wildbienenarten, wie die kleinen und großen Hummeln, bereits bei Temperaturen ab + 2° und Wind ausfliegen, bestäuben sie die Blüten effektiver und schneller! Und: Manche Pflanzen werden nur durch den langen Rüssel der Schmetterlinge bestäubt.

 

Wo liegt das Problem?

Leider ist ein Großteil unserer Kulturlandschaft für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge lebensfeindlich geworden:

Durch Monokulturen (auch im Garten), Überdüngung und Perfektionierung fehlen bunte Blumenwiesen, blütenreiche Streifen, artenreiche Unkrautfluren, Brachen, Hecken, Sandwege, Totholz- und Steinhaufen. Somit mangelt es den kleinen Wilden nicht nur am Nahrungsangebot, sondern auch an Unterkünften und Nistplätzen, die sie im Boden, in Holz, hohlen, aufrechten Pflanzenstängeln, Lehmwänden, Schneckenhäusern u. ä. finden. Leben doch viele von ihnen einzeln, manche in kleinen Verbänden. Außerdem lassen sie sich – bis auf die Dunkle Erdhummel – vorerst nicht züchten. Doch der Einsatz der künstlich gezüchteten Hummeln https://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln#K%C3%BCnstliche_Zucht_und_kommerzielle_Bedeutung bewirkt auch Probleme. 

Verstärkt wurde das Sterben der Bestäuberinsekten durch nicht zeitgemäßes Aufbringen bienengefährlicher Pestizide auf für Bienen verlockende Massentrachten wie Raps- und Sonnenblumenfelder. Die LfL klärt auf. https://www.lfl.bayern.de/ips/blattfruechte/029118/#:~:text=Mit%20Danjiri%20und%20Mospilan%20SG,pyrethroidresistenten%20Rapsglanzk%C3%A4fern%20im%20Raps%20zugelassen

Ein weiteres Problem für Wildbienen stellt die zunehmende Flächenversiegelung dar.

Laut Landesbund für Vogelschutz sind von den 515 bayerischen Wildbienenarten über die Hälfte bedroht und ein Teil sogar schon ausgestorben. Vermutlich wird es in anderen Ländern ähnlich schlecht bestellt sein.

Doch ein Umdenken ist im Gange: Man spricht über das Bienensterben, in Folge auch über das lautlose Verschwinden weiterer Insekten. Viele Menschen bemühen sich nun, dagegen etwas zu tun.

 

Was kann ich tun, dass es den Honigbienen - und damit auch den Wildbienen und Schmetterlingen - wieder besser geht?

Dazu gibt es mehrere erprobte Möglichkeiten:

  • In einer „wilden Ecke“, die man im Garten weitgehend sich selbst überlässt, siedeln sich wilde, bienenfreundliche Pflanzen an,  u. a. auch Brennnesseln. Nicht nur Schmetterlingsraupen futtern sie gerne, sondern auch der Mensch in Form von aromatischem Spinat! 

Und, noch wichtiger, in der wilden Ecke ist Platz für einen zur Größe des Gartens passenden Totholzhaufen, auch für Sandhügel und Steinhaufen. Sie bieten zahlreiche Unterkünfte für die wilden Bestäuber!

  • Gänseblümchen, Kleine Braunelle, Löwenzahn und Günsel im Rasen bekommen durch eine höhere Rasenschnitteinstellung eine Chance zum Blühen und bieten Pollen und Nektar an.
  • Ein Stück Rasen, das man in eine Blumenwiese verwandelt und erst nach dem Abblühen mäht, bringt Vitamine für unsere Psyche und für die kleinen Flieger Verstecke und Nahrung!
  • Es ist ratsam, im Herbst gesundes Laub zwischen den Sträuchern und Stauden liegen zu lassen.
  • Man kann Hecken, Rabatten, Beete, Böschungen, Blumentröge, -kübel, -töpfe und Blumenkästen mit „Bienenpflanzen“ gestalten, denn Bienen und Konsorten brauchen, um überleben zu können, während ihrer gesamten Flugzeit ein differenziertes Blütenangebot.
  • Besonders für Wildbienen zählt jede Nahrungsblüte, gleich ob in der Wildnis oder im Garten bzw. auf dem Balkon: Sie können nicht so weit fliegen wie Honigbienen! In der Regel maximal 300 m, dann benötigen sie eine Stärkung aus Nektar und Pollen, um wieder weitermachen zu können. 
  • Bienen brauchen auch Wasser. - Sie besuchen gerne eine  f l a c h e  Vogeltränke mit Steinen. https://www.wildfind.com/tipp/vogeltraenke-aufstellen#google_vignette

 

BIENENPFLANZEN, VON DENEN „ALLE“ PROFITIEREN

Gewünscht sind von den Fluginsekten Blüten mit viel Nektar und Pollen. Bienen bevorzugen außerdem offene, maximal halbgefüllte Blüten. Für die Gärtnerin und den Gärtner sollte sich das Bienenmenü möglichst schneckenresistent zusammenstellen lassen. Und das von Frühling bis Herbst!

– Wollen wir es versuchen! Wildfind unterstützt euch dabei mit erprobtem Wissen:

 

Viele Bienenpflanzen für ein kleines oder größeres Bienenparadies, in dem auch Schmetterlinge ihren Platz finden

 

Wildblumen-Samenmischungen säen

In Anlehnung an die bunt gemischten Blumenwiesen und Unkrautstreifen in der freien Natur werden im Handel Wildblumenmischungen zum Aussäen, aber auch als Pflanzenpakete angeboten. Sie machen wenig Arbeit und bringen viel Freude! - Ende März ausgesät, blüht die bunte Pflanzenvielfalt nach und nach von Juni bis Oktober und ist somit eine gute Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Fluginsekten.

Nach der Samenreife werden die Pflanzen bodennah abgeschnitten und entweder einige Tage zum Einfallen der Samen auf der Erde liegen gelassen oder man breitet den Pflanzenschnitt Winterdomizil für Insekten auf dem Boden aus.

Tipp: Wenn Ende September die Fläche mit bienenfreundlichen Blumenzwiebeln (Winterling, Krokus, Scilla, Traubenhyazinthen), die im Erstfrühling blühen, ergänzt wird, ist das Ganzjahres-Bienenmenü vollkommen!

 

 

Wildpflanzen und Kulturpflanzen, die mit viel Nektar und / oder Pollen die Flugzeit von Bienen und Schmetterlingen abdecken

 

Spezielle Bienenpflanzen für bestimmte Anforderungen findest du gezielt unter

  • Beste Bienenpflanzen
  • Balkonpflanzen für Bienen und Schmetterlinge
  • Bienenfreundliche Küchenkräuter
  • Bienenfreundliche schneckenresistente Gartenpflanzen

 

 

Es folgt nun, illustriert von bunt gemischten Fotos,  eine allgemeine Liste von Pflanzen, die Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge besonders fördern.

Die Pflanzen sind den einzelnen Jahreszeiten zugewiesen und in alphabetischer Reihenfolge angeführt. 
Die allerbesten Bienenpflanzen wurden unterstrichen, der wichtige Rest ist sehr gut und gut!

 

Frühlingsblüher

 

  • Februar, März

Pflanzen, die bereits um diese Zeit blühen, sind besonders wichtig, denn ihre Blüten stärken die ausfliegenden Winterbienen und Wildbienen. Auch einige Schmetterlingsarten - wie der Zitronenfalter und der Kleine Fuchs - sind um diese Zeit bereits auf Nahrungssuche.
Zu den begehrten Bienenpflanzen-Erstblühern zählen:

Zwiebel- und Knollenpflanzen

Blausternchen

Krokusse

Märzenbecher („Frühlingsknotenblume“)

Schneeglanz („Gewöhnliche Sternhyazinthe“)

Schneeglöckchen

Winterlinge

Mehrjährige krautige Pflanzen

Buschwindröschen in Weiß und Gelb

Christrosen

Gänseblümchen

Gänsekresse (blüht bis Sept.)

Huflattich

Leberblümchen

Lungenkraut

Pestwurzen: Rote P., Weiße P.

Primeln (Hohe -, Echte -, Stängellose Schlüsselblume)

Bäume und Sträucher, in denen es um diese Zeit summt:

Haselnuss

Kornelkirsche

Kupferfelsenbirne

Maibeere

Marille (Aprikose)

Pfirsich

Schlehe

Schneeheide

Weiden

Winter-Heckenkirsche https://www.baumschule-horstmann.de/shop/exec/product/732/9831/Winter-Heckenkirsche-Duft-Heckenkirsche.html

  • April, Mai

In dieser Zeit können die bestäubenden Insekten aus dem Vollen schöpfen!

Zwiebelpflanzen

Bärlauch

Kaiserkrone

Puschkinie

Traubenhyazinthen

Einjährige krautige Pflanzen

Inkarnatklee (blüht bis Sept.)

Raps

Zweijährige krautige Pflanzen

Goldlack (blüht bis August)

Islandmohn (blüht bis Sept.)

Vergissmeinnicht

Mehrjährige krautige Pflanzen

Akelei

Bachnelkenwurz

Felsensteinkraut

Gamander-Ehrenpreis (blüht bis Juli)

Gelber Lerchensporn (blüht bis Okt.)

Gundermann

Günsel

Immergrün

Löwenzahn

Ochsenzunge

Saat-Esparsette (blüht bis Juli)

Sumpfdotterblume

Veilchen

Waldmeister

Wiesenkerbel

Bäume und Sträucher

Apfel (auch: Zierapfel!)

Aronia

Berberitze

Birne

Buchsbaum

Echte Mispel

Elsbeere

Fächer-Zwergmispel („Cotoneaster“)

Faulbaum

Fingerkraut („Potentilla“)

Germanische Mispel

Johannisbeeren (Schwarze und Rote Johannisbeere Goldjohannisbeere, Blutjohannisbeere)

Kolkwitzie

Liguster

Mahonie

Mehlbeere

Pflaume (auch: Zwetschke, Kriecherl, Schlehe)

Quitte

Sauerkirsche

Sommerhimbeere

Stachelbeere

Süßkirsche (Vogelkirsche)

Traubenkirsche

Weigelia

Sommerblüher

Zwiebelpflanzen

Lauch (alle Arten wie Schnitt-, Berg-, Kiel-, Sternkugellauch, Winterheckenzwiebel)

Lilien (alle Arten)

Einjährige bzw. zweijährige krautige Pflanzen

Bienenfreund

Borretsch

Buchweizen

Drüsiges Springkraut

Enzian, in Sorten

Gelbsenf

Kalifornischer Mohn  (blüht Mai – Okt.)

Kapuzinerkresse

Klatschmohn

Klee (besonders Weißklee, Steinklee, aber auch: Inkarnatklee, Rotklee, Hopfenklee, Hornklee)

Klette

Kornblume

Kronen-Lichtnelke

Löwenmäulchen

Majoran

Ringelblumen (Garten -, Acker-Ringelblume)

Ruprechtskraut

Schabziger Klee

Schlafmohn

Sommerbohnenkraut

Sonnenblume

Wiesenbärenklau

Wiesenbocksbart

Wilde Möhre

Mehrjährige krautige Pflanzen

Alant, alle Arten

Armblütige Sonnenblume

Ballonblume

Bergminzen (Steinquendel, Großblütige Bergminze)

Betonie

Blaue Jakobsleiter

Blutweiderich

Braunelle, Kleine u. Große

Chinesische Bleiwurz

Disteln (alle Arten, besonders Silberdistel, aber auch Mannstreu, Kohldistel, Karde)

Duftnesseln

Echte Betonie

Echte Goldrute

Eibisch

Erdbeere „Favori“

Färberkamille

Ferkelkraut

Gewürzfenchel (Wilder Fenchel)

Gilbweiderich

Glockenblumen (alle Arten, z. B.  Acker-, Knäuel-, Wiesen-, Rapunzel-, Karpaten-, Pfirsichblättrige Glockenblume)

Hohe Fetthenne (Große-, Rote Gartenfetthenne blüht bis Nov.),

Kanadische Goldrute

Katzenminzen (Echte -, Garten-Katzenminze)

Königskerzen

Mädchenauge

Mädesüß

Malven (alle Arten, z.B. Wilde Malve, Moschus-, Rosenmalve)

Minzen (alle Arten, z.B. Wasser-, Ross-, Acker-, Mojito-, Pfeffer-Grüne-, Kärntner-, Nane-Minze)

Monarda (alle Arten)

Muskatellersalbei

Natternkopf

Odermennig

Oregano, alle Arten. Auch: Dost

Phlox

Purpurglöckchen

Quirlblütiger Salbei

Rainfarn

Rindsauge

Schafgarbe

Scheinwaldmeister

Schönastern

Sonnenbraut (alle Arten)

Sonnenhut („Rudbeckien“! Aug. - Okt), z. B. Gewöhnlicher Sonnenhut

Sonnenhüte („Echinacea“!), z. B. Schmalblättriger-, Purpur-Sonnenhut

Spargel

Staudenspinat (blüht bis Okt.)

Steinklee

Storchschnabel

Taubnesseln (Weiße -, Gefleckte Taubnessel)

Teufelskrallen, Kugelige -, Ährige -, Schwarze Teufelskralle

Tripmadam

Trollblume

Türkischer Mohn

Wald-Scheinmohn

Wasserdost

Wegwarte

Weiße Fetthenne

Wiesenflockenblume

Wiesenknopf, Großer, Kleiner-

Wiesenmargerite

Wiesensalbei

Wiesenwitwenblume

Zieste wie Waldziest, Wollziest

Zitronenmelisse

Bäume und Sträucher

Bergbohnenkraut

Bienenbaum

Brombeere

Clandon-Bartblume (blüht im Spätsommer)

Echter Salbei

Edelkastanie

Herbsthimbeere

Immergrüne Magnolie

Kulturrosen mit halbgefüllten oder ungefüllten Blüten, z. B. Tantau „Bienenweide®-Rosen“ - auch als Bäumchen; Kordes-Rosen wie „Sternenflor“; Ramblerrosen wie „Lykkefund“ (sehr winterhart, wochenlang dichte, duftende, rahmweiße Blüte, nahezu stachellos, bis 7 m Höhe)

Lavendel

Liguster

Linden (Sommerlinde, Winterlinde, auch die kleinen Sorten)

Thymian, alle Arten, vor allem Echter Thymian, Sandthymian, Quendel

Wildrosen: Alpenheckenrose, Apfelrose, Büschelrose, Essigrose, Feldrose, Goldrose, Hechtrose, Hundsrose, Kartoffelrose, Mandarinrose, Weinrose

Ysop

Kletterpflanzen

Gewöhnliche Waldrebe

Wilder Wein

 

Herbstblüher

Zwiebelpflanzen und Knollenpflanzen

Safran und weitere Herbstkrokusse

Einfache Dahlien

Einjährige krautige Pflanze

Senf. Spätsaat!

Mehrjährige krautige Pflanzen, die vom Spätsommer bis Oktober / November blühen

Astern: Kissen-, Berg-, Alpen-, Glattblatt-, Raublatt-, Myrtenaster Hohe Fetthennen (wie Rote Garten-, Große Fetthenne)

Ausdauernder Buchweizen

Gartenchrysanthemen

Herbstanemone

Kanadische Goldrute

Oktobermargerite

Sonnenhut (Rudbeckien! Aug. - Okt)

Strauch

Besenheide (blüht ab August)

Kletterpflanze

Efeu, blüht ab 8 Jahre

 

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Bei noch mehr Interesse, wirst du vielleicht bei den angegebenen Links fündig:

Naturgartentipps

Unterschiedliche Strukturen und Lebensräume bringen Vielfalt in den Garten

https://www.wildfind.com/artikel/unterschiedliche-strukturen-und-lebensraeume-bringen-vielfalt-den-garten

Anbau und Pflege einer Blumenwiese

Anbau und Pflege einer Blumenwiese

Vorfrühling und Frühling im Garten und auf dem Balkon https://www.wildfind.com/tipp/gartenplanung-und-balkonplanung-starten#google_vignette

Wilde Balkongärtnerei  https://www.wildfind.com/artikel/wilde-balkongaertnerei

Wildbienen erkennen

 

https://beefriendly-earth.de/blog/wildbienen-deutschland-steckbrief-bestimmen-leicht-gemacht-naturschutz-hummeln-bienen-mauerbiene-052020

 

https://www.wildbienen.info/einfuehrung/wildbienen-erkennen.php

https://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln

https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge/bayerns-hummelarten-bestimmen

 

Zum Thema Bestäubung https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4ubungsleistung#Hautfl%C3%BCgler

 

 

Weitere themenbezogene Infos:

https://bienennutzgarten.de/

https://www.bienenroute.de/

https://greenpeace.at/petitionen/wildbienenschutz/?

Print:  „Wilde Bienen - Biologie, Lebensraumdynamik und Gefährdung“, Heinz Wiesinger, Ulmer Verlag

Bienenpflanzen und Schmetterlingspflanzen sind wichtig für a l l e !
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