Zirbenschnaps, Zirbeler

1 Liter
1 Portionen
Kochmodus

Die Zirbe ist ein Sinnbild für ungebrochenen Lebenswillen, Ausdauer und Eigen-Sinn.

Diesen Geist vermittelt auch der Zirbenschnaps: Er stärkt die Immunkräfte!

Es ist ein Glück, die Zirbe als "Königin der Alpen" bzw. als "Baum der Zuversicht" frei in der Natur stehend kennengelernt zu haben und als Erinnerung an dieses Erlebnis, wenigstens zwei unreife, also blau-violette, Zirbenzapfen zum Ansetzen eines Zirbenschnapses sein Eigen nennen zu dürfen!

Die Zirbe, die ja trotz Widrigkeiten bis zu 1000 Jahre alt werden kann, fruchtet übrigens erst in ihrem jugendlichen Alter von rund 40 Jahren das erste Mal und dann durchschnittlich alle 6 Jahre.

Für den Zirbenschnaps benötigt man noch nicht ausgereifte, blau-violette Zirbenzapfen, die man im Sommer (Juni, Juli) auf den Zirben entdecken kann. Sie sind noch harzig und liefern das richtige Aroma und die rote Farbe! Außerdem lassen sie sich in diesem Zustand gut schneiden. Gemacht ist er schnell, der Zirbeler. Das heißt, der Arbeitsaufwand ist gering, wenn man/frau erst einmal die Zapfen in Händen hält! 

Im Zirbenschnaps finden sich die heilenden Kräfte der Zirbe in einer äußerst angenehmen Weise. In dieser Form dezent, am besten vorbeugend, eingenommen, bleibt man immungestärkt vor verschnupfenden Angriffen verschont! 

Schnaps“ ist eigentlich nicht die ganz korrekte Bezeichnung für dieses granatrot funkelnde Getränk, denn erstens ist es ein Ansatzschnaps (= Einlegeschnaps) und zweitens wird Zucker und etwas Honig zugesetzt. Also ist es ein mehr oder weniger süßer "Likör"! - Aber so wie in Tirol der Licor de Cassis als „Ribiselschnaps“ bezeichnet wird, ist der Zirbenlikör eben ein "Zirbenschnaps" bzw. ein „Zirbeler“.

Nichtsdestotrotz und um die Verwirrung zu vergrößern bzw. die Zirbeninfos zu vermehren: Es gibt auch gebrannten Zirbenschnaps! Klar wie frisches Bergwasser kann er einem in Sternstunden von österreichischen Schnapsbrennern angeboten werden! 

Alkohol ist jedenfalls auch im roten, angesetzten Zirbeler drin, und das nicht zu wenig. Und er wird auch benötigt: Er löst aus den unreifen, harzenden Zapfen und Kernen nach und nach die aromatischen und gesunden ätherischen Öle, die sich im Harz befinden, sowie Gerb- und Bitterstoffe. Gemeinsam bilden sie den viel beschworenen „Geist der Zirbe“, der entspannte Harmonie bewirkt, dem Herzen und dem Gespräch gut tut!  Und den Bronchien. 

Zutaten

  • 2.00 Zirbenzapfen
  • 1.00 Liter Obstschnaps
  • 50.00 g Kandiszucker
  • 2.00 TL Bienenhonig

Zubereitung

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Damit die herzliche Kommunikationsbereitschaft, die die Zirbe vermittelt, gestärkt wird, arbeiten bei der Zubereitung des Zirbenschnapses im besten Fall fünf Personen freundschaftlich zusammen, so wie die fünf blaugrünen, zu einem Nadelbüschel zusammengefassten Zirbennadeln das Erkennungszeichen der Zirbe sind! - Notfalls macht man / frau halt die 5 Arbeitsschritte allein, als sogenannter "Alleinbetrieb", und zum Verkosten wird eingeladen! ;)

Zutaten
  • 2.00 Zirbenzapfen unreife, bläuliche, durchschneidbare
  • 1.00 Liter Obstschnaps 38% - 46%. Ersatz: Korn, Wodka
  • 50.00 g Kandiszucker hellen. Wer will, süßt nach einigen Tagen nach. Dazu jedoch Läuterzucker oder Traubenzucker bzw. kalorienleichten Birkenzucker nehmen, denn diese Zuckerarten lösen sich schnell auf und man kann sofort die Süße des Zirbelers feststellen.
  • 2.00 TL Bienenhonig vertieft das Aroma.

Die erste Person klettert im Juni / Juli mit Erlaubnis auf die ausgewählte Zirbe und holt die Zapfen - oder kauft sie in bewirtschafteten steirischen Almhütten.

  • Werden die Zirbenzapfen um diese Zeit geerntet, erhält der Zirbeler seine kräftig rote Farbe und viele Aromastoffe. Je reifer die Zapfen bei der Schnapszubereitung sind, umso brauner wird er. Selbstverständlich schmeckt er trotzdem, aber halt ein bisserl anders. 

Die zweite Person schneidet die Zapfen in 2 mm dicke Scheiben. Alle staunen, welch schönes, rotgerandetes Muster dabei zum Vorschein kommt und wie leicht sich die Zapfen schneiden lassen!

  • Die Scheiben wandern in das Schraubglas. 
  • Bei Interesse wird eine Scheibe roh verkostet: Sie schmeckt nach Harz, Zitrone und - Zirbe ("ähnlich wie Fichte"). Die Hände sind inzwischen leicht harzig geworden. Das macht aber nichts: Mit Butter oder Speiseöl eingerieben und anschließend mit Seife gewaschen, sind sie schnell wieder harzfrei.  

Die dritte Person bringt einen Liter selbstgebrannten Obstler und lässt ihn über die Zapfenscheiben rinnen. Sogleich färbt sich der Schnaps rötlich!

Die vierte Person rührt Kandiszucker und ein wenig Blütenhonig darunter, schraubt das Glas fest zu, stellt es in den Küchenschrank und schüttelt es über 4 Wochen hinweg jeden Tag ordentlich durch.

Die fünfte, extra willensstarke Person, filtert nach dieser Ausziehzeit (Mazeration) den inzwischen granatrot leuchtenden Zirbenschnaps ab, verschließt ihn und - versteckt - ihn, damit er in Ruhe und in vollem (!) Umfang nachreifen kann.

  • Das ganze Team wartet auf Weihnachten. Am 26. Dezember, dem Stefanitag, wird der Zirbenschnaps in freundschaftlicher Runde zusammen mit einem Stück Zelten genossen… Wie ist er heuer geworden, der Zirbeler? 
✶ „Zirbenscheiben mit einigen kleinen Wurzelstücken von Blutwurz oder Engelwurz oder Meisterwurz ergänzen. Sie runden das Aroma des Zirbenschnapses ab.

 

TIPPS:

  • Wer Korn oder Wodka nimmt, kann das fehlende Obstleraroma durch einige kleine Wurzelstückchen von Blutwurz , Engelwurz oder Meisterwurz ersetzen. 
  • Ein guter Tipp von Maria, die es sich zusammen mit ihrem Ehemann zur  Tradition gemacht hat, ihre Urlaubsgäste auf ihrem Kärnter Bauernhof, dem "Staudachhof", mit einem selbstgemachten Zirbenschnaps zu begrüßen, während die Urlaubskinder bereits Hund, Esel und Pferde bestaunen: "Wir verwenden abgekühlten Läuterzucker. Er wird nach dem Abfiltern des Zirbenschnapses dazugegeben. Die Farbe bleibt strahlender und gleichzeitig verdünnt er unseren hochprozentigen Selbstgebrannten auf Genussstärke. Jedoch kommt vor der Prozedur in Fläschchen ungezuckerter Zirbenschnaps in die Hausapotheke zum Einreiben bei Grippe und Hexenschuss!
    • Für Läuterzucker koche ich Zucker mit gleich viel Wasser auf, z.B. für 5 Liter Zirbenschnaps 250 g Zucker mit 250 ml Wasser."
  • Rosa kocht ebenfalls Läuterzucker und kocht mit dem Zucker ein klein wenig Zitronensäure mit, damit die rote Farbe strahlend bleibt: auf 1 Liter Zirbenschnaps 5 g Zitronensäure = ein halber Teelöffel voll. Schmeckt auch super!
  • Margarete friert Zapfen ein und setzt, wenn der Vorrat an Zirbenschnaps zu Ende geht, mit den leicht angetauten Zapfen frisch an. Und sie hat immer schönen, roten Zirbenschnaps.
  • Zum Süßen eignet sich übrigens auch kalorienleichter, gesunder Birkenzucker (Xylit, Xylitol).
  • Eine Einreibung mit ungezuckertem Zirbenschnaps ist hilfreich bei rheumatischen Beschwerden, kalten Knien, Bronchitis und Schnupfen. Sie fördert  Hautdurchblutung, Abschwellung, Entschleimung und Atmung.
  • Zirbenschnaps, getrunken, soll ebenfalls Bronchitis, Schnupfen und grippale Infekte bekämpfen.  
  • Zum Weiterlesen finden Sie einen interessanten Bericht über Zirben von Dr. Michael Machatschek, einem Wildpflanzen-Fachmann, h i  e r .
  • Uli rät zu ihrem Longdrink "Wildes Füchsle". 

Pflanzen in diesem Rezept

Andere Namen

Likör mit Zirbenzapfen
#normal
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