Heilpflanze: schmerzlindernd, fiebersenkend, antirheumatisch

Salweide

Salix caprea · auch: Weide, Sal-

21 Fotos

Beschreibung

Salweide, die Heilerin 

Erläuterung

Portrait

Bereits im Sommer legt sie ihre Winterknospen (überwinternde Knospen) an und zeigt uns damit, dass schon jetzt neues Leben für die Zeit nach dem Winter in ihr schlummert.  Aus diesem Grund ist sie zu Recht die wichtigste Pflanze im österlichen Palmbuschen, darf aber nur mit Bedacht dafür genommen werden, denn auch für andere Lebewesen ist sie überlebenswichtig:
Vereinzelt beginnt die Salweide bereits bei Eis und Schnee vorsichtig ihre weißen, tröstenden Palmkätzchen aus ihren braunen Decken schlüpfen zu lassen. Die ersten warmen März-Sonnenstrahlen bringen sie zum Erblühen und es wird gut erkenntlich, dass auch die Salweide, wie alle anderen natürlich vorkommenden Weiden, zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch) ist:

  • Da gibt es männlichen Bäume voll mit duftend gelben Blüten, die reichlich Nektar und Blütenstaub enthalten,
  • und die weiblichen Bäume mit Kätzchen in zartem Grün, die ebenfalls reichlich Nektar, keinen Blütenstaub, aber viele Fruchtknoten enthalten.

Insekten und Wind bringen den befruchtenden Blütenstaub zu ihnen. Wie summt und surrt es dann in der Weide, denn für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge (Kleiner Fuchs, Trauermantel, Zitronenfalter ... ) und weitere Insekten bietet sie als eine der ersten Frühjahrsblüher stärkenden Blütenstaub und Nektar in Massen an. Damit der "Frühjahrstisch" für sie gedeckt bleibt, haben Weiden Schutz vor Vernichtung notwendig! Abgesehen von zahlreichen, gesetzlich verankerten Schutzgebieten sind zusätzlich Lebensräume, in denen Weiden vorkommen, gesetzlich besonders geschützt - wieBruch-, Sumpf- und Auwälder, naturnahe Bach- und Flussabschnitte, Verlandungsbereiche stehender Gewässer und Gewässer-Altarme. Naturschutzgesetze enthalten teilweise auch zeitliche Vorgaben für den Pflegeschnitt von Weiden. Er variiert länderweise vom 1. September bis zum 1. bzw. 15. März. Zurückhaltung ist auch geboten bei der Entnahme von Weidenrinde, um sich bei Bedarf - wie seit Urzeiten - einenWeidentee, den "Trank der Hekate", zuzubereiten. Allerdings werden dafür nur einige Zweiglein benötigt und das zu einer Zeit, in der die Weide ohnehin zurückgeschnitten werden könnte. Nicht in Naturschutzgebieten Zweige ernten!  Da ist es fein, wenn man selbst eine geeignete Weide im Garten stehen hat, denn sie steckt voller Heilkraft:
Schriftlich erwähnt wird die Heilkraft der Weide bereits im altägyptischen Papyrus Ebers : Die Weidenrinde wird als Mittel gegen steife Knie und schmerzende Gelenke genannt!  Die bedeutenden  Ärzte der  Antike - Hippokrates von Kos, Dioscurides und Plinius – nahmen die Weide in ihre Kräuterschriften auf und hoben ihre Heilkraft besonders hervor. Auch berichten antike Schriftsteller, dass die Germanen und Kelten sie ebenfalls für ihre Heilzwecke verwendeten. Weidentee wirkt nämlich schmerzlindernd, fiebersenkend, antirheumatisch, abschwellend– und war somit der über Jahrtausende geschätzte Vorläufer der Aspirin-Tablette! Genaues über die Weidenmedizin und wie sie zubereitet wird, finden Sie  h  i  e  r !

Zur Vermehrung der Salweide
Sich diese hübsche, menschen- und tierfreundliche Heilerin in den Garten zu holen, kann mit Hilfe einiger Steckhölzer (Zweige) gelingen! Gleich vorweg: Es werden sich nicht alle Zweige bewurzeln, denn die Salweide wurzelt schlechter als die anderen wilden Weidenarten. Um die Chance zu vergrößern, den Versuch gleich mit mehreren Zweigenden starten.  H i e r   wird eine Anleitung gefunden, wie es gelingen kann! 

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

schmerzlindernd (Rinde) VolksheilkundeSchulmedizin
fiebersenkend (Rinde) VolksheilkundeSchulmedizin
antirheumatisch (Rinde) Volksheilkunde
abschwellend (Rinde) VolksheilkundeSchulmedizin
abschwellend (Blätter) Volksheilkunde

Frische Blätter.

schmerzlindernd (Blätter) Volksheilkunde

Frische Blätter.

Inhaltsstoffe

Flavonoide Sekundär
Gerbstoffe Sekundär
Phenolsäuren Sekundär
Polyphenole Sekundär
Mikronährstoffe
Salicylsäure
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Flavonoide

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Gerbstoffe

Gerbstoffe sind chemische Stoffe, die zum Gerben von Tierhäuten verwendet werden. Eine abgezogene Tierhaut wird durch die Behandlung mit Gerbstoffen in Leder umgewandelt, was z. B. Fäulnis verhindert. Es gibt in der Natur vorkommende (natürliche) Gerbstoffe und künstlich hergestellte (synthetische) Gerbstoffe.

Phenolsäuren

Phenolsäuren (Phenolcarbonsäuren) sind aromatische chemische Verbindungen, wichtige Gruppen sind die Hydroxybenzoesäuren und Hydroxyzimtsäuren. Damit sind sie Phenole und aufgrund ihrer Carboxygruppe auch Carbonsäuren.

Polyphenole

Polyphenole sind chemische Verbindungen aus der Stoffgruppe der Phenole beziehungsweise Hydroxyaromaten. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche Verbindungen den Polyphenolen zugeordnet werden können. Zumeist werden natürliche, in Pflanzen vorkommende Verbindungen, die mehr als einen Phenolring enthalten, den pflanzlichen Polyphenolen zugeordnet. Vereinzelt werden auch aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten, als Polyphenole bezeichnet.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Salicylsäure

Salicylsäure oder Salizylsäure ist ein chemischer Stoff mit fiebersenkender (antipyretischer) sowie schmerzlindernder (analgetischer) Wirkung. Salicylsäure kommt in Form ihres Methylesters in ätherischen Ölen und als Pflanzenhormon in den Blättern, Blüten und Wurzeln verschiedener Pflanzen vor und ist für die pflanzliche Abwehr von Pathogenen von Bedeutung. Ihren Namen bekam sie, da sie früher vor allem durch die oxidative Aufbereitung von Salicin, das in der Rinde verschiedener Weiden enthalten ist, gewonnen wurde.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Fieber Volksheilkunde
Die Salweide wird traditionell bei Fieber eingesetzt, da ihre Rinde Salicin enthält, das fiebersenkend wirken soll.
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Rheumatische Beschwerden Volksheilkunde
Gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei rheumatischen Beschwerden, da das Salicin entzündungshemmend wirken soll.
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Kopfschmerz - Spannungskopfschmerz Volksheilkunde
Wird traditionell bei Spannungskopfschmerzen verwendet, da die schmerzlindernden Eigenschaften des Salicins hier unterstützend wirken sollen.
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Grippaler Infekt Volksheilkunde
Die Salweide wird volksheilkundlich bei grippalen Infekten eingesetzt, um Fieber und Entzündungen zu lindern.
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Magen-Darm-Grippe Volksheilkunde
Gilt in der Volksheilkunde als unterstützend bei Magen-Darm-Grippe, da die adstringierenden Gerbstoffe beruhigend wirken sollen.
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Durchfall Volksheilkunde
Wird traditionell bei Durchfall verwendet, da der hohe Gerbstoffgehalt der Rinde adstringierend und stuhlbindend wirken soll.
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Wundheilung Volksheilkunde
Die Salweide wird volksheilkundlich zur Wundheilung genutzt, da ihre Gerbstoffe desinfizierend und wundheilungsfördernd wirken sollen.
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Schwitzen - übermäßiges Volksheilkunde
Gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei übermäßigem Schwitzen, da die adstringierenden Eigenschaften schweißregulierend wirken sollen.
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Insektenstich Volksheilkunde
Wird traditionell bei Insektenstichen verwendet, da die entzündungshemmenden und kühlenden Eigenschaften Juckreiz und Schwellung lindern sollen.
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Waschung mit Absud

Hilft bei

Andere Namen

Palmweide, Kätzchenweide

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeVerzehrtauglichkeit NotnahrungNützlingspflanze Pflanzen- und SamenhandelWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungBienenweideGartenleicht zu ziehenSchmetterlingspflanzeSichtschutzBastelpflanzeSymbolpflanzeZierpflanze
Vorkommen HöhenstufenHügellandMittelgebirgeLebensraumBrachlandDämmeFeuchtwiesenFluss- und BachuferGärtenKahlschläge und WaldlichtungenSchotter- und KiesflurenUferzonenVerbreitungEurasienMitteleuropa
Blütenfarbe gelbgrünweiß
Blütezeit Erstfrühling | AprilVorfrühling | März

Aussaat & Pflege

first spring

Jungtriebe

first spring

Rinde

Nachbarn im Garten

Schlechte Nachbarn:

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Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Salicaceae
Gattung
Salix
Ordnung
Malpighiales
Klasse
Magnoliopsida
Habitat
Woods, scrub and hedges, usually on basic soils, to 840 metres.
Essbarkeit
★☆☆☆☆
Heilwirkung
★★☆☆☆

Anbau & Pflege

Succeeds in most soils, including wet, ill-drained or intermittently flooded soils, but prefers a damp, heavy soil in a sunny position. Grows in drier soils than any other British species of Salix. Rarely thrives on chalk. Plants are found most frequently on basic soils in the wild. Tolerates atmospheric pollution and exposed positions, including maritime exposure. A fast growing tree, it establishes well. The tree has an untidy habit. A light demanding tree, it becomes tall and drawn when grown in woodland, though it grows well along the sunnier edges. Hybridizes freely with other members of this genus. Although the flowers are produced in catkins early in the year, they are pollinated by bees and other insects rather than by the wind. Trees are very tolerant of cutting, they coppice well. Plants in this genus are notably susceptible to honey fungus. Dioecious. Male and female plants must be grown if seed is required. Special Features:Not North American native, Wetlands plant, Attractive flowers or blooms.
Vermehrung: Seed - must be surface sown as soon as it is ripe in late spring. It has a very short viability, perhaps as little as a few days. Cuttings of mature wood of the current year's growth, November to February in a sheltered outdoor bed or planted straight into their permanent position and given a good weed-suppressing mulch. Cuttings of this species do not root well. Plant into their permanent positions in the autumn. Cuttings of half-ripe wood, June to August in a frame. Cuttings of this species do not root well.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Inner bark Leaves Manna Shoots Edible Uses: Inner bark - raw or cooked. It can be dried, ground into a powder and then added to cereal flour for use in making bread etc. A very bitter flavour, it is a famine food that is only used when all else fails. Young shoots - raw or cooked. They are not very palatable. The source of an edible manna. No further details.

Weitere Nutzung

Basketry Charcoal Hedge Hedge Leather Pioneer Shelterbelt Tannin Wood Landscape Uses: Border, Massing, Pollard, Standard, Specimen. The stems are very flexible and are used in basket making. The plant is usually coppiced annually when grown for basket making, though it is possible to coppice it every two years if thick poles are required as uprights. The bark is tough and flexible, it is used as a substitute for leather. The bark contains around 10% tannin. The plant is fast growing and tolerant of maritime exposure, it can be used as a windbreak hedge and shelterbelt though it is of untidy habit. The seeds are very light and so can travel some distance in the wind. The plant is therefore able to find its way to areas such as cleared woodland where the soil has been disturbed. Seedlings will grow away quickly, even in exposed conditions and the plant will provide good shelter for the establishment of woodland plants. Thus it makes a good pioneer species and, except in wetter and moorland-type soils, will eventually be largely out-competed by the other woodland trees. Its main disadvantage as a pioneer plant is that it has an extensive root system and is quite a greedy plant, thus it will not help as much in enriching the soil for the other woodland plants as other pioneer species such as the alders, Alnus species[K]. Some cultivars can be grown as ground cover. 'Pendula' is female whilst 'Kilmarnock' is a male, they should be spaced about 1.5 metres apart each way. Wood - soft, elastic, easily split. Used for baskets, rugs etc. A good quality charcoal is made from the wood. Dynamic accumulator.

Verbreitung

Heimisch: Albania, Altay, Aurland, Austria, Baltic States, Belarus, Belgium, Bulgaria, Bærum, Central European Russia, Corse, Czechia-Slovakia, Dalsfjord, Denmark, Drangedal, East European Russia, Eid, Enebakk, Engerdal, Farsund, Finland, Forsand, France, Froland, Furnes, Germany, Great Britain, Greece, Hafaslo, Hafslo, Hidra, Horten, Hungary, Hurdal, Hægebostad, Inner Mongolia, Ireland, Italy, Japan, Jondal, Jølser, Kazakhstan, Korea, Krym, Kvam, Lebanon-Syria, Lom, Manchuria, Meldal, NW. Balkan Pen., Netherlands, Nord Rana, North Caucasus, North European Russia, Northwest European Russia, Norway, Poland, Primorye, Randesund, Romania, Sjernarøy, Snertingdal, Surnadal, Syvde, Tromsøy, Tveit, Tysnes, Uvdal, Velfjord, Vennesla, Vik SF, Vikdeal, Ål Eingeführt: Alabama, Argentina South, Arkansas, Connecticut, Delaware, District of Columbia, Illinois, Maryland, Massachusetts, Michigan, Nebraska, New York, North Carolina, Ohio, Ontario, Pennsylvania, Tristan da Cunha

Alternative deutsche Namen

Sal-WeideSalweide
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren