Heilöle ansetzen
Wird das Kräuter-Heilöl durch Kaltauszug gewonnen, bleibt die Vielzahl der fettlöslichen Pflanzeninhaltsstoffe erhalten.
Wird das Kräuter-Heilöl durch Kaltauszug gewonnen, bleibt die Vielzahl der fettlöslichen Pflanzeninhaltsstoffe erhalten. Es dauert allerdings bis zu seiner Fertigstellung 2 - 4 Wochen.
Für einen Kaltauszug eignen sich
- als Auszugsöl kaltgepresste Bio-Öle wie Sonnenblumen-, Oliven-, Mandel-, Avocado-, Jojoba-, Sesam-, Distel- und Traubenkernöl.
- Als Pflanzenmaterial in der Regel getrocknete Pflanzenteile. Das Öl kippt sonst leicht: Es beginnt zu gären.
- Werden ausschließlich Blütenblätter verwendet, wie das bei Arnika und Ringelblume der Fall ist, kann man sie auch frisch verwenden, lässt sie aber anwelken, um ihren Wassergehalt zu verringern. Dadurch wird der Schimmelgefahr vorgebeugt.
- Johanniskrautblüten und Knospen werden immer frisch verwendet und immer kalt ausgezogen.
Sehr wichtig ist, damit sich das heilende, rote Hypericin aus den Ölzellen des Echten Johanniskrautes löst: Bevor das Öl zugefügt wird, Blüten und Knospen im Glas mit einem Holzlöffel sanft, aber konsequent anquetschen, oder im Schraubglas mit Öl mixen. - Knoblauch und Bärlauch ebenfalls frisch verwenden und kalt ausziehen, damit die Heilstoffe erhalten bleiben.
- Wer noch mehr Heilstoffe aus Knoblauch und Bärlauch gewinnen möchte, dem sei die Herstellung einer Bärlauch-Tinktur angeraten und auch die Zitronen-Knoblauch-Kur.
- Kalt ausgezogen werden außerdem: Rosenblätter, die in ihre Schuppen zerlegte Zwiebel der Madonnenlilie, auch ihre Blüten, Frauenmantel Blüten und Blätter), Rotkleeblüten, Weißkleeblüten, Mädesüß-Blüten.
- Folgende Beispiel-Pflanzen können sowohl kalt als auch im Öl-Wasserbad oder auch heiß ausgezogen werden: Zitterpappel, Schwarzpappel, Lungauer Balsampappel, Schafgarbe, Mädesüß, Rosmarin, Große Klette.
Zutaten
- 1.00 Menge Pflanzenteile
- 1.00 Menge Pflanzenöl
- 1.00 Schraubglas
- 1.00 Filter
- 1.00 Kanne mit Ausguss
- 1.00 Trichter
- 1.00 Glasflasche
- 1.00 Etikett
Zubereitung
- 1.00 Menge Pflanzenteile — getrocknet oder frisch
- 1.00 Menge Pflanzenöl — kaltgepresst, Bio
- 1.00 Schraubglas — helles Glas
- 1.00 Filter — Mehrere Möglichkeiten: Kaffeefilter, Teefilter, Sieb, in das ein Stück Gaze bzw. Nylongewebe (saugt sich nicht mit dem wertvollen Öl an) oder Filterpapier gelegt wurde
- 1.00 Kanne mit Ausguss
- 1.00 Trichter
- 1.00 Glasflasche — dunkles Glas mit Schraubdeckel
- 1.00 Etikett
Ein Schraubglas wird zu einem Drittel mit den fein zerkleinerten Kräuterteilen angefüllt.
Mit Bio-Öl das Glas anfüllen.
Glas mit dem Schraubdeckel gut verschließen und für 2 Wochen an einen zimmerwarmen (ca. 25°), hellen, aber absonnigen Platz stellen.
- Eine wichtige, einsame Ausnahme stellt wieder das Johanniskraut dar: Es braucht Sonne und bis zu 4 Wochen Zeit, bis unter Licht- und Wärmeeinfluss durch enzymatische Zersetzung der Johanniskrautblüten das begehrte Rotöl entsteht.
- Sonnig gestellt werden auch Arnika, Ringelblume und Chili.
Glas mit Inhalt täglich schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen.
Die Pflanzenteile müssen immer von Öl bedeckt sein, sonst erneute Schimmelgefahr!
Abfiltern in eine Kanne mit Ausguss.
Mit Hilfe eines Trichters in dunkle Fläschchen abfüllen.
Beschriften mit Inhalt und Datum.
Aufbewahrung, Haltbarkeit, Verwendung
- Kühl und dunkel gelagert behält das Kräuter-Heilöl 1 Jahr lang seine volle Wirkkraft.
- Das hochwertig gewonnene Kräuteröl wird - den Wirkungen der ausgezogenen (mazerierten) Heilpflanze entsprechend – verwendet:
- Es kann sogleich als Heilöl oder auch als Massageöl auf die Haut aufgetragen werden.
- Es lässt sich mit anderen Heilölen zweckmäßig mischen, tropfenweise auch mit ätherischen Ölen.
- Man stellt damit eine Heilsalbe bzw. Heilcreme oder Pflegecreme her.