Stangenbohne
Phaseolus vulgaris · auch: Bohne, Stangen-
Beschreibung
Bohnen der Gattung Phaseolus sind ein Mitbringsel der Eroberer Amerikas und begannen im Laufe der Jahrhunderte, obwohl kälteempfindlich, als Buschbohne, Stangenbohne und Feuerbohne im Verbund mit der Kartoffel die europäische Puffbohne (Vicia faba), bis dahin ein wichtiges Grundnahrungsmittel, zu ergänzen und zu ersetzen.
Stangenbohnen sind bis zu 3 m hohe, linkswindende Schlingpflanzen, die weder Frost, noch Trockenheit oder Staunässe vertragen. Als Schlinger benötigen sie ein Rankgerüst (Stangen oder Fäden), das am besten bereits vor der Direktsaat bzw. Pflanzung an einem windstillen Platz errichtet wird. Um jede Stange werden 5-7 Samen gelegt ("Horstsaat") oder eben in der zweiten Maihälfte die vorgezogenen Bohnenpflanzen gesetzt. Pflanzen von Hand hochleiten (linkswindend), bis sie sich selbst festhalten.
Alle essbaren Bohnen sind ausgezeichnete Eiweißlieferanten und Ballaststoffspender mit sehr geringem Fettgehalt. Ihren ernährungsphysiologischen Wert erhöhen ihr großer Gehalt an Vitamin B, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Zusammen mit den Ballaststoffen fördern sie die Verdauung, helfen den Cholesterinspiegel zu senken, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und Darmkrebs vorzubeugen.
Verwendete Pflanzenteile
Die Hülsen werden geerntet und gekocht oder eingefroren, sobald die milchigen Bohnenkerne Linsengröße erreicht haben. Wenn das Hauptaugenmerk auf den essbaren Bohnenkernen liegen sollte, lässt man diese größer und härter werden, sollten aber dem Daumendruck noch nachgeben. Die Hülse selbst ist dann zum Essen bereits zu bastig.
Erläuterung
3 Wochen vor der geplanten Pflanzung. Vorkeimen ist nicht unbedingt notwendig, kann aber eine Ernteverfrühung bringen. Die Pflanzen vor dem Setzen unbedingt an die Frischluft gewöhnen: sie erleiden sonst einen Schock.
Portrait
Stangenbohnen lieben einen sonnigen, windgeschützten Standort und lockeren, etwas kalkigen und vor allem - warmen (22°) Boden, auf dem 3 Jahre lang keine Bohnen standen. Mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln sorgen Bohnen selbst für den nötigen Stickstoff und reichern auch den Boden damit an. Somit ist nur eine geringe zusätzliche Nährstoffzufuhr notwendig. Es genügt, wenn im Herbst oder im Erstfrühling gut verrotteter Kompost oder Hornspäne in mittleren Gaben mit Gesteinsmehl in den Boden leicht eingearbeitet werden.
Empfehlenswerte Sorten
Achten Sie beim Samenkauf auf fadenlose Sorten! Es gibt grüne, gelbe und violette Sorten. Auch ihre Kerne sind unterschiedlich gefärbt geformt. Einen Eindruck über die schöne, weltweite Vielfalt von Stangenbohnen kann man sich hier bei SchreberArten erschmökern!
- Wir in Tirol haben sehr viel Freude mit der mittelspäten Sorte „Blauhilde“: Gesund, keine Läuse, blaue Blüten. Fleischige, sehr schmackhafte, nicht bastige, blaue Hülsen, die sich während des Kochvorgangs mit leisem Knacken grün umfärben. Ein Sommer ohne Salat aus Blauhilde ist ein trauriger Sommer!
Fadenlos sind sie, wenn sie nicht überständig, sondern zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden: am besten, sobald die Körner Linsengröße erreicht haben. Allerdings schmecken sie auch fein, wenn die Körner bereits größer sind. Man muss dann halt vor dem Kochen die beiden zähen Fäden, die auf der Außenseite der Hülse von Spitze zu Spitze verlaufen, mit einem Messer abziehen. - Unsere italienischen Nachbarn schwärmen für „Borlotto“-Stangenbohnen, ohne die eine echte Minestrone nicht vorstellbar ist: rosafarbenes Korn mit dunkelroten Maserungen. Benötigt viel Wärme, wird gerne in Mischkultur mit Mais gepflanzt.
- Die schwäbischen Nachbarn wiederum schwärmen von der „Neckarkönigin“ (Spitzensorte hinsichtlich Geschmack und Ertrag, witterungsunempfindlich, grünhülsig, fadenlos, bis 28 cm lange runde, gerade, sehr fleischig, lange zart bleibende Hülsen mit weißem Korn) und von der „Monstranzbohne“ mit ihrer engelgleichen Zeichnung. Die schönsten Kerne werden für zu Schmuck und Rosenkränze verarbeitet.
- Die SchweizerInnen wiederum lieben ihre alten, geschmackvollen „Berner Landfrauen“, die sich mit grün-violett gesprenkelte Hülsen zieren.
- Für die Steirer (Österreich) bildet – selbstverständlich neben ihrer Käferbohne, einer Feuerbohne - die „Echte Kipfler Stangenbohne“ das Bohnen-Highlight: kipfelartig gebogene, fadenlose Hülsen mit dunkelblauer Zeichnung, beiges, weinrot gemasertes Korn.
- In Norddeutschland sind die „Perlbohnen“ mit ihren runden, weißen Körnern beliebt. Sie sind reichtragend und frühreifend.
- Wer immer schon die gesunden Stangenbohnen der türkischen Immigranten bewunderte, wird auf der Suche nach Saatgut neben anderen alten und seltenen Sorten im Kaiserstühler Garten fündig.
- GarteneinsteigerInnen freuen sich über „Marga“ und „Tamara“, die sich als tolerant gegen Bohnenrost erweisen.
Bohnen werden erst ab der zweiten Maihälfte direkt gesät bzw. gelegt, und zwar entweder in Reihen oder zu fünft in Horsten so flach, „dass sie die Glocken läuten hören“, das heißt, 3 cm tief.
- Tipp: Bei Bohnen lohnt sich eine dreiwöchige Vorkultur im Haus bzw. unter Glas. Als Behälter für die Anzucht bewähren sich Papprollen (leere Küchenpapierrollen, Clorollen): pro Rolle 2 Bohnen. Die Pflanzen werden später mit den Papprollen, die verrotten werden, eingepflanzt, und zwar 6 Pflanzen zusammen als Horst.
Erst als 25 cm hohe Jungpflanzen werden sie für einen besseren Stand angehäufelt. Während der Blüte und bei Trockenheit gleichmäßig gießen, dabei wöchentlich 1 x mit Anti-Pilz-Tee . Wirkt auch gegen die Bohnenblattlaus.
Ernte:
- Selbst gezogene Stangenbohnen schmecken unvergleichlich gut nach B o h n e n : nussig, vollwürzig! Werden sie früh am Morgen geerntet, behalten sie ihr Aroma am längsten.
- Sie benötigen 10 bis 12 Wochen bis zur Erntereife.
- Zarte bzw. reife Hülsen ernten, häufig durchpflücken. Dabei nicht reißen, um die Pflanze nicht zu beschädigen, sondern mit dem Daumennagel abknipsen.
- Nach der Ernte die Bohnenstauden bodennah abschneiden. Die Wurzeln, die durch ihre Knöllchenbakterien Stickstoff gesammelt haben, als Stickstoffanreicherung für den Boden zum Verrotten in der Erde lassen.
Verwendung des Erntegutes:
- Rohe Bohnen sind durch ihren Phasingehalt giftig!
- Im gekochten Zustand finden sowohl die ganzen, jungen Hülsen als auch ausgereifte Bohnenkerne Verwendung in der aktuellen Küche.
- Bohnen lassen sich gut konservieren durch Trocknen, Einmachen und Tiefgefrieren. Zum Tiefgefrieren waschen, blanchieren und, in Polybeuteln gefüllt, sofort einfrieren.
- Getrocknete Bohnkerne können gemahlen als Mehlersatz verwendet werden.
- "Bohnenschalen" (= von den Kernen befreite, grüne Bohnenhülsen) werden volksmedizinisch als Arzneitee verwendet.
Erntekalender
Die Hülsen werden geerntet und gekocht oder eingefroren, sobald die milchigen Bohnenkerne Linsengröße erreicht haben. Wenn das Hauptaugenmerk auf den essbaren Bohnenkernen liegen sollte, lässt man diese größer und härter werden, sollten aber dem Daumendruck noch nachgeben. Die Hülse selbst ist dann zum Essen bereits zu bastig.
Die ausgereiften Kerne können frisch gekocht werden, oder man trocknet sie und lagert sie kühl, aber frostfrei, als Nahrungsvorrat oder als Saatgut ein. Zur Saatgutgewinnung lässt man die Hülse an der Pflanze trocknen, bis sie braun ist.
Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.
Traditionell beschriebene Eigenschaften
Tee aus "Bohnenschalen" (= von den Kernen befreite, grüne Bohnenhülsen).
Tee aus "Bohnenschalen" (= von den Kernen befreite, grüne Bohnenhülsen).
und Bohnenkerne
Inhaltsstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Traditionelle Verwendung
Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.
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Andere Namen
Merkmale
Aussaat & Pflege
Samen
Samen
Jungpflanzen
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