Heilpflanze: verdauungsfördernd, entkrampfend, entblähend

Bitterfenchel

Foeniculum vulgare var. vulgare

12 Fotos

Beschreibung

Die Heimat des Fenchels (Foeniculum vulgare) ist der Mittelmeerraum, wo er bereits seit der Antike kultiviert wird. Als Gewürzpflanze wanderte der Fenchel früh über die Alpen: Bereits Karl der Große (747 – 814) ließ ihn als anbauwürdige Pflanze in sein Verzeichnis „Capitulare de villis“ aufnehmen.

 

Es bildeten sich drei Varietäten des Fenchels heraus, die unterschiedlich verwendet werden und auch Unterschiede in ihrem Wuchs zeigen:

  • Wilder Fenchel bzw. Bitterfenchel (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. vulgare)
  • Gewürzfenchel bzw. Süßfenchel (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. dulce)
  • Gemüsefenchel bzw. Knollenfenchel (Foeniculum vulgare subsp. vulgare var. azoricum)

Gemeinsam ist ihnen neben der gelben, duftenden Doppeldoldenblüte das zarte, zerteilte und würzende Blatt und, in unterschiedlicher Stärke, die krampflösende, aufhellende, verdauungsfreundliche und bronchienstärkende, schleimlösende Wirkung.

Auch lieben sie alle einen warmen Standort. Gut gedeihen sie auf mäßig trockenen, nährstoffreichen, leicht kalkigen, nicht zu schweren Lehm- und Lössboden in Gebieten mit sonnig-warmem Spätsommer und Herbst.

Verwendete Pflanzenteile

Blätter ab Juni nach Bedarf ernten.

Erläuterung

Keimtemperatur 18° - 22°

Portrait

 

Wilder Fenchel bzw. Bitterfenchel

 

Ihn trifft man kultiviert als  medizinisch wirksamen Bitterfenchel in Gärten und oft auch ausgewildert in den Ländern rund um das Mittelmeer in Schutt-Unkrautgesellschaften und an Weinbergsrändern an. Gelegentlich stößt man sogar in mitteleuropäischen Weinbaugebieten und anderen ihm zusagenden Kleinklimata und Standorten als eingebürgerten Neophyten auf ihn.

Worin unterscheidet sich der Bitterfenchel vom Gewürzfenchel?

Gleich vorweg, die Früchte des Bitterfenchels enthalten mehr bitteres, antimikrobielles, belebendes Fenchon, die des Gewürzfenchels enthalten mehr entkrampfendes, schleimlösendes Anethol:

  • Der Wilden Fenchel wird häufig als "Bitterfenchel" bezeichnet, denn sein ätherisches Öl enthält im Unterschied zum Gewürzfenchel (="Süßfenchel") 12 - 25 % bitter und kampferartig schmeckendes Fenchon, der Süßfenchel nur 1 %.
    Fenchon wirkt
    • wachstumshemmend auf Bakterien und Pilze
    • belebend auf das menschliche Zentralnervensystem, wie viele Bitterstoffe 
  • Anethol wiederum, aus dem das ätherische Öl des Bitterfenchels bis zu 75 % besteht, ist zu einem noch höheren Prozentsatz im ätherischen Öl des Gewürzfenchels (Süßfenchel) enthalten, nämlich zu 95%. Es ist für die Süße im Geschmack und für das klassische Anisaroma zuständig. 
    Anethol wirkt
    • entkrampfend auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts, der Gallen- und Harnwege, der Bronchien und der Gefäße.
    • In der Lunge wirkt Anethol zudem schleimlösend und das Bronchialsekret hinausbefördernd.
    • Wird Fenchelöl unter Lichteinwirkung gelagert, kann aus Anethol unter Umständen „Photoanethol“ mit östrogenen Eigenschaften entstehen. Darum Fenchöl Kindern nur 2 Wochen hindurch verabreichen!
       

Bitterfenchel in der Küche

Gleich wie der ihm sehr ähnliche Gewürzfenchel bildet er keine essbare, oberirdische Knolle, doch schätzt man sein frisches, filigranes Laub, das nach Anis schmeckt, und vor allem seine reifen Früchte, die sich aus den gelben Doldenblüten entwickeln. Beides wird zum Würzen von Speisen und Getränken verwendet.

  • Sein Laub und seine Blüten werden roh über Salate, Gemüsegerichte, Suppen, Käse und Fisch gestreut. Kochen würde das Aroma zerstören.
  • Die Früchte des Wilden Fenchels schmecken, wie sein weiterer Namen „Bitterfenchel“ andeutet, durch ihren hohen Gehalt an Fenchon bitter-süß, aber auch aromatisch würzig. Sie werden u. a. zum Würzen von Würsten, Brot und eingelegten Weintrauben verwendet.

 

Medizinische Verwendung des Bitterfenchels

Der Wilde Fenchel wurde bereits in der Antike medizinisch verwendet. Dioskurides schrieb in seiner großen Heilmittelkunde „Materia Medica“, dass sowohl Ägypter als auch Gallier und Römer ihn kennen und benennen würden. Die letzteren, so schrieb er, nennen ihn Foeniculum erraticum. Er selbst nannte ihn im Unterschied zum Süßfenchel, den er mit Marathon bezeichnet, Hippomarathron.
Dioskurides berichtet Folgendes über die medizinische Verwendung des Bitterfenchels: „Das Hippomarathiron … ist wilder Fenchel, gross. Er trägt einen Samen ähnlich dem Kachrys; die Wurzel darunter ist wohlriechend, getrunken heilt sie Harnzwang. Im Zäpfchen eingelegt befördert sie die Menstruation. Der Same und die Wurzel, wenn sie getrunken werden, stellen den Durchfall, helfen gegen den Biss giftiger Thiere, zertrümmern den Stein und vertreiben die Gelbsucht. Die Abkochung der Blätter als Trank befördert die Milchabsonderung und reinigt die Frauen nach der Geburt.“

  • Ein die Zeiten überbrückender Einschub:
    Dioskurides empfahl den stillenden Müttern, Tee aus Fenchellaub des Wilden Fenchels (= Bitterfenchel) zu trinken. - Auch heute trinken manche stillenden Mütter, im Unterschied zum Arzneitee, der in der Regel nur über drei Wochen konsumiert wird, über einen langen Zeitraum täglich literweise Fencheltee aus Fenchelfrüchten, um dem Säugling die entblähende Wirkung des Fenchels zukommen zu lassen. Wie bei allem, ein übertriebener Konsum kann u. U. schaden: In Tierstudien mit Mäusen, die über 12 Monate mit purem Estragol (Methylchavicol), das sind Stoffe, die in Spuren auch in Fenchelfrüchten enthalten sind, traktiert wurden, wurden Lebertumore beobachtet. „Diese Ergebnisse können jedoch nicht auf die Verabreichung von Fenchelfrüchten bzw. Fenchelöl übertragen werden.“ (Quelle) Pflanzen enthalten eine Vielfalt an Stoffen, die auf eine durchwegs noch unerforschte Weise zusammenwirken, sich verstärken oder abschwächen. Und Pflanzen lehren uns auch: Möglichst viel ist nicht gleich möglichst gut!  Vielleicht als Stillende die Menge des Fencheltees reduzieren, oder, wenn es möglich ist, doch auf Fenchellaub umsteigen? 

Kaiser Karl d. Große, der um das Wohlergehen seiner Untertanen sehr besorgt war, nahm den Fenchel jedenfalls damals in seine Landgüterverordnung auf. Fortan gedieh er in den Gärten der Gutshöfe und in denen der Klöster. Interessierte Nonnen und Mönche hatten über die Handschriften Zugang zum Heilwissen der Antike , auch über das des Fenchels. Schon bald zählte er zu ihren wichtigsten Pflanzen im Garten. Vom Kloster aus wanderte der Fenchelsamen mit dem mitgegebenen Wissen in die umliegenden Dörfer.

Auch Hildegard von Bingen schätzte den Fenchel und empfahl ihn vor allem bei Heiserkeit, Schnupfen, Magenbeschwerden, schlechtem Atem, bei Lungenleiden, zur allgemeinen Stärkung und – neu, aber dank Fenchon im Fenchel richtig, wie die Wissenschaft bekundet - bei depressiven Verstimmungen. „Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich und vermittelt ihm angenehme Wärme und guten Schweiß und eine gute Verdauung.“ (Physica, Causae et Curae)

 

Bitterfenchel heute

Bitterfenchel wird auch heute noch als Gewürz und Arznei gesammelt und, sowohl in Hausgärten als auch professionell im großen Stil, angebaut. Er wird benötigt, um daraus die beiden Inhaltsstoffe Fenchon (für die Kosmetikindustrie) und Anethol (für Kosmetikindustrie, Spirituosenhersteller, Lebensmitteltechnologie) zu gewinnen und um Arzneidrogen für den Verkauf herzustellen: Fenchelfrüchte, Pulver, ätherisches Öl (= Foeniculi amari).

Wissenschaftliche Untersuchungen von Kommission E, ESCOP und HMPC bescheinigen sowohl dem Süßfenchel als auch dem Bitterfenchel folgende Wirkungen:

spasmolytisch (krampflösend)

karminativ (entblähend)

schwach antimikrobielle (= wirksam gegen Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Hefen)

Erhöhung der mukoziliären Aktivität ( = Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien fördernd)

 

Medizinische Zubereitungen:

  • Fencheltee kann aus Blättern und Früchten („Samen“) des Bitterfenchels gebraut werden, doch schmeckt er aus Süßfenchel ( = Gewürzfenchel ) zubereitet angenehmer. Zubereitung siehe dort!
  • Fenchelfrüchte direkt anwenden: Bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Krämpfen, denen keine ernsthafte organische Erkrankung zugrunde liegt, sind ein halber bis ein ganzer Teelöffel Fenchelfrüchte (oder Kümmel), die direkt in den Mund genommen, zerbissen und geschluckt werden, eine schnelle Hilfe. Sie gehören in jede Reiseapotheke! 
  • Ätherisches Fenchöl wird sowohl aus Süßfenchel als auch aus Bitterfenchel gewonnen.
    • Verdünntes ätherisches "Fenchelöl Süß" aus Foeniculum vulgare dulce empfiehlt sich als Massageöl
    • Ätherische Öle aus Bitterfenchel - "Bitterfenchelöl" (Foeniculi amari fructus aetheroleum) und "Bitterer-Fenchel-Kraut-Öl" (Foeniculi amari herbae aetheroleum) - werden verdünnt für medizinische Zwecke eingenommen. Ihre Zusammensetzung ist im Europäischen Arzneibuch festgelegt.
  • Fenchelsirup und Fenchelhonig enthalten laut „Pschyrembel Naturkunde“ 0,5 %  äth. Fenchelöl des Bitterfenchels (= Foeniculi amari). Fenchelsirup und Fenchelhonig werden vor allem in der Kinderheilkunde in der Tagesdosis von 10 – 20 g bei Verdauungsbeschwerden und Katarrhen der oberen Atmungswege gerne eingesetzt, sollten aber nicht länger als 2 Wochen angewendet werden.
  • Fencheltinktur kann eine schnelle und wirksame Hilfe bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Aufstoßen sein. Tagesdosis für Erwachsene: 5 – 7,5 g. ( Bemerkung: 1 Liter Wasser wiegt 1000 g, 1 Liter Alkohol 60% wiegt rund 900 g.  Das ergibt also 2 Teelöffel Fencheltinktur 60 % als Tagesdosis, und das zeitlich begrenzt auf 2-mal 3 Wochen mit einer Woche ohne Tinktur als Puffer dazwischen.) Für die Einnahme kann die Tinktur mit Wasser vermischt werden.

Erntekalender

Blätter early summer gekocht essbar

Blätter ab Juni nach Bedarf ernten.

Früchte late summer gekocht essbar

Die Früchte ("Samen") reifen nach und nach. Braune Samenstände rechtzeitig abschneiden, auf Papier trocknen lassen und die Samen abstreifen.

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Zitierte Quellen für diese Pflanze

Literaturliste →
Belege:
  • 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Union herbal monograph on Foeniculum vulgare Miller subsp. vulgare var. vulgare, fructus — Revision 1(2022), EMEA/HMPC/372841/2016
    „Traditionelle Anwendung bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden einschließlich Blähungen und Flatulenz sowie bei Hustenbeschwerden im Zusammenhang mit Erkältungen."
  • 📗 Kommission E am BfArM, Monographie: Foeniculi fructus (Fenchelfrüchte)(1990), Bundesanzeiger Nr. 74

Traditionell beschriebene Eigenschaften

verdauungsfördernd (Früchte) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
entkrampfend (Früchte) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
entblähend (Früchte) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
schleimlösend (Früchte) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
antimikrobiell (Früchte) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
auswurffördernd (Früchte) VolksheilkundeSchulmedizinHildegardmedizin
muttermilchbildend (Früchte) Volksheilkunde
muttermilchbildend (Blätter) Volksheilkunde
harntreibend (Früchte) Volksheilkunde
stimmungsausgleichend (Früchte) Hildegardmedizin

Inhaltsstoffe

Ballaststoffe Ballaststoff
Kieselsäure Mineral
Bitterstoffe Sekundär
Cumarine Sekundär
Flavonoide Sekundär
Furanocumarine Sekundär
Polyphenole Sekundär
Ätherische Öle Sekundär
Vitamin A / Retinol Vitamin
Vitamin B1 / Thiamin Vitamin
Vitamin B2 / Riboflavin Vitamin
Vitamin B3 / Niacin Vitamin
Vitamin B6 / Pyridoxin Vitamin
Vitamin C / Ascorbinsäure Vitamin
Vitamine Vitamin
Anorganische Säuren
Mikronährstoffe
Mineralstoffe
Polysaccharide
Sekundäre Pflanzenstoffe
Stärke
Details zu den Inhaltsstoffen
Ballaststoffe

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie finden sich vor allem in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Saaten.

Kieselsäure

Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliciums bezeichnet. Die einfachste Kieselsäure ist Monokieselsäure (Orthokieselsäure) Si(OH)4 oder auch H4SiO4. Sie ist eine schwache Säure (pKs1 = 9,51; pKs2 = 11,74) und neigt zur (Poly-)Kondensation. Wasserabspaltungen führen zu Verbindungen wie Dikieselsäure (Pyrokieselsäure) (HO)3Si–O–Si(OH)3 und Trikieselsäure (HO)3Si–O–Si(OH)2–O–Si(OH)3. Allgemeine Summenformel solcher Kieselsäuren ist H2n+2SinO3n+1. Cyclische (ringförmige) Kieselsäuren sind z. B. Cyclotrikieselsäure und Cyclotetrakieselsäure mit der allgemeinen Summenformel [–Si(OH)2–O–]n. Polymere werden gelegentlich als Metakieselsäure (H2SiO3, [–Si(OH)2–O–]n) bezeichnet. Kondensieren diese niedermolekularen Kieselsäuren weiter, bilden sich amorphe Kolloide (Kieselsol). Als Summenformel wird häufig SiO2 · n H2O angegeben; das „Wasser“ in solchen Formeln ist jedoch kein Kristallwasser, sondern entspricht konstitutionell den Hydroxygruppen, die nach Kondensationsreaktion bilanzmäßig in der Kieselsäure verbleiben.

Bitterstoffe

Als Bitterstoffe werden alle chemischen Verbindungen bezeichnet, die durch Aktivierung von T2R einen bitteren Geschmack aufweisen. Sie können sowohl aus der Natur kommen als auch synthetisch hergestellt werden. Bitterstoffe sind keine chemisch einheitliche Gruppe, sondern zeichnen sich nur dadurch aus, dass sie bitter schmecken.

Cumarine

4-Hydroxycumarine werden in der Medizin vom 4-Hydroxycumarin abgeleitete Substanzen mit blutgerinnungshemmender Wirkung genannt. Ihre Wirkung beruht auf einer Hemmung des für die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren wichtigen Vitamin-K-Stoffwechsels. In der Medizin werden Cumarine als blutgerinnungshemmende Arzneistoffe eingesetzt (Antikoagulanzien). Darüber hinaus werden Cumarine auch als Rodentizide insbesondere zur Rattenbekämpfung genutzt.

Flavonoide

Die Flavonoide sind eine Gruppe von Naturstoffen, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe gehört. Flavonoide zählen zur Gruppe der Polyphenole. Sie leiten sich formal vom Grundkörper Flavan (2-Phenylchroman) ab: zwei aromatische Ringe, die durch einen Tetrahydropyran-Ring verbunden sind. In der Natur gibt es rund 8000 Verbindungen, deren Vielfalt durch verschiedene Oxidationsstufen im sauerstoffhaltigen Ring, unterschiedliche Substitutionen an den aromatischen Ringen und das Anhängen von Zuckern (Glykosid-Bildung) entsteht. Die Biosynthese verläuft über den Shikimisäureweg.

Furanocumarine

Furocumarine kommen häufig in Doldenblütlern vor wie Bärenklau und Arznei-Engelwurz, außerdem in Rautengewächsen wie Zitruspflanzen sowie in einer Reihe weiterer Pflanzen. Furocumarine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen als Phytoalexine.

Polyphenole

Polyphenole sind chemische Verbindungen aus der Stoffgruppe der Phenole beziehungsweise Hydroxyaromaten. Es gibt in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche Verbindungen den Polyphenolen zugeordnet werden können. Zumeist werden natürliche, in Pflanzen vorkommende Verbindungen, die mehr als einen Phenolring enthalten, den pflanzlichen Polyphenolen zugeordnet. Vereinzelt werden auch aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten, als Polyphenole bezeichnet.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen oder Terpenen bestehen. Es handelt sich um stark riechende Stoffgemische ölartiger Konsistenz, die in Wasser schwer löslich sind und aus pflanzlichen Ausgangsstoffen stammen.

Vitamin A / Retinol

Retinol, auch Vitamin A genannt, ist ein fettlösliches Vitamin.  Gute Vitamin-A-Lieferanten sind Tierische Milch (und ihre Produkte wie Butter, Käse, Joghurt, Sauermilch), Eigelb, Leber, Makrele, Heilbutt, Haifisch.  enthalten. Daneben sind auch Milch und Käse gute Vitamin-A-Lieferanten. Zu den Fischen, die besonders reich an Vitamin A sind, zählen insbesondere Haifisch, Heilbutt und Makrele. Wirkung: Zellschützend für Drüsengewebe, Haut, Schleimhaut und besonders für die Netzhaut, wodurch die Sehkraft bei Nachtblindheit gestärkt wird. Schützt als Antioxidans bis zu einem gewissen Grad auch vor schädigender Sonneneinstrahlung. Speicherung: Vitamin A wird im menschlichen Körper gespeichert. Ein Zuviel an hochdosierten Vitamin-A-Gaben kann Schäden verursachen.

Vitamin B1 / Thiamin

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung : positiver Einfluss auf das Nervengewebe, die Schilddrüse und den Kohlenhydrat-Stoffwechsel. Vitamin B1 gibt Energie, wird allerdings durch Alkohol, Schwarztee und säurebindende Medikamente vermindert. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B2 / Riboflavin

Riboflavin, auch Vitamin B2 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung: Als Bestandteil vieler Enzyme am Energiestoffwechsel, auch am Hirnstoffwechsel, beteiligt, kann Migräne verhindern. Außerdem ist es wichtig für Zellatmung, Wachstum, Sehschärfe und Haut (offene Mundwinkel). Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B3 / Niacin

Niacin, auch Vitamin B3, Nicotinsäure, Nicotinamid genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Die gesunde menschliche Leber kann unter Mithilfe der Aminosäure Tryptophan (z.B.Vollkorn ist Tryptophanspender !) Vitamin B3 erzeugen. Wirkung: Mitbeteiligung an der Regulierung von Blutzucker, Cholesterin, Schlaf, Herztätigkeit, Stimmungslage, besonders wichtig für Gesundung von Haut und Schleimhaut. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden. Bei Mangel, der bei Menschen, die sich hauptsächlich von Hirse oder Mais ernähren, vorkommt, tritt häufig die Hautkrankheit Pellagra auf.

Vitamin B6 / Pyridoxin

Pyridoxin, auch Vitamin B6 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung: Bedeutungsvoll für den Eiweißstoffwechsel (bes. für die Blutbildung), stärkt Gehirn- und Nervenfunktionen, das Immunsystem, kräftigt Haut und Haare. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin C / Ascorbinsäure

ASCORBINSÄURE, auch VITAMIN C genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und zählt zu den organischen Säuren. Vitamin C wird mit einer ausgewogenen Mischkost, die neben Obst und Gemüse auch Wildpflanzen und Wildbeeren (Sanddorn!) enthält, dem menschlichen Körper in ausreichendem Maße zugeführt. Kochtipp: Normalerweise sinkt der Vitamin C-Gehalt beim Einweichen, Trocknen, Kochen der Pflanzen, sowie bei der Lagerhaltung. Eine wichtige Ausnahme bilden die Kohlpflanzen: In ihnen ist Ascorbinsäure in Form von Ascorbigen A und B gebunden, sodass sie kurz gekocht mehr Vitamin C enthalten als roh!   Wirkungen der Ascorbinsäure bzw. des Vitamins C : Es ist als starkes Antioxidans wichtig für Zellschutz, Immunsystem, Bindegewebe, glatte, feste Haut, gesunde Blutgefäße. Es fördert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Durch die Wasserlöslichkeit von Ascorbinsäure / Vitamin C wird ein Zuviel in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamine

Ein Vitamin ist eine organische Verbindung, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt, die jedoch der Stoffwechsel nicht bedarfsdeckend synthetisieren kann. Vitamine müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sie gehören zu den essentiellen Stoffen. Pflanzen benötigen normalerweise keine zusätzlichen Vitamine, sie können alle für sie notwendigen organischen Stoffe selbst synthetisieren.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Daher müssen sie mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus. Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.

Polysaccharide

Polysaccharide sind Kohlenhydrate, in denen eine große Anzahl Monosaccharide (Einfachzucker) über eine glycosidische Bindung verbunden sind. Es handelt sich um Biopolymere aus mindestens elf Monosaccharideinheiten oder mit statistischer Molekülgrößenverteilung. Beispiele für Polysaccharide sind Glycogen, Stärke, Pektine, Chitin, Callose und Cellulose. Polysaccharide spielen für Pflanzen und Tiere eine wichtige Rolle als Schleimstoffe, Reservestoffe und Nährstoffe. Sie sind zum Beispiel in Getreidekörnern und Kartoffeln vorzufinden. Pflanzliche Zellwände bestehen zu über 50 % aus Cellulose und Hemicellulose, letztere ist ein Gemisch aus Polysacchariden, das eine stützende Funktion in der Zellwand übernimmt.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Stärke

Stärke (lateinisch amylum; früher auch Amlung, Amilum und Amidum sowie „Kraftmehl“ genannt) ist eine organische Verbindung, ein Polysaccharid mit der Formel (C6H10O5)n, das aus α-D-Glucose-Einheiten besteht. Das Makromolekül zählt daher zu den Kohlenhydraten. Tierische Organismen, der menschliche Körper und Pilze verwenden Glycogen als Kohlenhydratspeicher. Stärke ist einer der wichtigsten Reservestoffe in pflanzlichen Zellen.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Blähungen - Erwachsene Volksheilkunde
Die ätherischen Öle des Bitterfenchels gelten als krampflösend und fördern die Verdauung. Traditionell wird ein Tee bei Blähungen und Völlegefühl eingesetzt.
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Blähungen-Bauchschmerzen - Kinder Volksheilkunde
Fencheltee wird in der Volksheilkunde bei Bauchschmerzen und Blähungen bei Kindern verwendet, da die Pflanze mild wirkt und die Verdauung unterstützen soll.
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Magenkrampf Volksheilkunde
Die krampflösenden Eigenschaften des Bitterfenchels werden traditionell bei Magenkrämpfen genutzt. Ein warmer Tee soll die Magenmuskulatur entspannen.
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Menstruationsbeschwerden Volksheilkunde
Bitterfenchel gilt in der Volksheilkunde als regulierend für den weiblichen Zyklus und wird bei Menstruationsbeschwerden traditionell als Tee eingenommen.
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Husten Volksheilkunde
Die schleimlösenden Eigenschaften des Bitterfenchels werden traditionell bei Husten genutzt. Ein Tee oder Honigaufstrich soll die Atemwege beruhigen.
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Erkältung Volksheilkunde
Bitterfenchel wird in der Volksheilkunde bei Erkältungen eingesetzt, da die Pflanze wärmend wirkt und das Immunsystem unterstützen soll.
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Schnupfen Volksheilkunde
Die ätherischen Öle des Bitterfenchels gelten als abschwellend und werden traditionell bei Schnupfen als Tee oder Dampfinhalation verwendet.
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Bronchitis Volksheilkunde
Bitterfenchel wird in der Volksheilkunde bei Bronchitis eingesetzt, da die Pflanze schleimlösend wirken und die Atemwege beruhigen soll.
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Augenbeschwerden Volksheilkunde
Ein Fencheltee-Umschlag wird traditionell bei leichten Augenbeschwerden und Augenentzündungen verwendet, da die Pflanze entzündungshemmend wirken soll.
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Harnwegsinfekt Volksheilkunde
Bitterfenchel gilt in der Volksheilkunde als harntreibend und wird traditionell bei Harnwegsinfekten als unterstützender Tee eingenommen.
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Reizblase Volksheilkunde
Die krampflösenden Eigenschaften des Bitterfenchels werden traditionell bei Reizblase genutzt. Ein Tee soll die Blasenmuskulatur entspannen.
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Mundgeruch Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen empfiehlt Bitterfenchel gegen Mundgeruch, da die Pflanze reinigend wirken und die Atemluft erfrischen soll.
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Frieren von Innen heraus Hildegardmedizin
Nach Hildegard von Bingen wärmt Bitterfenchel von innen und wird bei innerer Kälte und Frieren traditionell als wärmendes Mittel verwendet.
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Magerkeit Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen schreibt dem Bitterfenchel eine aufbauende Wirkung zu und empfiehlt ihn bei Magerkeit zur Stärkung des Körpers.
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Schwitzen - übermäßiges Hildegardmedizin
Nach Hildegard von Bingen reguliert Bitterfenchel den Feuchtigkeitshaushalt und wird bei übermäßigem Schwitzen traditionell eingesetzt.
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Vitalisierung Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen schätzt Bitterfenchel als vitalisierend und energetisierend. Die Pflanze soll Kraft und Ausdauer fördern.
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Seelische Balance Hildegardmedizin
Nach Hildegard von Bingen harmonisiert Bitterfenchel die Seele und wird zur Förderung innerer Ausgeglichenheit traditionell verwendet.
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Hautpflege Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen empfiehlt Bitterfenchel für die Hautpflege, da die Pflanze reinigend wirken und das Hautbild verbessern soll.
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Hilfreich bei leichten menstruationsbedingten Krämpfen.

Hilft bei

Andere Namen

Wilder Fenchel

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeFrauenpflanzeKinderMännerpflanzeTeepflanzeNahrungspflanzeKräuter und GewürzeVerzehrtauglichkeit DestillierenKochenLagernNotnahrungTrocknenNützlingspflanze Technische NutzungKosmetikWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungAckerpflanzealte KulturpflanzeBalkongartenBauerngartenpflanzeBienenweideDuftpflanzeGartenKübelbepflanzungStaudenbeetWochenendgartenzum Verwildern geeignetAromatherapiePsychoaktivRäucherpflanzeWellnessZierpflanze
Vorkommen NeophytHöhenstufenFlachlandHügellandLebensraumÄckerBrachlandGärtenRuderalstellenWegränderWeingärtenVerbreitungAsienEuropaNordafrikaVorderasien
Blütenfarbe gelb
Blütezeit Frühherbst | SeptemberHochsommer | JuliSpätsommer | August
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

first spring

Samen

late autumn

Wurzel

Nachbarn im Garten

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Rezepte mit dieser Pflanze

Quellen

Steckbrief

Familie
Apiaceae
Gattung
Foeniculum
Ordnung
Apiales
Klasse
Magnoliopsida
Licht
7/10
Feuchtigkeit
4/10
Boden
8/10
pH-Wert pH 7.5 – 8

Verbreitung

Heimisch: EasternCape, Gauteng, KwaZulu-Natal, Mpumalanga, NO, NorthWest, SouthAfrica, SouthernAfrica_FSA, WesternCape, ZA

Alternative deutsche Namen

Butterfenchelwilder Fenchel
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren