Gründonnerstagssuppe
Gründonnerstag ist ein Tag, der durch die Natur zeigt, dass das Leben siegt, dass sie mit ihrem ersten Grün für den Menschen sorgt:
Nach durchstandenen Winterperioden keimen in einem neuen Lebensaufbruch
starke "Vitamine" für Körper und Seele !
In der biblischen Bedeutung des Gründonnerstags wird uns bewusst, dass uns Jesu' Botschaft Leben über alle Winter- und Dürrezeiten hinaus gibt. (In vielen Pfarren werden an diesem Tag Gottesdienste mit Krankensalbung angeboten.)
Als Symbolfarbe für "Leben" nehmen die Menschen, angeregt durch ihre Naturbeobachtung, seit alters her die Farbe Grün.
So ist denn die grüne Gründonnerstagssuppe in ihrer Einfachheit seit Jahrhunderten ein schönes, doppeltes Symbol:
Du sollst leben – körperlich und spirituell!
Zutaten
- 1.00 Portion Bärlauch
- 1.00 Portion Beifuß
- 1.00 Portion Brennnessel
- 1.00 Portion Gänseblümchen
- 1.00 Portion Gundelrebe
- 1.00 Portion Löwenzahn
- 1.00 Portion Sauerampfer
- 1.00 Portion Schafgarbe
- 1.00 Portion Spitzwegerich
- 2.00 Stück Jungzwiebeln
- 1.00 Kartoffel
- 1.00 EL Butter
- 1.00 Liter Wasser
- 1.00 Prise Salz
- 1.00 Prise Pfeffer
- 1.00 Prise Muskatnuss
- 2.00 EL Creme Fraiche
Zubereitung
- 1.00 Portion Bärlauch — Alternativen: Knoblauchrauke, Knoblauch, Kohllauch.
- 1.00 Portion Beifuß — Triebspitzen; schmeckt stark bitter-aromatisch
- 1.00 Portion Brennnessel — Blätter
- 1.00 Portion Gänseblümchen — Blattrosette mit Knospen und Blüten
- 1.00 Portion Gundelrebe — Blätter und Blüten
- 1.00 Portion Löwenzahn — Wurzel, Blätter, Knospen, Blütenblätter; schmeckt leicht bitter.
- 1.00 Portion Sauerampfer — Blätter. Ersatz: Brunnenkresse, Gartenkresse.
- 1.00 Portion Schafgarbe — Blätter; schmeckt bitter
- 1.00 Portion Spitzwegerich — oder Breitwegerich, Blätter
- 2.00 Stück Jungzwiebeln
- 1.00 Kartoffel — mehlig
- 1.00 EL Butter — oder Rapsöl
- 1.00 Liter Wasser — oder Gemüsebrühe
- 1.00 Prise Salz
- 1.00 Prise Pfeffer
- 1.00 Prise Muskatnuss — frisch gerieben
- 2.00 EL Creme Fraiche — gehäufte EL.
Für 4 Personen benötigt man pro Wildpflanze ("Unkraut") so viel, wie man mit drei Fingerspitzen halten kann - und zwar je nach Bitterkeit des Krautes - große Fingerspitzen oder kleine!
Butter in einen Suppentopf geben, erhitzen, fein geschnittene Zwiebel darin andünsten.
Die geschälte Kartoffel und das gebürstete Stück Löwenzahnwurzel klein schneiden, dazu geben, ein wenig schmoren lassen, dreimal langsam umrühren und das Wasser oder die Gemüsebrühe dazu schütten. 10 Minuten lang sanft köcheln lassen.
Inzwischen die Kräuter reinigen, dabei die Brennnesseln mit zwei Gabeln anfassen, fein hacken und mit Creme fraîche zu den Kartoffeln geben. Weitere 5 Minuten ziehen, aber nicht kochen lassen.
Nachwürzen mit Salz und Pfeffer, eine Prise Muskat darüber reiben.
- Der NAME "GRÜNDONNERSTAG" hat vordergründig etmythologisch nichts mit der Farbe "Grün" zu tun, sondern geht auf das mittelhochdeutsche "gronan" = weinen (greinen) zurück. An diesem Tag wurden früher Sünder, die wegen eines schweren Vergehens öffentlich Buße geleistet hatten und die als "Weinende" bezeichnet wurden, wieder in die gottesdienstliche Gemeinschaft aufgenommen.
- Die Gründonnerstagssuppe heißt auch "NEUN-KRÄUTER-SUPPE", denn nach alter Tradition sollen es 9 (= dreimal die "göttliche" Zahl 3) Kräuterarten sein, einheimisch und frisch! Wenn das eine oder andere Kraut nicht greifbar ist, darf man für ungiftigen Ersatz sorgen, denn "Traditionen sind wie Straßenlampen. Sie zeigen den Weg, aber nur ein Betrunkener klammert sich an sie!" (P. Werner Gregorschitz)