Liebstöckelwurzel-Tee
Die in der Volksmedizin seit über 1000 Jahre als Tee oder Ansatzschnaps verwendete Liebestöckelwurzel hat es als anerkanntes „Traditionelles pflanzliches Arzneimittel“ in die Apotheke geschafft. Doch nach wie vor kann man sich selbst aus Wurzeln eines 2- bis 3-jährigen Liebstöckels Medizin in Form von Tinktur, Ansatzschnaps oder Tee machen.
Schulmedizinisch wird die Liebstöckelwurzel als Arzneimittel genutzt
- zur Erhöhung der Harnmenge
- zur Durchspülung der Harnwege
- bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege
- zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß.
Auch die Volksmedizin legt ihren Schwerpunkt bei der therapeutischen Verwendung der Liebstöckelwurzel auf die
- Durchspülung der unteren Harnwege bei Blasenentzündungen, Entzündungen der Harnleiter und der Harnröhre, um sie so von Entzündungsbakterien zu befreien.
- Ebenso wird sie zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß eingesetzt.
Sie erweitert jedoch, wie volkstümliche Namen des Liebstöckels, beispielsweise Wasserkräutel, Gichtwurz, Luststock, Liebstängel, Gebärmutterkraut andeuten, die Indikationen und wendet die Liebstöckelwurzel zudem an bei
- Wassereinlagerungen in den Beinen
- Rheuma- bzw. Gicht-Beschwerden
- Erkältungen (Halsschmerzen, verschleimte Atmungsorgane)
- Magen-Darm-Problemen
- Menstruationsstörungen (Krämpfe, zu schwache Blutung)
- und als Aphrodisiakum für Mann und Frau
Kontraindikationen
- Nicht anwenden sollte man medizinische Zubereitungen von Liebstöckelwurzel bei Nierenentzündungen, eingeschränkter Nierenfunktion, bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion, bei Überempfindlichkeit gegenüber Liebstöckel.
Aufgrund vermuteter uteruserregenden Wirkung des äth. Liebstöckelöles sollten Schwangere sicherheitshalber auf den Verzehr von Liebstöckel verzichten, besonders auf Zubereitungen von Wurzel und Samen. (Quelle)
Wie erntet man Liebstöckelwurzel für Tee?
Zur Ernte der Liebstöckelwurzel als Arzneidroge wird im Frühjahr oder im Spätherbst mit einem Spaten ein Teil eines 2- bis 3-jährigen Wurzelstockes abgestochen, gereinigt, in Scheiben oder kleine Würfel geschnitten, bei 35° bis 40° getrocknet und bis zur Verwendung in Schraubgläsern aufbewahrt. Gut verschließen, damit man der Gefahr, dass die Arzneidroge zu schimmeln beginnt, entgeht, denn die getrocknete Liebstöckelwurzel zieht Feuchtigkeit an!
Zutaten
- 1.00 TL Liebstöckel
- 250.00 ml Trinkwasser
- 1.00 TL Honig (optional)
Zubereitung
- 1.00 TL Liebstöckel — Wurzel. Getrocknet, fein geschnitten oder grob gemahlen.
- 250.00 ml Trinkwasser
- (opt.) 1.00 TL Honig — nach Belieben
1 Teelöffel (2 - 3 g) getrocknete, fein geschnittene oder grob gemahlene Liebstöckelwurzel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, nach 15 Min. abseihen.
Nach Belieben mit Honig gesüßt, 2 bis 3-mal täglich eine Tasse Liebstöckeltee trinken.
Die Tagesdosis, 6 g getrocknete Liebstöckelwurzel, nicht überschreiten.
Auch die Anwendungsdauer von zwei bis vier Wochen sollte nicht überschritten werden.