Heilpflanze: betäubend, halluzinogen, schmerzlindernd

Alraune

Mandragora officinarum L.

Wildpflanze stark giftig
26 Fotos

Beschreibung

Viel hatte ich schon gehört und gelesen über die Alraune, diese hochgiftige Heil- und Ritualpflanze, die seit der Antike als mächtigstes Zaubermittel gilt, vor allem wegen ihrer besonderen Wurzelform, die der menschlichen Gestalt ähneln kann.

Nun war sie vor mir. Ein Büschel Blätter, dem steinigen, heißen Boden aufliegend, im Kreis, vom Mittelpunkt ausgehend,  angeordnet. Ich setzte mich auf einen der blau geäderten Steinblöcke, die zu bewundern wir eigentlich auf unserer Fahrt zur Ostküste von Naxos angehalten hatten. Feines Glockengebimmel der Ziegen erfüllte die Luft.
‚Wenn die Hirten der Mandragora (Alraune) Früchte essen, werden sie betäubt.’ Dieser Satz des Dioskurides ging mir durch den Kopf.

Erläuterung

Siehe Wildfind Alraune Pflanzenbeschreibung

Portrait

Die Alraune in der Antike

Dioskurides, der berühmteste Pharmakologe der griechisch - römischen Antike, 1. Jhd. n. Chr., nannte sie  „Atropa mandragora“: „Atropa“ wie ihre Schwester „Atropa belladonna“, die Tollkirsche, der sie in ihrer Wirkung ähnlich, aber noch lähmender, ist, - „mandragora“, dem Persischen entlehnt und „Zauber wirkend“ bedeutend.  ‚Einige nennen sie auch Kirkaia,’ schrieb er, ‚da die Wurzel als Liebesmittel wirksam zu sein scheint… ein Genuss von mehr Saft mit Honigmet getrunken als die Gewichtsmenge von 2 Obolen  beträgt, nimmt das Leben weg.’ , warnte er im selben Textabschnitt. Sein botanisches und medizinisches Wissen über die Alraune, das zum Großteil bis heute gültig ist, kann zusammen mit seinen praktischen Anleitungen auf  Pharmawiki   unter der Nr. 76, Titel „Alraun“, nachgelesen werden.

Als Liebesmittel wurden auch ihre runden, beerenförmigen, bis zu 4 cm großen Früchte, die „Liebesäpfel“, genommen, die die Pflanze gelb-orange lockend wie auf einem Teller in ihrer Mitte serviert. Selbst die Bibel berichtet im Alten Testament (800 v. Chr.) davon, Genesis, Vers 14 – 16, als die unglückliche Lea um die Liebe ihres Ehemannes Jakob kämpfte, der immer schon ihre Schwester Rachel liebte und sich ein Kind von ihr wünschte: Leas ältester Sohn Ruben fand während der Weizenernte Dudaim (Liebesäpfel) auf dem Felde; und er brachte sie heim zu seiner Mutter Lea. Und Rahel sprach zu Lea: „Gib mir doch von den Liebesäpfeln deines Sohnes.“ Sie antwortete: “Hast du nicht genug, dass du mir meinen Mann genommen hast, und willst auch noch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen?“ Rahel sprach: „So mag er denn diese Nacht bei dir liegen für die Liebesäpfel deines Sohnes.“ Als nun Jakob am Abend vom Felde kam, da ging Lea hinaus, ihm entgegen und sprach: „ Zu mir sollst du kommen, denn ich habe dich gewisslich gedungen um die Liebesäpfel meines Sohnes. Und er lag bei ihr in selbiger Nacht. Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob ihren fünften Sohn.“ Und wie ging die Geschichte weiter;) ? Dank der Liebesäpfel schenkte auch Rachel Jakob zwei Söhne: Josef und Benjamin.

Die alten Ägypter kannten die Alraune und ihre Wirkungen genauso und brauten mit ihr als Zutat ein Bier, das während Hathor-Feste als enthemmendes Rauschmittel und zur Bewusstseinserweiterung, um göttliche Visionen zu erleben, getrunken wurde.
In ihrer medizinischen Schrift, dem Papyrus Ebers, ist von weiteren, ernsthaften Wirkungen der giftigen Alraune nachzulesen:

ALRAUNE (Mandragora officinarum), die NOTFALLMEDIZIN der ANTIKE

Beeren und Wurzeln wurden als Narkotikum, starkes Schmerzmittel, Wurmmittel, als Mittel gegen Schlangenbisse, Geschwüre und gegen Lungenleiden verwendet.
Das sind Anwendungsgebiete der Alraune, die sich, ausgehend von Assyrien und Ägypten, über die Griechen und Römer in Europa bis in das 19. Jhd. gehalten haben! Bis 1846 die Äthernarkose eingeführt wurde, war ein Gemisch aus Alkohol und Extrakten aus Schlafmohn, Hanf und den hochgiftigen Nachtschattengewächsen Alraune, Bilsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche,  das einzige wirksame Mittel, Operationsschmerzen zu begrenzen!

Dieses Giftgemisch anzuwenden war jedes Mal höchst riskant, denn es oblag dem Geschick des Arztes, die richtige Dosis, die vom Patiententyp und vom Wuchsort, der Erntezeit und dem Alter der verwendeten Pflanzen abhing. Das Narkotikum wurde nicht nur geschluckt und lokal aufgetragen, sondern auch inhaliert.  Hierzu wurde ein Schwamm mit den Pflanzenextrakten benetzt, getrocknet und bei Bedarf mit heißem Wasser bzw. Wein befeuchtet und dem Patienten auf Mund und Nase gelegt (spongia somnifera).

Manche/r wachte nicht mehr auf, denn die Tropan-Alkaloide (Scopalamin, Atropin, Hyosyamin) dieser Pflanzen werden rasch sowohl über die Haut als auch über Schleimhäute aufgenommen und wirken massiv auf das zentrale Nervensystem. Es zeigen sich Gesichtsrötung, erhöhter Puls, trockene Schleimhäute, Durstgefühle, Pupillenerweiterung, Unruhe, Erregung (auch erotische), Bewegungsstörungen, Wärmestau, Miktionsbeschwerden, Obstipation, Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen, Tobsuchtsanfälle, Herzrhythmusstörungen, Seh- und Sprachstörungen, verlangsamter Herzschlag, totale Erschöpfung, Schlaf, Bewusstlosigkeit, Koma, Tod durch Atemlähmung.

ALRAUNE (Mandragora officinarum) im  DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM des MITTELALTERS und der frühen NEUZEIT

Nach der Völkerwanderung gelangte über die Medizinschulen und Klöster mit antiken medizinischen und kulturgeschichtlichen Schriften auch das Wissen über die bis dahin unbekannte Mandragora, deren Heimat das Mittelmeergebiet ist, in den deutschsprachigen Raum und fand hier fruchtbaren Boden vor.

Medizinisch behielt sie ihren Status als Narkotikum bei, und man wendete sie dazu auf die gleiche Art an wie in der Antike. Ansonsten wurde die Mandragora in den Rang des stärksten Zaubermittels gehoben, "das seine Kraft dem ihr innewohnenden, selbständigen Pflanzengeist verdankt."

Diese Verstärkung des Magischen der Mandragora, schlug sich im Mittelalter in ihrer Namensänderung nieder. Man übernahm nicht den griechischen Namen, sondern sprach von dieser Pflanze, die wegen ihrer oft gegabelten Pfahlwurzel an die Gestalt eines Menschen erinnert, von dem „Alraun“  (aus althochdeutsch alb "Faun“  und runen "heimlich flüstern") und auch vom „Galgenmännlein“, denn, anknüpfend an die an Bäumen aufgehängten Männer und Tiere, die die Germanen ihrem Hauptgott Odin (Wodan) opferten, war man der Meinung, dass  der "richtige" Alraun unter Galgen wüchse, wo Sperma und Urin des Gehängten sein Wachsen initiierten und nährten.

Für die Ernte der Wurzel waren genaue Vorgaben angeordnet, denn man war weiterhin der Meinung, dass derjenige, der die Wurzel, eine Speicherwurzel übrigens, aus der Erde zieht, durch ihren Schrei, den sie dabei ausstoße, bzw. durch den Schrei des ihr innewohnenden Alrauns, getötet werde: Der Gräber verstopfe sich, um sich nicht in Lebensgefahr zu begeben, vorsorglich die Ohren mit Wachs und lasse die kostbare Wurzel von einem an ihr angebundenen schwarzen Hund aus der Erde reißen. – So, wie es bereits eine Bildtafel des Wiener Dioskurides zeigt.
Auch an die empfohlene weitere Vorgangsweise musste man sich halten, um sich des Pflanzengeistes, des Alrauns, zu vergewissern und sich der Pflanze als

  • Orakel
  • Liebes- und Fruchtbarkeitszauber
  • Talisman

bedienen zu können. Die Alraune wurde als eng mit dem Satan verbunden betrachtet, selbst bei Hildegard von Bingen, und ihre Ernte und Pflege musste deshalb im Geheimen geschehen: „Hierauf nimmt man sie auf, wäscht sie mit rotem Wein sauber ab, wickelt sie in weißes und rotes Seidenzeug, legt sie in ein Kästlein, badet sie alle Freitag und gibt ihr alle Neumond ein neues weißes Hemdlein. Fragt man nun den Alraun, so antwortet er und offenbart zukünftige und heimliche Dinge zu Wohlfahrt und Gedeihen. Der Besitzer hat von nun an keine Feinde, kann nicht arm werden, und hat er keine Kinder, so kommt Ehesegen. Ein Stück Geld, das man ihm nachts zulegt, findet man am Morgen doppelt.“ (Quelle: Literaturnetz)

Noch in einem der ersten gedruckten Kräuterbücher, im „Der Gart der Gesundheit“, 15. Jh., ist diese mächtigste Zauberpflanze des Mittelalters stark vermenschlicht dargestellt.

Der Arzt und Botaniker Matthiolus, 16. Jh., hält allerdings nichts von derlei Zauber und warnt vor Fälschungen. Er macht in seinem „Neuw Kreütterbuch“ auch klar, dass die Alraunwurzeln, die sündteuer (waren sie doch durch ihren Wuchsort und die Grabemethode so schwer zu beschaffen ;) bei Theriakkrämern und Landstreichern gekauft werden mussten, fleißig gefälscht waren. „Quia vulgus vult decipi.“ - Da ja der Pöbel getäuscht werden will. (Matthiola in „Illustriertes Kräuterbuch“ von Marcell)  Man nahm dazu harmlose Wurzeln wie die von Nachtkerze, Steckrübe, Iris, Eibisch, Rohrkolben, Gelbem Enzian, Siegwurz und Allermannsharnisch, aber auch von der giftigen Zaunrübe. Vollendet wurde das Galgenmännlein bzw. der Alraun durch Schnitzen und Keimen von Gersten- und Hirsekörnern, die in den Kopf der frischen Wurzel gedrückt wurden. Obwohl diese Unsitte mit hohen Strafen belegt war, hielt sie sich bis ins 19. Jh.

Zauberbeispiele:

  • Auch die Wurzelstückchen waren von Nutzen als Liebeszauber, wenn man sie unter das Kissen oder in die Schuhe legte, bzw. sie sich als Talisman umhängte. Sogar bissige Hunde finden einem dann nett, verspricht ein Rezept auf Seite 411 der Textsammlung „Picatrix“ ( Im Mittelalter und bis ins 18. Jh. war diese Textsammlung in vielen Manuskripten verbreitet und eine wichtige Quelle für Magier und Hermetiker): „Ein Talisman, wer ihn bei sich trage, den bellen die Hunde nicht an und kommen ihm nicht nahe, sondern fliehen vor ihm: Man pulverisiert Mandragorawurzel, knetet sie mit Hündinnenmilch und macht daraus das Bild eines Hundes. Trag es bei dir, dann kannst du mitten durch bellende Hunde gehen, ohne dass du dich vor ihnen zu fürchten brauchst.
  • Doch auch für Schadenszauber wurde - im Gegensatz zur Eibischwurzel - die Alraunwurzel benützt, denn „die Mandragora dagegen wirkt weitreichender im Bösen" (Picatrix).
    • Anm.: In diesem Zusammenhang und mit dem Wissen über die medizinischen Wirkungen der Inhaltsstoffe der Alraune, ist es fahrlässig, in einem Kinderroman (Harry-Potter) des 21. Jh. Alraunentrank als Wiederbelebungstrank verwenden zu lassen, wie dies auch in einer Übersetzungskritik richtig angemerkt wird, die aber den Schaden der lebensbedrohlichen Verharmlosung auch nicht mehr beheben kann. Gut, dass Alraune so schwer erhältlich ist!
  • „Die Räucherung Saturns:
    Man nimmt je 50 Mitqal Mandragorafrüchte und Olivenblätter, getrocknet, 2 Mitqal Ricinusfrüchte, je 5 Mitqal Kerne des schwarzen Myrobalanum und schwarze Kichererbsen getrocknet, je 15 Mitqal Gehirn von schwarzen Raben, Kranichen und schwarzen Katzen getrocknet und je 20 Mitqal Schweine- und Affenblut getrocknet.“ (Quelle: Text des Picatrix)
  • Hexensalbe:
    Fliegenpilz und die stark giftigen Nachtschattengewächse Alraune, Tollkirsche, Stechapfel und Bilsenkraut, allesamt psychoaktiv, gelten heute als typische Hexenpflanzen. Sie werden immer wieder als Bestandteile von Hexensalben, die unter anderem die Halluzination des Fliegens hervorrufen würden, genannt. Die Herstellung einer „Flugsalbe“, die auf Fett und Kräutern basiert, ist einfach, ihre Zusammensetzung, Dosierung und Anwendung mehr als fraglich!
    Da gilt es zu überlegen: W e r  wurde aus Gründen der Hexerei verbrannt? Waren diese Menschen finanziell überhaupt in der Lage, sich Alraune zu besorgen? Von wem stammen die schriftlichen Rezepte der Hexensalben/Flugsalben? Wurden überdosierte halluzinogene Salben nicht  v o n  sondern  a n  Personen, die der Hexerei verdächtigt wurden, angewendet? Angewendet während des Verhörs, um ihre Aussagen bei einer Folterung in die gewünschte Richtung zu lenken? Hin zu dem Geständnis einer Buhlschaft oder eines Paktes mit dem Satan, das kirchlichen und staatlichen Institutionen zur Rechtfertigung von Folter und anschließender Verbrennung der lebenden Person auf dem Scheiterhaufen diente.

ALRAUNE HEUTE

  • Heute wird die Alraune nur mehr in der Homöopathie verwendet. Man gibt die Wurzel in potenzierten Zubereitungen bei „Herz-Kreilauf-Beschwerden, Leber-Galle-Störungen, Ischiasschmerz und Kopfschmerz.
    Bei Verdünnungen aus den frischen Blättern stehen Bronchitis und psychomotorische Störungen im Vordergrund. Die Giftwirkung ist mit der der Tollkirsche zu gleichen.“ (Schönfelder „Das neue Handbuch der Heilpflanzen“, 2004)
  • Keine Eintragung in „Pschyrembel – Naturheilkunde“, De-Gruyter-GmbH, 2011
  • Zur Giftigkeit der Alraune:
    Die Wirkungen sind die gleichen geblieben! Wer die ihr nachgesagten erregenden, aphrodisierenden und halluzinogenen Wirkungen an sich ausprobieren möchte, dem sei gesagt, auch wenn die alten Ägypter sich ein Mandragora-Bier brauten und die Spanier noch heute einen 45% Alraunenenschnaps „Mandragora“ verkaufen,   „Schwere Vergiftungen sind besonders bei Missbrauch der Droge als Rauschmittel denkbar. … Bei tödlichen Dosen (für Erwachsene ... etwa 20 g der Wurzeldroge, bei Kindern wesentlich weniger) besteht die Gefahr der Atemlähmung“. ( Jänicke, Grünwald, Brendler „Handbuch der Phytotherapie“, 2003)
    Empfehlung: Inhaltsstoffe anklicken und nachlesen!
  • Darf ich wenigstens die Beeren essen?
    Zu den unterschiedlichen Meinungen bezüglich der Essbarkeit der Beeren ist zu sagen,

    • dass man von der Essbarkeit der Turkmenischen Alraune (Mandragora turcomanica) nicht automatisch auf die Essbarkeit der Gemeinen Alraune (Mandragora officinarum) schließen darf. Beeren, die Sie im Mittelmeergebiet finden, sind die der Gemeinen Alraune, denn sie ist mit ihren Varietäten die einzige Art, die im Mittelmeergebiet natürlich vorkommt (Schönfelder „Der neue Kosmos-Mittelmeerflora“)!

    • Auch der Satz des weisen Dioskurides ‚Wenn die Hirten der Mandragora (Alraune) Früchte essen, werden sie betäubt.’ Sollte jedem/r zu denken geben.

    • Antonis Albertis schreibt über die Beeren der Alraune (Mandragora officinarum)  in seinem Werk „Pflanzen Kretas“: … „Beeren wie winzige Honigmelonen … Sind sie essbar? Bekannte, die sie probierten, haben sich zwei Tage lang erbrochen.“

  • Und - Sie wissen bereits: Die Giftstärke der Alraune kann sich durch ihren Wuchsort, ihr Entwicklungsstadium und ihr Alter verstärken. Ihre Giftstärke kann vom Laien nicht so genau bestimmt bzw. gemessen werden, wie dies beim Alkohol der Fall ist!
  • Botanik: Die Unterscheidung zwischen Herbst-Alraune und Frühlins-Alraune als zwei verschieden Arten ist hinfällig: Die lange als eigenständige Art angesehene Herbst-Alraune (Mandragora autumnalis Bertol.) wird in neuerer Literatur nur mehr als Synonym zur Frühlings-Alraune bzw. Gemeinen Alraune (Mandragora officinarum) geführt, deren Blütezeit sich von September bis in den April erstreckt. Blüten, die im Frühling erscheinen, sind heller, beinahe weißlich.
  • Darf ich eine Alraune besitzen? In Deutschland unterliegt die Alraune nicht dem Betäubungsmittelgesetz. Sie fällt jedoch unter die Definition von § 2 Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes (AMG), sobald sie für die Anwendung an Mensch oder Tier bestimmt ist. (Quelle: Wikipedia)
  • Wie komme ich an eine Alraune?
    Apotheken führen „Alraune – Mandragora officinalis“  als Droge zur Zeit nicht, da es keine Anbieter gibt. 
    Pflanzen und Samen kann man in Spezialgärtnereien erwerben, die auch (unterschiedliche) Aussaathinweise zur Verfügung stellen.  
  • Aussaat- und Pflegehinweise
    für Joana, die Ende Mai auf einer ägäischen Insel leicht angetrocknete Alraunenfrüchte geschenkt bekommen hatte. Die Pflanze, die im Gestein unter einem Olivenbaum wuchs, hatte sich bereits für ihre Stresszeit, den heißen Mittelmeersommer, vorbereitet, die weichen, grünen Blätter verdorren lassen, ihre Kräfte in Wurzel und Samen gespeichert:
    Liebe Joana, halte dir vor Augen, welches Klima die Pflanze an ihrem Standort nach ihrer Samenreife erwartet und welche Taktik sie zu ihrer Verbreitung anwendet. In deinem Fall:
    1. Fülle eine Aussaatplatte mit Aussaaterde. Diese ist keimfrei, luftig und mager genug, nicht teuer. Solltest du keine bekommen, misch Sand oder Perlite bzw. Vermiculite unter Fertig-Gartenerde 1 : 3 . Erde leicht andrücken.
    2. Lege je 2 Samen in ein Abteil, drücke sie leicht an und bedecke sie in Samenstärke mit Erde. Mit lauwarmem Wasser besprühen und -wichtig: Ein Stückchen Gartenvlies darüber legen. So wird die Feuchtigkeit länger gehalten. 
    3. Ja, und jetzt: Wohin damit!? Bis die Nachttemperaturen nicht unter +8° fallen, das Gefäß vor Mittagssonne geschützt im Freien lassen. (Sobald die Erde abgetrocknet ist, durch das Vlies hindurch leicht besprühen!)  Anschließend darf die Aussaat bis Mitte Mai ins Wohnzimmer an einen hellen Platz, dann wieder ins Freie. Die Keimzeit der Samen kann bis zu 1 Jahr dauern!
    4. Wenn sich die Blätter der Jungpflanzen berühren, in 8 cm Tontöpfe pflanzen und drei Tage schattig halten. Mische unter die Blumenerde Perlite / Vermiculite: 1 Teil Perlite / Vermiculite, 5 Teile Blumenerde. Der Zusatz sorgt für gute Wasserführung. Alraunen dürfen keine Staunässe haben!
    5. Überwinterung: Wird die Alraune als Topfpflanze gehalten, zwischen 5° und 15° überwintern. Im Weinbauklima kann sie ausgepflanzt, gut eingewurzelt und mit Winterschutz versehen im Freien überwintern.
    6. Wird der Topf zu klein, knapp nach der sommerlichen Ruhephase, in der die Pflanze die Blätter abwirft und ziemlich trocken gehalten werden möchten, in einen  hohen Tontopf pflanzen, so dass sich die Pfahlwurzel gut entwickeln kann.
    7. Die ersten Blüten kannst du frühestens nach 4 Jahren erwarten.
    8. Bemerkung: Die Alraune gedeiht auch bei ständiger Zimmerhaltung.
    9. Aussaatipp: Die Alraunensamen dürften wie die der Tomate, die zur gleichen Pflanzenfamilie zählt, von keimhemmenden Substanzen umgeben sein, die verhindern, dass die Samen zu früh, d. h. bereits im Innern der Früchte, keimen. Die Keimhemmung kann durch Gärung abgebaut werden. Die Keimfähigkeit der Alraunensamen wird dadurch erhöht. Auch ihre Vermehrung durch den ausgeschiedenen Kot der Vögel, die die Beeren gefressen hatten, legt eine kurze Vergärung nahe.
      1. Dazu bedeckst du die Samen in einem Glas leicht mit Wasser und stellst es für 2 bis 4 Tage an einen 20° - 30° warmen Ort. Die einsetzende  Gärung erkennst du an der Bläschenbildung im Wasser, evtl. auch etwas Schimmel.
      2. Anschließend die Samen in einem feinen Sieb mit klarem Wasser durchspülen, gleich verwenden oder für eine spätere Verwendung auf einem Teller trocknen lassen.
  • Grabung 2013
    Auf Besuch bei griechischen Freunden, die inmitten von Alraunen wohnen, erzählte ich über die bereits von Dioskurides erwähnten mysteriösen Vorschriften, eine Alraune zu graben. „Ach was,“ meinte Nikos kurz entschlossen, „ da nehm ich einfach einen Pickel!“ ;) … Am Abend mache ich mich mit Erlaubnis des Hausherrn und der Alraune ans Ausgraben. Danke!
🌿

Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

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Warnhinweise — toxikologische Eigenschaften

Diese Pflanze weist dokumentierte unerwünschte oder toxische Eigenschaften auf. Die folgenden Angaben sind keine Wirkungen im Sinne einer Heilanwendung, sondern Sicherheitshinweise für Sammlerinnen und Sammler.

halluzinogen (ganze Pflanze)

Traditionell beschriebene Eigenschaften

betäubend (Wurzel) VolksheilkundeHomöopathie
schmerzlindernd (Wurzel) VolksheilkundeHomöopathie
kreislaufanregend (Früchte) Volksheilkunde
entspannend (Früchte) Volksheilkunde
angstlösend, (Früchte) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Alkaloide Sekundär
Atropin
Mikronährstoffe
SCOPOLAMIN
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Alkaloide

Alkaloide sind natürlich vorkommende, chemisch heterogene, meist alkalische, stickstoffhaltige organische Verbindungen des Sekundärstoffwechsels, die auf den tierischen oder menschlichen Organismus wirken.

Atropin

Atropin (abgeleitet von Atropa, dem Gattungsnamen der Tollkirsche) ist ein sehr giftiges Tropan-Alkaloid; es ist ein Racemat (1:1-Mischung) aus den Isomeren (R)- und (S)-Hyoscyamin, das sich bei der Isolierung durch Racemisierung aus dem Naturstoff (S)-Hyoscyamin bildet. Atropin steht auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

SCOPOLAMIN

SCOPOLAMIN , auch als Hyoscin bezeichnet, ist ein als sehr giftig eingestuftes Alkaloid so prächtiger Pflanzen wie Engelstrompete  (der Stolz vieler KübelpflanzenbesitzerInnen !), Bilsenkraut , Stechapfel , Alraune ... 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Herz-Kreislauf-Stärkung Homöopathie
Gilt in der Volksheilkunde als tonisierend für das Herz-Kreislauf-System und wird bei Schwäche und Erschöpfung traditionell angewandt.
Dieser Abschnitt wurde KI-gestützt erstellt und wartet auf redaktionelle Prüfung.
Gallenbeschwerden Homöopathie
Wird traditionell bei Gallenkoliken und Gallenstauung eingesetzt, da ihr eine cholagoge Wirkung zugeschrieben wird.
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Ischias Homöopathie
Gilt in der Volksheilkunde als wirksam bei Ischiasbeschwerden und wird traditionell gegen Nervenschmerzen im Bereich des Ischiasnervs angewandt.
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Kopfschmerz - Migräne Homöopathie
Wird traditionell bei Migräne und nervösen Kopfschmerzen eingesetzt, denen psychische Anspannung zugrunde liegt.
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Bronchitis Homöopathie
Gilt in der Volksheilkunde als expektorierend und wird traditionell bei Bronchitis mit zähflüssigem Auswurf angewandt.
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Hilft bei

Andere Namen

MandragoraGemeine Alrauneder AlraunGalgenmännchen's AraunerlDollwurzZauberwurzelHexenkrautSpringwurzUnhold-WurzelDiebeswurzelTeufelsapfelDrachenpuppeWurzelknechtMandragora haussknechtii Heldr.Mandragora vernalis Bertol.Mandragora autumnalis

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeDrogenpflanzeHeilpflanzeWeitere Nutzung von PflanzenGartenpflanzeKübelpflanzePsychoaktivSymbolpflanze
Vorkommen HöhenstufenFlachlandHügellandLebensraumBrachlandGärtenRuderalstellenWegränderWeingärtenVerbreitungMittelmeerraum
Blütenfarbe violettweißpurpurblau
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

full spring

Früchte

early summer

Samen

Steckbrief

Familie
Solanaceae
Gattung
Mandragora
Ordnung
Solanales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Kraut
Habitat
Open woodland, deserted fields and stony places.
Essbarkeit
★☆☆☆☆
Heilwirkung
★★☆☆☆

Anbau & Pflege

Prefers a deep humus-rich light soil and a sheltered position in full sun. It also tolerates some shade. Prefers a circumneutral soil and dislikes chalk or gravel. Plants are liable to rot in wet or ill-draining soils. Plants are hardy to about -15°c. The roots are somewhat carrot-shaped and can be up to 1.2 metres long. Plants are intolerant of root disturbance and should be put out into their permanent positions as soon as possible. The root often divides into two and is vaguely suggestive of the human body. In the past it was frequently made into amulets which were believed to bring good fortune, cure sterility etc. There is a superstition that if a person pulls up this root they will be condemned to hell. Therefore in the past people have tied the roots to the bodies of animals and then used these animals in order to pull the roots out of the soil.
Vermehrung: Seed - best sown in a cold frame in the autumn. The seed can also be sown in spring in a cold frame. When they are large enough to handle, prick the seedlings out into individual pots and grow them on in the greenhouse for at least their first winter. Plant them out into their permanent positions in late spring or early summer, after the last expected frosts. Root cuttings in winter. Division. This can be rather difficult since the plants resent root disturbance.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Fruit Edible Uses: Fruit - raw or cooked. A delicacy. The fruit is about the size of a small apple, with a strong apple-like scent. Caution is advised in the use of this fruit, it is quite possibly poisonous[K].

Weitere Nutzung

None known

Verbreitung

Heimisch: Italy, Lebanon-Syria, NW. Balkan Pen., Portugal; Spain; Gibraltar; ?Baleares [I]; Sardinia; N-Italy; Sicily; Isole Pelagie (Lampedusa); Croatia; Bosnia & Hercegovina; Greece (coastal S-Peloponnisos, widespread Kiklades, Kithira, Andikithira); Crete; Morocco; Algeria; Tunisia; East Aegaean Isl. (Chios, Fourni, Samos, Dodecanese, Kos, Nisyros, Tilos, Simi, Kasos, Karpathos, Rhodos); Turkey (SSW-Anatolia, SW-Anatolia, W-Anatolia); Cyprus (E-Cyprus, N-Cyprus, S-Cyprus, W-Cyprus); Lebanon (C-Lebanon, coastal W-Lebanon); Israel (coastal W-Israel, Rift Valley, N-Israel, N-Negev Desert); Jordania (S-Jordania, W-Jordania) Eingeführt: SE

Alternative deutsche Namen

Alraunwurzel
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren