Brennnesseljauche
Brennnessel — Urtica dioicaBrennnesseljauche ist ein traditioneller biologischer Flüssigdünger und natürliches Pflanzenstärkungsmittel. Seit Jahrhunderten nutzen Gärtner diese nährstoffreiche Jauche zur Düngung und zur Abwehr von Schädlingen. Die fermentierte Brennnessel liefert Stickstoff, Kalium und wichtige Spurenelemente in pflanzenverfügbarer Form.
Brennnesseln mit Handschuhen ernten - Brennhaare verursachen Hautreizungen. Unverdünnte Jauche kann Wurzeln verbrennen. Nicht auf Blätter von Salat oder Gemüse kurz vor der Ernte sprühen. Von Kindern fernhalten. Haustiere vom Gärbehälter fernhalten - Vergiftungsgefahr. Schwangere sollten den intensiven Geruch meiden. Bei empfindlicher Haut Handschuhe auch beim Ausbringen tragen.
Warum wirkt's?
Brennnesseln enthalten hohe Mengen an Stickstoff, Kalium, Eisen und Kieselsäure. Durch die Fermentation werden diese Nährstoffe aufgeschlossen und pflanzenverfügbar. Die enthaltene Ameisensäure und andere organische Säuren stärken die Pflanzenabwehr gegen Pilze und Schädlinge. Kieselsäure festigt das Pflanzengewebe.
Zutaten
- 1 kg Brennnesseln, frisch (vor der Blüte geerntet)
- 10 Liter Regenwasser (alternativ abgestandenes Leitungswasser)
- 2 Handvoll Gesteinsmehl (optional, mindert Geruch)
Anleitung
- 1
Brennnesseln mit Handschuhen ernten, am besten vormittags nach dem Abtrocknen des Morgentaus. Ganze Triebe etwa 10-15 cm über dem Boden abschneiden.
💡 Junge Triebe vor der Blüte haben den höchsten Nährstoffgehalt
- 2
Brennnesseln grob zerkleinern und locker in einen Eimer oder Fass aus Kunststoff oder Holz füllen. Kein Metall verwenden, da die Säure reagiert.
💡 Nicht zu fest stopfen, die Masse braucht Luft zum Gären
- 3
Mit Regenwasser aufgießen, bis alle Pflanzenteile gut bedeckt sind. Das Verhältnis sollte etwa 1:10 sein (1 kg Brennnesseln auf 10 Liter Wasser).
💡 Ein Stein oder Brett als Beschwerung verhindert das Aufschwimmen
- 4
Gefäß mit einem luftdurchlässigen Tuch oder Gitter abdecken. Dies verhindert, dass Tiere hineinfallen, lässt aber Gase entweichen.
💡 Niemals luftdicht verschließen - Gärgase müssen entweichen können
- 5
An einem warmen, schattigen Ort aufstellen. Täglich mit einem Stock umrühren, um Sauerstoff einzubringen und die Gärung zu fördern.
💡 Gesteinsmehl beim Umrühren zugeben mindert den strengen Geruch
- 6
Nach 2-3 Wochen ist die Jauche fertig, wenn keine Blasen mehr aufsteigen und sich eine dunkle, klare Flüssigkeit gebildet hat.
💡 Bei kühlem Wetter kann die Gärung bis zu 4 Wochen dauern
- 7
Durch ein Sieb oder Tuch abseihen. Die Flüssigkeit in dunkle Kanister oder Flaschen füllen. Pflanzenreste auf den Kompost geben.
💡 Beschriften mit Datum und Verdünnungshinweis
Tipps & Tricks
Zum Düngen 1:10 mit Wasser verdünnen, zur Blattdüngung 1:20. Alle 2 Wochen anwenden. Nicht bei praller Sonne ausbringen. Der strenge Geruch verfliegt nach dem Ausbringen schnell. Für empfindliche Nasen: Baldriantinktur oder EM (Effektive Mikroorganismen) zugeben.
Varianten
Beinwell-Jauche (kaliumreich für Fruchtgemüse), Schachtelhalm-Jauche (pilzhemmend durch Kieselsäure), Rainfarn-Jauche (gegen Schädlinge). Mischungen möglich: 70% Brennnessel + 30% Beinwell für ausgewogene Düngung.