Heilpflanze: stimmungsausgleichend, muttermilchbildend, muttermilchbildend

Gewürzfenchel

Foeniculum vulgare var. dulce (Mill.) Thell. · auch: Fenchel, Gewürz-

6 Fotos

Gewürzfenchel ist eine mediterrane Kulturpflanze mit anisähnlichem Geschmack. Samen, Blätter und Knolle sind essbar und vielseitig in der Küche verwendbar.

Beschreibung

Die Heimat des Fenchels (Foeniculum vulgare) ist der Mittelmeerraum, wo er bereits seit der Antike kultiviert wird. 

Es bildeten sich drei Varietäten des Fenchels heraus, die unterschiedlich verwendet werden und auch Unterschiede in ihrem Wuchs zeigen: 

  • Wilder Fenchel bzw. Gewöhnlicher Fenchel, Bitterfenchel (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. vulgare)
  • Gewürzfenchel bzw. Süßfenchel (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. dulce)
  • Gemüsefenchel bzw. Knollenfenchel (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. azoricum)

Verwendete Pflanzenteile

Blätter ab Juni nach Bedarf ernten.

Erläuterung

Keimtemperatur 18° - 22°

Portrait

Gemeinsam ist ihnen neben der gelben, duftenden Doppeldoldenblüte das filigrane, zerteilte und würzende Blatt und, in unterschiedlicher Stärke, die krampflösende, aufhellende, verdauungsfreundliche und bronchienstärkende, schleimlösende Wirkung.

Auch lieben sie alle einen warmen Standort. Gut gedeihen sie auf mäßig trockenen, nährstoffreichen, leicht kalkigen, nicht zu schweren Lehm- und Lössboden in Gebieten mit sonnig-warmem Spätsommer und  Herbst

 

Gedeiht der Gewürzfenchel auch in Mitteleuropa?

Unter günstigen Bedingungen, vorallem in Weinbaugebieten, und mit Winterschutz versehen gedeiht der mehrjährige Gewürzfenchel auch in Mitteleuropa. Gelegentlich wildert er sogar aus, sodass er zu den eingebürgerten Neophyten gezählt wird.

  • Er kann sich zu einer bis zu 2 m hohen, nach oben hin verzweigten Pflanze mit einer tiefreichenden, rübenförmigen Wurzel entwickeln. 
  • Die Blüten, und somit auch die Früchte, erscheinen meistens erst im Jahr nach der Aussaat.

Worin unterscheidet sich der Gewürzfenchel vom Bitterfenchel?

Gleich vorweg, die Früchte des Gewürzfenchels enthalten mehr entkrampfendes, schleimlösendes Anethol, die des Bitterfenchels mehr bitteres, antimikrobielles, belebendes Fenchon: 

Der Gewürzfenchel wird häufig als "Süßfenchel" bezeichnet, denn sein ätherisches Öl enthält im Unterschied zum "Bitterfenchel"

  • nur 1 % bitter, kampferartig schmeckende Fenchon , der Bitterfenchel 12 - 25%. 
    Fenchon wirkt
    • wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze
    • belebend auf das menschliche Zentralnervensystem, wie viele Bitterstoffe
  • Anethol, aus dem das ätherische Öl des Süßfenchels bis zu 95 %  besteht, das des Bitterfenchels bis zu 75 %, ist für die Süße im Geschmack und für das klassische Anisaroma zuständig. 
    Anethol wirkt
    • entkrampfend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts, der Gallen- und Harnwege, der Bronchien und der Gefäße. 
    • In der Lunge wirkt Anethol zudem schleimlösend und das Bronchialsekret hinausbefördernd.
    • Wird Fenchelöl unter Lichteinwirkung gelagert, kann aus Anethol unter Umständen „Photoanethol“ mit östrogenen Eigenschaften entstehen. Darum Fenchöl Kindern nur 2 Wochen hindurch verabreichen!

 

Medizinische Verwendung des Gewürzfenchels (Süßfenchels)


Es ist wunderbar zu verfolgen, wie die „Altvorderen“, die noch nichts von Molekular- und Genforschung wussten, die heute von der Wissenschaft bestätigten Wirkungen des Fenchels herausfanden!

  1. Der altgriechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides schrieb über den Süßfenchel, den er als „Marathon“ bezeichnete: „Das Marathron, das Kraut desselben genossen, hat die Kraft, die M e n s t r u a t i o n zu befördern, der Same auch, wenn er getrunken oder mit Gerstenschleim gekocht wird. Die Abkochung des Blüthenstengels ist als Trank den N i e r e n- und B l a s e n l e i d e n d e n zuträglich, da sie den Urin treibt. Mit Wein getrunken ist er (der Blüthenstengel) ein gutes M i t t e l  g e g e n  S c h l a n g e n b i s s e, auch befördert er die M e n s t r u a t i o n. In Fieberzuständen mit kaltem Wasser getrunken beseitigt er das Uebelkeitsempfinden und den Brand des M a g e n s. Die Wurzeln, fein gestossen und mit Honig aufgelegt, heilen den B i s s  d e s  t o l l e n  H u n d e s. Der ausgepresste und in der Sonne getrocknete Saft der Stengel und Blätter wird mit Nutzen zu den A u g e n m i t t e l n, welche für die Schärfe des Gesichtes dienen, verwandt. Für dieselben Zwecke wird auch aus dem noch frischen Samen nebst den Zweigen und Blättern sowie auch aus der Wurzel nach dem ersten Ausschlagen der Saft bereitet.“ 
    • Interessant ist, dass er alle Pflanzenteile des Fenchels einer medizinischen Verwendung zuführte, wobei er sich die spasmolytische (krampflösende), karminative (entblähende) und schwach antimikrobielle Wirkung (= wirksam gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Hefen) des Fenchels, die in moderner Zeit von der Kommission E, von ESCOP und HMPC wissenschaftlich bestätigt wurden, zunutze machte. 
      Nur die Einsatzgebiete des Fenchels für A t e m w e g s e r k r a n k u n g e n vermissen wir in der antiken Aufzählung! Zeitgemäße wissenschaftliche Studien ergaben nämlich, dass sowohl der Bitterfenchel (Wilder Fenchel) als auch der Süßfenchel (Gewürzfenchel) die mukoziliäre Aktivität erhöhen, d.h., den Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien stärken. ​
  2. Die Völker südlich der Alpen standen mit jenen nördlich der Alpen über Jahrtausende nicht nur in kämpferischem Austausch, sondern es flutete auch viel nutzbringendes Wissen und Können über die Alpen!
    • Der Fenchel erreichte dank Anbauvorschrift Karls d. Großen die Gärten der Guthöfe und vor allem die der Klöster. Er wurde aufgrund des verbreiteten antiken Wissens zu einer ihrer wichtigsten Heilpflanzen! 
    • Auch die sensitive, eigen-sinnige Benediktinerin Hildegard von Bingen schätzte den Fenchel, und zwar die Fenchelfrüchte („Samen“) genauso wie die Fenchelknolle. Er zählte für sie neben Dinkel und Kastanie zu den angenehmsten Nahrungs- und Heilmitteln. Angewendet werden sollte der Fenchel ihrer Meinung nach vor allem bei Heiserkeit, Schnupfen, Magenbeschwerden, schlechtem Atem, bei Lungenleiden, zur allgemeinen Stärkung und - neu, aber dank Fenchon im Fenchel, richtig - bei depressiven Verstimmungen: „Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme Wärme und guten Schweiß und eine gute Verdauung.“ (Physica, Causae et Curae)

 Zeitgemäße Medizinische Zubereitungen:

  •  Fencheltee aus Fenchelfrüchten als Arzneitee in der Dosierung für Erwachsene, für Kinder entsprechend weniger nehmen:
    • 2 gestrichene Teelöffel Fenchelfrüchte unmittelbar vor dem Gebrauch anquetschen. Das geht in einem kleinen Mörser am einfachsten. Sonst mit Löffel und Tasse.
    • Mit 250 ml heißem Wasser übergießen.
    • 15 Minuten ziehen lassen.
    • 3-mal täglich eine Tasse Tee trinken. Zeitraum: Längstens 3 Wochen, dann erst nach einer mehrwöchigen Pause wieder beginnen.
      • Als Mittel gegen Verdauungsstörungen nicht süßen.
      • Als Hilfe bei Atemwegserkrankungen kann der auf 40° abgekühlte Fencheltee mit Honig gesüßt werden.
    • Überlegenswertes:
      Auch die Anwendung von „nur“ Fencheltee darf nicht übertrieben werden.
      • Vor allem sollte er bei Kindern nicht als nächtliche süße „Dauermundspülung“ dienen! Karies ist eine der möglichen Folgen.
      • Fencheltee wird in der Stillzeit ausgiebig und über einen langen Zeitraum getrunken, da er über die Muttermilch beruhigend auf die Verdauung des Kindes wirkt. Wie bei allem, ein übertriebener Konsum kann u. U. schaden: In Tierstudien mit Mäusen, die über 12 Monate mit reinem (= purem Estragol (Methylchavicol), das sind Stoffe, die in Spuren auch in Fenchelfrüchten enthalten sind) traktiert wurden, wurden Lebertumore beobachtet. „Diese Ergebnisse können jedoch nicht auf die Verabreichung von Fenchelfrüchten bzw. Fenchelöl übertragen werden.“ (Quelle)  Pflanzen enthalten eine Vielfalt an Stoffen, die auf eine durchwegs noch unerforschte Weise zusammenwirken, sich verstärken oder abschwächen. Und Pflanzen lehren uns auch: Möglichst viel ist nicht gleich möglichst gut!   Vielleicht als Stillende die Menge reduzieren, oder, wenn es möglich ist, auf Laub des Bitterfenchels umsteigen?    Arzneitee wird übrigens in der Regel nur über einige Wochen konsumiert.
  • Fenchelfrüchte direkt anwenden:
    Bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Krämpfen, denen keine ernsthafte organische Erkrankung zugrunde liegt, sind ein halber bis ein ganzer Teelöffel Fenchelfrüchte (oder Kümmel), die direkt in den Mund genommen, zerbissen und geschluckt werden, eine schnelle Hilfe. Sie gehören in jede Reiseapotheke!
  • Ätherisches Fenchöl wird sowohl aus Süßfenchel als auch aus Bitterfenchel gewonnen.
    • Verdünntes ätherisches "Fenchelöl Süß" aus Foeniculum vulgare dulce empfiehlt sich als Massageöl.
    • Ätherische Öle aus Bitterfenchel - "Bitterfenchelöl" (Foeniculi amari fructus aetheroleum) und "Bitterer-Fenchel-Kraut-Öl" (Foeniculi amari herbae aetheroleum) - werden verdünnt für medizinische Zwecke eingenommen. Ihre Zusammensetzung ist im Europäischen Arzneibuch festgelegt.
  • Fenchelsirup, Fenchelhonig und Fencheltinktur werden für die gleichen Beschwerden angewendet wie die Früchte als Tee oder Direktanwendung. Siehe unter Wilder Fenchel, denn er wird für ihre Herstellung verwendet.

 

Der Gewürzfenchel (Süßfenchel) in der Küche


Er bildet zwar keine essbare, oberirdische Knolle, doch schätzt man sein frisches, filigranes Laub, das nach Anis schmeckt, und vor allem seine reifen Früchte, die sich aus den hübschen, gelben Doldenblüten entwickeln. Beides wird seit der Antike nicht nur medizinisch, sondern auch zum Würzen von Speisen und Getränken verwendet. 

  • Sein Laub und die Blüten werden roh über Salate, Gemüsegerichte, Suppen, Käse und Fisch gestreut. Durch Kochen würde das Aroma verloren gehen. 
  • Die Früchte („Samen“) des Gewürzfenchels schmecken milder als die des Bitterfenchels, süßlich, leicht würzig. Sie sind ein beliebtes Tee- und Brotgewürz, z. B. für Vinschgerlen, werden auch gerne Suppen, Gemüse und Speisen aus Bohnen beigegeben und zum Aromatisieren diverser Spirituosen verwendet.

 

Erntekalender

Blätter early summer gekocht essbar

Blätter ab Juni nach Bedarf ernten.

Samen late summer gekocht essbar

Die Früchte ("Samen") reifen nach und nach. Braune Samenstände rechtzeitig abschneiden, auf Papier trocknen lassen und die Samen herausklopfen.

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Zitierte Quellen für diese Pflanze

Literaturliste →
Belege:
  • 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Union herbal monograph on Foeniculum vulgare Miller subsp. vulgare var. dulce, fructus — Revision 1(2022), EMEA/HMPC/372839/2016
    „Traditionelle Anwendung bei leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, bei leichten menstruationsbedingten Krämpfen und als schleimlösendes Mittel bei erkältungsbedingtem Husten."
  • 📚 Heinz Schilcher, Susanne Kammerer, Tankred Wegener, Leitfaden Phytotherapie, Fenchel-Kapitel
    „Der süße Fenchel wird im Leitfaden Phytotherapie als besonders kindgerecht beschrieben und gehört seit Generationen zu den klassischen Teezubereitungen bei Säuglingsblähungen."

Traditionell beschriebene Eigenschaften

stimmungsausgleichend (Samen) Hildegardmedizin
muttermilchbildend (Samen) Volksheilkunde
muttermilchbildend (Blätter) Volksheilkunde
verdauungsfördernd (Samen) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
entblähend (Samen) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
entkrampfend (Samen) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
antimikrobiell (Samen) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
schleimlösend (Samen) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
auswurffördernd (Samen) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin

Inhaltsstoffe

Ballaststoffe Ballaststoff
Kieselsäure Mineral
Bitterstoffe Sekundär
Cumarine Sekundär
Flavonoide Sekundär
Furanocumarine Sekundär
Polyphenole Sekundär
Ätherische Öle Sekundär
Vitamin A / Retinol Vitamin
Vitamin B1 / Thiamin Vitamin
Vitamin B2 / Riboflavin Vitamin
Vitamin B3 / Niacin Vitamin
Vitamin B6 / Pyridoxin Vitamin
Vitamin C / Ascorbinsäure Vitamin
Vitamine Vitamin
Anorganische Säuren
Kohlenhydrate
Makronährstoffe
Mikronährstoffe
Mineralstoffe
Polysaccharide
Sekundäre Pflanzenstoffe
Stärke
Details zu den Inhaltsstoffen
Ballaststoffe

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie finden sich vor allem in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Saaten.

Kieselsäure

Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliciums bezeichnet. Die einfachste Kieselsäure ist Monokieselsäure (Orthokieselsäure) Si(OH)4 oder auch H4SiO4. Sie ist eine schwache Säure (pKs1 = 9,51; pKs2 = 11,74) und neigt zur (Poly-)Kondensation. Wasserabspaltungen führen zu Verbindungen wie Dikieselsäure (Pyrokieselsäure) (HO)3Si–O–Si(OH)3 und Trikieselsäure (HO)3Si–O–Si(OH)2–O–Si(OH)3. Allgemeine Summenformel solcher Kieselsäuren ist H2n+2SinO3n+1. Cyclische (ringförmige) Kieselsäuren sind z. B. Cyclotrikieselsäure und Cyclotetrakieselsäure mit der allgemeinen Summenformel [–Si(OH)2–O–]n. Polymere werden gelegentlich als Metakieselsäure (H2SiO3, [–Si(OH)2–O–]n) bezeichnet. Kondensieren diese niedermolekularen Kieselsäuren weiter, bilden sich amorphe Kolloide (Kieselsol). Als Summenformel wird häufig SiO2 · n H2O angegeben; das „Wasser“ in solchen Formeln ist jedoch kein Kristallwasser, sondern entspricht konstitutionell den Hydroxygruppen, die nach Kondensationsreaktion bilanzmäßig in der Kieselsäure verbleiben.

Bitterstoffe

Als Bitterstoffe werden alle chemischen Verbindungen bezeichnet, die durch Aktivierung von T2R einen bitteren Geschmack aufweisen. Sie können sowohl aus der Natur kommen als auch synthetisch hergestellt werden. Bitterstoffe sind keine chemisch einheitliche Gruppe, sondern zeichnen sich nur dadurch aus, dass sie bitter schmecken.

Cumarine

4-Hydroxycumarine werden in der Medizin vom 4-Hydroxycumarin abgeleitete Substanzen mit blutgerinnungshemmender Wirkung genannt. Ihre Wirkung beruht auf einer Hemmung des für die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren wichtigen Vitamin-K-Stoffwechsels. In der Medizin werden Cumarine als blutgerinnungshemmende Arzneistoffe eingesetzt (Antikoagulanzien). Darüber hinaus werden Cumarine auch als Rodentizide insbesondere zur Rattenbekämpfung genutzt.

Flavonoide

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Furanocumarine

Furocumarine kommen häufig in Doldenblütlern vor wie Bärenklau und Arznei-Engelwurz, außerdem in Rautengewächsen wie Zitruspflanzen sowie in einer Reihe weiterer Pflanzen. Furocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen als Phytoalexine.

Polyphenole

Polyphenole sind chemische Verbindungen aus der Stoffgruppe der Phenole beziehungsweise Hydroxyaromaten. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche Verbindungen den Polyphenolen zugeordnet werden können. Zumeist werden natürliche, in Pflanzen vorkommende Verbindungen, die mehr als einen Phenolring enthalten, den pflanzlichen Polyphenolen zugeordnet. Vereinzelt werden auch aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten, als Polyphenole bezeichnet.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen oder Terpenen bestehen. Es handelt sich um stark riechende Stoffgemische ölartiger Konsistenz, die in Wasser schwer löslich sind und aus pflanzlichen Ausgangsstoffen stammen.

Vitamin A / Retinol

Retinol, auch Vitamin A genannt, ist ein fettlösliches Vitamin.  Gute Vitamin-A-Lieferanten sind Tierische Milch (und ihre Produkte wie Butter, Käse, Joghurt, Sauermilch), Eigelb, Leber, Makrele, Heilbutt, Haifisch.  enthalten. Daneben sind auch Milch und Käse gute Vitamin-A-Lieferanten. Zu den Fischen, die besonders reich an Vitamin A sind, zählen insbesondere Haifisch, Heilbutt und Makrele. Wirkung: Zellschützend für Drüsengewebe, Haut, Schleimhaut und besonders für die Netzhaut, wodurch die Sehkraft bei Nachtblindheit gestärkt wird. Schützt als Antioxidans bis zu einem gewissen Grad auch vor schädigender Sonneneinstrahlung. Speicherung: Vitamin A wird im menschlichen Körper gespeichert. Ein Zuviel an hochdosierten Vitamin-A-Gaben kann Schäden verursachen.

Vitamin B1 / Thiamin

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung : positiver Einfluss auf das Nervengewebe, die Schilddrüse und den Kohlenhydrat-Stoffwechsel. Vitamin B1 gibt Energie, wird allerdings durch Alkohol, Schwarztee und säurebindende Medikamente vermindert. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B2 / Riboflavin

Riboflavin, auch Vitamin B2 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung: Als Bestandteil vieler Enzyme am Energiestoffwechsel, auch am Hirnstoffwechsel, beteiligt, kann Migräne verhindern. Außerdem ist es wichtig für Zellatmung, Wachstum, Sehschärfe und Haut (offene Mundwinkel). Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B3 / Niacin

Niacin, auch Vitamin B3, Nicotinsäure, Nicotinamid genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Die gesunde menschliche Leber kann unter Mithilfe der Aminosäure Tryptophan (z.B.Vollkorn ist Tryptophanspender !) Vitamin B3 erzeugen. Wirkung: Mitbeteiligung an der Regulierung von Blutzucker, Cholesterin, Schlaf, Herztätigkeit, Stimmungslage, besonders wichtig für Gesundung von Haut und Schleimhaut. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden. Bei Mangel, der bei Menschen, die sich hauptsächlich von Hirse oder Mais ernähren, vorkommt, tritt häufig die Hautkrankheit Pellagra auf.

Vitamin B6 / Pyridoxin

Pyridoxin, auch Vitamin B6 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung: Bedeutungsvoll für den Eiweißstoffwechsel (bes. für die Blutbildung), stärkt Gehirn- und Nervenfunktionen, das Immunsystem, kräftigt Haut und Haare. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin C / Ascorbinsäure

ASCORBINSÄURE, auch VITAMIN C genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und zählt zu den organischen Säuren. Vitamin C wird mit einer ausgewogenen Mischkost, die neben Obst und Gemüse auch Wildpflanzen und Wildbeeren (Sanddorn!) enthält, dem menschlichen Körper in ausreichendem Maße zugeführt. Kochtipp: Normalerweise sinkt der Vitamin C-Gehalt beim Einweichen, Trocknen, Kochen der Pflanzen, sowie bei der Lagerhaltung. Eine wichtige Ausnahme bilden die Kohlpflanzen: In ihnen ist Ascorbinsäure in Form von Ascorbigen A und B gebunden, sodass sie kurz gekocht mehr Vitamin C enthalten als roh!   Wirkungen der Ascorbinsäure bzw. des Vitamins C : Es ist als starkes Antioxidans wichtig für Zellschutz, Immunsystem, Bindegewebe, glatte, feste Haut, gesunde Blutgefäße. Es fördert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Durch die Wasserlöslichkeit von Ascorbinsäure / Vitamin C wird ein Zuviel in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamine

Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsdeckend synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essentiellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen organischen Stoffe selbst synthetisieren.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate bilden neben Proteinen und Lipiden in Bezug auf die Biomasse eine der drei bedeutsamsten Stoffklassen: Kohlenhydrate kommen im Stoffwechsel aller Lebewesen vor. Als Produkt der Photosynthese machen Kohlenhydrate etwa zwei Drittel der weltweiten Biomasse aus. Kohlenhydrate sind die am häufigsten vorkommende Klasse von Biomolekülen. Die Wissenschaft, die sich mit der Biologie der Kohlenhydrate und dem Kohlenhydratstoffwechsel beschäftigt, heißt Glycobiologie. Kohlenhydrate werden mit dem Suffix „-ose“ gekennzeichnet, z. B. die Polysaccharide Cellulose, Amylose, die Oligosaccharide Raffinose oder Stachyose, Disaccharide wie Saccharose oder Lactose und Monosaccharide wie Glucose und Fructose.

Makronährstoffe

Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Proteine (Eiweiße) und Fette + Öle. Sie dienen dem Aufbau und Erhalt des Körpers, also dem Baustoffwechsel und dem Energiestoffwechsel von Pflanze, Tier, Mensch.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Daher müssen sie mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus. Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.

Polysaccharide

Polysaccharide sind Kohlenhydrate, in denen eine große Anzahl Monosaccharide (Einfachzucker) über eine glycosidische Bindung verbunden sind. Es handelt sich um Biopolymere aus mindestens elf Monosaccharideinheiten oder mit statistischer Molekülgrößenverteilung. Beispiele für Polysaccharide sind Glycogen, Stärke, Pektine, Chitin, Callose und Cellulose. Polysaccharide spielen für Pflanzen und Tiere eine wichtige Rolle als Schleimstoffe, Reservestoffe und Nährstoffe. Sie sind zum Beispiel in Getreidekörnern und Kartoffeln vorzufinden. Pflanzliche Zellwände bestehen zu über 50 % aus Cellulose und Hemicellulose, letztere ist ein Gemisch aus Polysacchariden, das eine stützende Funktion in der Zellwand übernimmt.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Stärke

Stärke (lateinisch amylum; früher auch Amlung, Amilum und Amidum sowie „Kraftmehl“ genannt) ist eine organische Verbindung, ein Polysaccharid mit der Formel (C6H10O5)n, das aus α-D-Glucose-Einheiten besteht. Das Makromolekül zählt daher zu den Kohlenhydraten. Tierische Organismen, der menschliche Körper und Pilze verwenden Glycogen als Kohlenhydratspeicher. Stärke ist einer der wichtigsten Reservestoffe in pflanzlichen Zellen.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Blähungen - Erwachsene Volksheilkunde
Fenchel wird traditionell bei Blähungen eingesetzt, da seine ätherischen Öle krampflösend und verdauungsfördernd wirken sollen.
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Blähungen-Bauchschmerzen - Kinder Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt Fencheltee als bewährtes Mittel bei Bauchschmerzen und Blähungen im Kindesalter.
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Magenkrampf Volksheilkunde
Die krampflösenden Eigenschaften des Fenchels werden traditionell zur Linderung von Magenkrämpfen genutzt.
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Menstruationsbeschwerden Volksheilkunde
Fenchel wird in der Volksheilkunde bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt, da er entkrampfend wirken soll.
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Husten Volksheilkunde
Traditionell wird Fenchel bei Husten verwendet, da die ätherischen Öle schleimlösend und beruhigend wirken sollen.
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Erkältung Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt Fenchel als unterstützendes Mittel bei Erkältungen zur Linderung von Symptomen.
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Schnupfen Volksheilkunde
Fenchel wird traditionell bei Schnupfen eingesetzt, um die Atemwege zu befreien und Sekrete zu lösen.
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Bronchitis Volksheilkunde
Die schleimlösenden Eigenschaften des Fenchels werden in der Volksheilkunde bei Bronchitis genutzt.
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Heiserkeit Volksheilkunde
Fencheltee wird traditionell bei Heiserkeit angewendet, um die Atemwege zu beruhigen und zu pflegen.
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Augenbeschwerden Volksheilkunde
In der Volksheilkunde werden Fenchelaufgüsse als Augenwasser bei Augenbeschwerden verwendet.
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Harnwegsinfekt Volksheilkunde
Fenchel wird traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt, da er harntreibend und entzündungshemmend wirken soll.
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Reizblase Volksheilkunde
In der Volksheilkunde gilt Fenchel als beruhigend bei Reizblase und Blasenbeschwerden.
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Mundgeruch Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen empfiehlt Fenchel gegen Mundgeruch und zur Reinigung der Atemwege.
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Frieren von Innen heraus Hildegardmedizin
Nach Hildegardmedizin wärmt Fenchel von innen und wird bei innerer Kälte eingesetzt.
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Magerkeit Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen nutzt Fenchel zur Unterstützung bei Magerkeit und zur Stärkung des Körpers.
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Schwitzen - übermäßiges Hildegardmedizin
In der Hildegardmedizin wird Fenchel zur Regulierung von übermäßigem Schwitzen eingesetzt.
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Seelische Balance Hildegardmedizin
Fenchel gilt in der Hildegardmedizin als Pflanze zur Förderung seelischer Ausgeglichenheit und innerer Harmonie.
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Hautpflege Hildegardmedizin
Nach Hildegard von Bingen wird Fenchel zur Hautpflege und Reinigung der Haut verwendet.
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Andere Namen

Foeniculum vulgare (L.) Mill.SüßfenchelSüßer FenchelRömischer FenchelFrauenfenchelFencheldill

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeFrauenpflanzeKinderMännerpflanzeTeepflanzeNahrungspflanzeKräuter und GewürzeVerzehrtauglichkeit DestillierenGenussnahrungKochenLagernNotnahrungTrocknenNützlingspflanze Pflanzen- und SamenhandelTechnische NutzungKosmetikWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungAckerpflanzealte KulturpflanzeBalkongartenBauerngartenpflanzeBienenweideDuftpflanzeGartenKübelbepflanzungStaudenbeetWochenendgartenAromatherapieGenusspflanzePsychoaktivRäucherpflanzeWellnessZierpflanze
Vorkommen NeophytHöhenstufenFlachlandHügellandLebensraumÄckerBrachlandGärtenRuderalstellenWegränderWeingärtenVerbreitungAsienEuropaNordafrikaVorderasien
Blütenfarbe gelb
Blütezeit Spätsommer | AugustFrühherbst | SeptemberHochsommer | Juli
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

first spring

Samen

late autumn

Nachbarn im Garten

Lade Nachbarschaftsgraph...

Rezepte mit dieser Pflanze

Quellen

Steckbrief

Familie
Apiaceae
Gattung
Foeniculum
Ordnung
Apiales
Klasse
Magnoliopsida
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren