Löwenzahnhonig, traditionell
Löwenzahnhonig auf traditionelle Art zubereitet benötigt keinen Gelierzucker.
Seinen Namen hat der Löwenzahnhonig zum einen von der Pflanze, die man dafür verwendet, zum anderen von seiner honigähnlichen Konsistenz und Süße. Die Süße stammt allerdings nicht von den Bienen, sondern vom Zucker, die honigähnliche Konsistenz entstammt den Kochkünsten eines bienenfleißigen Zweibeiners!
Es gibt im Großen und Ganzen zwei unterschiedliche Zubereitungsarten für Löwenzahnhonig, die sich vor allem durch die Dauer der Kochzeit, die Konsistenz und den verbliebenen Gehalt an Flavonoiden unterscheiden.
- Flavonoide werden durch die moderne Zubereitung eher geschont, denn dieser "Honig" wird wie ein Gelee fabriziert. Brauner Kandis liefert das begehrte Karamell und eine honigähnliche Konsistenz.
- Die traditionelle Zubereitung erfordert ein langes Kochen und Rühren, bis der Zucker zu einem honigähnlichen, zähflüssigen Sirup karamellisiert ist.
Löwenzahnhonig schmeckt (auch VeganerInnen)
- als Brotbelag
- in Müsli, Joghurt, Topfencreme (Quarkcreme)
- über gedünsteten Äpfeln, Birnen, Pfirsichen ...
- Mit Wasser verdünnt ergibt er eine aromatische Limonade.
- Auch Tee lässt sich damit wunderbar süßen und durch das sanfte Bittere des Löwenzahnhonigs in seiner Wirkung erhöhen.
- Löwenzahn regt nämlich Galle und Leber an und wirkt durch die Aktivierung der Leberfunktion entgiftend, stoffwechselanregend („blutreinigend“).
- Der karamellisierte Zucker zeigt sich bei Husten hilfreich.
Wie komme ich an Löwenzahnhonig?
Wenn im Frühling an Sonnentagen die Wiesen umgewandelt werden in ein gelbes, summendes Blütenmeer voller Duft, halte man Ausschau nach einer gelben Bucht, die von Gülle, Kot und Abgasen verschont geblieben ist! Hier kann man mit Vergnügen die gefüllten Blütenkörbe des Gewöhnlichen Löwenzahns sammeln (Sammeltipps). Dabei auch darauf achten, ob sich kleine Käfer darin verstecken!? Die muss man nicht mit nach Hause nehmen.
Getrocknet werden die Blütenköpfe übrigens im Winter für Sonnensalz, Tee und Speisen-Deko verwendet,
frisch für den Löwenzahnhonig, traditionell:
Zutaten
- 250.00 g Löwenzahnblütenköpfe
- 1.00 Bio-Zitrone
- 1.00 Liter Trinkwasser
- 1.00 kg Haushaltszucker
Zubereitung
- 250.00 g Löwenzahnblütenköpfe — ca. 200 ganze Köpfe (der Honig wird damit eine Spur herber) oder - von einer höheren Anzahl an Blüten - nur Blütenblätter und Staubgefäße
- 1.00 Bio-Zitrone
- 1.00 Liter Trinkwasser
- 1.00 kg Haushaltszucker
Die Blütenköpfe halbieren, eventuell vorhandene Insekten entfernen, mit der in Scheiben geschnittenen Zitrone und 1 l Wasser in einem z u g e d e c k t e n Topf 15 Minuten kochen, die Pflanzenteile darin ziehen lassen, bis der Sud abgekühlt ist.
Sud durch ein feines Sieb pressen. Er wird eine Menge um 900 ml abgeben. So belassen!
Sud mit 1 kg Haushaltszucker 1 - 2 Stunden in einem a b g e d e c k t e n, möglichst weiten Topf (ohne Teflonboden!) köcheln. Dabei mit einem Kochlöffel immer wieder umrühren, damit der Zucker nicht anbrennt, sondern leicht karamellisiert und eindickt.
Sobald der Honig die richtige Konsistenz (zähflüssig) erreicht hat, wird er möglichst heiß in kleine Schraubgläser gefüllt.
- Die Konsistenz überprüft man, indem man mit dem Kochlöffel einen Tropfen der Flüssigkeit aus dem Topf auf ein Teller gleiten lässt. Verrinnt er, muss noch weiter gekocht und gerührt werden. Bleibt er stehen, kann der Löwenzahnhonig abgefüllt werden.
Schraubgläser fest verschließen, sogleich kurz auf den Kopf stellen und dann wieder zurück. Auskühlen lassen.
Beschriften. Kühl und dunkel aufbewahren.