Heilpflanze: antibakteriell, immunstärkend, stoffwechselanregend

Meisterwurz

Peucedanum ostruthium

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Beschreibung

Die Meisterwurz, ein traditionelles Heilmittel für Mensch und Nutztier - Pflanzliches Antibiotikum – Antidot – Stärkungsmittel – probates Mittel für den menschlichen Verdauungstrakt samt Leber, Galle - Räucherstoff.

Verwendete Pflanzenteile

Die Meisterwurz zieht früh ihre Blätter ein, sodass man mit dem Wurzelgraben im Herbst nicht zu lange warten darf. Man findet sie sonst nicht mehr.

Erläuterung

und die Teile einpflanzen, um die Meisterwurz zu vermehren.

Portrait

 

 

Die Meisterwurz ist ein alter, wertvoller Heilschatz der Alpen, der heute wiederentdeckt werden möchte!

 

Im Alpenraum war sie die meistgeschätzte Heilwurzel – und ist es für KennerInnen der alpinen Pflanzenwelt auch heute noch.

Als „ Wurz aller Wurzen“ war die Meisterwurz nicht nur das Schutzmittel erster Wahl gegen Gift, Pest, Verzauberung und den bösen Blick, sondern „heilte praktisch alle Krankheiten“. Diese Einschätzung brachte ihr den weiteren Titel „Kaiserwurz“ und im Volksmund in Ehrerbietung ihrer Kraft das männliche grammatikalische Geschlecht ein: der Meisterwurz.

Wurde sie früher auf Conrad Gesners Rat hin als Heil- , Würz-, Räucher- und Zauberpflanze in jedem Bauerngarten der Alpentäler angebaut, muss man sie, die auch „Bergwurzel“ genannt wird, heutzutage in ihrer angestammten Heimat in 1100 – 2600 m Höhe suchen gehen. Es sei denn, man trifft unterwegs auf aus den Bauerngärten ausgewilderte … oder zahme in einer Gärtnerei! (Apotheken führen übrigens getrocknete, zerkleinerte Wurzeln der Meisterwurz als Arzneimittel.)

Selbst in den Alpen gedeiht sie nicht überall, denn sie liebt nahrhaften, nicht zu trockenen Boden über Kalk- und Silikatgestein. Bergwiesen, Lagerstellen des Almviehs, Gesteinsfluren, Hochstaudenfluren, Grünerlenbestände, Lichtungen in Latschenbeständen und sonnige Stellen von Schluchten sind ihr Revier.

Vereinzelte Vorkommen gibt es auch im deutschen Mittelgebirge: Erzgebirge, Harz, Sudeten, Bayerischer Wald, Fichtelgebirge. So ist die Meisterwurz in manchen Gegenden geschützt und darf dort in der Wildnis nicht geerntet werden.

Doch, wo es ihr behagt, vermehrt sich die Meisterwurz schnell über Ausläufer und bildet große Horste, deren doppelt-dreizählige Blätter sich auffallend bemühen, wie mit Händen das Sonnenlicht einzufangen!

Auch im Pflanzenhandel (Internetshops) ist die Meisterwurzel als Arzneimittel oder Pflanze erhältlich und kann wie früher im Garten gehalten werden, sofern sich dieser zumindest auf der Höhe des Mittelgebirges befindet. Je höher ihr Standort ist, desto stärker sei die Heilkraft der Meisterwurz! Seit Dioskurides besteht nämlich die Meinung, dass Pflanzen, die in harten Lebensumständen gedeihen müssen, ihre Widerstandskräfte voll entwickeln und diese Kraft als Heilstärke weitergeben.

 

SO WIRD DIE MEISTERWURZ GEERNTET: 

 

Stängel und Blätter,

die die Pflanze bereits ab dem Vorfrühling spiralig zusammengerollt aus der Erde schiebt, können bis zum Frost geerntet und sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden.

Die Samen,

werden reif geerntet und getrocknet. Sie bleiben bis weit in den Winter hinein an den vertrockneten Dolden hängen, müssen aber, wenn man sie verspeisen möchte, sicher (!) erkannt werden. Wer sie aussäen möchte, legt sie im Vorfrühling 1 cm tief in die Erde.

Die Wurzel

ist das eigentliche Nahrungs- und Heilstoffdepot der Pflanze, wobei der Mensch sie weniger zu seiner Ernährung (nur als Notfallsnahrungsmittel), sondern vielmehr als begehrtes Heilmittel erntet.

Verwendet werden die mehrjährigen, dunklen, mit Querrillen versehenen Wurzelstücke. Die jüngeren, glatten werden zur Vermehrung der Pflanze wieder eingegraben.

Geerntet wird die Wurzel der Meisterwurz (Sammeltipps) vom September weg bis in den April hinein, solange Blätter oder Samenstände und deren Geruch ihre Lage kennzeichnen.

  • Sammeln von Wildpflanzen: Darf man das überhaupt? Die Antwort finden Sie h i e r !
  • Zum gewerblichen Ausgraben der Wurzeln und für das Graben einer Wurzelmenge, die in ihrem Umfang über den normalen Hausgebrauch hinausgeht, benötigt man in Österreich auf Grund der Naturschutzbestimmungen eine Grabgenehmigung der Bezirkshauptmannschaft. 

Die Wurzel wird gewaschen, dabei gründlich gebürstet. Sie wird ungeschält frisch und auch getrocknet verwendet.

Zum Trocknen schneidet man sie in der Regel in Scheiben, die ausgebreitet oder aufgefädelt bei Wärme (nicht in der Sonne) bis zu 40° getrocknet werden, was auch im Backofen oder im Dörrapparat geschehen kann.

Möchte man ganze Wurzeln direkt verräuchern, können sie auch in der Sonne getrocknet werden.

 

 

VERWENDUNG DER MEISTERWURZ ALS KÜCHENKRAUT

 

Blätter

Die aromatischen, verdauungsfördernden Blätter werden frisch wie Petersilie verwendet, getrocknet zum Würzen von Käse, Kräutersalz, Kräutertopfen / Quark, Kräuterbutter, Kräuteressig, Essig der vier Räuber, Suppe, Knödel, Gnocchi, . .. geeignete Rezepte entdecken Sie weiter unten!

Blüten

Knospige Blütenstände sind eine würzige Beigabe zu Gemüsesuppen, Frittaten etc. Die Blüten eignen zum Dekorieren und Würzen von Speisen und Getränken aller Art.

Samen

Die reifen, ebenfalls aromatischen Samen nimmt man als Brotgewürz.

Wurzeln

Zum Verspeisen eignen sich die frischen einjährigen (hellbraunen, dünnen) Wurzeln. Sie sind faserarm und schmecken scharf bis herb-aromatisch. Man gibt kocht sie in Mischgemüsegerichten und Gemüsesuppen mit.

Mit Wurzeln der Meisterwurz kann man zusammen mit Bärlauch ein exquisites, wildes Würzöl für die Küche ansetzen!

 

 

ÜBER DIE HEILKRAFT DER MEISTERWURZ

Alle Pflanzenteile der “Wurz aller Wurzen“ sind mit Heilkraft versehen! 

 

Blätter

Direkte Anwendung der frischen Blätter bei kleineren Verletzungen:

Dazu Burgi, eine alte Lechtalerin: „Wenn wir uns als Kinder während des Sommers auf der Alm eine Hautverletzung, einen Schnitt, Schiefer (Holzsplitter) oder tieferen Kratzer zugezogen hatten, wussten wir bereits von unserer Mutter, wo wir ein heilendes Pflaster finden konnten: Gleich neben der Hüttenwand, aber abseits von den Stallungen, hat sie Meisterwurz, die sie von der Höhe geholt hatte, angepflanzt. Wir holten uns ein großes, reifes Blatt, wuschen es im Wasserstrahl des Brunnentroges, schüttelten es trocken, quetschen es an, legten es auf die Wunde und befestigten es mit einer sauberen Fatsche. – Alles heilte schön ab, nie wurde etwas eitrig. – Auch Wunden der Tiere versorgen wir so.“

Wundreinigung 

Tee aus den Blättern kochen und damit die Wunde auswaschen.

Tabak und Schnupftabak

Die getrockneten Blätter wurden zerkleinert und geraucht bzw. geschnupft als Hilfe bei Erkältungskrankheiten und als allgemeines Stärkungsmittel.

 

Stängel

Burgi: „ Wenn wir lange nach einer verstiegenen Kuh suchten, sodass sich Durst und Erschöpfung einzustellen drohten, hielten wir nebenbei Ausschau nach einer Meisterwurzpflanze. Wir kauten und aßen während des Gehens ihre saftigen Stängel: Das Durstgefühl erlosch und wir fühlten uns gestärkt für den Weiterweg.“ Durstwurz ist übrigens ein weiterer Name der Meisterwurz!

 

Samen

Die würzigen, desinfizierend wirkenden reifen Samen werden einzeln, frisch und auch getrocknet, gekaut: als Würzekick, bei schlechtem Atem oder bei Halsschmerzen.

Sie bleiben übrigens bis in die Winterzeit an der Pflanze haften und können in diesen kargen Monaten zusammen mit den Wurzeln kurzzeitig als Überlebensnahrung dienen.

 

Wurzel

Die Wurzel der Meisterwurz wurde im ausgehenden Mittelalter als „remedium divinum“ (göttliches Mittel) bezeichnet und als Panazee gehandelt, denn man sah in ihr sowohl ein Universalheilmittel vieler schwerer Krankheiten und Vergiftungen bei Mensch und Tier, als auch ein Schutzmittel gegen Dämonen  , Hexen, bösen Blick und Verwünschungen. Der Hilfe der phantastischen Wurzel versuchte man habhaft zu werden durch Anwendungen in Form von Pillen, Pulvern, Teeaufgüssen, Abkochungen, Mazeraten, Tinkturen, Badezusätzen, Heilschnäpsen, Heilweinen, Salben, Räucherungen und durch Tragen als Amulett bzw. als Sympathiemittel.  

Die Hochschätzung war in der damaligen Zeit, in der man ohne isolierte Antibiotika und ohne Impfungen auskommen musste, nicht ohne Grund: die Meisterwurz enthält, wie die moderne Wissenschaft festgestellt hat, neben ätherischen Ölen, Flavonoiden, heilwirksamen Bitter- und Gerbstoffen spezielle antibakterielle Stoffe: Oxypeucedanin, Ostruthol, Osthol und Ostruthin. Ostruthin ist ein Cumarin, das verschiedene Mykobakterien, Krankheitsereger bei Tieren und Menschen, z.B. Tuberkulose, bekämpft.

Trotz ihrer starken Heilkraft war auch die Meisterwurz gegen Krebs, gegen viele Erb- und Infektionskrankheiten machtlos. Selbst ihr großer Verfechter Conrad Gesner wurde von der Pest hinweggerafft, als er seinen an Pest erkrankten Freund pflegte.

 

Wirkungen

Durch die Synergie der gesamten Wirkstoffe der Meisterwurz („Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, Aristoteles, Lehrer des Theophrastos) wirkt die Meisterwurz laut Volksmedizin

antibakteriell

entzündungshemmend

wundheilend

stoffwechselanregend

immunstärkend

entgiftend

Infektionen vorbeugend und heilend

das Böse abwehrend

das Selbstbewusstsein stärkend

verdauungsfördernd

appetitanregend

erwärmend

libidosteigernd

harntreibend

schweißtreibend

fiebersenkend 

Diese Vielfalt an Wirkungen erklärt die unterschiedlichen Anwendungsgebiete der Heilpflanze!

 

Bereits im „Macer floridus“, dem Standardwerk der Kräuterheilkunde des Mittelalters, wird unter der Nummer 26 „Ostrutium, die Meisterwurz“ ein Großteil der auch heute noch zutreffenden volksmedizinischen Indikationen angeführt:

… vertreibt Leiden der Leber, hilft bei geschwollener Milz, bricht Blasensteine, bringt Monatsregel und Harnfluss in Gang, lindert Husten, hilft bei Atemnot, treibt die Leibesfrucht ab, reinigt Aussatz und Blattern, reinigt die Säfte, die vom Haupt herunterfließen, ergibt ein Niesmittel, hilft den Gelbsüchtigen, wenn sie den Saft in die Nase saugen, gemischt mit Weibermilch. ( Quelle: Kräuterbuch der Klostermedizin, Mayer und Goehl)

Nur einige Jahre später verkündete zusätzlich Hildegard von Bingen „Die Meisterwurz ist warm und taugt gegen Fieber“.

Von ihr stammt auch die Rezeptur eines Meisterwurz-Heilweines („Fieberweines“). Er wurde - und wird seit kurzem wieder - als Universalmittel gegen Fieber und entzündliche Erkrankungen empfohlen:

Man kann 1 Esslöffel getrocknete und gemörserte Wurzel der Meisterwurz mit 100 ml Wein (vorzugsweise Weißwein) übergießen, 12 Stunden zugedeckt ziehen lassen, abseihen, dabei die Wurzelstückchen gut ausdrücken, mit etwas Wein ergänzen. Im Laufe eines Tages vor den Mahlzeiten auf nüchternen Magen schluckweise trinken. Dauer: 3 – 5 hintereinander folgende Tage, jedoch den Fieberwein täglich frisch zubereiten! Verbliebene Reste entsorgen. 

Auch Paracelsus war ein großer Verfechter der Meisterwurz, die er als geborener Schweizer sehr gut kannte. Er soll immer eine bei sich getragen haben, denn er schätzte sie als ein gutes Schutzmittel und sie rege zudem durch ihr Feuer den inneren Alchimisten (den Stoffwechsel und die Immunkräfte) an. Er empfahl sie als bestes Mittel, sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, auch vor der Pest (Schweizer Spruch: „Bibernell und Stänz (Meisterwurz) ist gut für die Pestilenz.“), verschrieb sie als Gegengift bei Vergiftungen, bei Lebererkrankungen (Gelbsucht), Verdauungsbeschwerden, gegen Schwindsucht (Tuberkulose ; zusammen mit Alant gegen Lungentuberkulose), Würmer … und er war – gleich wie die nachfolgenden Kräuterbuchautoren Mattioli und Bock – der Meinung, dass sie, vor allem bei Männern, das Liebesfeuer stärke. Ein noch kursierender volkstümlicher Spruch drückt diese Vermutung drastisch aus: „Die Meisterwurz hilft dem Meister auf die Meisterin.

 

 

Vernünftige und unvernünftige Arzneiformen und Anwendungen

 

Wurzelstücke kauen,

um sich vor einer herannahenden Erkältung bzw. Grippe zu schützen: ein Tipp von Paracelsus, aber auch von Künzle, der in der Volksmedizin verankert ist.  

Die Wurzelstücke schmecken übrigens scharf-aromatisch.

Gekaut wurden sie auch bei Zahnschmerzen und bei Schnupfen, auf dass er sich nicht einniste!

 

Wurzel als schützendes Amulett

stets bei sich tragen. Das kann auch in der Hosentasche sein. Es verbindet mit dem Pflanzenwesen und stärkt das Selbstvertrauen, hilft bei der Alkoholentwöhnung. Es hilft auch, sich alles Böse vom Leib zu halten: Hexen, böse Versuchungen, böser Blick, Stress … und hilft, dass Wunden gut verheilen. - Im Unterschied zum ebenfalls schützenden Knoblauch verbreitet die Wurzel einen feinen Geruch! In der Schweiz (Graubünden) wurden Stoffsäcklein, gefüllt mit Meisterwurz, zur Abwehr gegen Erkältungskrankheiten locker um den Hals gebunden. (R. Quinche, Heilpflanzen, 1997)

Als Zauber und Hexen abwehrendes Mittel brachte man über der Stalltüre eine Meisterwurz an. Am besten, wenn sie so wie im Gieser Tal (Südtirol), am Tag vor Hl. Dreikönig in der Kirche geweiht wurde.

 

Die Wurzel als Sympathiemittel –

als Hilfe bei Augenkrankheiten, wie sie 1874 gehandhabt wurde, beschreibt H. Marzell in seinem Neuen illustrierten Kräuterbuch: Man nimmt eine ungerade Zahl (an Wurzeln bzw. Wurzelstücken), gewöhnlich 7 oder 9, zieht einen Faden von roter Seide durch und hängt sie dann um den Hals. Alle schlimmen Stoffe, z.B. Eiter, werden nun von jenen angezogen.

Sympathiemittel bei Bronchitis, vermerkt von Holzner, Das kritische Heilpflanzenbuch, 1985: „ Man grub sie bei zunehmendem Mond aus, trug sie eine Weile auf dem Rücken gebunden mit sich herum und warf sie dann in einen Fluss. Mit der Wurzel wurde auch das Leiden weggeschwemmt.“

 

Frischpflanzensaft

Wurzel möglichst fein zerkleinern und durch ein Tuch den Saft abpressen. Verwendung siehe weiter oben bei „Macer floridus“.

 

Wurzeltee

Teeaufguss

18 g (1 Esslöffel) getrocknete, zerkleinerte Wurzel in 1 Liter kaltes Wasser geben, kurz aufkochen, drei Minuten ziehen lassen. Während eines Tages trinken. Mögliche Hilfe zur allgemeinen Stärkung, insbesonders der des Immunsystems. Wird auch getrunken zur Entgiftung (Bei Beschwerden durch verdorbene Nahrungsmittel; zur Ausleitung bei chronischen Vergiftungszuständen durch Umweltgifte, Schwermetallbelastungen), bei Frühjahrsmüdigkeit, Lungenbeschwerden, Bronchitis, Asthma, Fieber, Infekten, Grippe, bei Verdauungsbeschwerden, Magenkrampf, Appetitlosigkeit, Stress, Alkoholentwöhnung, bei Leber-, Milz- und Gallenbeschwerden (nicht bei Gallensteinen), Menstruationsbeschwerden, zur Steigerung der Wehentätigkeit.

Rezept „Anti-Grippe-Tee“ weiter unten! Äußerlich wird der Wurzeltee wie der Blatttee zur Wundreinigung, auch bei Furunkeln und Akne, verwendet.

 

Dekokt (Absud, Abkochung) als Badezusatz

bei Bronchitis, Asthma, Stirnhöhlenentzündung, Erkältung, Muskelschmerzen, Bandscheibenbeschwerden, Hexenschuss, Rheumatische Beschwerden, Entspannung. Nicht bei Fieber anwenden!

Zubereitung: Dazu werden für ein Vollbad 80 - 100 g getrocknete, zerkleinerte Wurzel in 1 Liter kaltes Wasser gegeben, zugedeckt und erhitzt. 15 - 20 Minuten köcheln, abseihen und in das Badewasser geben, sobald man in das Wasser steigt.

In der Tierheilkunde wurden mit dem Meisterwurz-Absud, innerlich und äußerlich angewendet, bei der Maul- und Klauenseuche gute Heilerfolge erzielt. (Willfort)

 

Tinktur

Eine Tinktur ist in ihrer Anwendung sehr praktisch. Dazu nimmt man vorzugsweise die frische Wurzel, sonst auch die getrocknete. - Wie sie gemacht wird, finden Sie hier!

Die Meisterwurz-Tinktur kann eingenommen werden

zur Stärkung des Immunsystems, zur Entgiftung (bei Beschwerden durch verdorbene Nahrungsmittel; zur Ausleitung bei chronischen Vergiftungszuständen durch Umweltgifte, Schwermetallbelastungen), zur allgemeinen Stärkung, bei Stress, bei Bronchitis, Lungenbeschwerden, Asthma, Verdauungsbeschwerden, Magenkrampf, Appetitlosigkeit, Gallenbeschwerden (nicht bei Gallensteinen), bei Erkältungskrankheiten, Grippe, Mensturationsbeschwerden, Beschwerden der Wechseljahre bei Frau und Mann.

Aufgetragen wird sie

bei Zahnschmerzen, Muskel-, Bänder-, Sehnen-, Sehnenscheidenschmerzen, Bandscheibenbeschwerden, Hexenschuss, rheumatischen Beschwerden.

 

Meisterwurzschnaps

ist ein Genuss- und Heilschnaps zugleich! Es gibt ihn als Meisterwurzbrand, aber auch Ansatzschnaps.

 

Meisterwurzbrand

Der Meisterwurzbrand besitzt ein sehr feines Aroma!

Für den Schnapsbrand werden die Wurzeln frisch, aber auch getrocknet verwendet. Sie werden gereinigt und feingehackt gemeinsam mit einer Kernobstmaische vergoren. Je nach gewünschter Intensität des Meisterwurzaromas im Schnaps gibt man je 100 Liter Obstmaische 5 bis 10 kg Meisterwurz-Wurzeln dazu.  

 

Ansatzschnaps mit Meisterwurz

Die SchnapsbrennerInnen haben ihr „Geheimrezept“, aber man kann mit der Meisterwurz-Wurzel auch einen Ansatzschnaps machen. Er unterscheidet sich zwar in Farbe und Geschmack von einem gebrannten Meisterwurzschnaps, aber … er schmeckt … wem er schmeckt ;) und: er hat noch mehr Heilkräfte in sich.

Hier das Rezept für einen Ansatzschnaps:

Ein fingergroßes, frisches, dickeres Wurzelstück fein zerkleinert in 1 Liter Obstschnaps 3 Wochen dunkel und bei Zimmerwärme in verschlossener Flasche ziehen lassen. Öfters kräftig durchschütteln. Filtrieren, abfüllen, in verschlossener Flasche zur Verwendung aufbewahren.

Bei welchen Beschwerden wird er angewendet? - Bei den gleichen wie bei der Tinktur. Die Dosis darf sich im täglichen Bereich von 20 ml bewegen.

 

Heilwein

„Fieberwein“ - Siehe oben unter Hildegard von Bingen! 

„Meisterwurzwein“ – um Schlaganfällen vorzubeugen und als zusätzliche Hilfe bei der Bewältigung von Stress, trinkt man täglich etwas Rotwein vermischt mit 1 gestrichenen Teelöffel voll gepulverter Wurzel. Meisterwurz wirkt u.a. wie Ginseng ausgleichend und wird deshalb auch als „Alpenginseng“ bezeichnet.

 

Salben und Balsame 

Die antibakteriellen, entzündungshemmenden, wundheilenden Heilkräfte der Meisterwurz wurden und werden in alten und modernen, hautpflegenden Rezepturen zum Auftragen auf die Haut bei kleinen und großen Beschwerden mit gutem Erfolg genutzt.

9 Rezepte zur Auswahl sind am Ende des Artikels angeführt und beschrieben!

 

 

Räuchern mit Meisterwurz

Aufgrund ihrer Wirkungen und ihres Duftes ist es nicht verwunderlich, dass die Meisterwurz, was leider in Vergessenheit geraten ist, im Alpenraum zu den bedeutungsvollsten Räuchermitteln gezählt hat.

In manchen Bauernhöfen im beeindruckenden Osttirol, Österreich, u. z. im Villgraten- und Defereggental, und im angrenzenden Südtirol, Italien, im Antholzer und Gsieser Tal, wird die Meisterwurz zur Weihnachtszeit in den Raunächten zusammen mit Weihrauch auch heute noch verräuchert. Einer ihrer zahlreichen Namen, „Thomaswurz’n“ erinnert daran:

In der Thomasnacht, der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, der längsten Nacht des Jahres und die erste der „wichtigen“ Raunächte, durfte eine Meisterwurzräucherung genauso wenig fehlen, wie in der Heiligen Nacht (24. Dez. auf den 15.) und in der letzten Raunacht, der Nacht vom 5. Januar auf den 6., durch die die Perchten geistern.

Marzell berichtet 1922, dass die getrocknete, geschnittene Wurzel in Graubünden als Räucherwerk auch gegen Stinkluft sowie gegen Hexen gebraucht wird.

Meisterwurz-Räucherungen wurden eben nicht nur als Schutz vor Krankheitskeimen in Haus und Stall vollzogen, sondern auch als Schutz vor unsichtbaren Mächten, die Unglück über Mensch, Tier, Haus und Hof bringen könnten.

 

Räuchern mit Meisterwurz außerhalb der Zeit der Raunächte:

 

Getrocknet, zerkleinert und auf einem Räucherstövchen verräuchert, verströmt die Wurzel der Meisterwurz einen feinen, balsamischen Duft, der uns, die wir meistens in einer stressigen Arbeitswelt leben und auch mit Melancholie und Krankheit zu kämpfen haben, über die Dunkelheit der Seele Richtung Zuversicht, Vertrauen und Optimismus hinaushebt!

 

  • Stängel und Blätter, die die Pflanze bereits ab dem Vorfrühling spiralig zusammengerollt aus der Erde schiebt, können bis zum Frost geerntet und sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden.
  • Die Samen, werden reif geerntet und getrocknet. Sie bleiben bis weit in den Winter hinein an den vertrockneten Dolden hängen, müssen aber, wenn man sie verspeisen möchte, sicher (!) erkannt werden. Wer sie aussäen möchte, legt sie im Vorfrühling 1 cm tief in die Erde.
  • Die Wurzel, ist das eigentliche Nahrungs- und Heilstoffdepot der Pflanze, wobei der Mensch sie weniger zu seiner Ernährung (nur als Notfallsnahrungsmittel), sondern vielmehr als begehrtes Heilmittel erntet. Verwendet werden die mehrjährigen, dunklen, mit Querrillen versehenen Wurzelstücke. Die jüngeren, glatten werden zur Vermehrung der Pflanze wieder eingegraben. Geerntet wird die Wurzel der Meisterwurz (Sammeltipps) vom September weg bis in den April hinein, solange Blätter oder Samenstände und deren Geruch ihre Lage kennzeichnen. 

    Sammeln von Wildpflanzen: Darf man das überhaupt? Die Antwort finden Sie h i e r

    Zum gewerblichen Ausgraben der Wurzeln und für das Graben einer Wurzelmenge, die in ihrem Umfang über den normalen Hausgebrauch hinausgeht, benötigt man in Österreich auf Grund der Naturschutzbestimmungen eine Grabgenehmigung der Bezirkshauptmannschaft.

    Die Wurzel wird gewaschen, dabei gründlich gebürstet. Sie wird ungeschält frisch und auch getrocknet verwendet.

    Zum Trocknen schneidet man sie in der Regel in Scheiben, die ausgebreitet oder aufgefädelt bei Wärme (nicht in der Sonne) bis zu 40° getrocknet werden, was auch im Backofen oder im Dörrapparat geschehen kann.

    Möchte man ganze Wurzeln direkt verräuchern, können sie auch in der Sonne getrocknet werden.
  • Blätte
    Die aromatischen, verdauungsfördernden Blätter werden frisch wie Petersilie verwendet, getrocknet zum Würzen von Käse, Kräutersalz, Kräutertopfen / Quark, Kräuterbutter, Kräuteressig, Essig der vier Räuber, Suppe, Knödel, Gnocchi, . .. geeignete Rezepte entdecken Sie weiter unten!
  • Blüten
    Knospige Blütenstände sind eine würzige Beigabe zu Gemüsesuppen, Frittaten etc. Die Blüten eignen zum Dekorieren und Würzen von Speisen und Getränken aller Art. Samen Die reifen, ebenfalls aromatischen Samen nimmt man als Brotgewürz.
  • Wurzeln
    Zum Verspeisen eignen sich die frischen einjährigen (hellbraunen, dünnen) Wurzeln. Sie sind faserarm und schmecken scharf bis herb-aromatisch. Man gibt kocht sie in Mischgemüsegerichten und Gemüsesuppen mit. Mit Wurzeln der Meisterwurz kann man zusammen mit Bärlauch ein exquisites, wildes Würzöl für die Küche ansetzen!

Alle Pflanzenteile der “Wurz aller Wurzen“ sind mit Heilkraft versehen!

Blätter

Direkte Anwendung der frischen Blätter bei kleineren Verletzungen:

Dazu Burgi, eine alte Lechtalerin: 
„Wenn wir uns als Kinder während des Sommers auf der Alm eine Hautverletzung, einen Schnitt, Schiefer (Holzsplitter) oder tieferen Kratzer zugezogen hatten, wussten wir bereits von unserer Mutter, wo wir ein heilendes Pflaster finden konnten: Gleich neben der Hüttenwand, aber abseits von den Stallungen, hat sie Meisterwurz, die sie von der Höhe geholt hatte, angepflanzt. Wir holten uns ein großes, reifes Blatt, wuschen es im Wasserstrahl des Brunnentroges, schüttelten es trocken, quetschen es an, legten es auf die Wunde und befestigten es mit einer sauberen Fatsche. – Alles heilte schön ab, nie wurde etwas eitrig. – Auch Wunden der Tiere versorgen wir so.“

  • Wundreinigung 
    Tee aus den Blättern kochen und damit die Wunde auswaschen.
  • Tabak und Schnupftabak
    Die getrockneten Blätter wurden zerkleinert und geraucht bzw. geschnupft als Hilfe bei Erkältungskrankheiten und als allgemeines Stärkungsmittel. 

Stängel 

Burgi: „ Wenn wir lange nach einer verstiegenen Kuh suchten, sodass sich Durst und Erschöpfung einzustellen drohten, hielten wir nebenbei Ausschau nach einer Meisterwurzpflanze. Wir kauten und aßen während des Gehens ihre saftigen Stängel: Das Durstgefühl erlosch und wir fühlten uns gestärkt für den Weiterweg.“

Durstwurz ist übrigens ein weiterer Name der Meisterwurz!

Samen

Die würzigen, desinfizierend wirkenden reifen Samen werden einzeln, frisch und auch getrocknet, gekaut: als Würzekick, bei schlechtem Atem oder bei Halsschmerzen. Sie bleiben übrigens bis in die Winterzeit an der Pflanze haften und können in diesen kargen Monaten zusammen mit den Wurzeln kurzzeitig als Überlebensnahrung dienen.

Wurzel

Die Wurzel der Meisterwurz wurde im ausgehenden Mittelalter als „remedium divinum“ (göttliches Mittel) bezeichnet und als Panazee gehandelt, denn man sah in ihr sowohl ein Universalheilmittel vieler schwerer Krankheiten und Vergiftungen bei Mensch und Tier, als auch ein Schutzmittel gegen Dämonen , Hexen, bösen Blick und Verwünschungen. Der Hilfe der phantastischen Wurzel versuchte man habhaft zu werden durch Anwendungen in Form von Pillen, Pulvern, Teeaufgüssen, Abkochungen, Mazeraten, Tinkturen, Badezusätzen, Heilschnäpsen, Heilweinen, Salben, Räucherungen und durch Tragen als Amulett bzw. als Sympathiemittel. Die Hochschätzung war in der damaligen Zeit, in der man ohne isolierte Antibiotika und ohne Impfungen auskommen musste, nicht ohne Grund: die Meisterwurz enthält, wie die moderne Wissenschaft festgestellt hat, neben ätherischen Ölen, Flavonoiden, heilwirksamen Bitter- und Gerbstoffen spezielle antibakterielle Stoffe: Oxypeucedanin, Ostruthol, Osthol und Ostruthin. Ostruthin ist ein Cumarin, das verschiedene Mykobakterien, Krankheitsereger bei Tieren und Menschen, z.B. Tuberkulose, bekämpft. Trotz ihrer starken Heilkraft war auch die Meisterwurz gegen Krebs, gegen viele Erb- und Infektionskrankheiten machtlos. Selbst ihr großer Verfechter Conrad Gesner wurde von der Pest hinweggerafft, als er seinen an Pest erkrankten Freund pflegte.

Wirkungen

Durch die Synergie der gesamten Wirkstoffe der Meisterwurz („Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, Aristoteles, Lehrer des Theophrastos) wirkt die Meisterwurz laut Volksmedizin:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • wundheilend
  • stoffwechselanregend
  • immunstärkend
  • entgiftend
  • Infektionen vorbeugend und heilend
  • das Böse abwehrend
  • das Selbstbewusstsein stärkend
  • verdauungsfördernd
  • appetitanregend
  • erwärmend
  • libidosteigernd
  • harntreibend
  • schweißtreibend
  • fiebersenkend

Diese Vielfalt an Wirkungen erklärt die unterschiedlichen Anwendungsgebiete der Heilpflanze!

Bereits im „Macer floridus“, dem Standardwerk der Kräuterheilkunde des Mittelalters, wird unter der Nummer 26 „Ostrutium, die Meisterwurz“ ein Großteil der auch heute noch zutreffenden volksmedizinischen Indikationen angeführt:

… vertreibt Leiden der Leber, hilft bei geschwollener Milz, bricht Blasensteine, bringt Monatsregel und Harnfluss in Gang, lindert Husten, hilft bei Atemnot, treibt die Leibesfrucht ab, reinigt Aussatz und Blattern, reinigt die Säfte, die vom Haupt herunterfließen, ergibt ein Niesmittel, hilft den Gelbsüchtigen, wenn sie den Saft in die Nase saugen, gemischt mit Weibermilch. ( Quelle: Kräuterbuch der Klostermedizin, Mayer und Goehl)

Nur einige Jahre später verkündete zusätzlich Hildegard von Bingen „Die Meisterwurz ist warm und taugt gegen Fieber“.

Von ihr stammt auch die Rezeptur eines Meisterwurz-Heilweines („Fieberweines“). Er wurde - und wird seit kurzem wieder - als Universalmittel gegen Fieber und entzündliche Erkrankungen empfohlen:

Man kann 1 Esslöffel getrocknete und gemörserte Wurzel der Meisterwurz mit 100 ml Wein (vorzugsweise Weißwein) übergießen, 12 Stunden zugedeckt ziehen lassen, abseihen, dabei die Wurzelstückchen gut ausdrücken, mit etwas Wein ergänzen. Im Laufe eines Tages vor den Mahlzeiten auf nüchternen Magen schluckweise trinken. Dauer: 3 – 5 hintereinander folgende Tage, jedoch den Fieberwein täglich frisch zubereiten! Verbliebene Reste entsorgen.

Auch Paracelsus war ein großer Verfechter der Meisterwurz, die er als geborener Schweizer sehr gut kannte. Er soll immer eine bei sich getragen haben, denn er schätzte sie als ein gutes Schutzmittel und sie rege zudem durch ihr Feuer den inneren Alchimisten (den Stoffwechsel und die Immunkräfte) an. Er empfahl sie als bestes Mittel, sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, auch vor der Pest (Schweizer Spruch: „Bibernell und Stänz (Meisterwurz) ist gut für die Pestilenz.“), verschrieb sie als Gegengift bei Vergiftungen, bei Lebererkrankungen (Gelbsucht), Verdauungsbeschwerden, gegen Schwindsucht (Tuberkulose ; zusammen mit Alant gegen Lungentuberkulose), Würmer … und er war – gleich wie die nachfolgenden Kräuterbuchautoren Mattioli und Bock – der Meinung, dass sie, vor allem bei Männern, das Liebesfeuer stärke. Ein noch kursierender volkstümlicher Spruch drückt diese Vermutung drastisch aus:

„Die Meisterwurz hilft dem Meister auf die Meisterin.“

Erntekalender

Blätter full spring gekocht essbar

Roh junge Blätter als Gewürz und äußerliche Direktanwendung als entzündungshemmendes Mittel. Getrocknet für Kräutersalz.

Früchte midsummer gekocht essbar

Samen als Saatgut ernten und trocknen.

Wurzel first spring gekocht essbar

Die Meisterwurz zieht früh ihre Blätter ein, sodass man mit dem Wurzelgraben im Herbst nicht zu lange warten darf. Man findet sie sonst nicht mehr.

In der Regel wird sie nicht gegessen, sondern für wirksame Salben und Heilschnäpse verwendet.

🌿

Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

antibakteriell (Wurzel) Volksheilkunde

2003 wurde für den Inhaltsstoff Ostruthin, ein Cumarin, eine hemmende Aktivität gegen verschiedene Mykobakterien nachgewiesen.

immunstärkend (Wurzel) Volksheilkunde
stoffwechselanregend (ganze Pflanze) Volksheilkunde
entgiftend (Wurzel) VolksheilkundeHomöopathieHildegardmedizin

Tee, Tinktur, Heilwein, Heilschnaps. Kann Darm, Leber und Milz entgiften.

durchfallhemmend (Wurzel) Volksheilkunde

Tee, Tinktur, Heilschnaps.

entzündungshemmend (ganze Pflanze) Volksheilkunde
wundheilend (Blätter) Volksheilkunde

Frische (!) und saubere Blätter anquetschen und auflegen.

wundheilend (Wurzel) Volksheilkunde

Sowohl frisch als auch getrocknet in Form von Salbe, Balsam.

verdauungsfördernd (Wurzel) Volksheilkunde
verdauungsfördernd (Blätter) Volksheilkunde

Frische Blätter wie Petersilie verwenden.

appetitanregend (ganze Pflanze) Volksheilkunde

Frische Blätter als Gewürz; Wurzel als Meisterwurzschnaps.

vitalisierend (Wurzel) Volksheilkunde
kreislaufanregend (Wurzel) Volksheilkunde

Für Frau und Mann.

harntreibend (Wurzel) Volksheilkunde
uteruskontrahierend (Wurzel) Volksheilkunde

Wehenfördernd, auch zur Beschleunigung der Nachgeburt, bei Mensch und Tier.

fiebersenkend (Wurzel) Hildegardmedizin

In Form von Heilwein.

erfrischend (Stängel) Volksheilkunde

Durstige Hirten und Gebirgswanderer kauen als erste Hilfe Meisterwurzstängel.

ausgleichend (Wurzel) Volksheilkunde

Für Mensch, Pferd und Rind. Name "Alpenginseng".

Bereits seit Jahrhunderten wird die Wurzel vorbeugend und heilend bei vielen Krankheiten, auch Infektionskrankheiten, bei Mensch und Tier verwendet. 2003 wurde für den Inhaltsstoff Ostruthin, ein Cumarin, eine hemmende Aktivität gegen verschiedene Mykobakterien nachgewiesen.

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe Sekundär
Cumarine Sekundär
Flavonoide Sekundär
Gerbstoffe Sekundär
Harz Sekundär
Polyphenole Sekundär
Ätherische Öle Sekundär
Mikronährstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Bitterstoffe

Als Bitterstoffe werden alle chemischen Verbindungen bezeichnet, die durch Aktivierung von T2R einen bitteren Geschmack aufweisen. Sie können sowohl aus der Natur kommen als auch synthetisch hergestellt werden. Bitterstoffe sind keine chemisch einheitliche Gruppe, sondern zeichnen sich nur dadurch aus, dass sie bitter schmecken.

Cumarine

4-Hydroxycumarine werden in der Medizin vom 4-Hydroxycumarin abgeleitete Substanzen mit blutgerinnungshemmender Wirkung genannt. Ihre Wirkung beruht auf einer Hemmung des für die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren wichtigen Vitamin-K-Stoffwechsels. In der Medizin werden Cumarine als blutgerinnungshemmende Arzneistoffe eingesetzt (Antikoagulanzien). Darüber hinaus werden Cumarine auch als Rodentizide insbesondere zur Rattenbekämpfung genutzt.

Flavonoide

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Gerbstoffe

Gerbstoffe sind chemische Stoffe, die zum Gerben von Tierhäuten verwendet werden. Eine abgezogene Tierhaut wird durch die Behandlung mit Gerbstoffen in Leder umgewandelt, was z. B. Fäulnis verhindert. Es gibt in der Natur vorkommende (natürliche) Gerbstoffe und künstlich hergestellte (synthetische) Gerbstoffe.

Harz

nördlichstes deutsches Mittelgebirge

Polyphenole

Polyphenole sind chemische Verbindungen aus der Stoffgruppe der Phenole beziehungsweise Hydroxyaromaten. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche Verbindungen den Polyphenolen zugeordnet werden können. Zumeist werden natürliche, in Pflanzen vorkommende Verbindungen, die mehr als einen Phenolring enthalten, den pflanzlichen Polyphenolen zugeordnet. Vereinzelt werden auch aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten, als Polyphenole bezeichnet.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen oder Terpenen bestehen. Es handelt sich um stark riechende Stoffgemische ölartiger Konsistenz, die in Wasser schwer löslich sind und aus pflanzlichen Ausgangsstoffen stammen.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Immunsystem-Stärkung Volksheilkunde
Die Meisterwurz gilt in der Volksheilkunde als immunstärkend und wird traditionell zur allgemeinen Kräftigung des Körpers eingesetzt.
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Darmentgiftung Volksheilkunde
Traditionell wird die Pflanze bei Darmbeschwerden verwendet, da ihr eine reinigende Wirkung auf den Verdauungstrakt zugeschrieben wird.
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Lungenbeschwerden Volksheilkunde
Die Meisterwurz wird in der Volksheilkunde bei Lungenbeschwerden eingesetzt, da ihre ätherischen Öle als auswurffördernd gelten.
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Asthma Volksheilkunde
Traditionell wird die Pflanze bei Asthma verwendet, um die Atemwege zu unterstützen und die Atmung zu erleichtern.
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Bronchitis Volksheilkunde
Die Meisterwurz gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei Bronchitis, da sie schleimlösend und entzündungslindernd wirken soll.
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Verdauungsbeschwerden Volksheilkunde
Traditionell wird die Meisterwurz bei Verdauungsstörungen eingesetzt, da sie die Magensäfte anregen und die Verdauung fördern soll.
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Magenkrampf Volksheilkunde
Die Pflanze wird volksheilkundlich bei Magenkrämpfen verwendet, da ihr krampflösende und wärmende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Magerkeit Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt die Meisterwurz als appetitanregend und wird bei Magerkeit zur Verbesserung der Verdauung eingesetzt.
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Leberbeschwerden Volksheilkunde
Traditionell wird die Meisterwurz bei Leberbeschwerden verwendet, da sie die Leberfunktion unterstützen und entgiftend wirken soll.
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Gallenbeschwerden Volksheilkunde
Die Pflanze wird volksheilkundlich bei Gallenbeschwerden eingesetzt, da ihr eine gallenflussfördernd Wirkung zugeschrieben wird.
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Wundheilung Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird die Meisterwurz äußerlich angewendet, um die Wundheilung zu fördern und Entzündungen zu lindern.
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Furunkel Volksheilkunde
Traditionell wird die Pflanze bei Furunkeln verwendet, da ihr desinfizierende und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Zahnschmerzen Volksheilkunde
Die Meisterwurz wird volksheilkundlich bei Zahnschmerzen eingesetzt, da ihre ätherischen Öle schmerzlindernd wirken sollen.
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Muskelschmerzen Volksheilkunde
Traditionell wird die Pflanze bei Muskelschmerzen verwendet, da ihr wärmende und schmerzlindernde Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Hexenschuss Volksheilkunde
Die Pflanze wird traditionell beim Hexenschuss verwendet, da ihr wärmende und krampflösende Wirkung Schmerzen lindern soll.
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Rheumatische Beschwerden Volksheilkunde
Traditionell wird die Meisterwurz bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt, da ihr entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben wird.
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Sehnenentzündung Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird die Pflanze bei Sehnenentzündungen verwendet, um Entzündungen zu lindern und die Heilung zu unterstützen.
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Fieber Volksheilkunde
Die Meisterwurz wird traditionell bei Fieber eingesetzt, da ihr schweißtreibende und fiebersenkende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Grippaler Infekt Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird die Meisterwurz bei grippalen Infekten eingesetzt, um die Abwehrkräfte zu unterstützen.
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Infekt der Atemorgane Volksheilkunde
Die Pflanze wird traditionell bei Atemwegsinfekten verwendet, da ihre ätherischen Öle desinfizierend wirken sollen.
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Schnupfen Volksheilkunde
Traditionell wird die Meisterwurz bei Schnupfen eingesetzt, um die Nasenschleimhäute zu befreien und Entzündungen zu lindern.
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Menstruationsbeschwerden Volksheilkunde
Die Pflanze wird volksheilkundlich bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt, da ihr krampflösende und regulierende Wirkung zugeschrieben wird.
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Durststillung Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird die Meisterwurz traditionell zur Durststillung verwendet, besonders in Teeform.
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Selbstvertrauen Volksheilkunde
Die Meisterwurz gilt volksheilkundlich als Kraftpflanze, die Selbstvertrauen und innere Stabilität fördern soll.
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Stressbewältigung Volksheilkunde
Traditionell wird die Pflanze zur Stressbewältigung verwendet, da ihr beruhigende und nervenstärkende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Frühjahrsmüdigkeit Volksheilkunde
Die Meisterwurz wird volksheilkundlich gegen Frühjahrsmüdigkeit verwendet, da sie belebend und kräftigend wirken soll.
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Tee, Tinktur einnehmen; frische Blätter, Wurzelstücke kauen.

Hilft bei

Heilrezepte

Verwechslungsgefahr
Mit giftigen Pflanzen:

Ebenfalls ein weißer Doldenblütler, daher auf Blattform und Wurzelgeruch achten.

Ebenfalls ein weißer Doldenblütler, daher auf Blattform und Wurzelgeruch achten.

Ebenfalls ein weißer Doldenblütler, daher auf Blattform und Wurzelgeruch achten.

Ebenfalls ein weißer Doldenblütler, daher auf Blattform und Wurzelgeruch achten.

Im nicht blühenden Zustand. Er mischt sich nämlich gerne unter die Meisterwurz. Auf Blattform und Geruch achten!

Mit essbaren Pflanzen:

Ähnliche Blätter, Blüten, jedoch anderer Geruch. Häufige, gut essbare Pflanze.

Ähnliche Blätter. Seltene Pflanze.

Ähnliche Blätter, anderer Geruch. Wenn auch weiß blühend, so doch eine andere Blütenform.

Andere Namen

BergwurzKaiserwurzThomaswurz'nDurstwurzSchwindwurzHaarstrangHoarstrienzaOstrenzaStrenzaStänzImperatória osthrútiumImperatória májor Gray.

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeGenussmittelpflanzeHeilpflanzeNahrungspflanzeKräuter und GewürzeVerzehrtauglichkeit DestillierenEinfrierenKochenNotnahrungRohkostTrocknenNützlingspflanze Pflanzen- und SamenhandelWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungBauerngartenpflanzeFeuchtbiotopGartenleicht zu ziehenWochenendgartenzum Verwildern geeignetRäucherpflanzeZauberpflanze
Vorkommen VerbreitungMitteleuropa
Blütenfarbe weiß
Blütezeit Hochsommer | Juli
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

early spring

Samen

first spring

Jungpflanzen

Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Apiaceae
Gattung
Imperatoria
Ordnung
Apiales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Kraut
Habitat
Woodland, damp fields, river banks and mountain meadows.
Essbarkeit
★★☆☆☆
Heilwirkung
★★☆☆☆
Licht
7/10
Feuchtigkeit
8/10
Boden
7/10
pH-Wert pH 7 – 7.5

Anbau & Pflege

An easily grown plant, it succeeds in any moisture-retentive soil in a sunny position. Dislikes shade. This report contradicts the report that this plant grows wild in woodlands. Masterwort was at one time cultivated as a pot herb and for medicinal purposes, though it has now fallen into virtual disuse. Suitable for group plantings in the wild garden.
Vermehrung: Seed - we have no information on this species but suggest sowing the seed in a cold frame as soon as it is ripe if this is possible otherwise in early spring. When they are large enough to handle, prick the seedlings out into individual pots and plant them out in the summer.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Leaves Edible Uses: Condiment Leaves - cooked. Used as a potherb or as a flavouring. The aromatic roots can be used as a flavouring. They are said to taste hotter than pepper. A particularly popular drink is made from the fermented roots.

Weitere Nutzung

None known

Verbreitung

Heimisch: Austria, Corse, Czechia-Slovakia, DK, France, Germany, Italy, NO, NW. Balkan Pen., North America, Poland, SE, Spain, Switzerland, conterminous 48 United States Eingeführt: Baltic States, Belgium, Central European Russia, DK, Denmark, Føroyar, GB, Great Britain, IE, Ireland, LV, Maryland, Michigan, New York, Norway, Nova Scotia, Ontario, Pennsylvania, SE, Sweden, Tennessee, Walloon Region, West Virginia

Alternative deutsche Namen

Kaiser-Haarstrang, MeisterwurzKaiserwurzMeisterwurz
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren