Räucherbündel binden und räuchern
Ursprünglich in der indianischen Kultur beheimatet, und zwar gebunden aus Wüstenbeifuß oder Weißem Salbei, sind Räucherbündel ebenfalls bei uns in Mitteleuropa in Räucherzeremonien üblich. Oft werden sie aus einheimischen Räucherpflanzen in meditativer Arbeit selbst hergestellt.
Räucherbündel sind auch unter dem Namen Smudge-Bundle bekannt. - Kleine Bündel werden als Räuchersticks bezeichnet. Kinder binden sie besonders gerne. - Aus biegsamen Pflanzen lassen sich Räucherzöpfe flechten.
Zur Herstellung von RÄUCHERBÜNDELN eignen sich
Zweige bzw. Halme von Beifuß, Eberraute, Eisenkraut, Feldthymian, Gagelstrauch, Gartenthymian, Königskerze, Lavendel, Mariengras, Myrte, Rosmarin, Rainfarn, Ruchgras, Sadebaum, Steinklee, Thuja, Wacholder, Wermut, Ysop, Zeder, Zirbe, Zypresse.
Für RÄUCHERSTICKS werden bis zu 10 cm lange Pflanzenteile verwendet und gleich wie Räucherbündel gebunden. Hübsch und sinnvoll ist es, sie eingewickelt in ein großes Salbeiblatt zu binden. Als Körper eignen sich kleine Triebe einer Königskerze, Lavendel, Beifuß, Thymian, Steinklee und Wacholder.
Aus Duftgräsern (Mariengras, Ruchgras), Eisenkraut, jungen Beifuß- und Wermutpflanzen und Steinklee lassen sich RÄUCHERZÖPFE flechten.
Allgemeine Tipps zur Herstellung von Räucherbündeln:
- Für das Binden eines Räucherbündels lässt man die Pflanzen anwelken. Werden die Pflanzen im ganz frischen Zustand gebunden, beginnen sie leicht zu schimmeln. Sind sie bereits trocken, zerbröseln während des Bindens ihre Blätter.
- Als Bindematerial eignen sich Naturfasern wie Naturbast, Baumwoll- oder Leinenfaden, Korbweide. Für Sticks können auch Binsen und Quecken genommen werden. Fasern aus Wolle riechen besonders übel, sobald sie verbrannt werden.
- Die fertig gebundenen Bündel bzw. Sticks oder Zöpfe und lässt man hängend gut durchtrocknen.
Zutaten
- 1.00 Wacholderzweig
- 1.00 Salbeizweig
- 5.00 Beifußzweige
- 2.00 m Naturbast
Zubereitung
Ziel ist es, mit diesem Räucherbündel eine Reinigungs- und Schutzräucherung durchzuführen. Dazu werden die drei ältesten Räucherpflanzen Europas verwendet:
Wacholder – wurde immer schon in ganz Europa geräuchert. Vertreibt mit seinen spitzen Nadeln und seinem desinfizierenden Rauch die „Dämonen“.
Beifuß – eine der ältesten Räucherpflanzen Mittel- und Nordeuropas: reinigend mit desinfizierenden Inhaltsstoffen, die Intuition stärkend. - Bereits aus Beifuß allein lassen sich angenehm duftende Räucherbündel binden. – Wer ihn kennt, wird ihn als „Unkraut“ in der wilden Natur leicht entdecken.
Echter Salbei – die Räucherpflanze, die aus Südeuropa zu uns kam. Sie klärt die Atmosphäre und klärt den Kopf, enthält ebenfalls desinfizierende Inhaltsstoffe. - Viele Menschen ziehen den winterharten Salbei im Garten oder in einem Pflanzgefäß. Er ist deshalb gut greifbar.
- 1.00 Wacholderzweig
- 1.00 Salbeizweig — ohne Nebenzweige
- 5.00 Beifußzweige — aus der Wipfelregion
- 2.00 m Naturbast — Alternative: dünne Korbweide
Die Zweige sollten ungefähr gleich lang sein. Ihre Anzahl bestimmen Sie. Das fertiggetrocknete Bündel sollte jedoch ca. 3 cm dick und ca. 27 cm lang sein.
Der Wacholder bildet die Mitte.
Er wird, so gut es geht, vom Salbeizweig umhüllt, der mit Bast befestigt wird.
Beifußzweige mit ihren weichen Tag-und-Nacht-Blättern (grüner Tag, silbrige Mondnacht) werden rundum angeordnet.
Das Bündel wird verschnürt:
- Dazu lässt man ein Anfangsstück frei hängen (wird zum späteren Verknoten benötigt),
- führt den Faden das Bündel umkreisend einmal abwärts und einmal aufwärts, sodass sich die Windungen kreuzen und mehrere x bilden, die Rune gibo, die für "Gabe" steht.
- Anfang und Ende werden verknotet.
Das Bündel wird hängend an einem warmen, halbschattigen Ort gut durchgetrocknet !
Alle großen und kleinen Räucherbündel (Bündel, Zöpfe, Sticks) werden in der Regel direkt verräuchert, d.h. sie werden selbst angezündet. Da dabei viel Rauch entsteht, findet die Räucherung meistens im Freien statt. Wird in Innenräumen damit geräuchert, wird aus gesundheitlichen Gründen anschließend gut gelüftet. Duft und Atmosphäre verbleiben trotzdem im Raum.
Zum Räuchern werden sie an einem Ende, oben oder unten, angezündet.
Sobald das Feuer lebt, wird es sachte ausgeblasen, seine sich weiterfressende Glut jedoch durch zeitweises Fächeln mit einer großen Feder oder durch Schwingen über dem Kopf am Leben erhalten.
Bereits rauchend werden sie aufgehängt oder man hält sie in den Händen, um beispielsweise Personen abzuräuchern oder durch Räume zu gehen.
Man lässt das Räucherwerk im Freien abglimmen oder stoppt es, indem es im Sand ausgedrückt wird.