Echter Beinwell
Symphytum officinale · auch: Beinwell, Echter
Verwendete Pflanzenteile
Geschmack erinnert an Schwarzwurzel. Geröstet als Kaffeeersatz. Als Salbe und Breiumschlag bei Knochenbrüchen und zur Wundheilung, Hauptwirkstoff Allantonin. Äußerlich bei Sportverletzungen anwendbar.
Erläuterung
Stücke von dünnen Wurzeln einpflanzen.
Portrait
Der Echte Beinwell (Symphytum officinale), der lila, blau oder weiß blüht, gedeiht gut auf leicht feuchtem, lehmigen Boden. Er besitzt zungenförmige, große Blätter und wurzelt bis zu 1,8 m tief! Er wird bereits seit alter Zeit als Heilkraut verwendet, auch Culpeper schätzte ihn sehr.
Beinwellsalben galten über Jahrhunderte Dank des in ihnen enthaltenen Allantoins als beste Heilsalben.
Erst in letzter Zeit ist Beinwell durch seine Pyrrolizidinalkaloide, die er in geringen Mengen enthält, in Verruf geraten. Sie wirkten in Versuchen als Einzelsubstanz in hoher Dosierung und innerlich angewendet leberschädigend und krebsauslösend. Bei der Beinwellsalbe allerdings wird die Gesamtheit der Inhaltsstoffe verwendet und sie wird äußerlich angewendet!
Trotzdem: Beinwellsalbe ist keine Pflegecreme, sondern eine Heilsalbe, die wie eine solche zeitlich begrenzt (max. ca. 4 Wochen) angewendet werden sollte. Hier finden Sie das Rezept dazu! - Nicht angewendet werden sollte sie vorsichtshalber bei Schwangeren und Kindern unter 2 Jahren.
Wirkungen und Anwendungsgebiete des Beinwells:
Beinwell beschleunigt durch seinen heilenden Inhaltsstoff Allantoin den Zellaufbau (Allantoin wird aus diesem Grund auch in der Kosmetik benützt), zudem wirken seine Gerbstoffe, Schleimstoffe (Fructane) und Saponine entzündungshemmend und abschwellend.
- Schulmedizinisch wird die getrocknete Wurzel von Beinwell-Zuchtsorten in Form von Fertigarzneimittel verwendet bei
Prellungen
Zerrungen
Verstauchungen
Gelenksarthritis
Sehnenscheidenentzündung
Tennisellenbogen ( "Golferellenbogen")
- Die Volksmedizin verwendet den Beinwell (Blätter, aber vor allem die Wurzel, frisch vermust direkt aufgelegt oder als Beinwellsalbe) zusätzlich bei
Wunden
aufgegangenen Geschwüren
Bandscheibenproblemen
Knochenbrüchen
Gichtknoten
Phantomschmerzen
Narbenpflege
TIPPS:
- Zubereitungen, die Allantoin enthalten, nicht in Metallgefäßen lagern. Metall kann eine katalytische Zersetzung auslösen.
- "Comfrey, Bocking No.14", eine auf höchsten Allantoingehalt ausgelesene Kreuzung verschiedener Beinwellarten, ist eine sinnvolle Alternative zum wilden Echten Beinwell, der auch leicht im Garten gehalten werden kann. Achtung: Als Gartenpflanze neigen alle Beinwellarten zum Wuchern! Beinwell wird am leichtesten über Wurzelstücke vermehrt. Des einen Freud, des anderen Leid: Er lässt sich dadurch schwer ausrotten! Jedes in der Erde verbliebene Wurzelstückchen treibt wieder aus.
- Auch die Blätter des Beinwells können kleingeschnitten zur Salbenzubereitung verwendet werden.
- Für die Salbenzubereitung kann auch getrockneter Beinwell verwendet werden, denn das heilsame Allantoin, allerdings auch die Pyrrilizidin-Alkaloide, werden vom Trocknungsvorgang nicht beeinträchtigt.
- Beinwell ist in weiten Bereichen eine gute Alternative zur Arnika.
- Eine ursprüngliche und sehr einfache Beinwell-Salbenherstellung kann durch Ausziehen der Wurzeln in Fett (Schweineschmalz, Butterfett oder Kokosfett) bewerkstelligt werden.
- Feuchter Boden erleichtert das Ernten von Beinwellwurzeln. Also nach einem Regentag ausgraben!
Erntekalender
Die in der Wurzel enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide wirken, sofern sie regelmäßig und in größeren Mengen verzehrt werden, leberschädigend. - Geschmack erinnert an Schwarzwurzel. Geröstet als Kaffeeersatz.
Als Salbe und Breiumschlag bei Knochenbrüchen und zur Wundheilung, Hauptwirkstoff Allantonin. Äußerlich bei Sportverletzungen anwendbar.
Roh empfehlen sich ganz junge Blätter. Ältere Blätter kochen. - Die in den Blättern enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide wirken, sofern sie regelmäßig und in größeren Mengen verzehrt werden, leberschädigend.
Hauptsächlich frisch für Dekorationszwecke. - Die in den Blüten enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide wirken, sofern sie regelmäßig und in größeren Mengen verzehrt werden, leberschädigend.
Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.
Zitierte Quellen für diese Pflanze
Literaturliste →- 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Union herbal monograph on Symphytum officinale L., radix(2015) ↗ „Nur zur äußerlichen Anwendung bei leichten Verstauchungen und Prellungen (maximal 10 Tage, nur für Erwachsene). Innerliche Anwendung ist wegen des Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden nicht zulässig."
- 📄 Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Stufenplan zu Pyrrolizidinalkaloid-haltigen Pflanzen(1992) „Höchstmengenempfehlung: Patienten sollen nicht mehr als 0,35 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide pro Tag exponiert werden. Innerliche Anwendung traditioneller Zubereitungen aus Wildbeinwell wird nicht empfohlen."
Warnhinweise — toxikologische Eigenschaften
Diese Pflanze weist dokumentierte unerwünschte oder toxische Eigenschaften auf. Die folgenden Angaben sind keine Wirkungen im Sinne einer Heilanwendung, sondern Sicherheitshinweise für Sammlerinnen und Sammler.
Durch den Gehalt an Pyrrolizidinalkaloide nach oraler Zufuhr leberschädigend. Also, nicht essen.
Durch den Gehalt an Pyrrolizidinalkaloide nach oraler Zufuhr leberschädigend. Also, nicht essen.
Traditionell beschriebene Eigenschaften
Inhaltsstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Traditionelle Verwendung
Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.
Erleichterung bei schmerzenden Gichtknoten
Hilft bei
Heilrezepte
Traditionelle Heilsalbe aus Echtem Beinwell zur äußerlichen Anwendung bei Gelenksschmerzen und rheumatischen Beschwerden. Die entzündungshemmende und abschwellende Wirkung lindert Verstauchungen und fördert die Wundheilung.
Ein traditioneller Heilumschlag aus Beinwell zur Behandlung von Prellungen, Quetschungen und Schwellungen. Die Pflanze fördert die Wundheilung und lindert Entzündungen durch ihre zellerneuernd wirkenden Inhaltsstoffe.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Solange die Pflanze nicht blüht.
Andere Namen
Merkmale
Aussaat & Pflege
Jungpflanzen
Wurzel
Wurzel