Wildtulpen

Tulipa · auch: Tulpen, Wild-

3 Fotos

Beschreibung

Wildtulpen, deren Heimatgebiete zum allergrößten Teil in Asien liegen, kommen in vielfältigen Arten vor, mit unterschiedlichen Farben, Höhen und Blühzeiten.
Wenn Sie für Ihre Herbstpflanzung dementsprechend auswählen, können Sie bereits im Spätwinter beobachten, wie die ersten Tulpen ihre grünen Nasen aus dem Boden schieben und vom März weg bis Ende Mai ihre Blütensterne und –schalen öffnen. Oft sind sie von feinem Duft erfüllt! Nicht nur Sie erfreuen sich an den Blüten, sondern auch die Bienen laben sich an Nektar und Blütenstaub!
Wildtulpen sind zudem der Genpool der Botanischen Tulpen und der Gartentulpen. Innerhalb von 400 Jahren sind mehrere Tausend Tulpensorten aus den Wildtulpen gezüchtet worden!

Portrait

Wie fühlen sich Wildtulpen so wohl, dass sie sich vermehren?

Wildtulpen benötigen – im Unterschied zu den Gartentulpen - einen leicht kalkhaltigen, durchlässigen Boden. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zur Sonne und zur sommerlichen Trockenheit, während der ihr Blatt vergilbt, die Zwiebel ausreift und für Nachwuchs vorsorgt. Sie vermehrt sich nämlich selbst über ihre Tochterzwiebeln und auch durch Samen, sofern man die Samenkapseln nicht frühzeitig entfernt. Manche Arten bilden sogar Ausläufer. Sie neigen zum Verwildern, was sich an richtiger Stelle (vor Hecken) besonders hübsch macht.

  • Niedrige Wildtulpen eignen sich besonders für den Steingarten und zur Grabbepflanzung.
  • Mittelhohe und hohe fühlen sich im Verein mit frühblühenden Klein-Zwiebelblumen und Polsterpflanzen im sonnigen Blumenbeet und vor Hecken wohl.
  • Alle Wildtulpen eignen sich zur Kübel- und Trogbepflanzung, für die Balkongärtnerei. Für diesen Zweck pflanzt man die Tulpenzwiebeln, vielleicht gemischt mit Krokussen, Winterling, Blausternchen …, in geräumige Gefäße mit Abzugsloch. Diese stellt man den Winter über im Freien auf einen windstillen Platz und sorgt an frostfreien Tagen für genug Feuchtigkeit! 

Muss man Wildtulpen jährlich verpflanzen?

Erst nach Jahren, wenn sie zu dicht werden sollten, werden sie, sobald sie einzuziehen beginnen, mit ihren Laubblättern herausgenommen. Man lässt sie trocknen, entfernt erst dann das dürre Laub, teilt die Gruppen auseinander und setzt sie im Herbst auf frischen Boden, d.h. dorthin, wo vorher 5 Jahre lang  k e i n e  Tulpen standen.

Zu den bekanntesten Wildtulpen zählen, geordnet nach ihrer Blütezeit - mit Angaben über Höhe und Farbe:

  • Tulipa praecox (Frühzeitige Tulpe) - langstielig; scharlachrote, elegante Blüten; Blütezeit: März, April
  • Tulipa tarda (Tarda-Tulpe) - kurzstielig; gelb-weiße Blüten; robust und reichblühend, - eine Zwiebel bringt bis zu acht Blüten hervor - zum Verwildern geeignet; Blütezeit: März, April
  • Tulipa humilis (Zwergtulpe) - kurzstielig; violette, kugelige, duftende Blüten; Blütezeit: März, April 
  • Tulipa doerferli (Dörflers Tulpe) - mittelhoh; dunkelrote, eiförmige Blüten mit schwarzem Augenfleck; Blütezeit: April, Mai
  • Tulipa clusiana (Damentulpe, Persische Tulpe)  - mittelhoh; angenehm duftende Blüte mit violetter Basis, weißer Innenseite, rosa Außenseite; schmale Laubblätter; vermehrt sich durch zusätzliche Ausläufer; zum Verwildern geeignet; Blütezeit: April, Mai
  • Tulipa sylvestris (Weinbergtulpe) – europäisch; langstielig; goldgelbe, lilienförmige, angenehm duftende Blüten. Auf etwas nährstoffreicherem Boden zum Verwildern vor lichten Gehölzen und zwischen Weinreben geeignet! Blütezeit: April, Mai
  • Tulipa praestans - langstielig; mehrblütig, meistens drei, etwas kleinere scharlachrote Blüten; Blütezeit: April, Mai • Tulipa eichleri (Eichler-Tulpe) - mittelhoh; scharlachrote, sehr große Blüten mit schwarzem, gelb umrandeten Basalfleck; breite Laubblätter; Blütezeit: April, Mai
  • Tulipa sprengeri (Sprengers Tulpe) – langstielig; tief pflanzen; zum Verwildern geeignet; hell-scharlachrote Blüten mit spitz zulaufenden Blütenblättern. Blüht als Schlusslicht der Tulpenblüte im Mai, Juni!

Essbarkeit und Giftgehalt von Tulpen

Die Holländer sind nicht nur bis heute führend in der Tulpenzüchtung und –zwiebelproduktion samt Handel, sondern können uns - notgedrungen - auch Genaues über die Essbarkeit von Tulpenzwiebeln sagen:

  • Der Hungerwinter 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges brachte die Menschen dazu, Pflanzen zu essen, die vorher nie als Nahrung betrachtet worden waren: Bereits gepflanzte, giftige Tulpenzwiebeln! Ini P.: „Sie wurden nicht roh, sondern in viel Wasser gekocht verspeist, das Kochwasser wurde weggeschüttet. Viele Menschen konnten dadurch überleben.“
    Man findet darüber nicht viel im Internet, aber Silke Wortel von der (deutschen) Uni Münster hat ihre Recherche über die holländische Hungersnot veröffentlicht.
    • Das Tulpenzwiebel-Rezept finden Sie  h i e r.

Alle Tulpenarten sind in all ihren Teilen giftig – auch die Blüten, und darin besonders der Stempel.

  • Hauptwirkstoffe sind nach Roth, Daunderer, Kormann („Giftpflanzen, Pflanzengifte“) „Tulipin mit ähnlicher Wirkung wie Aconitin, weiters Tuliposid A und B. Es ist anzunehmen, dass Gehalt und Zusammensetzung bei den einzelnen Tulpenarten stark schwanken.“
  • Manche Menschen reagieren zudem auf Hautkontakt mit Tulpen mit Ekzemen. Tipp: Die Botanische Tulpe Tulpe „Roter Kaiser“ (=Madame Lefebre), eine Fosteriana-Tulpe mit duftenden, leuchtend zinnoberroten, großen Blüten, 40 cm hoch werdend, soll weniger allergen wirken.
  • Noch mehr Informationen zur Giftigkeit von „Tulipa gesneriana L. und Hybriden“ - und auch anderer Pflanzen - finden Sie unter toxcenter .
    Darin empfiehlt Dr. Daunderer als Erste Hilfe:
    • „Nach Verschlucken von Blattteilen, Blütenblättern Stängeln und weniger als 1 Zwiebel: Mund ausspülen und ein Glas Wasser trinken (lassen). Keine weitere Therapie.
    • Kohlegabe nur nach Verschlucken von mehreren Zwiebeln, Narbenschenkeln oder Fruchtknoten.
    • Nur bei sehr großen Mengen und kurzer Latenz: Magenentleerung (Ipecac).“
  • Wenn sie sich unsicher fühlen, rufen Sie Ihr  Giftinformationszentrum  an!  Die Telefonnummern für Deutschland, Österreich und Schweiz finden sie   h i e r  .

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungBalkongartenBienenweideDuftpflanzeGartenUnterpflanzungZierpflanze
Blütenfarbe rotgelbweiß
Wuchsform Kryptophyt

Nachbarn im Garten

Gute Nachbarn:

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Steckbrief

Familie
Liliaceae
Gattung
Tulipa
Ordnung
Liliales
Klasse
Liliopsida
Habitat
A weed of cornfields and rocky slopes, 1500 - 3300 metres. Found in forest openings and dry savannah slopes.
Essbarkeit
★☆☆☆☆
Licht
7/10
Feuchtigkeit
3/10
Boden
6/10
pH-Wert pH 7 – 7.5

Anbau & Pflege

Benötigt einen sonnigen Standort in einem sehr gut durchlässigen sandigen Boden mit zugesetztem Laubkompost. Falls erforderlich, können die Zwiebeln ausgegraben und gelagert werden, sobald sie im Juli eingezogen sind, sie können dann im Oktober wieder gepflanzt werden. Die Pflanzen produzieren weder viel Samen noch viele Tochterzwiebeln.
Vermehrung: Samen - am besten in einem schattigen Teil des Frühbeets aussäen, sobald er im Frühsommer reif ist, oder im frühen Herbst. Eine Frühjahrsaussaat von gelagertem Samen im Gewächshaus gelingt ebenfalls. Den Samen dünn säen, damit die Sämlinge ohne Störung für ihre erste Wachstumsperiode weiterwachsen können - bei Bedarf Flüssigdünger auf den Topf auftragen. Die Zwiebeln teilen, sobald die Pflanzen in die Ruhephase eingetreten sind, dabei 3 - 4 Zwiebeln in jeden Topf setzen. Mindestens das nächste Jahr im Gewächshaus weiterziehen, sie während der Ruhephase auspflanzen. Teilung von Brutzwiebeln im Juli. Größere Zwiebeln können direkt an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden oder können an einem kühlen Ort gelagert und dann im Spätherbst ausgepflanzt werden. Am besten kleinere Zwiebeln eintopfen und ein Jahr lang im Frühbeet weiterziehen, bevor sie während der Ruhephase im Spätsommer bis Mitte Herbst ausgepflanzt werden.

Essbare Verwendung

Bulb. Up to 2cm in diameter. No further details are given.

Weitere Nutzung

None known

Verbreitung

Heimisch: Afghanistan, Albania, Algeria, Altay, Belarus, Bulgaria, Central European Russia, Chita, Cyprus, East Aegean Is., East European Russia, Egypt, France, Greece, Inner Mongolia, Iran, Iraq, Irkutsk, Italy, Kazakhstan, Kirgizstan, Krasnoyarsk, Kriti, Krym, Lebanon-Syria, Libya, Mongolia, Morocco, NW. Balkan Pen., North Caucasus, Pakistan, Palestine, Portugal, Romania, Sardegna, Saudi Arabia, Sicilia, Sinai, South European Russia, Spain, Switzerland, Tadzhikistan, Transcaucasus, Tunisia, Turkmenistan, Tuva, Türkiye, Türkiye-in-Europe, Ukraine, Uzbekistan, West Himalaya, West Siberia, Xinjiang Eingeführt: Alabama, Austria, Baltic States, Belgium, California, Czechia-Slovakia, Denmark, Germany, Great Britain, Illinois, Ireland, Korea, Maryland, Massachusetts, Netherlands, New York, Norway, Ohio, Pennsylvania, Poland, Sweden

Alternative deutsche Namen

Tulpe
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren