Jetzt sammelbar: Wurzel

Blutwurz

Potentilla erecta

Wildpflanze essbar
8 Fotos

Portrait

Man braucht jedoch einen guten Blick, um die in der Bergbevölkerung hochgeschätzte Blutwurz, „den Tormentill“, zu entdecken und zu erkennen. Sie hat nämlich eine hübsche, aber medizinisch unwirksame, Doppelgängerin: das Kriechende Fingerkraut, das oft gemeinsam wächst. Bis in Höhen von 1750 m. Unterscheidungsmerkmale: Die Blüten des Kriechenden Fingerkrautes bestehen aus 5 Blütenblättern, die der Blutwurz aus 4, ihre angeschnittene Wurzel des Kriechenden Fingerkrautes färbt sich nicht blutig-rot. 

So erkennen Sie die Blutwurz:

  1. Niedere, kleine, lockere Pölster bildende Pflanze mit gefingerten Blättern und mit leuchtend gelben, kleinen Blüten. Jede Blüte besteht immer aus 4 Blütenblättern!
  2. Ihre Wurzel führt einen   r o t e n   Saft, wovon sie ihren Namen „Blutwurz“ bekommen hat.

 

Wirkungen und Anwendungsgebiete der Blutwurz

Das Besondere an der Wurzel der Blutwurz ist die Höhe des Gerbstoffgehaltes  (Catechingerbstoffe, Gallo- und Ellagitannine)der bis zu 22% betragen kann. Damit ist sie Europas gerbstoffreichste Pflanze überhaupt! Allerdings sind an der Wirkung der Blutwurz noch weitere Inhaltsstoffe beteiligt, wie Flavonoide und Triterpene. Triterpene verfügen über cortisonähnliche Eigenschaften und wirken nachweislich entzündungshemmend.

  • Die medizinisch wirksamen Stoffe werden sowohl durch Alkohol als auch durch Wasser gelöst. So kann man aus der Wurzel der Blutwurz eine praktische und wirksame Blutwurztinktur ansetzen, aber auch einen Blutwurztee kochen. Wie die beiden Arzneimittel zubereitet und dosiert werden, finden Sie hier!
    • ​Die Inhaltsstoffe der herb schmeckenden Blutwurz-Wurzel wirken stark adstringierend (zusammenziehend) und antimikrobiell. Dabei hemmen sie besonders das Wachstum von Mikroorganismen auf der Haut und auf der Schleimhaut. Blutwurz wirkt auch blutdrucksenkend. (Pschyrembel Naturheilkunde)

 

Bereits Tabernaemontanus, ein Vater der Botanik, beschrieb die Blutwurz, jedoch unter dem Namen „Tormentill“. Wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung ist sie seit Jahrhunderten unter folgendem Spruch bekannt: 

Esst Kranawitt und Tormentill dann sterbt ihr nit so viel!“ - Ein Vöglein hätte ihn zur Pestzeit den Menschen zugezwitschert.  „Kranawitt“ ist übrigens eine Bezeichnung für den Wacholder. – Wie viele Menschen dadurch vor der Pest gerettet wurden, wissen wir nicht … Ihr, so wie anderen schweren Infektionskrankheiten (Tuberkulose, Diphtherie …), konnte erst die Schulmedizin Einhalt gebieten!

In unserer Zeit wird die Wurzel der Blutwurz, die auch in der Apotheke erhältlich ist, als Tee und vor allem als Tinktur bzw. als roter Blutwurzschnaps mit sehr gutem Erfolg angewendet.

Innerlich bei:

  • Halsschmerzen
  • Angina
  • Kehlkopfentzündung (Heiserkeit)
  • Zahnfleischentzündungen
  • Aphthen
  • Magen-Darm-Grippe (!)  (Enteritis)
  • Bei unspezifischem Durchfall und Erbrechen
  • Bluthochdruck

äußerlich bei

  • Hämorrhoiden
  • Verbrennungen

 

 

Erntekalender

Wurzel early spring ungiftig
🌿

Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Zitierte Quellen für diese Pflanze

Literaturliste →
Belege:
  • 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), Community herbal monograph on Potentilla erecta (L.) Raeusch., rhizoma(2011), EMA/HMPC/5513/2010
    „Traditionelle Anwendung bei leichtem Durchfall (nur Erwachsene) und bei leichten Entzündungen der Mundschleimhaut."
  • 📜 Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim), Herbarius(1530), Tormentilla-Kapitel
    „Paracelsus beschrieb die Blutwurz im 16. Jahrhundert als eines der wichtigsten adstringierenden Wund- und Bauchmittel der Alpenländer. Der deutsche Name verweist auf die rote Farbe des angeschnittenen Rhizoms."

Traditionell beschriebene Eigenschaften

adstringierend (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizin
entzündungshemmend (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizin
antimikrobiell (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizin
blutdrucksenkend (Wurzel) Volksheilkunde
blutstillend (Wurzel) Volksheilkunde

Die getrocknete und pulverisierte Wurzel wird auf die Schnittverletzung aufgetragen. Die oberen Hautschichten verfestigen sich schneller und durch die enthaltenen Gerbstoffe zieht sich die Wunde besser zusammen.

Die getrocknete und pulverisierte Wurzel wird auf die Schnittverletzung aufgetragen. Die oberen Hautschichten verfestigen sich schneller und durch die enthaltenen Gerbstoffe zieht sich die Wunde besser zusammen. Bakterien können so auch schlechter in die Wunde eindringen.

Inhaltsstoffe

Ellagtannin Sekundär
Flavonoide Sekundär
Gerbstoffe Sekundär
Phenolsäuren Sekundär
Polyphenole Sekundär
Catechin
Flavanole
Details zu den Inhaltsstoffen
Ellagtannin

ELLAGTANNINE, sekundäre Pflanzenstoffe , zählen als Flavanole zu den Flavonoiden , einer Untergruppe der Polyphenole . Wirkungen: Sie wirken als herber Gerbstoff , mit dem sich Pflanzen vor Fraß, mikrobieller Zersetzung und Fäulnis schützen. Ellagtannine liefern Ellagsäure , eine gesunde Phenolsäure mit für Menschen antimikrobieller, antioxidativer und krebsvorbeugender Wirkung .

Flavonoide

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Gerbstoffe

Gerbstoffe sind chemische Stoffe, die zum Gerben von Tierhäuten verwendet werden. Eine abgezogene Tierhaut wird durch die Behandlung mit Gerbstoffen in Leder umgewandelt, was z. B. Fäulnis verhindert. Es gibt in der Natur vorkommende (natürliche) Gerbstoffe und künstlich hergestellte (synthetische) Gerbstoffe.

Phenolsäuren

Phenolsäuren (Phenolcarbonsäuren) sind aromatische chemische Verbindungen, wichtige Gruppen sind die Hydroxybenzoesäuren und Hydroxyzimtsäuren. Damit sind sie Phenole und aufgrund ihrer Carboxygruppe auch Carbonsäuren.

Polyphenole

Polyphenole sind chemische Verbindungen aus der Stoffgruppe der Phenole beziehungsweise Hydroxyaromaten. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche Verbindungen den Polyphenolen zugeordnet werden können. Zumeist werden natürliche, in Pflanzen vorkommende Verbindungen, die mehr als einen Phenolring enthalten, den pflanzlichen Polyphenolen zugeordnet. Vereinzelt werden auch aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten, als Polyphenole bezeichnet.

Catechin

Catechine sind polyphenolische Pflanzenmetaboliten aus der Gruppe der Flavonoide und zählen daher allgemeinhin zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie leiten sich vom Flavan-3-ol ab. Besondere Bedeutung haben sie aufgrund eines hohen antioxidativen Potentials.

Flavanole

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Zahnfleischentzündung Volksheilkunde
Die Gerbstoffe der Blutwurz gelten in der Volksheilkunde als adstringierend und werden traditionell zum Spülen bei Zahnfleischentzündungen eingesetzt.
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Aphthen Volksheilkunde
Blutwurz-Spülungen werden volksheilkundlich bei Aphthen angewendet, da die Pflanze adstringierende und entzündungshemmende Eigenschaften haben soll.
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Halsschmerzen Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt Blutwurz-Tee als Gurgelmittel bei Halsschmerzen, da die Gerbstoffe zusammenziehend und beruhigend wirken sollen.
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Heiserkeit Volksheilkunde
Blutwurz wird volksheilkundlich bei Heiserkeit eingesetzt, indem man den Tee trinkt oder damit gurgelt, um die Schleimhäute zu stärken.
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Durchfall Volksheilkunde
Der hohe Gerbstoffgehalt der Blutwurz macht sie in der Volksheilkunde zu einem traditionellen Mittel gegen Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden.
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Blutdruck, zu hoher Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird Blutwurz-Tee traditionell bei erhöhtem Blutdruck getrunken, wobei die genauen Wirkmechanismen wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt sind.
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Schulmedizin: Bei unspezifischer, akuter Diarrhö (= Durchfall).

Hilft bei

Heilrezepte

Andere Namen

DilledappNatter(n)wurzRotwurzSiebenfingerTormentillRuhrwurz

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanze
Vorkommen LebensraumMagerweidenAlpine SteinrasenBergwiesenBrachlandDämmeErika-Kiefern-WälderFeuchtwiesenWegränderVerbreitungMitteleuropa
Blütenfarbe gelb
Blütezeit Frühherbst | SeptemberHochsommer | JuliVollfrühling | MaiVollherbst | OktoberSpätsommer | AugustFrühsommer | Juni

Nachbarn im Garten

Gute Nachbarn:

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Rezepte mit dieser Pflanze

Quellen

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Gattung
Potentilla
Ordnung
Rosales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Kraut
Habitat
Grassland, heath, bog, fens, mountain tops and open woods, especially in light acid soils.
Essbarkeit
★☆☆☆☆
Heilwirkung
★★★☆☆
Licht
6/10
Feuchtigkeit
5/10
Boden
2/10
pH-Wert pH 5 – 5.5

Anbau & Pflege

Easily grown in a well-drained loam, preferring a position in full sun but tolerating shade. Prefers a light acid soil, disliking heavy and strongly calcareous soils. Members of this genus are rarely if ever troubled by browsing deer.
Vermehrung: Seed - sow early spring or autumn in a cold frame. When they are large enough to handle, prick the seedlings out into individual pots and grow them on in the greenhouse for their first winter. Plant them out into their permanent positions in late spring or early summer, after the last expected frosts. Division in spring. Larger divisions can be planted out direct into their permanent positions. We have found that it is better to pot up the smaller divisions and grow them on in light shade in a cold frame until they are well established before planting them out in late spring or early summer.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Root Edible Uses: Tea The roots are extremely rich in tannin, long boiling converts this into a gum and it can then be eaten . An emergency food, it is only eaten when all else fails. A tea is made from the rhizomes.

Weitere Nutzung

Cosmetic Dye Tannin A red dye is obtained from the roots. The plant, and especially the root, is rich in tannin. It s used cosmetically as a compress to tone up flabby skin. The root contains up to 20% tannin.

Verbreitung

Heimisch: Albania, Altay, Alversund, Arendal, Aurland, Austria, Azores, Bakke, Baltic States, Belgium, Brekken, Buksnes, Bulgaria, Central European Russia, Corse, Czechia-Slovakia, Denmark, East European Russia, Eid, Finland, Fitjar, Flåm, Forsand, France, Fyresdal, Fåberg, Føroyar, Gaular, Germany, Grane, Great Britain, Greece, Hattfjelldal, Hattfjord, Haus, Heddal, Herad, Hidra, Hungary, Høyland, Høylandet, Iceland, Ireland, Italy, Kazakhstan, Krym, Kviteseid, Lavik, Lårdal, Mandal, Meland, Meråker, Modalen, Morocco, N. Rana, NW. Balkan Pen., Netherlands, Nidaros (Trondheim), Nord-Rana, Nordli, North Caucasus, North European Russia, Northwest European Russia, Norway, Oppdal, Seljord, Skjold, Snåsa, Sortland, Stord, Stryn, Syvde, Sør Varanger, Sørli, Trysil, Tydal, Uvdal, Vanylven, Velfjord, Vestby, Vik, Ålen, Øst Gausdal Eingeführt: Massachusetts

Alternative deutsche Namen

Aufrechtes FingerkrautAufrechtes Fingerkraut, BlutwurzBlutstillendes Fingerkraut, BlutwurzBlutwurzGemeiner TormentillTormentillaufrechtes Fingerkraut
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren