Holzapfel

Malus sylvestris (L.) Mill.

Wildpflanze gekocht essbar
3 Fotos

Beschreibung

Der Europäische Wildapfel bzw. Holzapfel, wie er auch bezeichnet wird, ist die einzige wild vorkommende Apfelart Mitteleuropas. Sein Verbreitungsgebiet reicht jedoch bis nach Kleinasien. Er gehört zu den kleineren Bäumen unserer heimischen Gehölzflora und ist nur mehr selten anzutreffen. Als Baum wird er, der einen eher besenförmigen Wuchs zeigt, bis zu 10 m hoch, als Großstrauch, in seiner bevorzugten Wuchsform, bis zu 5 m.

Erläuterung

Gut angießen!

Portrait

Oft wird er mit Sämlingen von Kulturäpfeln oder Zieräpfeln, die wild aufgegangen sind, verwechselt.

Als Unterscheidungsmerkmale zu anderen Apfelarten dienen neben seinen Früchten die Blätter:

  • Die Früchte des Holzapfels sind höchstens 4 cm groß, gelbgrün mit roter Backe und besitzen einen holzigen (Name!) Biss.  Ihr Geschmack erweist sich als äußerst herb, zusammenziehend.
  • Die Blätter des Holzapfels sind ei-rundlich, also ohne ausgeprägte Spitze wie die anderer Apfelarten. Obwohl die Knospen wollig sind, sind die Blätter nur ganz schwach behaart.

Zu finden ist er in milden Kleinklimalagen auf frischem, nährstoff- und kalkreichem, tiefgründigem Lehm-Kies-Boden. Wie sein Artname „sylvestris“ (lat. silva, Wald) andeutet sind Wälder der Hartholzaue, lichte, nicht zu trockene Mischholzbestände, Steinriegel, Hecken und Gebüsche seine bevorzugten Standorte. Da diese natürlichen Standorte durch menschliche Eingriffe stark zurückgegangen sind, ist der Holzapfel in seinem Bestand bedroht!

Das Osterzgebirge ist eines der wenigen Gebiete, in denen der echte Wildapfel noch in größerer Zahl vorkommt. Unter "Alteingesessenen" gilt es auch als "Holzäppelgebirge" (Huldsäbblgebirsche).

 

Vom Wild- zum Kulturapfel ?

In der Steinzeit sammelten die Menschen Holzäpfel als Nahrung, wie Funde im Pfahldorf Unteruhldingen am Bodensee belegen. Die Germanen holten den Holzapfel in ihre Hecke und verwendeten ihn dank seines hohen Pektingehalts und vielleicht auch wegen der roten Farbe des gekochten Saftes als Heilmittel, wie im Neunkräutersegen angeführt ist. Trotzdem ist der Holzapfel (Malus sylvestris) , wie neueste Gen-Untersuchungen belegen, nicht die Stammform unseres Kulturapfels. Man geht heute davon aus, dass der Kulturapfel direkt vom Asiatischen Wildapfel (Malus sieversii)  – gegebenenfalls mit Einkreuzung des Kaukasusapfels (Malus orientalis) abstammt. Alle diese Apfelarten hybridisieren (kreuzen sich) untereinander, so wie sich der Holzapfel in grauer Vorzeit sogar mit einer anderen Gattung der Rosengewächse, mit der Elsbeere, gekreuzt hat und den „Weißdornblättrigen Apfel“ (× Malosorbus florentina, Syn. Malus florentina) hervorbrachte.  

 

Heutiger Nutzen des Holzapfels:

  • Nahrungslieferant für viele Tiere wie Insekten (Bienen, Hummeln, Wespen, Schmetterlinge …), Vögel, Kleinsäuger, Wild
  • Gutes Nistgehölz
  • Sehr guter Pollenspender für Kulturäpfel und Zieräpfel!
  • Teil der Gartengestaltung: Naturnahe Anlagen, Mischpflanzungen, natürliche Hecken
  • Objekt der Bonsai-Kultur
  • Gen-Reservoir für die Züchterarbeit
  • Seine Früchte sind exzellente Pektinspender und gute Vitamin C-Lieferanten.
    • Sie sind gedörrt oder gekocht genießbar, geben Marmeladen (Konfitüren), sofern sie mitgekocht werden, eine gute Konsistenz und Farbe.
    • Ihr Saft kann zu rubinrotem Gelee verarbeitet werden.
    • Früchtetee aus getrockneten Fruchtstückchen spendet Vitamin C, kurbelt die Verdauung an und ist hilfreich bei fiebrigen Erkältungskrankheiten.
    • Holzäpfel werden zu Wildapfelbrand weiterverarbeitet.
  • Das Holz des Wildapfels
    • wird gerne von Kunsttischlern verarbeitet
    • wird im grünen Zustand geschnitzt, da es getrocknet zu hart dafür ist
    • verbrennt heiß, langsam ohne große Flamme und entwickelt einen feinen Duft: Ideal zum Räuchern von Fisch und Fleisch!
  • Die Knospen werden in der Gemmotherapie verwendet.
  • Die Blüten dienen als „Bachblüte Nr. 10, Crab Apple“:
    Im Englischen werden alle Apfelsorten, die nicht zum Kulturapfel (Malus domestica) zählen, als Crab Apples bzw. Crabapples, Crabs oder Wild Apples bezeichnet. Neben Zieräpfeln, Asiatischem Wildapfel, Weißdornblättrigem Apfel u.a. zählt auch der Holzapfel als Europäischer Wildapfel dazu. Laut M. Scheffer ist er es, den Dr. Bach unter dem Namen Crab Apple als Pflanze Nr. 10 in die Liste der Bachblüten aufgenommen hat.

Erntekalender

Früchte full autumn gekocht essbar
🌿

Traditionelle Heilkunde

Zum Heilkunde-Bereich →

Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

verdauungsregelnd (Früchte) Volksheilkunde
fiebersenkend (Früchte) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Ballaststoffe Ballaststoff
Pektine Ballaststoff
Vitamin C / Ascorbinsäure Vitamin
Vitamine Vitamin
Gruppen
Kohlenhydrate
Makronährstoffe
Mikronährstoffe
Organische Säuren
Polysaccharide
Sekundäre Pflanzenstoffe
Äpfelsäure
Details zu den Inhaltsstoffen
Ballaststoffe

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie finden sich vor allem in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Saaten.

Pektine

Pektine sind pflanzliche Polysaccharide (Vielfachzucker), genauer Polyuronide, die im Wesentlichen aus α-1,4-glycosidisch verknüpften D-Galacturonsäure-Einheiten bestehen. Ernährungsphysiologisch betrachtet sind Pektine für den Menschen Nahrungsfasern. Viele Mikroorganismen dagegen sind in der Lage, Pektine in ihrem Stoffwechsel zu verwerten. In der Industrie finden Pektine hauptsächlich Verwendung als Geliermittel.

Vitamin C / Ascorbinsäure

ASCORBINSÄURE, auch VITAMIN C genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und zählt zu den organischen Säuren. Vitamin C wird mit einer ausgewogenen Mischkost, die neben Obst und Gemüse auch Wildpflanzen und Wildbeeren (Sanddorn!) enthält, dem menschlichen Körper in ausreichendem Maße zugeführt. Kochtipp: Normalerweise sinkt der Vitamin C-Gehalt beim Einweichen, Trocknen, Kochen der Pflanzen, sowie bei der Lagerhaltung. Eine wichtige Ausnahme bilden die Kohlpflanzen: In ihnen ist Ascorbinsäure in Form von Ascorbigen A und B gebunden, sodass sie kurz gekocht mehr Vitamin C enthalten als roh!   Wirkungen der Ascorbinsäure bzw. des Vitamins C : Es ist als starkes Antioxidans wichtig für Zellschutz, Immunsystem, Bindegewebe, glatte, feste Haut, gesunde Blutgefäße. Es fördert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Durch die Wasserlöslichkeit von Ascorbinsäure / Vitamin C wird ein Zuviel in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamine

Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsdeckend synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essentiellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen organischen Stoffe selbst synthetisieren.

Gruppen

Familienname

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate bilden neben Proteinen und Lipiden in Bezug auf die Biomasse eine der drei bedeutsamsten Stoffklassen: Kohlenhydrate kommen im Stoffwechsel aller Lebewesen vor. Als Produkt der Photosynthese machen Kohlenhydrate etwa zwei Drittel der weltweiten Biomasse aus. Kohlenhydrate sind die am häufigsten vorkommende Klasse von Biomolekülen. Die Wissenschaft, die sich mit der Biologie der Kohlenhydrate und dem Kohlenhydratstoffwechsel beschäftigt, heißt Glycobiologie. Kohlenhydrate werden mit dem Suffix „-ose“ gekennzeichnet, z. B. die Polysaccharide Cellulose, Amylose, die Oligosaccharide Raffinose oder Stachyose, Disaccharide wie Saccharose oder Lactose und Monosaccharide wie Glucose und Fructose.

Makronährstoffe

Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Proteine (Eiweiße) und Fette + Öle. Sie dienen dem Aufbau und Erhalt des Körpers, also dem Baustoffwechsel und dem Energiestoffwechsel von Pflanze, Tier, Mensch.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Organische Säuren

Organische Säuren sind chemische Verbindungen, die über eine oder mehrere funktionelle Gruppen oder andere Strukturelemente verfügen, die unter Abgabe von Protonen mit Wasser oder anderen protonierbaren Lösungsmitteln Gleichgewichtsreaktionen eingehen. Dabei entstehen die jeweiligen Anionen der betreffenden organischen Säuren und die Protonen werden im Fall von Wasser als Lösungsmittel, das als Protonenakzeptor und damit als Base reagiert, unter Bildung von Oxoniumionen H3O+, aufgenommen. Die Konzentration der Oxoniumionen in der Lösung ist dann größer als die Konzentration von Hydroxidionen, sodass die Lösung als sauer bezeichnet wird:

Polysaccharide

Polysaccharide sind Kohlenhydrate, in denen eine große Anzahl Monosaccharide (Einfachzucker) über eine glycosidische Bindung verbunden sind. Es handelt sich um Biopolymere aus mindestens elf Monosaccharideinheiten oder mit statistischer Molekülgrößenverteilung. Beispiele für Polysaccharide sind Glycogen, Stärke, Pektine, Chitin, Callose und Cellulose. Polysaccharide spielen für Pflanzen und Tiere eine wichtige Rolle als Schleimstoffe, Reservestoffe und Nährstoffe. Sie sind zum Beispiel in Getreidekörnern und Kartoffeln vorzufinden. Pflanzliche Zellwände bestehen zu über 50 % aus Cellulose und Hemicellulose, letztere ist ein Gemisch aus Polysacchariden, das eine stützende Funktion in der Zellwand übernimmt.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Äpfelsäure

Äpfelsäure ist eine chemische Verbindung aus den Gruppen der Dicarbonsäuren und Hydroxycarbonsäuren, die als rechtsdrehende D- und als linksdrehende L-Äpfelsäure vorkommt. Äpfelsäure bildet ein farbloses, fast geruchloses, sauer schmeckendes, kristallines Pulver.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Verdauungsbeschwerden Volksheilkunde
Der Holzapfel wird in der Volksheilkunde bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt, da seine Gerbstoffe und Pektine regulierend auf die Verdauung wirken sollen.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Fieber Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt der Holzapfel als fiebersenkend, wobei sein Vitamin-C-Gehalt und die schweisstreibenden Eigenschaften traditionell genutzt werden.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.

Hilft bei

Andere Namen

Europäischer Wildapfel

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeBachblüteTeepflanzeNahrungspflanzeObstVerzehrtauglichkeit DestillierenEinmachenEntsaftenKochenLagernNotnahrungTrocknenNützlingspflanze Pflanzen- und SamenhandelTechnische NutzungHolzWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungBienenweideDuftpflanzeGartenKübelbepflanzungleicht zu ziehenSichtschutzVogelschutzgehölzWochenendgartenRäucherpflanzeZierpflanze
Vorkommen HügellandMittelgebirge
Blütenfarbe weißrosa
Blütezeit Vollfrühling | Mai
Wuchsform StrauchBaum

Aussaat & Pflege

full autumn

Baum

Nachbarn im Garten

Gute Nachbarn:

Lade Nachbarschaftsgraph...

Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Gattung
Malus
Ordnung
Rosales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Baum
Licht
5/10
Feuchtigkeit
5/10
Boden
5/10
pH-Wert pH 5 – 7.5

Verbreitung

Heimisch: Albania, Austria, BR, Baltic States, Belgium, Brussels-Capital Region, Bulgaria, Central European Russia, Corse, Czechia-Slovakia, DK, Denmark, East European Russia, England (England, Wales, Isle of Man, Scotland, Outer Hebrides, Orkney Isl., Shetland Isl., Isles of Scilly); Ireland (Ireland, Northern Ireland); Denmark; Norway; Sweden; Finland; Netherlands; Belgium; Luxembourg; Germany (Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen); Switzerland; Austria; Poland; Czech Republic; Slovakia; Hungary; Portugal; Spain; France; Channel Isl. (Alderney, Guernsey, Jersey); Corsica; Sardinia; Italy; Sicily; Slovenia; Croatia; Bosnia & Hercegovina; Montenegro; Serbia; Kosovo; North Macedonia; Albania; Romania; Bulgaria; European Turkey; Greece (mountains of N- & C-Greece, Mt. Erymanthos); Estonia; Latvia; Lithuania; Belarus; European Russia; Moldova; Ukraine; Turkey (E-Anatolia, Inner Anatolia, N-Anatolia, NE-Anatolia, NW-Anatolia: Bithynia, S-Anatolia, SE-Anatolia, SSW-Anatolia, WN-Anatolia); Iran (EC-Iran, N-Iran, Iranian Aserbaijan, W-Iran); Saudi Arabia; Yemen; Taiwan [I]; Australia [I] (South Australia [I]); USA [I] (Utah [I]); Peru [I]; Argentina [I], Europe & Northern Asia (excluding China), FI, Finland, Flanders, Flemish Region, France, Germany, Global, Grand Duchy of Luxembourg, Great Britain, Greece, Hole, Hungary, Ireland, Italy, Jonsdal, Kråkerøy, NO, NW. Balkan Pen., Netherlands, North European Russia, Northwest European Russia, Norway, Poland, Portugal, Portugal Continental, Romania, SE, Sardegna, Sicilia, South European Russia, Spain, Sweden, Switzerland, Türkiye, Türkiye-in-Europe, Ukraine, Ullensvang, Vermont-US, Walloon Region Eingeführt: AR, Argentina South, IE, IN, Malta, Queensland, Socotra Archipelago, Ukraine, YE

Alternative deutsche Namen

Holz-ApfelHolz-ApfelbaumHolzapfelWild-Apfel
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren