Zitterpappel

Populus tremula · auch: Pappel, Zitter-

Wildpflanze essbar
21 Fotos

Beschreibung

 

ZITTERPAPPELN, SCHWARZPAPPELN und BALSAMPAPPELN

 

Sie enthalten in Rinde, Knospen, Blättern und Triebspitzen Substanzen,

die effektiv entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend, harntreibend, fiebersenkend und hautpflegend wirken.

Aus ihren Knospen wird bereits seit Jahrhunderten die berühmte Pappelsalbe gemacht.

 

Portrait

Zur heilenden Wirkung von Pappeln

Die heilende Wirkung der Pappel in Form von Aufgüssen ist dem Menschen nachweislich seit der Antike bekannt. Plinius d. Ä., Offizier, Wissenschaftler und Schriftsteller beschrieb sie in seiner  "Historia Naturalis". In der mittelalterlichen Klostermedizin und bei Hieronymus Bock wird sie erwähnt.
Seit der kaiserliche Leibarzt P. A. Matthiolus in seinem „New Kreuterbuch“ die Pappelknospen als medizinisch wirkende Zutat für Salben bei Entzündungen und Verbrennungen der Haut empfahl, trat sie ihren Siegeszug bis in unsere Zeit an.

Welche Pflanzenteile welcher Pappel werden wann und wofür gesammelt?

  • Im Vorfrühling sammelt man die harzenden, aromatischen Knospen und zwar bevor sie sich öffnen. Nur die harzigen Knospen enthalten das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es.
    • Pappelknospen werden am besten frisch verarbeitet, können aber auch bei 35° unter mehrfachem Wenden sorgfältig getrocknet werden. Sie riechen angenehm würzig-balsamisch, schmecken bitter.
    • Eine kulinarische und gesundheitliche Delikatesse: "Pappelmilch" - Dazu werden einige Knospen in Milch bis zu 45° erwärmt, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Wunsch süßen.
  • Im Erstfrühling wird die Rinde junger Zweige gesammelt. Achtung: Die Schwarzpappel zählt vielerorts zu den geschützten Pflanzen. An bereits gefällten (Windwurf) Bäumen ernten. Die Innenrinde kann geschnitten und gekocht oder getrocknet und vermahlen (Mehlersatz) verspeist werden.
  • Im Vollfrühling und Frühsommer schmecken die bitter-aromatischen Blätter roh oder gekocht Mensch und Tier.
  • Im Hochsommer werden die Blätter für medizinische Zwecke gesammelt und getrocknet. Getrocknet und vermahlen dienen sie auch als Mehlersatz.

Aus diesen Aufzählungen wird verständlich, warum im Lungau die Balsampappel, eine nahe Verwandte der Schwarzpappel, als Hausbaum beliebt war und ist.

 

Für medizinische Zwecke eignen sich Knospen, aber auch Blätter und Rinde junger Zweige folgender europäischen Pappeln:

  • Zitterpappel
  • Schwarzpappel
  • Lungauer Balsampappel
    • bewirkt einen erhöhten Sonnenschutz für die Haut, wie in einem Forschungsbericht, in dem auch die Lungauer Balsampappel unter die Lupe genommen wurde, festgestellt wird, 
    • wird im Lungau (Land Salzburg) traditionell als Hausbaum gepflanzt und genutzt. Durch Schnitt kann sie auf akzeptabler Größe gehalten werden. Vermehrt wird sie – wie ihre Verwandte, die Weide - durch  Stecklinge … Hm, aber zuerst sollten wir einmal eine Lungauerin „erwischen“!? … Rühlemann hat sie! Und noch dazu zu einem günstigen Preis.

Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete:

Ihre Inhaltsstoffe (Phenylglykoside - Populin, Salicin, Salicortin, Tremulacin - , Flavonoide, Gerbstoffe (Tannin), ätherische Öle, Harz, Triterpene, Zimtsäure, Benzoesäure, Zucker) wurden erforscht.

Die amtliche Kommission E betätigte den schulmedizinischen Nutzen von Pappelknospen (Populi gemmae) bei

  • Oberflächlichen Hautverletzungen
  • Äußeren Hämorrhoiden
  • Sonnenbrand
  • Frostbeulen.

Die traditionelle Erfahrungsmedizin nutzt die Heilkäfte der Pappel,

äußerlich angewendet als Salbe und Tinktur, zusätzlich zu den schulmedizinischen Anwendungsgebieten bei

  • Entzündungen der Haut und Schleimhaut, bei juckenden Hautausschlägen, Abszessen, Furunkeln, Juckreiz, Fieberblasen
  • Verbrennungen
  • Oberflächlichen Verletzungen,  Knochenbrüchen, Wundheilung, Narbenpflege
  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden

Innerlich in Form von Tee oder Tinktur bei

  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden
  • Blasenentzündung
  • Prostataleiden
  • Bronchitis
  • Grippalen Infekten

Wobei für den kurmäßig anzuwendenden Tee neben den klebrigen Knospen auch Blätter und junge Rinde genommen werden. Der Tee wirkt harntreibend,  entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend. Er schmeckt nicht ganz so herb wie der Weidentee und kann deshalb in geringerer Dosierung auch Kindern verabreicht werden. 
Im weiteren Vergleich zur Weide kann gesagt werden, dass die Pappel milder wirkt. Ein zusätzlicher Pluspunkt  ist ihre ausgesprochen positive Wirkung auf die Haut!

 

In der Homöopathie

werden primär die frische innere Rinde der jungen Zweige und Blätter der Zitterpappel zur Herstellung herangezogen. Anwendungsgebiete sind Erkrankungen des Urogenitaltraktes einschließlich Prostataleiden.

 

Tiermedizin

Zubereitungen aus Pappelknospen werden in der Tiermedizin als pflanzliche Entzündungssalbe („Grüne Salbe“) oft und gerne verwendet.

 

Medizinische Pappelprodukte können als Tee, Tinktur, Öl, Salbe, Creme, Globuli, Gel und Suppositorien gekauft werden. Manche davon selbst zu machen tut besonders gut – auf mehreren Ebenen! :)

Hier finden die Wildfind-Rezepte für

Anwendungsbeschränkungen
Erkundigen Sie sich bitte vor der Anwendung von Pappelmedizin bei Ihrem Arzt oder Apotheker, insbesonders wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.
Wenn Sie an einer Allergie gegen Salicylate (z.B. gegen Aspirin), Propolis oder Perubalsam leiden, sollten Sie auf die Anwendung verzichten.
Gelegentlich verursacht die äußere Anwendung von Pappelknospenprodukten allergische Hautreaktionen

 

Tipp:

Wer sich mit dem Thema "Speiselaub" noch inteniver auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch "Nahrhafte Landschaft" von Dipl. Ing. Dr. Michael Machatschek empfohlen.

Andere Namen

Espe

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanze
Blütenfarbe grünbraun
Blütezeit Erstfrühling | AprilVorfrühling | März

Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Salicaceae
Gattung
Populus
Ordnung
Malpighiales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Kraut
Habitat
Found in open woodlands and scrubby heathland, usually on poorer soils where it is sometimes dominant.
Essbarkeit
★☆☆☆☆
Heilwirkung
★★☆☆☆
Licht
8/10
Feuchtigkeit
5/10
Boden
5/10
pH-Wert pH 5 – 5.5

Anbau & Pflege

A very easily grown plant, it does well in a heavy cold damp soil, preferring a neutral to acid soil, and avoiding calcareous soils. The sub-species P. tremula davidiana. (Dode.)Schneid. is tolerant of extremely alkaline soils. The species generally prefers a deep rich well-drained circumneutral soil, growing best in the south and east of Britain. Growth is much less on wet soils, on poor acid soils and on thin dry soils. This species grows well on poor soils, probably because of its intolerance of competition. Plants are very tolerant of exposure, doing well in cold exposed sites so long as sufficient moisture is present. Plants dislike shade, and are intolerant of root or branch competition. A fast growing tree but it is short-lived. Trees produce suckers freely and can form dense thickets. The aspen is a very good wildlife plant, it has over 90 associated insect species and is a food plant for the green hairstreak butterfly. Poplars have very extensive and aggressive root systems that can invade and damage drainage systems. Especially when grown on clay soils, they should not be planted within 12 metres of buildings since the root system can damage the building's foundations by drying out the soil. Can be planted to improve heavy clay soils in neglected woodlands. Dioecious. Male and female plants must be grown if seed is required. Special Features:Not North American native, Wetlands plant, Inconspicuous flowers or blooms.
Vermehrung: Seed - must be sown as soon as it is ripe in spring. Poplar seed has an extremely short period of viability and needs to be sown within a few days of ripening. Surface sow or just lightly cover the seed in trays in a cold frame. Prick out the seedlings into individual pots when they are large enough to handle and grow them on in the old frame. If sufficient growth is made, it might be possible to plant them out in late summer into their permanent positions, otherwise keep them in the cold frame until the following late spring and then plant them out. Most poplar species hybridize freely with each other, so the seed may not come true unless it is collected from the wild in areas with no other poplar species growing. Cuttings of mature wood in November/December in a sheltered outdoor bed. This species is rather difficult from cuttings. Suckers in early spring. Root cuttings in the winter.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Inner bark Edible Uses: Inner bark - dried, ground into a powder then added to flour and used for making bread etc. A famine food, it is only used when all else fails.

Weitere Nutzung

Charcoal Shelterbelt Soil conditioner Wood A very fast growing and wind resistant tree, it can be planted to provide a shelterbelt. Trees can also be planted to improve heavy clay soils in neglected woodlands. Wood - very soft, elastic, easily split, rather woolly in texture, without smell or taste, of low flammability, not durable, very resistant to abrasion. It makes a high quality paper and is also used to make a very good charcoal11, 21, 46, 100, 115].

Verbreitung

Heimisch: Agder, Albania, Algeria, Altay, Aurdal, Austria, Baltic States, Bamble, Belarus, Belgium, Brussels-Capital Region, Brønnøy and nearby places, Bulgaria, Bærum, Central European Russia, China North-Central, China South-Central, China Southeast, Corse, Czechia-Slovakia, Denmark, Drangedal, East Aegean Is., East European Russia, East Himalaya, Eresfjord, Finland, Flanders, Flemish Region, France, Germany, Global, Great Britain, Greece, Gyland, Hattfjord, Hedrum, Holt, Hungary, Iceland; England (England, Wales, Isle of Man, Scotland, Outer Hebrides, Orkney Isl., Shetland Isl., Isles of Scilly); Ireland (Ireland, Northern Ireland); Denmark; Norway; Sweden; Finland; Netherlands; Belgium; Luxembourg; Germany (Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen); Switzerland; Liechtenstein; Austria; Poland; Czech Republic; Slovakia; Hungary; Portugal; Spain; Andorra; France; Channel Isl. (Alderney, Guernsey, Jersey, Sark); Corsica; Sardinia; Italy; San Marino [I]; Slovenia; Croatia; Bosnia & Hercegovina; Montenegro; Serbia; Kosovo; North Macedonia; Albania; Romania; Bulgaria; European Turkey; Greece (scattered N- & C-Greece, rare Peloponnisos, Thasos, Kerkyra, Limnos, Evvoia); Estonia; Latvia; Lithuania; Belarus; C-European Russia; E-European Russia; N-European Russia; W-European Russia; Moldova; Ukraine; Crimea; Algeria; Siberia (Altai, Krasnoyarsk, W-Siberia); Russian Far East (Kamchatka, Kuril Isl., Primorye); Kazakhstan; Tajikistan [I]; Northern Caucasus; Georgia [Caucasus]; Armenia; Azerbaijan; Turkey (E-Anatolia, Inner Anatolia, NE-Anatolia, NW-Anatolia: Bithynia); Turkey (N-Anatolia, SE-Anatolia, SSW-Anatolia, W-Anatolia, WN-Anatolia); Lebanon (Antilebanon); China (Xinjiang); Mongolia; Nepal [I]; New Zealand [I]; USA [I] (Massachusetts [I], Missouri [I]), Inherred, Inner Mongolia, Ireland, Italy, Japan, Kamchatka, Kazakhstan, Korea, Krasnoyarsk, Kuril Is., Lebanon-Syria, Manchuria, Mongolia, NW. Balkan Pen., Netherlands, Nord-Odal, North America, North Caucasus, North European Russia, Northwest European Russia, Norway, Ogndal, Poland, Portugal, Primorye, Qinghai, Rennebu, Romania, Seljord, South European Russia, Spain, Spangereid, Sweden, Switzerland, Syvde, Tibet, Transcaucasus, Türkiye, Türkiye-in-Europe, Ukraine, Valle, Vik, Walloon Region, West Siberia, Xinjiang, Yakutiya, Østlandet Eingeführt: AU, British Columbia, Quebec, Tadzhikistan

Alternative deutsche Namen

AspeEspeZitter-Pappel
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren