Heilöle selber machen durch direkten Heißauszug
Wie sollen die Pflanzen für einen Heißauszug beschaffen sein?
- Für einen Heißauszug eigenen sich vor allem harte Drogen wie Wurzeln (Beinwell, Meisterwurz), Rinden (harzige Rindenstücke), Zapfen (wie Wacholder, Kiefern), Samen (wie Chili, Fenchel), Stängel (wie Bittersüß).
- Sollte ein Kräuteröl aus zarten Pflanzenteilen wie Blüten (Ringelblume, Lavendel, Gänseblümchen …), Knospen (Pappel) und Blätter (Minze, Salbei, Rosmarin, Fichtennadeln …) sofort gebraucht werden, kann es statt mit dem schonenden Kaltauszug, der allerdings lange dauert, mit einem Heißauszug im Wasserbad hergestellt werden.
- Alle Pflanzenteile sollten auch für einen Heißauszug knapp vor der Mazeration so stark zerkleinert werden, wie es Ihnen möglich ist. Vielleicht lassen sie sich, nach Erstzerkleinerung und bereits mit dem Öl vermischt, im Kochgefäß mixen!?
Als Auszugsöle eignen sich hitzeverträgliche Bio-Öle wie Sonnenblumen-, Oliven-, Sesamöl oder Bio-Kokosöl – wegen seiner hautverträglichen, bakterien- und pilzabtötenden Wirkung und der bequemen Anwendung besonders empfehlenswert: Sobald es über 25° erwärmt wird, verflüssigt es sich und nimmt die Kräuterkräfte auf. Zum Abschluss in Döschen gefüllt, wird es bei einer Lagerung unter 25° wieder cremig fest und lässt sich dadurch ohne weitere Zutaten sehr angenehm anwenden.
Zutaten
- 1.00 Menge Pflanzenteile
- 1.00 Menge Pflanzenöl
- 1.00 Kochgefäß
- 1.00 Holzlöffel
- 1.00 Kanne mit Ausguss
- 1.00 Trichter
- 1.00 Glasflasche
- 1.00 Etikett
Zubereitung
- 1.00 Menge Pflanzenteile — frisch oder getrocknet
- 1.00 Menge Pflanzenöl — hitzeverträglich, Bio
- 1.00 Kochgefäß — aus hitzebeständigem Glas; ersatz: Stahltopf
- 1.00 Holzlöffel — oder Glaslöffel
- 1.00 Kanne mit Ausguss
- 1.00 Trichter
- 1.00 Glasflasche — dunkles Glas, mit Schraubdeckel
- 1.00 Etikett
In einem Kochtopf unter Umrühren die Pflanzenteile, die von Öl gut bedeckt sein müssen, auf 60° erhitzen.
Kochtopf zudecken und die Temperatur (60°), je nach Konsistenz des Pflanzenmaterials, 15 – 60 Minuten halten.
Herdplatte ausschalten, Topf darauf stehen und auf 30° abkühlen lassen.
Abfiltern in eine Kanne mit Ausguss.
Mit Hilfe eines Trichters in dunkle Fläschchen abfüllen.
Beschriften mit Inhalt und Datum.
Zwischenbemerkung:
Ätherisches Öl wird übrigens auf eine ganz andere Art und Weise gewonnen, nämlich durch Wasserdampfdestillation, z.B. Zirbelkiefer-Öl, Latschenöl, Lavendelöl, Thymianöl, Patchouli …
Aufbewahrung, Haltbarkeit, Verwendung des Kräuter-Heilöles
- Kühl und dunkel gelagert behält es 1 Jahr lang seine volle Wirkkraft.
- Das hochwertig gewonnene Kräuteröl wird - den Wirkungen der ausgezogenen (mazerierten) Heilpflanze entsprechend – verwendet:
- Es kann sogleich als Heilöl oder auch als Massageöl auf die Haut aufgetragen werden.
- Es lässt sich mit anderen Heilölen zweckmäßig mischen, tropfenweise auch mit ätherischen Ölen.
- Man stellt damit eine Heilsalbe bzw. Heilcreme her.