Heilpflanze: antioxidativ, zellschützend, desinfizierend

Lack-Zistrose

Cistus ladanifer L. · auch: Zistrose, Lack-

Kulturpflanze ungiftig
© Sehr schön ins Bild gesetzt von Pimpinellus.
3 Fotos

Beschreibung

Die Lack-Zistrose besiedelt im Unterschied zur Kretischen Zistrose, die vor allem im östlichen Mittelmeerraum beheimatet ist, den westlichen Mittelmeerraum (Iberische Halbinsel, Frankreich, Nordwestafrika) und die Kanarischen Inseln. Ihre zerknitterten, 7 - 10 cm großen Blüten sind weiß und am Grund oft dunkelpurpurrot gefleckt.

Portrait

Der botanische Name der Lack-Zistrose, "Cistus ladanifer",  deutet darauf hin, dass auch diese Art das begehrte Harz Ladanum (auch: "Labdanum") produziert. Sie sondert es bei Sommer-Sonnenhitze wie die Kretische Zistrose auf ihren Blättern ab.

 

Näheres zu LADANUM, LABDANUM:

 

LABDANUM IST EIN HARZ. Es wird gelegentlich auch als Ladanum bezeichnet  (um die Verwirrung zu vergrößern: es gibt auch ein Laudanum ;).

Beim Verräuchern oder als Parfum aufgetragen, wirkt es nicht nur desinfizierend, sondern durch seinen warmen, ambraartigen Duft auch entspannend und bezaubernd. Auf Zypern war es der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. - Sein Duft durchzog Tempel und Bäder und wurde als traditionelle Abendräucherung genossen. 

  • Praktische Tipps zur  Verräucherung von Labdanum: 
    1. ​​Labdanum ist geruchsstark und wird in kleinen Stücken verräuchert. Allein oder zusammen mit einem Harz, das eine Zitronennote einbringt, z.B. Burgunderharz (Fichte), Mastix, Indischer oder Afrikanischer Weihrauch.
    2. Wärme erhöht die Klebrigkeit von Labdanum. In diesem Fall wird es zum Verräuchern mit dem Griff des Räucherlöffels oder mit einer Messerspitze entnommen und gegebenenfalls auf einem Stück Burgunderharz etc. platziert.
    3. Falls Sie Labdanum in Form kleiner Harzstückchen erworben haben, lagern Sie sie am besten im Kühlschrank. Sie kleben dann nicht zusammen und lassen sich einzeln verwenden.

Woher stammt Labdanum / Ladanum, das immer noch heiß begehrte Harz? 

Gewonnen wurde und wird das wertvolle, klebrig elastische Harz aus verschiedenen Arten von Zistrosen, die in Meeresnähe auf sonnigen Hängen von Mittelmeerländern gedeihen:

Im Sommer tritt unter Sonneneinwirkung das balsamisch-holzig duftende Harz aus den Blättern und Zweigen dieser anmutigen, 100 - 250 cm hohen Sträuchern.

Seit der Antike wird dieses Harz unter der Bezeichnung „Labdanum“ für Räucherwerk und in der Parfümherstellung, wo es neben seinem Duft auch als gutes Fixativ dient, gerne verwendet.

 

Am meisten geschätzt wurde in der Antike das Labdanum der Kretischen ZistroseEs wurde rund um das Mittelmeer in großem Umfang gehandelt. Auch eine Textstelle des Alten Testaments, 1. Moses 37, berichtet davon: "Und sie setzten sich, um zu essen. Und sie hoben ihre Augen auf und sahen: Und siehe, ein Zug Ismaeliter kam von Gilead her; und ihre Kamele trugen Tragant und Balsamharz und Ladanum; sie zogen hin, um es nach Ägypten hinabzubringen."  

 

Wie wurde Labdanum / Ladanum damals gewonnen?

Hirten sammelten es ein. Wie sie das bewerkstelligten, überlieferte uns der griechische Gelehrte Dioskurides:

Sie trieben in der Mittagshitze die Ziegen durch das dichte, duftende Buschwerk der Kretischen Zistrose und kämmten anschließend die Harzklümpchen aus Fell und  Bart der Tiere. –

Wer sich nicht ganz auf die "unberechenbaren" Tiere verlassen wollte, fegte selbst mit einer Art Mop über die Pflanzen, um das abgesonderte Harz einzufegen.

Niktaris Dimitris kämmt sein Labdanum noch heute auf diese traditionelle Art von den Blättern der Kretischen Zistrose. 


Und heute?

In der Regel  gewinnt man das Labdanum heute jedoch anders:

Schon längst sind die Hirten durch Maschinen ersetzt, die in Plantagen die Zweige der Zistrosenbüsche abschneiden und sammeln. Anschließend wird aus dem Pflanzenmaterial das Harz extrahiert. Aus dem Labdanum wird durch Wasserdampfdestillation Labdanumöl gewonnen, das ebenfalls in der Parfümerie und Seifenindustrie Verwendung findet.

Heute wird Labdanum meist aus der hochwachsenden Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) gewonnen, weil sie bedeutend mehr Harz als andere Zistrosen-Arten produziert. Da die Lack-Zistrose auf der Iberischen Halbinsel besonders gut gedeiht, findet die Labdanum-Produktion überwiegend dort, u.z. in Spanien, statt.

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

antioxidativ (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
zellschützend Volksheilkunde
desinfizierend (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
entspannend (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
kreislaufanregend (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
adstringierend (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
schleimhautschützend (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
hautpflegend (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde
antiviral (alle oberirdischen Teile) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Harz Sekundär
Ätherische Öle Sekundär
Mikronährstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Harz

nördlichstes deutsches Mittelgebirge

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen oder Terpenen bestehen. Es handelt sich um stark riechende Stoffgemische ölartiger Konsistenz, die in Wasser schwer löslich sind und aus pflanzlichen Ausgangsstoffen stammen.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Immunsystem-Stärkung Volksheilkunde
Entspannung finden Volksheilkunde
Stressbewältigung Volksheilkunde
Erkältung Volksheilkunde
Halsschmerzen Volksheilkunde
Heiserkeit Volksheilkunde
Schnupfen Volksheilkunde
Zahnfleischentzündung Volksheilkunde
Aphthen Volksheilkunde
Hautpflege Volksheilkunde
Neurodermitis Volksheilkunde
Akne Volksheilkunde
Neurodermitis Volksheilkunde
Aphrodisiakum Volksheilkunde

Hilft bei

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzePflanzen- und SamenhandelTechnische NutzungHarzKosmetikAromatherapiePsychoaktivRäucherpflanzeSymbolpflanzeWellnessZauberpflanzeZierpflanze
Vorkommen VerbreitungMittelmeerraum
Blütenfarbe weißpurpur
Blütezeit Vollfrühling | MaiFrühsommer | JuniErstfrühling | April
Wuchsform Strauch

Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Cistaceae
Gattung
Cistus
Ordnung
Malvales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Kraut
Habitat
Pine woods, copses and on dry usually granitic hills.
Essbarkeit
★★☆☆☆
Heilwirkung
★★☆☆☆

Anbau & Pflege

Industrial Crop: Hydrocarbon Management: Coppice Regional Crop Requires a sunny position in a well-drained light sandy soil, growing well in poor soils. Withstands drought once it is established. Plants are fairly wind resistant[166, K], tolerating maritime exposure. Resents root disturbance. Plants are hardy to about -10c, but they require protection in severe winters. Plants are somewhat hardier when grown in poor soils. Individual flowers only last one day but there is a long succession of them. Labdanum dislikes pruning, especially as it gets older and so any formative work should be restricted to removing dead, straggly or damaged growths. The plant also resents root disturbance. Plants should be pot grown and then planted out in their final positions whilst still small. Sometimes cultivated for its gum, which is known as 'Labdanum', this is exuded in such quantity in hot weather that the plant becomes very sticky. The leaves have glandular hairs which produce an aromatic gum. The sweet balsamic smell is most apparent in the summer in the early morning. A very ornamental plant, it is very free-flowering and fast growing. There are a number of named forms developed for their ornamental value. An excellent nurse plant for sheltering young seedlings. This species is notably resistant to honey fungus. The flowers are very attractive to bees. Hybridizes freely with other members of this genus.
Vermehrung: Seed - gather when ripe and store dry. Surface sow in late winter in a greenhouse. The seed usually germinates in 1 - 4 weeks at 20°c. Prick out the seedlings as soon as they are large enough to handle into individual pots. Grow them on in the greenhouse for their first winter and plant them out the in the following spring or early summer, after the last expected frosts. The seed stores for at least 3 years[K]. Cuttings of softish to half-ripe wood, 8cm long with a heel or at a node, June/August in a frame. Roots are formed within 3 weeks. High percentage. Cuttings of almost mature wood, 8 - 12cm with a heel or at a node, September/October in a frame. High percentage. Lift and pot up in the spring, plant out when a good root system has formed. Layering in spring.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Manna Seed Edible Uses: Condiment Gum Seed - ground into a powder and used with cereal flours in making cakes and breads. An oleo-resin obtained from the leaves and stems is eaten raw or used as a commercial food flavouring in baked goods, ice cream, chewing gum etc. The plant is said to yield a sweet manna.This report is probably referring to the oleo-resin mentioned above[K].

Weitere Nutzung

Gum Resin The glandular hairs on the leaves yield the oleo-resin 'ladanum', used medicinally and in soaps, perfumery, fumigation etc. This resin is an acceptable substitute for ambergris (which is obtained from the sperm whale) and so is important in perfume manufacture. The resin is collected by dragging a type of rake through the plant, the resin adhering to the teeth of the rake, or by boiling the twigs and skimming off the resin. Most resin is produced at the hottest time of the year.

Verbreitung

Heimisch: Algeria, Europe & Northern Asia (excluding China), France, Morocco, NO, North America, Portugal, SouthAfrica, SouthernAfrica_FSA, Spain, WesternCape, ZA, conterminous 48 United States Eingeführt: CY, California, Canary Is., Cyprus, IT, Italy, Madeira, New Zealand South, PT, Porto Santo island, ZA

Alternative deutsche Namen

Lack-Zistrose
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren