Jetzt sammelbar: Wurzel

Hügelheilwurz

Seseli libanotis subsp. intermedium · auch: Heilwurz, Hügel-

Wildpflanze gekocht essbar
8 Fotos

Beschreibung

Die sonst seltene Heilwurz schmückt in ihrer Unterart, der stattlichen Hügel-Heilwurz, die Außenräume der Burgruine Aggstein, die in der Wachau auf einem steilen Felsen über der Donau thront. Hier entstanden auch die Fotos.

 

Portrait

Die sommerliche Widerhitze, der milde Winter und der kiesige Boden scheinen ihren Bedürfnissen entgegenzukommen, denn außerhalb der Wachau ist sie nur zerstreut zu finden. Auffallend sind ihr kantig gefurchter Stängel und ihre besonders schönen, gefiederten Blätter. Eine weitere Besonderheit: Bis zu 8 Jahre können vergehen, bis sie zum ersten Mal blüht. Danach stirbt sie ab, nicht ohne vorher ihre Samen ausgestreut zu haben. Sofern die Blüte nicht mutwillig abgerissen wurde.

Wenn eine Pflanze als „Heilwurz“ bezeichnet wird, nimmt man an, dass sie medizinisch viel verwendet wurde. Ihre Anwendung ist aber beinahe in Vergessenheit geraten.

Wer die Heilwurz selber sammelt, sei es als Würze für die Küche oder als Heilmittel, muss darauf achten, dass  sie lebensgefährlich giftige Doppelgänger hat! Auch ihre Dosierung muss wohl überlegt sein, denn Pflanzen, die heilend angewendet werden, sind oft zumindest leicht giftig, wie schon Paracelsus sagte: „Nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“

Wer in alter Literatur, z.B. bei Dioskurides, nach Wirkungen der Heilwurz (Seseli libanotis) sucht, sollte bedenken, dass früher auch andere Doldenblütler sowie Rosmarinarten mit „Libanotis“ oder „Seseli“ bezeichnet wurden.

Fündig wird man auch bei Tabernaemontanus unter „Heilwurz“:
Er zählt vier Arten auf. Die „Schwartz Hirtzwurtz“ wird laut Abbildung die zutreffende sein. Er nennt sie „Libanotis Theophrasti nigra. III.“
Er schreibt von ihr, dass die Heilwurz vom Volk viel verwendet wird.

  • Vor allem um Schweine, Rinder und Schafe vor Infektionen zu schützen. Man gibt die Wurzel den kranken Tieren vermischt mit Wacholder, den gesunden mit Salz, um sie gesund zu erhalten und auch um den Milchertrag zu steigern.
  • Für den Menschen empfiehlt er bei Infektionen und Epidemien („Pestilenzen“), Unterleibsbeschwerden, Nieren- und Blasenbewerden, die Wurzel
    • äußerlich anzuwenden in Waschungen, Dampfbad, Honigsalben und als Pulver (auch die Blätter) -
    • innerlich als Getränk, und zwar in Wein gesotten oder: „ Weiss oder schwartz Hirtzwurtzel zu Pulver gestossen/ unnd davon i. quintlein genommen/ unnd darzu gethan ein halbes quintl. guten Theriack/ darnach mit vier loth Ehrenpreißwasser und ii.loth Essigs vertrieben/ warm getruncken und sich darauff nidergelegt/ unnd zum wenigsten drey Stunden darauff geschwitzt/ das vertreibt alle Pestilentzische vergifftung unnd Contagion durch den Schweiß hinweg.“ (Quelle)
    • Weiters empfiehlt er „Die Bletter der schwartzen Hirtzwurtz in der Kost oder im Tranck … mehret den Seugmüttern die Milch.“

Erntekalender

Blätter first spring gekocht essbar

Für Rohkost- und Gemüsegerichte und als Würze.

Jungtriebe first spring gekocht essbar

Für Rohkost- und Gemüsegerichte und als Würze.

Stängel full spring gekocht essbar
Wurzel early spring gekocht essbar

Vor allem für Suppen. 

🌿

Traditionelle Heilkunde

Zum Heilkunde-Bereich →

Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

antibakteriell (Wurzel) Volksheilkunde
immunstärkend (Wurzel) Volksheilkunde
menstruationsfördernd (Wurzel) Volksheilkunde
harntreibend (Wurzel)
muttermilchbildend (Blätter) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Cumarin Sekundär
Cumarine Sekundär
Flavonoide Sekundär
Polyphenole Sekundär
Ätherische Öle Sekundär
Diosmin
Flavanone
Mikronährstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Cumarin

Cumarin oder Kumarin ist ein natürlich vorkommender, aromatischer sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Phenylpropanoide. Es besitzt einen angenehmen, vanille- bzw. heuartigen Geruch. Wird es in größeren Mengen eingenommen, ist es giftig. Cumarin ist die Stammverbindung der Stoffgruppe der Cumarine, die als Derivate des Cumarins dessen Strukturgerüst enthalten. Der Name Cumarin leitet sich vom ins Spanische übernommenen Tupí-Wort cumarú für den Tonkabohnenbaum ab, aus dessen Samen (Tonkabohnen) das Cumarin erstmals isoliert wurde.

Cumarine

4-Hydroxycumarine werden in der Medizin vom 4-Hydroxycumarin abgeleitete Substanzen mit blutgerinnungshemmender Wirkung genannt. Ihre Wirkung beruht auf einer Hemmung des für die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren wichtigen Vitamin-K-Stoffwechsels. In der Medizin werden Cumarine als blutgerinnungshemmende Arzneistoffe eingesetzt (Antikoagulanzien). Darüber hinaus werden Cumarine auch als Rodentizide insbesondere zur Rattenbekämpfung genutzt.

Flavonoide

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Polyphenole

Polyphenole sind chemische Verbindungen aus der Stoffgruppe der Phenole beziehungsweise Hydroxyaromaten. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche Verbindungen den Polyphenolen zugeordnet werden können. Zumeist werden natürliche, in Pflanzen vorkommende Verbindungen, die mehr als einen Phenolring enthalten, den pflanzlichen Polyphenolen zugeordnet. Vereinzelt werden auch aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten, als Polyphenole bezeichnet.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen oder Terpenen bestehen. Es handelt sich um stark riechende Stoffgemische ölartiger Konsistenz, die in Wasser schwer löslich sind und aus pflanzlichen Ausgangsstoffen stammen.

Diosmin

Diosmin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Flavonoidglykoside.

Flavanone

Die Flavanone sind eine Untergruppe sekundärer Pflanzenstoffe innerhalb der Stoffgruppe der Flavonoide. Sie unterscheiden sich strukturell von dem ihnen zugrunde liegenden Flavan durch eine zusätzliche Ketogruppe in Position 4. Das Grundgerüst der Flavanone ist somit die Verbindung Flavan-4-on.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Harnwegsinfekt Volksheilkunde
Die Hügelheilwurz gilt in der Volksheilkunde als harntreibend und wird traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt, um die Harnausscheidung zu fördern.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Harnsteine Volksheilkunde
Traditionell wird die Pflanze bei Harnsteinen verwendet, da ihre diuretischen Eigenschaften die Urinproduktion anregen und möglicherweise zur Ausscheidung beitragen sollen.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Nierenbeschwerden Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt die Hügelheilwurz als nierenstärkend und wird traditionell bei verschiedenen Nierenbeschwerden zur Unterstützung der Nierenfunktion eingesetzt.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Vaginalbeschwerden Volksheilkunde
Die Pflanze wird in der Volksheilkunde traditionell bei Vaginalbeschwerden verwendet, wobei ihr entzündungshemmende und desinfizierende Eigenschaften zugeschrieben werden.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Bronchitis Volksheilkunde
Die Pflanze wird traditionell bei Bronchitis verwendet, da ihr expektorierende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben werden, um die Atemwege zu unterstützen.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Wundheilung Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird die Hügelheilwurz traditionell zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt, da ihr wundheilungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.

Hilft bei

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeFrauenpflanzeMännerpflanzeNahrungspflanzeGemüse und Salat BlattgemüseVerzehrtauglichkeit KochenWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungGartenzum Verwildern geeignetZierpflanze
Vorkommen HöhenstufenFlachlandHügellandLebensraumBrachlandFelsflurenSchotter- und KiesflurenTrockenrasenVerbreitungAsienEuropaNordafrika
Blütenfarbe weiß
Blütezeit Frühherbst | SeptemberHochsommer | JuliSpätsommer | August
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

late autumn

Samen

Steckbrief

Familie
Apiaceae
Gattung
Seseli
Ordnung
Apiales
Klasse
Magnoliopsida
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren