Kurkuma
Curcuma longa
Portrait
Die bis zu 1 m hohe Pflanze Kurkuma (Curcuma longa) wird auch als Gelber Ingwer, Safranwurzel, Indischer Safran und als Gelbwurzel bezeichnet. Sie stammt aus Südasien, wo sie seit Jahrtausenden als Gewürz und Arzneimittel verwendet und heute in Plantagen kultiviert wird. Von besonderem Interesse sind ihre stark verzweigten, zylindrischen, aromatischen Rhizome, die sie, an ihren Enden versehen mit Knollen, als Überdauerungsorgane ausgebildet. Das Kurkuma-Rhizom ähnelt dem des Ingwers, ist jedoch innen im Unterschied zum weißlichen Ingwer intensiv gelb -orange und schmeckt nicht zitronig-scharf wie jenes, sondern mildwürzig, etwas bitter. Im alten Persien spielte es aufgrund seiner Farbe als gelbes Gewürz eine Rolle im Sonnenkult.
Wozu wird die Kurkumapflanze heute verwendet?
Der lange haltbare, creme- bis rosafarbene Blütenstand der Kurkumapflanze wird als Schnittblume verwendet. Von großer Bedeutung jedoch sind ihre unterirdischen Rhizome. Sie werden heiß gewaschen, geschält und frisch oder getrocknet verwendet. Im europäischen Handel ist es meistens zu Pulver gemahlen, das ebenfalls einfach als „Kurkuma“ bezeichnet wird, erhältlich.
Inhaltsstoffe des Rhizoms
Als Energiereserve speichert die Pflanze Curcuma longa in ihren Rhizomen neben Wasser bis zu 40 % verkleisterte Stärke und, um sich vor Krankheitserregern und Fressfeinden zu schützen, wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe: Bis zu 7 % spezielle ätherische Öle, 3 – 8 % Curcumoide wie Curcumin I, II und III (Zahlenquelle: Schönfelder „Das neue Heilpflanzenbuch“). Sie sind für die gelbe Färbung und, zusammen mit den ätherischen Ölen der Kurkumarhizome, für die medizinische Wirkung hauptverantwortlich. - Folglich kann man das Rhizom zur Farbstoffgewinnung, als Gewürz und medizinisch nutzen!
KURKUMA ALS FARBSTOFF
Das Curcumin des Kurkumarhizoms ist ein intensiv orange-gelber, jedoch leider nicht lichtechter, natürlicher Farbstoff. Dem Licht ausgesetzt, verblasst das satte Kurkumagelb und verliert sich nach einigen Monaten ganz. Dunkel aufbewahrt, bleibt der Farbton erhalten.
Kurkuma bzw. Curcumin findet deshalb Verwendung als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie, etwa für Senf, Teigwaren oder Kurkuma-Reis. Es wird auch als kostengünstiger Safranersatz genommen oder von Fälschern zum Strecken von Safran verwendet.
KURKUMA ALS GEWÜRZ
In der westlichen Küche spielt Kurkuma im Unterschied zur südasiatischen eine untergeordnete Rolle. Verwendet wird es als Bestandteil von Currypulver und als Safranersatz. Kurkuma passt in Currys, Chutneys, Relishes, Senfgemüse, Bohnen-, Linsen-, Kichererbsen- und Reisgerichte und verleiht Suppen, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten, Eierspeisen und Gemüse Farbe und gesundes, würziges Aroma.
Aufbewahrung: Kurkuma sollte dunkel und nicht zu lange gelagert werden, da die Farbe bei Licht schnell verblasst und es an Aroma verliert.
KURKUMA ALS ARZNEIMITTEL
Bereits seit Jahrtausenden wird Kurkuma in der ayurvedischen Medizin äußerlich für die Behandlung von Wunden und Ausschlägen verwendet, innerlich zusammen mit Schwarzem Pfeffer täglich als hilfreiches Gewürz warmer Speisen.
Heute ist der Wirkstoff Curcumin einer der am besten erforschten Pflanzenextrakte weltweit. Aufgrund seines breiten Wirkspektrums ergeben sich zahlreiche gesundheitlich wertvolle Anwendungsgebiete für den menschlichen Körper.
Die Curcuminoide des Rhizoms von Curcuma longa – (nicht mit Curcuma zanthorrhiza, der schwächer wirkenden „Javanischen Gelbwurz“, verwechseln) und die ätherischen Kurkumaöle des frischen Rhizoms verstärken gegenseitig ihre Wirkungen.
Curcumin wirkt
- verdauungsanregend und gallentreibend.
Es kurbelt die Magensaftproduktion an und regt die Leber dazu an, mehr Gallensäuren auszuschütten. Diese erleichtern die Verdauung von Fett. Kurkuma lindert dadurch Blähungen und Völlegefühl. - Cucurmin wirkt vor allem auch stark entzündungshemmend, stark antioxidativ, antimikrobiell, immunstimulierend, krebshemmend. Weiters gefäßschützend, schmerzlindernd, neuroprotektiv, cholesterinsenkend, fettstoffwechselfördernd und knochenaufbauend.
Anwendungsgebiete:
Kurkuma bzw. Curcumin ist hilfreich zur Vorbeugung, aber auch zur Unterstützung bei der Behandlung chronischer Erkrankungen wie
Arthrose
Arthritis
Allergien
Alzheimer
Arteriosklerose
Colitis ulcerosa
Morbus Crohn
Tumorerkrankungen
Lebererkrankungen
Hypercholesterinämie
Hauterkrankungen
schwer heilende Wunden …
Nähere Informationen zu den medizinischen Wirkungen von Curcumin h i e r !
Negative Nebenwirkungen von Kurkuma und Curcumin
Kurkuma und Curcumin gelten als gut verträglich. Außer einer möglichen Magenverstimmung und einer verstärkten Förderung des Gallenflusses sind keine Nebenwirkungen bekannt. Kontraindikationen sind Gallensteine (Gefahr einer Kolik!) und Verschluss der Gallenwege.
Anwenden von Kurkuma
Die moderne Forschung bestätigt, dass die Bioverfügbarkeit von Curcumin gesteigert wird und es sein heilendes Potential im Körper besser entfalten kann, wenn man es so aufbereitet, wie es in Indien bereits seit Jahrtausenden gehandhabt wird:
- Es wird natürliches Kurkuma verwendet, am besten das frische Rhizom, das von sich aus Curcumin im Verbund mit ätherischen Ölen beinhaltet. Diese erhöhen die Bioverfügbarkeit von Curcumin.
- Kurkuma wird erwärmt eingenommen, nämlich mit warmen Speisen und Getränken, die ebenfalls etwas Öl bzw. Fett enthalten.
- Kurkuma wird zusammen mit Schwarzem Pfeffer oder, noch besser, mit gemahlenen Bockhornkleesamen verwendet.
So gelangt man in den Genuss der heilenden Wirkung von Kurkuma:
Dosierung für Erwachsene:
Laut "Pschyrembel Naturheilkunde" 1,5 - 3 g Drogenpulver (Anm.: gebrühtes u. getrocknetes Rhizom) pro Tag. Als praktisches Maß eignet sich ein Teelöffel, der 5 ml fasst: 1 gestrichener TL Kurkumapulver = 1 g Kurkumapulver
Es versteht sich, dass man Kurkuma bester Qualität verwendet, von sonstigen Chemikalien unbelastet und richtig gelagert. Mit Bio-Kurkuma ist man in der Regel gut beraten.
Erste Möglichkeit der Einnahme: Ausreichend Kurkuma in den täglichen Speiseplan einbauen!
Man nimmt, eingebaut in den täglichen Speisenplan, täglich eineinhalb bis drei gestrichene Teelöffel Kurkumapulver. Bei Verwendung von frischer Wurzel die doppelte Menge nehmen. Die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöht sich, wenn das Kurkumapulver bzw. die Kurkumawurzel gekocht und zusammen mit etwas Öl und einer kräftigen Prise Pfeffer oder gemahlenen Bockshornkleesamen eingenommen wird, am sichersten in Form der praktischen, selbst zubereiteten Kurkumapaste. Sie kann auch gut in den Beruf mitgenommen, zu einer Kurkuma-Latte verrührt und mit Trinkhalm getrunken werden. So verhindert man eine, wenn auch nur kurzzeitige, mögliche Verfärbung der Zähne.
Zweite Möglichkeit: Curcumin in Form von Kapseln einnehmen
Curcumin gibt es in Apotheken, Bioläden und im Onlinehandel in Einnahmekapseln zu kaufen, u. z. in standardisierter Menge, meistens kombiniert mit Piperin (= Inhaltsstoff des Schwarzen Pfeffers), neuerdings auch kombiniert mit gemahlenen Bockshornkleesamen, die eine noch höhere Bioverfügbarkeit des Cucurmins ermöglichen sollen als Piperin.
So gelangt man in den Genuss einer vorbeugenden Wirkung von Kurkuma:
Um eine vorbeugende Wirkung von Curcumin zu erreichen, baut man Kurkuma kreativ nach Lust und Laune, möglichst täglich, in den täglichen Speiseplan ein! Suppen, Soßen, warme Getränke, auch erwärmte Smoothies mit tierischer oder pflanzlicher Milch, viele süße und pikante Speisen eignen sich dazu, Kurkuma unterzubringen. Beispielsweise Kräutersalz mit Kurkuma, Leindottergomasio, Knoblauch-Zitronen-Tonikum mit Kurkuma, Hanfsamenmilch mit Kurkumapaste und Banane, Karfiolsuppe, Reis Kasimir ... für Tee-Fans in Form von Kurkumatee.
Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.
Zitierte Quellen für diese Pflanze
Literaturliste →- 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Union herbal monograph on Curcuma longa L., rhizoma - Revision 1(2019), EMA/HMPC/329755/2017 ↗ „Traditionelle Anwendung bei leichten Verdauungsbeschwerden einschließlich Völlegefühl, langsamer Verdauung und Blähungen. Nur für Erwachsene."
- 📚 Ben-Erik van Wyk, Michael Wink, Handbuch der Arzneipflanzen, Curcuma longa „Die Curcuminoide der Gelbwurz werden in zahlreichen Studien zu entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften untersucht. Kurkuma ist seit über 4000 Jahren Bestandteil der ayurvedischen Heilkunde."
Traditionell beschriebene Eigenschaften
Und zwar Knochen aufbauend und kräftigend.
Knochen aufbauend und kräftigend
Inhaltsstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Traditionelle Verwendung
Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.
leichte Leber-Gallen-Beschwerden