Jetzt sammelbar: Knospen

Schwarzpappel

Populus nigra · auch: Pappel, Schwarz-

13 Fotos

Verwendete Pflanzenteile

Man sammelt die harzenden, aromatischen Knospen, und zwar bevor sie sich öffnen. Nur die harzigen Knospen enthalten zusätzlich das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es sich für den Bienenstock.

Portrait

 

ZUR HEILENDEN WIRKUNG VON PAPPELN

 

Schwarzpappeln, Zitterpappeln und Balsampappeln

enthalten in Rinde, Knospen, Blättern und Triebspitzen Substanzen, die effektiv entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend,harntreibend und fiebersenkend wirken. Im Vergleich mit ihrer Schwester, der Weide, kann gesagt werden, dass die Pappel milder wirkt. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist ihre ausgesprochen positive Wirkung auf die Haut!

Die heilende Wirkung der Pappel in Form von Aufgüssen und Abkochungen ist dem Menschen nachweislich seit der Antike bekannt. Plinius d. Ä., Offizier, Wissenschaftler und Schriftsteller, beschrieb bereits damals die Silber-Pappel als auch die Schwarz- und Zitter-Pappel in seiner  "Historia Naturalis".

In der mittelalterlichen Klostermedizin und bei Hieronymus Bock wird die Pappel erwähnt.

Seit aber der kaiserliche Leibarzt P. A. Matthiolus in seinem „New Kreuterbuch“ die Pappelknospen als medizinisch wirkende Zutat für Salben bei Entzündungen und Verbrennungen der Haut empfahl, trat sie ihren Siegeszug bis in unsere Zeit an, und aus ihren Knospen wird seitdem die entzündungshemmende und schmerzstillende Pappelsalbe gemacht.

 

  • Für medizinische Zwecke eignen sich Knospen, aber auch Blätter und Rinde junger Zweige folgender europäischer Pappeln: 

Zitterpappel 

Schwarzpappel 

Lungauer Balsampappel

 

  • Vom Beernten der Pappeln

Im Vorfrühling sammelt man die harzenden, aromatischen Knospen und zwar bevor sie sich öffnen. Nur die harzigen Knospen enthalten das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es. 

Pappelknospen werden am besten frisch verarbeitet, können aber auch bei 35° unter mehrfachem Wenden sorgfältig getrocknet werden. Sie riechen angenehm würzig-balsamisch, schmecken bitter. 

Eine kulinarische und gesundheitliche Delikatesse: "Pappelmilch" - Dazu werden einige Knospen in Milch bis zu 45° erwärmt, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Wunsch süßen. 

 

Im Erstfrühling wird die Rinde junger Zweige gesammelt.
Achtung: Die Schwarzpappel zählt vielerorts zu den geschützten Pflanzen. An bereits gefällten (Windwurf) Bäumen ernten.

Die Innenrinde kann geschnitten und gekocht oder getrocknet und vermahlen (Mehlersatz) verspeist werden. 

 

Im Vollfrühling und Frühsommer sammelt man die Blätter für Speisezwecke.

Die bitter-aromatischen Blätter schmecken roh oder gekocht Mensch und Tier. 

Buchtipp: Wer sich mit dem Thema "Speiselaub" auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch "Nahrhafte Landschaft" von Dipl. Ing. Dr. Michael Machatschek empfohlen.

 

Im Hochsommer sammelt man die Blätter

für medizinische Zwecke und trocknet sie.

Getrocknet und vermahlen dienen sie auch als Mehlersatz

 

Die amtliche Kommission E betätigte den schulmedizinischen Nutzen von Pappelknospen (Populi gemmae) bei

  • Oberflächlichen Hautverletzungen
  • Äußeren Hämorrhoiden
  • Sonnenbrand
  • Frostbeulen.

Die traditionelle Erfahrungsmedizin

nutzt die Heilkäfte der Pappel zusätzlich zu den genannten schulmedizinischen Anwendungsgebieten 

äußerlich angewendet als Salbe und Tinktur bei

  • Entzündungen der Haut und Schleimhaut, bei juckenden Hautausschlägen, Abszessen, Furunkeln, Juckreiz, Fieberblasen
  • Verbrennungen
  • Oberflächlichen Verletzungen,  Knochenbrüchen, Wundheilung, Narbenpflege
  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden

innerlich in Form von Tee oder Tinktur bei

  • Gicht
  • Rheumatischen Beschwerden
  • Blasenentzündung
  • Prostataleiden
  • Bronchitis
  • Grippalen Infekten

Wobei für den kurmäßig anzuwendenden Arzneitee neben den klebrigen Knospen auch Blätter und junge Rinde genommen werden.

Der Tee wirkt harntreibend,  entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend.

Zubereitet wird er gleich wie der Weidentee. Er schmeckt nicht ganz so herb wie Weidentee und kann deshalb in geringerer Dosierung auch Kindern verabreicht werden. 

 

In der Homöopathie 

werden primär die frische innere Rinde der jungen Zweige und Blätter der Zitterpappel zur Herstellung herangezogen. Anwendungsgebiete sind Erkrankungen des Urogenitaltraktes einschließlich Prostataleiden.

 

Tiermedizin

Zubereitungen aus Pappelknospen werden in der Tiermedizin als pflanzliche Entzündungssalbe („Grüne Salbe“) oft und gerne verwendet.

 

Anwendungsbeschränkungen 

Erkundigen Sie sich bitte vor der Anwendung von Pappelmedizin bei Ihrem Arzt oder Apotheker, insbesonders wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.

Wenn Sie an einer Allergie gegen Salicylate (z.B. gegen Aspirin), Propolis oder Perubalsam leiden, sollten Sie auf die Anwendung verzichten.

Gelegentlich verursacht die äußere Anwendung von Pappelknospenprodukten allergische Hautreaktionen.

 

 

Erntekalender

Knospen early spring gekocht essbar

Man sammelt die harzenden, aromatischen Knospen, und zwar bevor sie sich öffnen. Nur die harzigen Knospen enthalten zusätzlich das desinfizierende, entzündungshemmende Propolis! Auch die Bienen wissen das und holen es sich für den Bienenstock.

Rinde first spring gekocht essbar

Die Wachstumsschicht zwischen der Splintholzzone und der Rinde wird für Speisezwecke verwendet: Kochen oder trocknen und mahlen (Mehlersatz). Die Rinde selbst dient Heilzwecken. Aber: Schwarzpappeln sind geschützt! Auf Windwürfe achten.

Blätter full spring gekocht essbar

Können um diese Zeit roh oder gekocht verwendet werden.

Blätter midsummer gekocht essbar

Für medizinische Zwecke sammeln. Für Speisezwecke um diese Zeit trocknen und vermahlen als Mehlersatz verwenden.

Andere Namen

Saarbaum

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanze
Blütenfarbe grün
Blütezeit Erstfrühling | April

Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Salicaceae
Gattung
Populus
Ordnung
Malpighiales
Klasse
Magnoliopsida
Habitat
Moist ground in woods and by streams.
Essbarkeit
★☆☆☆☆
Heilwirkung
★★★☆☆
Licht
8/10
Feuchtigkeit
8/10
Boden
7/10
pH-Wert pH 5 – 8.5

Anbau & Pflege

Agroforestry Services: Living trellis Agroforestry Services: Windbreak Fodder: Bank Historic Crop Industrial Crop: Biomass Management: Coppice Management: Standard Other Systems: Irreg. Intercrop Other Systems: SRC Other Systems: Strip intercrop A very easily grown plant, it does well in a heavy cold damp soil. Prefers a deep rich well-drained circumneutral soil, growing best in the south and east of Britain. Growth is much less on wet soils, on poor acid soils and on thin dry soils. It is fairly wind tolerant, though it does not do well in exposed upland sites, or in maritime exposure[11, K]. It dislikes shade and is intolerant of root or branch competition. A fast-growing tree, reaching maturity in about 100 years and declining thereafter. There are several named varieties that have been selected mainly for their ornamental value. The leaf buds, as they swell in the spring, and the young leaves have a pleasing fragrance of balsam. The fragrance is especially pronounced as the leaves unfold. Very tolerant of hard pruning, the trees have often been pollarded in the past. Plants seldom produce suckers. An important food plant for the caterpillars of several species of butterfly. Poplars have very extensive and aggressive root systems that can invade and damage drainage systems. Especially when grown on clay soils, they should not be planted within 12 metres of buildings since the root system can damage the building's foundations by drying out the soil. Dioecious. Male and female plants must be grown if seed is required. Special Features:Not North American native, Inconspicuous flowers or blooms.
Vermehrung: Seed - must be sown as soon as it is ripe in spring. Poplar seed has an extremely short period of viability and needs to be sown within a few days of ripening. Surface sow or just lightly cover the seed in trays in a cold frame. Prick out the seedlings into individual pots when they are large enough to handle and grow them on in the old frame. If sufficient growth is made, it might be possible to plant them out in late summer into their permanent positions, otherwise keep them in the cold frame until the following late spring and then plant them out. Most poplar species hybridize freely with each other, so the seed may not come true unless it is collected from the wild in areas with no other poplar species growing. Cuttings of mature wood of the current season's growth, 20 - 40cm long, November/December in a sheltered outdoor bed or direct into their permanent positions. Very easy. Suckers in early spring. This species rarely produces suckers.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Inner bark Edible Uses: Inner bark - dried, ground then added to flour and used for making bread etc. A famine food, used when all else fails.

Weitere Nutzung

Cork Fodder Rooting hormone Shelterbelt Wood An extract of the shoots can be used as a rooting hormone for all types of cuttings. It is extracted by soaking the chopped up shoots in cold water for a day. A fast growing tree, it is often used to provide a quick screen or windbreak. The cultivar 'Italica' is commonly used for this purpose though it is not a very suitable choice because it has fragile branches and is prone to basal rots which can cause sudden collapse. The cultivar 'Plantierensis' is much more suitable. A resin obtained from the buds is made into a salve and used in home remedies. The bark is used as a cork substitute for floats etc. Wood - very soft, very light, rather woolly in texture, without smell or taste, of low flammability, not durable, easy to work, very resistant to abrasion. Used for lower quality purposes.

Verbreitung

Heimisch: Albania, Algeria, Austria, BR, Baltic States, Belgium, Brussels-Capital Region, Bulgaria, Central European Russia, Chía, vereda Yerbabuena, Sede del Instituto Caro y Cuervo, Corse, Czechia-Slovakia, Denmark [I]; Netherlands; Belgium [I]; Germany (Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, +Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen); Switzerland; Liechtenstein; Austria; Poland; Czech Republic; Slovakia; Hungary; Portugal [I]; Spain [I]; Andorra [I]; Channel Isl. [I]; Corsica [I]; Sardinia [I]; Italy; Sicily [I]; San Marino; Slovenia; Croatia; Bosnia & Hercegovina; Montenegro; Serbia; Kosovo; North Macedonia; Albania; Romania; Bulgaria; European Turkey; Greece (scattered mainland, rare islands); Crete; Estonia [I]; Latvia [I]; Lithuania [I]; Belarus; C-European Russia; E-European Russia; European Russia [I]; Moldova; Ukraine; Crimea; Morocco; Algeria; Tunisia; Libya; Madeira [I] (Madeira Isl. [I]); Canary Isl. [I] (Gran Canaria [I]); Siberia (Altai, Krasnoyarsk, W-Siberia); Kazakhstan; Turkmenistan; Uzbekistan; Northern Caucasus; Georgia [Caucasus]; Armenia; Azerbaijan; East Aegaean Isl. (Lesvos, Ikaria, Samos, Tilos, Rhodos); Turkey (E-Anatolia, N-Anatolia, NW-Anatolia: Bithynia, S-Anatolia, SSW-Anatolia); Iran (EC-Iran, N-Iran, Iranian Aserbaijan, S-Iran); China (Xinjiang); South Korea [I]; Taiwan [I]; Bhutan [I]; NW-India [I]; Myanmar [I]; Australia [I] (Queensland [I], New South Wales [I], Victoria [I], Tasmania [I]); New Zealand [I]; Canada [I] (British Columbia [I], Nova Scotia [I], Ontario [I], Prince Edward Isl. [I], Québec [I]); USA [I] (Alabama [I], Arkansas [I], Arizona [I], California [I], Colorado [I], Connecticut [I], District of Columbia [I], Delaware [I], Florida [I], Georgia [I], Iowa [I], Illinois [I], Indiana [I], Kansas [I], Kentucky [I], Louisiana [I], Massachusetts [I], Maryland [I], Maine [I], Michigan [I], Minnesota [I], Missouri [I], Mississippi [I], North Carolina [I], North Dakota [I], Nebraska [I], New Hampshire [I], New Jersey [I], New Mexico [I], Nevada [I], New York [I], Ohio [I], Oklahoma [I], Oregon [I], Pennsylvania [I], Rhode Island [I], South Carolina [I], South Dakota [I], Tennessee [I], Texas [I], Utah [I], Virginia [I], Vermont [I], Washington State [I], Wisconsin [I], West Virginia [I], Wyoming [I]); Mexico [I]; Hispaniola [I]; Colombia [I]; Bolivia [I]; Argentina [I]; Chile [I] (Biobío [I]), East Aegean Is., East European Russia, Flemish Region, France, Germany, Global, Great Britain, Greece, Hungary, Ireland, Italy, Jardín Botánico de Bogotá, Kazakhstan, Kriti, Lebanon-Syria, Libya, Morocco, NW. Balkan Pen., Netherlands, North America, North Caucasus, North European Russia, Northwest European Russia, Poland, Romania, Sardegna, Sicilia, South European Russia, Spain, Switzerland, Transcaucasus, Tunisia, Turkmenistan, Türkiye, Ukraine, Uzbekistan, Walloon Region, Xinjiang, Área urbana de Bogotá, D.C. Jardín Botánico José Celestino Mutis – Sede central Eingeführt: AR, AU, Altay, Argentina South, Azores, Belgium, Bogotá, Bolivia, Canary Is., Cape Provinces, Denmark, Dominican Republic, East Himalaya, Free State, Haiti, Illinois, Inner Mongolia, Iraq, Japan, Kentucky, Korea, KwaZulu-Natal, Lesotho, Madeira, Maryland, Minnesota, New Mexico, New South Wales, New York, Northern Provinces, Pakistan, Portugal, Queensland, South Australia, Sweden, Tasmania, Vermont, Victoria, Vietnam, West Himalaya, Wisconsin

Alternative deutsche Namen

Schwarz-PappelSchwarzpappel
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren