Flechtensuppe – Moossuppe
Eine Flechtensuppe bzw. Moossuppe bereitet man am besten aus Isländischem Moos zu. Gekocht bewirkt es Sämigkeit der Suppe und verleiht ihr einen zarten Pilzgeschmack. Da macht sich seine Herkunft bemerkbar: Es ist nämlich keine Moosart, sondern eine Flechte, und die ist bekanntlich eine Symbiose aus Pilz und Alge bzw. Cyanobakterie.
- Man kann das Isländische Moos u. U. selbst sammeln. Es ist jedoch auch in Apotheken und Kräuterläden erhältlich, denn neben seiner ursprünglichen Verwendung als Nahrungsmittel des Nordens ist es auch eine wichtige Arzneidroge.
Durch seine heilenden Flechtensäuren schmeckt das Isländische Moos bitter, was sich in großer Masse geschmacklich und auch gesundheitlich negativ bemerkbar machen würde. Man entbittert es deshalb in der Regel vor seiner Verwendung als oftmaliges Nahrungsmittel.
In einer Flechtensuppe schaden allerdings ein paar Bitterstoffe weder geschmacklich, noch medizinisch, sofern die Tagesdosis, pro Erwachsenen 6 g Isländisches Moos (= 3 gestrichene Esslöffel), nicht überstiegen wird. - Wir entbittern das Isländische Moos deshalb für die Zubereitung der Flechtensuppe nur kurz.
Zutaten
- 2.00 EL Isländisches Moos
- 300.00 ml Wasser
- 1.00 EL Haferschrot
- 1.00 EL Karottenwürfelchen
- 1.00 EL Liebstöckelblätter
- 1.00 halber TL Kümmel
- 1.00 halber TL Wacholderbeeren
- 1.00 Prise Salz
- 1.00 Prise Pfeffer
Zubereitung
- 2.00 EL Isländisches Moos — bereits gereinigt und kleingeschnitten
- 300.00 ml Wasser
- 1.00 EL Haferschrot — Alternativen: Gerstenschrot, Buchweizenschrot
- 1.00 EL Karottenwürfelchen — Alternativen: Wurzel von Wilder Möhre, Brennnessel, Nachtkerze, Haferwurz, Quecke, Rohrkolben, Schlangenknöterich, Wiesenpastinake, Zottiges Weidenröschen.
- 1.00 EL Liebstöckelblätter — Alternativen: junge Blätter von Ackerminze, Alpenampfer, Ampferknöterich, Bärlauch, Berberitze, Birke, Brennnessel, Giersch, Kohlgänsedistel, Kohlkratzdistel, Linde, Meisterwurz, Raps, Rossminze, Rübsen, Sauerampfer, Sellerie, Senf, Spitzwegerich, Stumpfblättriger Ampfer, Wasserminze, Wiesenbärenklau, Wilder Amarant.
- 1.00 halber TL Kümmel — Wiesenkümmel, ganze Samen. Alternative: Samen von Ackerschwarzkümmel.
- 1.00 halber TL Wacholderbeeren — angequetschte
- 1.00 Prise Salz
- 1.00 Prise Pfeffer — Alternativen: Senfkörner, Kren.
Kurz entbittern:
- Dazu die Flechtenstücke – einige davon für die spätere Garnierung der Suppe zur Seite legen - wie Nudeln in großzügig bemessenes, bereits kochendes (!) Wasser geben, 2 Minuten sanft kochen, dabei gut durchrühren, damit sich evtl. verbliebener Sand aus den Flechtenfalten löst.
Flechten abseihen und mit 300 ml Wasser zum Kochen bringen, 20 Minuten sanft kochen, dabei gelegentlich durchrühren.
Anschließend Haferschrot bzw. Gerstenschrot, kleingeschnittenes Wurzelwerk (Karotten etc.) und die Gewürze dazugeben. Zur gewünschten Konsistenz kochen. - Je kleiner die Flechtenstücke sind, desto schneller wird die Grütze sämig.
Durch ihren Reichtum an Kohlenhydraten und gute Verdaulichkeit ist das Isländische Moos geeignet, das Überleben eines Menschen in Notsituationen zu sichern.
- Es kann nämlich auch roh verzehrt werden.
- Angenehmer ist es, wenn man sich aus Isländischem Moos eine Notsuppe kochen kann: Dazu kann man - ohne Getreide - nach der obigen Anleitung vorgehen!
- Aus Torfmoos und aus der sehr bitteren, aber ungiftigen Rentierflechte kann man sich nach der obigen Anleitung ebengalls eine Notsuppe zubereiten, wobei ein mehrmaliges Entbittern sinnvoll wäre.