Flechtengrütze - Moosgrütze
Flechtengrütze bzw. Moosgrütze wird am schmackhaftesten mit dem nahrhaften Isländischen Moos zubereitet. „Es ist dieses Moos eines der nutzbarsten Gewächse, und es gibt vielleicht keines, das so gut sättigt und nährt wie dieses Moos.“, schrieb Josef Schmidt vor zweihundert Jahren in seinem Werk „Nothbrode“. Außerdem schmecken Speisen, die mit ihm zubereitet werden, zart nach – Pilz!
- Mögliche Alternativen für Grützen als Überlebensnahrung sind Torfmoos und die sehr bittere Rentierflechte.
Jedoch auch das Isländische Moos schmeckt nicht nur zart nach Pilz, sondern durch seine medizinisch wirkenden Flechtensäuren bitter, wenn auch erträglich. – In einer gelegentlichen Moosgrütze, die nicht süß, sondern pikant und mit Hafer zubereitet wird, stören die medizinischen Bitterstoffe nicht unbedingt. Steht aber jeden Tag Isländisches Moos zum Sattessen auf dem Speisezettel, sollte man sie nicht nur aus geschmacklichen Gründen entbittern, sondern vor allem aus gesundheitlichen, denn man würde mit Isländischem Moos als Nahrungmittel doch viel mehr Flechtensäuren zu sich nehmen als mit dem heilsamen Islandmoos-Tee. Die Dosis bildet die gesundheitsfördernde Grenze, … wie wir seit Paracelsus wissen ;) Deshalb werden Flechten für Speisezwecke entbittert. Auch das Isländische Moos, das übrigens eine Flechte ist und keine Moosart.
Bemerkung:
In saurer Milch gekochte Flechten wurden in den Alpentälern zur Schweinemast unter das Futter gemischt.
Zutaten
- 3.00 EL Isländisches Moos
- 300.00 ml Wasser
- 2.00 EL Haferschrot
- 1.00 EL Karottenstückchen
- 1.00 Prise Salz
- 5.00 EL Isländisches Moos
- 2.00 EL Haferschrot
- 250.00 ml Trinkwasser
- 250.00 ml Milch
- 1.00 TL Nelkenwurz
- 1.00 TL Holunderblüten
- 1.00 EL Waldhonig
- 3.00 EL Beeren
Zubereitung
- 3.00 EL Isländisches Moos — bereits gereinigt und kleingeschnitten
- 300.00 ml Wasser
- 2.00 EL Haferschrot — Alternative: Gerstenschrot. Zur Not geht es auch ohne. Die Grütze ist dann zudem glutenfrei.
- 1.00 EL Karottenstückchen — Alternativen: Wurzel von Wilder Möhre, Großer Bibernelle, Wiesenpastinake, Gartenpastinake, Nachtkerze, Haferwurz, Quecke, Rohrkolben, Schlangenknöterich, Zottigem Weidenröschen, Knollensellerie.
- 1.00 Prise Salz
Flechten entbittern:
- Flechten kleinschneiden und – wie Nudeln - in großzügig bemessenes, bereits kochendes Wasser geben, 3 Minuten sanft kochen, dabei gut durchrühren, damit sich der Sand aus den Flechtenfalten löst.
- Flechten abseihen. Die Völker des hohen Nordens verwenden sie in diesem Zustand. Wer noch mehr Bitterstoffe entfernen möchte, wiederholt die Prozedur.
Flechten mit der Hälfte des Wassers zum Kochen bringen, 20 Minuten kochen.
Restliches Wasser, Haferschrot bzw. Gerstenschrot, kleingeschnittenes Wurzelstück und Salz dazugeben. Unter gelegentlichem Durchrühren zur gewünschten Konsistenz kochen. Je kleiner die Flechtenstücke sind, desto schneller wird die Grütze sämig.
- 5.00 EL Isländisches Moos — pro Person. Islandmoos bereits gereinigt und kleingeschnitten.
- 2.00 EL Haferschrot
- 250.00 ml Trinkwasser
- 250.00 ml Milch
- 1.00 TL Nelkenwurz — getrocknet und gemörsert
- 1.00 TL Holunderblüten — getrocknete
- 1.00 EL Waldhonig
- 3.00 EL Beeren — Waldheidelbeeren, Moltebeeren, Himbeeren. Alternative: entsprechende Marmelade.
Flechten entbittern – siehe dazu weiter oben!
Die nassen Flechtenstücke mit 250 ml Wasser zum Kochen bringen, 20 Minuten kochen. Wer will, mixt den Brei jetzt mit einem Stabmixer.
Milch, Haferschrot, gemörserte Nelkenwurz und Holunderblüten zugeben und unter gelegentlichem Durchrühren zur gewünschten Konsistenz kochen.
Auf Handwärme abkühlen lassen.
Mit Waldhonig süßen.
Mit frischen Heidelbeeren, Himbeeren, Vogelkirschen oder Moltebeeren, bzw. mit Marmelade aus diesen Beeren, bestreuen und servieren.