Poleiminze
Mentha pulegium · auch: Minze, Polei-
Beschreibung
Wildformen der seltenen Poleiminze, einer geschätzten Hildegard-Pflanze, die sich äußerlich durch ihre nadelförmigen Blätter von den anderen Minzen abhebt, gedeihen in feuchten, milden Tallagen der großen Ströme Europas und in den Mittelmeerländern.
Sie wurde von alters her für unterschiedliche Zwecke und häufig verwendet, ist jedoch nicht für den Verzehr geeignet. Heutzutage schätzt man sie vor allem als besonders wertvolle, duftende Bienenpflanze und als wirksames Mittel gegen Ungeziefer. Als Streukraut gegen Flöhe, auch gegen Katzenflöhe, wurde sie immer schon genutzt. Ihr botanischer Artname pulegium (pulex= Floh) deutet darauf hin.
Erläuterung
Den sehr feinen Samen zur leichteren Handhabung mit ein wenig Sand mischen. Mit Vlies bedecken. Keimt gut bei Temperaturen um 20°. Nicht austrocknen lassen.
Portrait
Doch in der Poleiminze steckt noch ein anderes Potential, eines, das sie in der griechischen Mythologie den Pflanzen des Gartens der Hekate zuordnete und das seinen Ursprung hat in der Zusammensetzung seines ätherischen Öles. Es kommt in der ganzen Pflanze vor und enthält neben Menthol (9%), Gerbstoffen, Limonen und Flavanonen (Diosmin, Hisperidin) bis zu 80% giftiges Pulegon.
Sie stand in dem Ruf, als starkes Aphrodisiakum auf den Uterus zu wirken und galt seit der Antike als Symbol für unerlaubte Sexualität. Plinius fand die Poleiminze wertvoller als die Rose, die auch als Aphrodisiakum galt, und Mattioli vermerkte, dass die Minze den männlichen Samen stärke. Der Arzt Dioskurides allerdings stellte fest, dass sie Menstruation und Wehen hervorrufe.
Man nahm die gesundheitsschädigenden Wirkungen, die das Pulegon (Koliken, Krämpfe, Azidose) hervorrief, in Kauf und mischte sie in Liebestränke oder konsumierte sie in Form von Pillen, in England als ‚Pennyroyal’ bis ins 20. Jhd. In höherer Dosis wurde die Poleiminze zum Austreiben der Nachgeburt benutzt und auch für Abtreibungen , mit oft tödlichem Ausgang für Mutter und Kind.
Schmerzlindernd, entzündungshemmend, desinfizierend, verdauungsfördernd sind Eigenschaften des Menthols in allen Minzen, die sogar bedeutend mehr davon enthalten als die Poleiminze. Sie ist die einzige Minze, die wegen des toxischen Inhaltsstoffes Pulegon nicht als Tee verwendet werden sollte.
Überlassen wir sie den Bienen und Hummeln, die sie anders verstoffwechseln als wir Menschen! Um ihnen Futter anzubieten, eignet sich diese polsterbildende, nicht allzu hohe Duftpflanze, in milderen Gegenden als Gartenpflanze in der Nähe eines Teiches und als Kübel- bzw. Balkonpflanze gepflanzt zu werden.
Damit Sie eine für Ihre Zwecke geeignete Minze finden, sind hier etliche aufgelistet, eingeteilt nach ihrem Mentholgehalt:
- Mentholreiche Minzen - Ackerminze, Japanische Ackerminze, Pfefferminze, Thüringer Minze, Wasserminze
- Mentholarme Minzen - Grüne Minze, Marokkanische Minze, Türkische Minze, Apfelminze, Mojitominze, Kärntner Minze, Orangenminze, Kölnischwasser-Minze, Erdbeerminze, Schokoladenminze, Rossminze, Poleiminze
- "Andere Minzen" - Neben den echten Minzen (ihr botanischer Name beginnt mit „ Mentha …“), gibt es noch andere ungiftige, duftende Heilpflanzen, die als „Minze“ bezeichnet werden, aber im botanischen Sinne keine sind.
Sie gehören zu anderen Gattungen: Minzverbene, Bergminze, Frauenminze , Katzenminze.
Mentholreiche MinzenAckerminzeJapanische AckerminzePfefferminzeThüringer MinzeWasserminzeMentholarme MinzenGrüne MinzeMarokkanische MinzeTürkische MinzeApfelminzeKärntner MinzeMojitominzeOrangenminzeKölnischwasser-MinzeErdbeerminzeSchokoladenminzeRossminzePoleiminze"Andere Minzen"Neben den echten Minzen (ihr botanischer Name beginnt mit „ Mentha …“), gibt es noch andere ungiftige, duftende Heilpflanzen, die als „Minze“ bezeichnet werden, aber im botanischen Sinne keine sind. Sie gehören zu anderen Gattungen.MinzverbeneBergminzeFrauenminze Katzenminze
Andere Namen
Merkmale
Aussaat & Pflege
Samen
Jungpflanzen
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