Jetzt sammelbar: Blätter, Blüten

Geflecktes Lungenkraut

Pulmonaria officinalis L. · auch: Lungenkraut, Geflecktes-

7 Fotos

Verwendete Pflanzenteile

Die an Gurke erinnernden Blätter können roh für Salate verwendet werden oder aber als Bestandteil von Eierspeise oder Quiche. Ältere Blätter sollten gekocht werden, da die Haare unangenehm zum Essen sind.

Erläuterung

Lichtkeimer

Portrait

Den Namen „Geflecktes Lungenkraut“ erhielt diese im Frühjahr blühende Pflanze wegen des Aussehens seiner Blätter, die in ihrer Form und den klar abgegrenzten, weißen Flecken an eine erkrankte Lunge gemahnen.

Bereits Hildegard von Bingen nannte es „Lungwurz“. Im 16. Jh., dem Jahrhundert der "Väter der Botanik und ihrer Kräuterbücher“, war auch für den Arzt Mattioli die Blattsignatur das Zeichen, es bei Lungenleiden einzusetzen. Und so blieb es über Jahrhunderte.

Auch heute noch wird es gerne zur Linderung von Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen in entsprechende Teemischungen gegeben, denn aufgrund seiner gesunden Inhaltsstoffe ( Kieselsäure, Schleimstoffe, Saponine, Gerbstoffe und größere Mengen Mineralien) wirkt es hustenreiz- und entzündungshemmend.

Der Volksmund nennt das Gefleckte Lungenkraut wegen seines Blütenstandes aus rosafarbenen und blauen Glöckchen gerne „Brüderchen und Schwesterchen“ und „Hänsel und Gretel“:

Die jungen Blüten sind rosa und locken die Bienen zur frischen Nektarquelle. Ältere verfärben sich blau und fallen schließlich ab.

Auch der Name „Hirschkohl“ ist gebräuchlich: ein Hinweis auf die Essbarkeit des Gefleckten Lungenkrautes (Blätter, Blüten)!

 

Das Gefleckte Lungenkraut im Garten

Die bis zu 30 cm hohe, ausdauernde Pflanze ist eine hübsche Ergänzung der Frühjahrsblüher, sie blüht nämlich von März bis Mai.

In der Reife neigt sich sein Fruchtstängel zur Erde, und die Samen, Lichtkeimer, werden entlassen. So breitet es sich, wo es ihm zusagt, gerne selber aus. Dabei kann es geschehen, dass es in einer anderen Gartenecke erblüht: Ameisen hatten den Samen verschleppt und fallen gelassen.

Als Standort liebt das Gefleckte Lungenkraut – wie in der Wildnis, wo es in krautreichen Laub- und Buchenmischwäldern bis in Höhen von 1300 m vorkommt – eine lockere Mullbodenschicht über sandigem Lehmboden. Also gerne im Halbschatten von Sträuchern und gern in Lebensgemeinschaft mit Buschwindröschen und Hohen Schlüsselblumen.

Erntekalender

Blätter early spring gekocht essbar

Die an Gurke erinnernden Blätter können roh für Salate verwendet werden oder aber als Bestandteil von Eierspeise oder Quiche. Ältere Blätter sollten gekocht werden, da die Haare unangenehm zum Essen sind.

Blüten early spring gekocht essbar

Mit den Blüten kann man Speisen dekorieren oder für Teemischungen trocknen.

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Zitierte Quellen für diese Pflanze

Literaturliste →
Belege:
  • 📜 Jacobus Theodorus Tabernaemontanus, Neues Kreuterbuch(1588), Pulmonaria-Kapitel
    „Das Lungenkraut wurde im 16. Jahrhundert nach der Signaturenlehre bei Lungenbeschwerden verwendet: Die hellen Flecken auf den Blaettern wurden als aehnlich zum inneren Bild der Lungenflaechen gedeutet. Tabernaemontanus beschreibt es in seinem Kreuterbuch als klassisches Bronchien-Mittel der mitteleuropaeischen Kraeuterheilkunde."
  • 🌿 Susanne Fischer-Rizzi, Medizin der Erde, Lungenkraut-Kapitel
    „Die Signaturenlehre ist aus heutiger Sicht wissenschaftlich nicht haltbar, doch das Lungenkraut enthaelt tatsaechlich reizlindernde Schleimstoffe, die traditionell bei Hustenreiz und Halsentzuendungen Verwendung fanden."

Traditionell beschriebene Eigenschaften

hustenreizlindernd (Blätter) Volksheilkunde
entzündungshemmend (Blätter) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Kieselsäure Mineral
Gerbstoffe Sekundär
Saponine Sekundär
Schleimstoffe Sekundär
Anorganische Säuren
Kohlenhydrate
Makronährstoffe
Mikronährstoffe
Mineralstoffe
Polysaccharide
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Kieselsäure

Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliciums bezeichnet. Die einfachste Kieselsäure ist Monokieselsäure (Orthokieselsäure) Si(OH)4 oder auch H4SiO4. Sie ist eine schwache Säure (pKs1 = 9,51; pKs2 = 11,74) und neigt zur (Poly-)Kondensation. Wasserabspaltungen führen zu Verbindungen wie Dikieselsäure (Pyrokieselsäure) (HO)3Si–O–Si(OH)3 und Trikieselsäure (HO)3Si–O–Si(OH)2–O–Si(OH)3. Allgemeine Summenformel solcher Kieselsäuren ist H2n+2SinO3n+1. Cyclische (ringförmige) Kieselsäuren sind z. B. Cyclotrikieselsäure und Cyclotetrakieselsäure mit der allgemeinen Summenformel [–Si(OH)2–O–]n. Polymere werden gelegentlich als Metakieselsäure (H2SiO3, [–Si(OH)2–O–]n) bezeichnet. Kondensieren diese niedermolekularen Kieselsäuren weiter, bilden sich amorphe Kolloide (Kieselsol). Als Summenformel wird häufig SiO2 · n H2O angegeben; das „Wasser“ in solchen Formeln ist jedoch kein Kristallwasser, sondern entspricht konstitutionell den Hydroxygruppen, die nach Kondensationsreaktion bilanzmäßig in der Kieselsäure verbleiben.

Gerbstoffe

Gerbstoffe sind chemische Stoffe, die zum Gerben von Tierhäuten verwendet werden. Eine abgezogene Tierhaut wird durch die Behandlung mit Gerbstoffen in Leder umgewandelt, was z. B. Fäulnis verhindert. Es gibt in der Natur vorkommende (natürliche) Gerbstoffe und künstlich hergestellte (synthetische) Gerbstoffe.

Saponine

Saponine sind Glycoside von Steroiden, Steroidalkaloiden oder Triterpenen. Sie kommen in den Wurzeln, Knollen, Blättern, Blüten und Samen höherer Pflanzen vor. Sie ergeben beim Schütteln mit Wasser oft einen seifenartigen Schaum. Saponine dienen Pflanzen wahrscheinlich als Defensivstoffe, beispielsweise gegen Pilzbefall. Der Mensch hat Saponine historisch als Expektorans verwendet.

Schleimstoffe

Schleimstoffe sind eine heterogene Gruppe von Biopolymeren, die vorwiegend aus Polysacchariden bestehen. Ihre Haupteigenschaft liegt in der Aufnahme von Wasser, so dass sie damit schleimartige Kolloide und Gele – sogenannte Hydrokolloide – bilden und als Schutzsubstanzen dienen können. Unterschieden wird zwischen tierischen Schleimstoffen, die aus Glykoproteinen bestehen, und pflanzlichen Schleimstoffen, die nahezu nur aus Heteropolysacchariden bestehen. Beide Gruppen beinhalten neutrale Substanzen und saure, die als Grundbausteine Uronsäuren statt Monosacchariden enthalten. Weiterhin unterscheidet man auch zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Schleimstoffen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate bilden neben Proteinen und Lipiden in Bezug auf die Biomasse eine der drei bedeutsamsten Stoffklassen: Kohlenhydrate kommen im Stoffwechsel aller Lebewesen vor. Als Produkt der Photosynthese machen Kohlenhydrate etwa zwei Drittel der weltweiten Biomasse aus. Kohlenhydrate sind die am häufigsten vorkommende Klasse von Biomolekülen. Die Wissenschaft, die sich mit der Biologie der Kohlenhydrate und dem Kohlenhydratstoffwechsel beschäftigt, heißt Glycobiologie. Kohlenhydrate werden mit dem Suffix „-ose“ gekennzeichnet, z. B. die Polysaccharide Cellulose, Amylose, die Oligosaccharide Raffinose oder Stachyose, Disaccharide wie Saccharose oder Lactose und Monosaccharide wie Glucose und Fructose.

Makronährstoffe

Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Proteine (Eiweiße) und Fette + Öle. Sie dienen dem Aufbau und Erhalt des Körpers, also dem Baustoffwechsel und dem Energiestoffwechsel von Pflanze, Tier, Mensch.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Daher müssen sie mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus. Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.

Polysaccharide

Polysaccharide sind Kohlenhydrate, in denen eine große Anzahl Monosaccharide (Einfachzucker) über eine glycosidische Bindung verbunden sind. Es handelt sich um Biopolymere aus mindestens elf Monosaccharideinheiten oder mit statistischer Molekülgrößenverteilung. Beispiele für Polysaccharide sind Glycogen, Stärke, Pektine, Chitin, Callose und Cellulose. Polysaccharide spielen für Pflanzen und Tiere eine wichtige Rolle als Schleimstoffe, Reservestoffe und Nährstoffe. Sie sind zum Beispiel in Getreidekörnern und Kartoffeln vorzufinden. Pflanzliche Zellwände bestehen zu über 50 % aus Cellulose und Hemicellulose, letztere ist ein Gemisch aus Polysacchariden, das eine stützende Funktion in der Zellwand übernimmt.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Husten Volksheilkunde
Das Lungenkraut wird traditionell bei Husten eingesetzt, da seine Schleimstoffe beruhigend auf die Atemwege wirken sollen.
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Lungenbeschwerden Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt das Gefleckte Lungenkraut als klassisches Lungenkraut, das bei verschiedenen Lungenbeschwerden unterstützend verwendet wird.
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Heiserkeit Volksheilkunde
Die Pflanze wird traditionell bei Heiserkeit eingesetzt, wobei ihre reizmildernden Eigenschaften die Stimme beruhigen sollen.
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Halsschmerzen Volksheilkunde
Das Lungenkraut gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei Halsschmerzen, da seine Inhaltsstoffe eine beruhigende Wirkung haben sollen.
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Hilft bei

Andere Namen

Hänsel und GretelSchwesternkrautHirschkohlBlaue SchlüsselblumeFleckenkrautLungenwurzHosenschiffernBachkrautBockkrautSchlotterhose

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeNahrungspflanzeGemüse und Salat BlattgemüseBlütenstandgemüsePflanzen- und SamenhandelZierpflanze
Vorkommen VerbreitungEuropaSibirien
Blütenfarbe blauviolettrosa
Blütezeit Vollfrühling | MaiErstfrühling | April
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

early summer

Samen

first spring

Jungpflanzen

Nachbarn im Garten

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Rezepte mit dieser Pflanze

Quellen

Steckbrief

Familie
Boraginaceae
Gattung
Pulmonaria
Ordnung
Boraginales
Klasse
Magnoliopsida
Habitat
Moist grasslands, damp woods and hedgerows in Britain, avoiding acid soils. Usually found on limestone.
Essbarkeit
★★☆☆☆
Heilwirkung
★★★☆☆
Licht
5/10
Feuchtigkeit
5/10
Boden
6/10
pH-Wert pH 7 – 7.5

Anbau & Pflege

Landscape Uses:Border, Container, Ground cover, Massing, Specimen, Woodland garden. Grows well in any moderately good soil including heavy clay soils. Prefers full to part shade in a moist humus rich soil. Succeeds in the sunless shade of buildings. Plants growing in shady positions tolerate drought if the soil is rich in humus. The leaves tend to wilt in hot weather when the plant is grown in full sun. Hardy to about -20°c. Members of this genus are rarely if ever troubled by browsing deer and rabbits. A valuable early nectar source for bees. There are several named forms, selected for their ornamental value. Hybridizes freely with other members of this genus. Special Features: Not North American native, Extended bloom season in Zones 9A and above.
Vermehrung: Seed - sow spring in a greenhouse. When they are large enough to handle, prick the seedlings out into individual pots and grow them on in the greenhouse for their first winter. Plant them out into their permanent positions in late spring or early summer, after the last expected frosts. Division in spring or autumn or after flowering in early summer if the soil is not too dry. Very easy, larger divisions can be planted out direct into their permanent positions. We have found that it is better to pot up the smaller divisions and grow them on in light shade in a cold frame until they are well established before planting them out in late spring or early summer.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Leaves Edible Uses: Leaves - raw or cooked. They can be added to salads or used as a potherb. A fairly bland flavour but the leaves are low in fibre and make an acceptable addition to mixed salads, though their mucilaginous and slightly hairy texture make them less acceptable when eaten on their own[K]. The young leaves make a palatable cooked vegetable, though we have found the texture to be somewhat slimy[K]. The plant is an ingredient of the drink Vermouth.

Weitere Nutzung

A tolerant and slow growing ground cover plant for open woodland and border edges. Plants should be spaced about 50cm apart each way.

Verbreitung

Heimisch: Albania, Austria, Belarus, Belgium, Bulgaria, Czechia-Slovakia, DK, Denmark, France, Germany, Global, Greece, Hungary, Italy, NO, NW. Balkan Pen., Netherlands, North America, Poland, Romania, SE, Sweden, Switzerland, Ukraine, Vermont-US, conterminous 48 United States Eingeführt: Belgium, Brussels-Capital Region, CA, England, FR, Flemish Region, France, GB, Grand Duchy of Luxembourg, Great Britain, IE, Ireland, Minnesota, NO, New Jersey, New York, Northern Ireland, Ontario, Quebec, Québec, Scotland, The Netherlands, Wales, Walloon Region

Alternative deutsche Namen

Echtes LungenkrautGeflecktes LungenkrautGeflecktes LungentroutGemeines LungenkrautGewoehnliches Lungenkrautechtes Lungenkrautkleingeflecktes Lungenkraut
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren