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Flechten entbittern, Flechtenmehl, Flechtensalat

Der nachfolgende Text beschäftigt sich am Beispiel des Isländischen Mooses eingehend mit dem Entbittern von Flechten und enthält auch Anleitungen für Flechtenmehl und Flechtensalat.

Zutaten

  • 1.00 Menge Isländisches Moos
  • 1.00 Menge Wasser — bereits kochendes
Rezept online

Zubereitung

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1 - Entbittern durch heißes Wasser Diese Möglichkeit ist die ursprünglichste und für den Privathaushalt am einfachsten. Die auf diese Art entbitterten Flechten werden in der Regel sogleich in das Endprodukt weiterverarbeitet. Flechten von Fremdteilen wie Hölzchen etc. befreien und möglichst kleinschneiden. In das bereits kochende (!) Wasser geben, 3 Minuten sanft kochen, dabei gut durchrühren, damit sich verbliebener Sand aus den Flechtenfalten löst. Flechten abseihen. Die Samen verwend(et)en sie in diesem Zustand. Wer noch mehr Bitterstoffe entfernen möchte, wiederholt die Prozedur. ✶ Die auf diese Art entbitterten Flechtenstücke können nun zu Suppe , Grütze / Brei , Brot , Gnocchi etc. weiterverarbeitet werden.
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Tipps für Flechtenmehl und Flechtensalat In kleinem Rahmen kann man auch aus den durch heißes Wasser entbitterten Flechten FLECHTENMEHL fabrizieren, jedoch nicht durch Mahlen: Man seiht sie ab und drückt sie dabei gut aus. Flach auf ein Backblech ausgebreitet werden sie bei 40° - 45° im Backofen durch und durch getrocknet und anschließend fein gemixt. In einem Schraubglas verschlossen aufbewahren. Man kann das Flechtenmehl gut zum Würzen von Brot, Nockerl, Gnocchis, Frittata, Suppen etc. verwenden oder sich öfters ein Flechtengelee daraus zubereiten! Möchte man das Islandmoos als FLECHTENSALAT genießen, wird es für den Entbitterungsvorgang nur grob zerteilt, dafür bei 2 Entbitterungsvorgängen länger gekocht (Kostprobe machen!) und anschließend nach Belieben als Salat angerichtet.
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2 - Entbittern durch Pottaschenlauge Flechten unzerteilt in 1% Pottaschelösung 48 – 72 Stunden liegen lassen, dabei zeitweise kräftig bewegen. Lösung ablassen bzw. abseihen. Eine Kostprobe abwaschen und probieren. Prozedur evtl. wiederholen. Wenn der Geschmack passt, werden die Flechten in fließendem Wasser gut ausgeschwemmt. Dabei Verschmutzungen, auch jene, die sich in den faltigen Vertiefungen halten, entfernen. Durch das Waschen verliert sich auch der Laugengeschmack ganz.
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TROCKNEN Auf Horden aus Flechtwerk von Weiden oder Fichtenwurzeln bzw. Schilf, Hopfenreben oder Binsen (ein Gitterrost tut's auch ;) schattig und warm vortrocknen. Anschließend kommen sie in Säcke gefüllt bei 40° - 45° in die Nachwärme des Backofens und werden darin getrocknet, bis sie total spröde sind. Es ist nun ein Leichtes, die Flechten zu zerkleinern, indem man mit einem Nudelholz – oder wie früher mit Dreschflegeln ;) - auf die Säcke einschlägt. So zerkleinert werden sie in einer Mühle zu grobem Flechtenmehl gemahlen - oder in der Küche gemixt. Das Flechtenmehl bleibt von Natur aus vor Schadinsekten verschont, muss jedoch lufttrocken, also dicht verschlossen, aufbewahrt werden, denn Flechten ziehen auch in diesem Zustand Feuchtigkeit an und Schimmelpilze könnten sich darauf vermehren.