Spitzwegerich-Honig
Spitzwegerich-Honig ist eine wirkungsvolle und einfach zuzubereitende Hustenmedizin!
„Medizin muss bitter schmecken“, lautet eine landläufige Meinung. Mary Poppins aber meint: „Wenn ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt, rutscht sie gleich noch mal so gut.“ - Und erst recht, wenn, wie bei dieser Hustenmedizin, Honig den Zucker ersetzt. Wichtige Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs wie Gerbstoffe und das bitter schmeckende, aber, in geringer Dosis genommen, heilend wirkende Aucubin, werden mit Bienenhonig, der selbst desinfizierende Kräfte besitzt, genussvoll im Mundraum und im Rachen verteilt, wo sie ihre Wirkungen entfalten.
Diese Medizin schmeckt so gut, dass sie von Groß und Klein gerne genommen wird, wenn der Hals wieder einmal kratzt und plagender Husten sich breit macht. Gerbstoffe und Kieselsäure des Spitzwegerichs festigen das Gewebe der Schleimhäute, seine Schleimstoffe legen sich schützend und beruhigend über sie, während Aucubin die Entzündungserreger bekämpft.
Wer es verabsäumt hat, sich im Frühsommer vor der Samenreife der Wegeriche ein Gläschen voll davon herzustellen, denn der Husten war zum Glück noch ganz weit weg, dem bieten Spätsommer und Frühherbst eine zweite Chance: Nach der Heuernte, also nach dem 15. August, dem Hohen Frauentag (Fest Mariä Himmelfahrt), beginnen manche Wiesenpflanzen, darunter auch die Wegeriche, erneut zu sprießen.
- Kräutern, die während des „Frauendreißigers“, der Zeitspanne zwischen Hohen Frauentag und dem Fest Mariä Namen (15.08. bis 12.09), gesammelt werden, gelten in der Volksmedizin sogar als besonders heilsam.
Halten Sie also bei Ihrem nächsten Spaziergang durchs Grüne Ausschau nach den frischen Blättern von Breitwegerich, Mittleren Wegerich und Spitzwegerich, dem die intensivste Heilkraft der drei Genannten zugeschrieben wird!
Zutaten
- 1.00 Portion Spitzwegerich
- 1.00 Portion Bienenhonig
Zubereitung
- 1.00 Portion Spitzwegerich — Blätter. Ersatz: Breitwegerich, Mittlerer Wegerich
- 1.00 Portion Bienenhonig — in flüssigem Zustand
Die gewaschenen und mit Tüchern trocken getupften Blätter in schmale Streifen schneiden.
Die Blattstreifen schichtweise, und zwar abwechselnd mit echtem Honig, randvoll in das Schraubglas füllen. Das geht so:
- 1 cm hoch Spitzwegerich - nicht niederdrücken –
- eine dünne Schicht Honig darübergeben. Gerade so viel, dass die Blätter bedeckt sind.
- Die Schichten mit Honig abschließen.
Das Glas verschließen und nach ca. 2 Stunden kontrollieren. Sie werden sehen, dass sich die Blätter gesetzt haben. Den entstandenen Freiraum randvoll mit Honig auffüllen.
Das Glas nun fest (luftdicht) verschließen und für 3 – 6 Wochen, je nach Zerkleinerungsgrad des Spitzwegerichs, griffbereit in den Küchenkasten stellen.
Wichtig ist, während dieser Zeit das Glas täglich wenden, es abwechselnd 1 Tag mit seinem Verschluss nach unten aufstellen, 1 Tag normal auf seinem Glasboden stehen lassen. So wird der Spitzwegerich immer wieder von Honig umspült, der die heilenden Inhaltsstoffe aus der Pflanze löst, besonders gut das Aucubin.
Nach Ablauf der Auszugszeit den Honig mithilfe von Sieb und Trichter in kleine dunkle Fläschchen füllen und bis zur Verwendung kühl aufbewahren.
- Erwachsene nehmen bei Husten einige Teelöffel Spitzwegerich-Honig über den Tag verteilt ein, Kinder entsprechend weniger. Dabei im Mund gut bewegen, langsam schlucken, anschließend eine halbe Stunde lang weder etwas essen noch trinken, damit die Wirkstoffe nicht gleich von ihrem Einsatzgebiet weg in den Magen gespült werden.
- Alternativ kann ein lauwarmer Hustentee damit gesüßt werden, von dem man viertelstündlich ein Schlückchen nimmt.