Heilpflanze: schmerzlindernd, hustenreizlindernd, entkrampfend

Schlafmohn

Papaver somniferum · auch: Mohn, Schlaf-

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Beschreibung

Schon seit Urzeiten wird SCHLAFMOHN, dessen Heimat bei den Wildsippen des Borstenmohns im westlichen Mittelmeerraum zu finden ist, vom  Menschen kultiviert, sodass, Farbe (weiß, violett, rosa, rot, hell, dunkel), Blütenfülle, Form der Kapsel, Pflanzenhöhe und Inhaltsstoffe betreffend, unterschiedliche Sorten entstanden. Gemeinsam sind ihnen der geringe Morphingehalt der reifen Samen und die blaugrünen, stängelumfassenden Blätter.

 

Durch Ausgrabungen, u.a. rund um den Bodensee, und der Zuordnung von Mohnkapseln als Begleitsymbol verschiedener Gottheiten  ist erkenntlich, dass man seit Urzeiten um die nährende, schmerzstillende, verdauungsbeeinflussende, beruhigende,  schlafbringende, euphorisierende, hypnotische, aber auch tödliche Wirkung des Schlafmohns weiß.

Verwendete Pflanzenteile

Samen vor dem Verpacken ausgebreitet an der Luft bei 20° - 30° gut durchtrocknen lassen, sonst Schimmelgefahr!

Erläuterung

Wegen der Samenreife möglichst früh säen

Portrait

 

Griechische Gottheiten, die mit Mohnkapseln dargestellt wurden:

  • Nyx,  Göttin der Nacht und Mutter der Zwillingsbrüder Hypnos und Thanatos
  • Thanatos, Gott des friedlichen Todes
  • Hypnos, Gottes des Schlafes (bei den Römern „Somnus“ – Schlaf genannt. Der Artname der botanischen Bezeichnung „Papaver somniferum“ deutet darauf hin.
  • Morpheus, Sohn des Somnus, Gott der Träume. Nach ihm wurde 1804 das  erste isolierte Alkaloid des Schlafmohns „Morphin“ benannt.
  • Aphrodite, aus deren leidvollen Tränen über den Verlust ihres Adonis der tröstliche Schlafmohn mit seinen  Opiumtränen   entstand.
  • Hermes, der so viel Erfolg bringt, wie Samen in der Kapsel sind. (Im Mittelalter wurden in der Annahme, dass Hexen gezwungen wären, jedes einzelne Korn zu zählen, Mohnsamen vor die Haustüren gestreut, um sie bis zu ihrem erschöpften Abzug zu beschäftigen.)
  • Demeter, die für die Fruchtbarkeit der Erde und, zusammen mit ihrer Tochter Kore (Persphone), dafür sorgt, dass die Natur – und mit ihr der Mensch – nach der Zeit des Todes zu neuem Leben erwacht. Beide werden oft mit Mohnkapseln oder Mohnblüten dargestellt. 

 

DIE  BLÜTE  DES  SCHLAFMOHNS  ALS  SYMBOL

Sie gilt durch ihre Farbintensität, verbunden mit ihrer Leichtigkeit, ihrer Anziehung für Bienen und ihrer Kurzlebigkeit mit anschließender Bildung von giftigen, jedoch schmerzstillenden und bewußtseinserweiternden Inhaltsstoffen und zahlreichen keimfreudigen, energiespendenden Samen seit jeher als ein Symbol für Lebensfreude, Flüchtigkeit des irdischen Lebens, rauschhafte Erkenntnis, entspannende Leere (Schlaf, friedlicher Tod) aber auch als ein Hinweis auf erneutes Leben nach dem Tod. Ergänzendes hier.

 

SCHLAFMOHN IN DEN AUFZEICHNUNGEN DER ÄRZTE DER ANTIKE

 

Theophrast unterschied zwischen dem eingetrockneten Milchsaft, den er „opos“ (-> Opium)  nannte und dem schwächer wirkenden Presssaft, dem „mekonion“, benannt nach Mekonia.

 

Bereits Diokurides beschrieb die Herstellung von Rohopium und die medizinische Anwendung von Schlafmohn bei Schlaflosigkeit, Husten,  Verdauungsbeschwerden (Durchfall), Schmerzen und warnte vor einer tödlichen Wirkung.  
Auszugsweise wiedergegeben, z.T. in neuer Rechtschreibung (Quelle):

„… deshalb bewirken die in Wasser gekochten Blätter und Köpfe als Bähmittel Schlaf.… Werden die Köpfchen für sich allein mit Wasser bis auf die Hälfte eingekocht, dann wieder mit Honig gekocht, bis die Flüssigkeit dicklich geworden ist, so geben sie ein Leckmittel, welches schmerzstillend wirkt bei Husten, Erkältung der Luftröhre und Magenaffectionen…
Der Same des schwarzen Mohns wird, fein gestoßen, bei den an Schlaflosigkeit Leidenden mit Wasser als Umschlag auf die Stirn und die Schläfen gelegt…
Der Saft selbst wirkt, etwa in der Größe einer Erbse genommen, schmerzstillend, schlafmachend und die Verdauung befördernd, hilft auch bei Husten und Magenaffectionen.
Im Übermaß getrunken schadet er, indem er Lethargie bewirkt und tötet. … weil durch Tatsachen die Wirkung des Arzneimittels bestätigt ist.

Es ist aber nicht unangebracht, die Art und Weise, wie man den Saft sammelt, zu beschreiben:

Einige nämlich zerstoßen die Köpfe samt den Blättern und pressen sie in der Presse aus, reiben (den Saft) dann im Mörser und formen ihn zu Pastillen. Ein solcher heißt Mekonion, er ist schwächer als der (natürliche) Saft.

Diejenigen, welche den (natürlichen) Saft gewinnen wollen, müssen nach dem Abtrocknen des Taues  das Sternchen (die Krone der Kapsel) mit einem Messer umziehen, so dass es nicht in das Innere eindringt, und in gerader Richtung die Köpfchen an den Seiten oberflächlich einschneiden, dann die heraustretende Träne mit dem Finger in eine Muschel streichen … verdickt … Dann muss man ihn in einem alten Mörser kneten, in Pastillen formen und aufbewahren.“

 

 

THERAPEUTISCHE ANWENDUNG IN DER ZEIT NACH DER ANTIKE

 

  • Dioskurides’ Beschreibungen der Verwendung von Schlafmohn wurden in die Folgezeit bis in das 19. Jh. übernommen.
  • So finden sie sich im  „Macer floridus“  und bei Leonhart Fuchs wieder. Vom letzteren stammt die bleibende Bezeichnung Opium: „In zu großer Menge genossen ist er tödlich. Der Saft heißt auf Latein opium.“ (Quelle: Nutzpflanzen in Deutschland, U. Körber-Grohne)
  • Trotz seiner Gefährlichkeit war Opium lange Zeit zusammen mit anderen sehr stark giftigen Pflanzen wie  Alraune, Stechapfel, Tollkirsche, Bilsenkraut, Schierling u.a., gemischt mit Maulbeersaft, Wein und eingebracht in einen Schlafschwamm, das einzige  Narkosemittel   . - Dass manche Patienten dabei einen giftbedingten Atemstillstand erlitten, ist vorstellbar. Wie gut geht es uns da heute mit unserer Notfallmedizin!
  • Mohn lebte aber nicht nur in Büchern und Krankenanstalten weiter, sondern eroberte vom 9. Jh. weg die europäischen Gärten.
    • Karl d. Große ließ ihn nämlich per Dekret in seinem ganzen Reich anbauen.
    • Für Walahfrid Strabo , dem "Gartenarchitekt" des frühen Mittelalters, zählte er zu den 24 wichtigsten Heilkräutern eines Klostergartens.
    • Die Klöster halfen mit, den Schlafmohn, den den „Magsamen“, wie er im Mittelalter genannt wurde, zu verbreiten.
    • Von Hildegard von Bingen ist z. B. überliefert, dass sie als Einschlafhilfe empfahl, einen Esslöffel roher Mohnsamen zu essen.
      • In dieser Tradition steht der Mohnschnuller, der noch bis ins vorige Jahrhundert für Kinder üblich war: In ein Stück Leinen wurden Mohnsamen und Zucker bzw. Honig eingebunden und den Kindern zum Nuckeln gegeben. Ein mehrfaches Risiko!
  • Als langfristig (bis zu Beginn des 20. Jd.) verhängnisvoll erwies sich auch das "Laudanum" des Paracelsus, ein „Allheilmittel“ aus Wein und Opium. Mehr dazu können Sie  hier lesen.
  • Eine Anlehnung an die antiken medizinischen Ratschläge findet sich auch in dem Kräuterbuch von Dr. H. Marzell, 1923:
    • Aus den noch grünen Mohnkapseln stellt man Abkochungen zu schmerzstillenden Umschlägen auf Unterleib und Kopf her. Die Arzneibücher lassen aus unreifen Mohnkapselauszügen durch Kochen mit Zucker einen Sirup bereiten… Es besteht noch vielfach die gefährliche Unsitte, den kleinen Kindern den Absud unreifer Mohnkapseln als sogenannten Schlaftee zu verabreichen.“
  • HEUTE: 
    Wurde noch bis ins 20. Jh. bei schweren Durchfällen als letzte Hilfe die stopfende, Darmmotilität vermindernde Wirkung des Opiums in Form von „Tinctura Opii“ schulmedizinisch angewendet, so werden heute vor allem 5 der 40 Schlafmohn-Alkaloide aus dem Rohopium isoliert oder synthetisch nachgebaut, um die Wirkungen des Opiums (schmerzstillend, meist euphorisierend, sedativ-hypnotisch, hustenstillend, Darmmotilität vermindernd, als Früheffekt brechreizfördernd, als Späteffekt Brechreiz unterdrückend, Atmung verflachend und verlangsamend mit nachfolgender mangelnder Sauerstoffversorgung, suchterzeugend  …)  aufzusplittern und gezielt mit weniger schädlichen Nebenwirkungen anwenden zu können.
    • Schulmedizinisch verwendet werden heute folgende Schlafmohn-Alkaloide: Morphin, Codein, Noscapin, Narcein, Papaverin.  „Diese Alkaloide haben unter anderem schmerzstillende, hustenlindernde, stopfende und zum Teil krampflösende Wirkungen und werden als Reinstoffe in Fertigarzneimitteln gegen Schmerzen, Husten, Durchfall und bei Krampfzuständen angewendet.“ (Quelle u. weitere Infos

 

SCHLAFMOHN ALS RAUSCHDROGE

 

Wurde Opium in Europa bis ins 19. Jh. beinahe ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet, so kam im Orient, später auch in China, als Ersatz für Alkohol und Tabak ab dem 7. Jh. sein Genuss als Rauschdroge auf. Von hier aus breitete sich der Missbrauch des Schlafmohns, jahrzehntelang unterstützt durch britische Handelsinteressen, in Form von Morphin- und Opiumsucht bzw. Heroinabhängigkeit weltweit aus.
Legaler Anbau von Schlafmohn zu medizinischen Zwecken wird heute hauptsächlich in Indien, Türkei und Ländern der ehemaligen Sowjetrepubliken betrieben, die illegalen Hauptanbaugebiete liegen in Afghanistan, das 2013 vor einer Rekordernte steht, sowie in Südostasien (Goldenes Dreieck mit Myanmar). Sie decken gewinnbringend die weltweite Nachfrage.

 

 

SCHLAFMOHN ALS WERTVOLLES NAHRUNGSMITTEL

 

Die ölhaltigen, angenehm nussig duftenden Samen des Schlafmohns wurden immer schon als  energiespendendes  Lebensmittel verwendet. Durch Kultivierung und Zucht (Zufallssämlinge, Auswahlverfahren, Kreuzung von Hand …) entstanden alkaloidarme Sorten, die in der Reife extrem morphinarme Samen liefern und deshalb auch in vielen europäischen Ländern als Speisemohn zugelassen sind

Die reifen Mohnsamen dieser Sorten sind

reich an: 

  • wertvollem Öl  ( Mit einem 50% Ölgehalt (davon 60% Linolsäure!) zählte Mohn zu den wichtigsten Ölpflanzen im alpinen Raum.)
  • Eiweiß
  • Ballaststoffen
  • Vitaminen ( B-Vitamine )
  • Mineralstoffen. Die Mohnsamen gehören mit einem Calciumgehalt von ca. 2,5 % zu den calciumreichsten Lebensmitteln.

sehr, sehr arm an:

  • Morphin. Ihr Morphingehalt beträgt in der Regel, wenn sie nicht mit grünen Pflanzenteilen in Berührung gekommen sind, anerkannt gesundheitlich unbedenkliche 0,005 %. 

Traditionelle Speisen, Süßspeisen, Brot, Backwaren, Gewürzmischungen und auch Öl wurden und werden gerne mit Mohnsamen zubereitet!

Vielleicht schwingen - neben den energiereichen und gesunden Inhaltsstoffen des Speisemohns - Mohnmythos und ein Morphingehalt in homöopathischer Dosis mit, wenn ganze Landstriche meinen, ohne typische Mohnspeise kein „richtiges“ Fest gefeiert zu haben!

Hochzeiten, Polterabende, Kirchtage, Allerheiligen (Mohnkrapfen für die traditionellen „Krapfenschnapper“ bzw. „Krapfenlotterer“ in Ost- und Südtirol), Weihnachten, Abschiede … verlangen nach Speisen mit Mohn. Mohn, wie Schlafmohn ihn liefert. 

Als Beispiele mögen das Südtiroler Ultental  und das österreichische Waldviertel gelten, die diesbezüglich eine über Jahrhunderte ungebrochene positive Tradition aufrecht erhalten! Die Samen anderer Mohnsorten gelten als wenig ergiebig oder unbekömmlich.

 

Bevor der „Mohn“, wie man auch die Mohnsamen kurz bezeichnet, in der Küche als Nahrungsmittel verwendet wird, muss er angequetscht werden, damit die winzigen Körnchen ihre Energie, das Öl, hergeben. Dazu wurde der Mohn

  • früher meistens in der Mohnstampfe oder im Mohnmörser gestampft,
  • später mit einer speziellen Mohnmühle gemahlen bzw. gequetscht.
  • Heute verwendet man dazu auch elektrische Kaffeemühlen.
  • Für die Gewinnung von purem, wertvollen Mohnöl wird Mohn zusätzlich gepresst. Auch dafür gibt es für den Haushalt geeignete Maschinen.
    • Das goldgelbe Mohnöl der ersten Kaltpressung wurde lange als „billiges Ersatzmittel für das teure Olivenöl“ (Marzell, 1923) in der Küche verwendet.
      • Billig ist es nicht mehr, aber für Küche, Heilöle und Hautcremes nach wie vor hochbegehrt!
      • Als Schmiermittel ist Mohnöl nicht geeignet, da es ein trocknendes Öl ist. Diese Eigenschaft ist allerdings eine Voraussetzung für die Herstellung von Malfarben und Lacken, wozu das Öl der zweiten Pressung genutzt wird.
      • Mohnöl wird seit langem auch zur Seifenherstellung verwendet.
  • Der Pressrückstand („Mohnkuchen“), der bei der Ölgewinnung anfällt und nach W. Franke immer noch 28 - 41 % Eiweiß und 5 - 18 % Restfett enthält, wurde und wird dem Mastfutter untergemischt  und dient(e) dem Menschen als sanftes Abführmittel.

 

MOHNANBAU IM EUROPA DES 21. JAHRHUNDERTS

 

Viele Menschen haben Mohn nicht nur zum Essen gern, sondern lieben auch zu beobachten, wie sich die Blüte aus der Knospenhülle befreit, sie wie ein Mütze nach oben schiebt. Zu sehen, wie sich die durchscheinenden, übereinander gefalteten Blütenblätter herauszwängen, sich im Wechsel von Schattierungen zu einer großen, offenen Blütenschale formen, um bereits am nächsten Tag schwebend zur Erde zurückzukehren, eine Samenbotschaft hinterlassend. 

 

In Deutschland ist der Anbau von Speisemohn seit 1978 per Betäubungsmittelgesetz nahezu völlig verboten. Und auch „Sämtliche Zierformen des Schlafmohns - Pflanzen die unseren Großeltern noch vertraut waren, und die schon seit Jahrhunderten in unseren Bauerngärten angebaut wurden - sind in Deutschland somit komplett verboten. (Saatgut-Vielfalt). Auch bei diesen Zierformen ließe sich Speisemohn ernten. -   Vom Verbot ausgenommen sind zwei Sorten des Schlafmohns mit morphinarmem Pflanzensaft, „Mieszko“ sowie „Zeno Morphex“. Sie dürfen allerdings nur mit kostenpflichtiger Genehmigung angebaut werden.

 

Da haben es andere europäische Länder besser!
Ihre Gärten schmücken sich wie seit Jahrhunderten mit zauberhaften Schlafmohnsorten, deren Samen eigenhändig geerntet werden können. Ohne dass – wie bei der maschinellen Ernte -  unreife grüne Mohnkapseln mitgeerntet und gemeinsam mit den reifen Samenkapseln gequetscht werden, sodass alkaloidreicher Milchsaft austritt und das Erntegut, die reifen Mohnsamen, benetzt. Der Morphingehalt der Samen wird dadurch unkontrolliert erhöht.
 

Selbst gezogene Samen aus Garten oder Trögen schmecken einfach aromatischer, weniger bitter, ist die Meinung vieler AnbauerInnen.
Sie haben die Erfahrung gemacht, dass neben der Sorte, ob Weißmohn, Blaumohn, Braunmohn oder Graumohn, der Umgang mit dem frischen Erntegut für die Geschmacksentwicklung von Bedeutung ist.
Und so manche(r) hütet das Saatgut seiner Lokalsorte wie einen Hausschatz, der an die nächste Generation weitergegeben werden wird.

  • Ja, und manchmal passiert es, dass Vögel Samen über Ländergrenzen verschleppen und so Schlafmohn auswildern lassen – zur Freude von deutschen Wild-Pflanzensammlern!

 

SORTEN VON SPEISEMOHN

 

Grundsätzlich teilt man den Speisemohn ein nach:

Samenfarbe, die jeweils mit einer bestimmten Konsistenz verbunden ist: Weißmohn, Blaumohn, Braunmohn oder Graumohn
Anbauzeit: Wintermohn und Sommermohn
Form der reifen Samenkapsel:  Schüttmohn und  Schließmohn. Je nachdem, ob sich unter der Krone (= Sternchen, Kappl, Krendel, Narbenstrahlen, Narbenschild), kurz vor der Reife kleine Löcher (= "Augen") öffnen oder nicht, spricht man von Schüttmohn (mit Augen) oder Schließmohn (Er ist geschlossen, also ohne Augen).

 

  • Winter - und Sommermohn 
    Gleich wie es beim Getreide für Sommer- und Wintergetreide unterschiedliche Sorten gibt, ist auch der Wuchstyp des Wintermohns von dem des Sommermohns verschieden.
    • Wintermohn muss im Frühherbst so rechtzeitig ausgesät werden, dass seine bodenständige Blattrosette bis zum Frost vollständig entwickelt ist. Er muss weniger gehackt werden als Sommermohn und bringt, falls er nicht auswintert, einen höheren Ertrag.
    • Aussaat, Pflege und Ernte des Sommermohns sind auf Wildfind unter „Kultivierung“ beschrieben. 
  • Der Schüttmohn ermöglicht eine bequeme händische Samenernte, bei der die Mohnkapseln nicht zerstört werden. Sie können als Dekoration und Bastelmaterial weiterverwendet werden. Der Schüttmohn ist die ursprünglichere und ältere Kulturform als der Schließmohn.

    So wird er geerntet:
    • Sobald sich an der braunen Kapsel unterhalb der Zacken der Krone kleine Löcher („Augen“) zeigen, kann die Ernte beginnen, … bevor er  sich, geschüttelt durch den Wind, selbst ausstreut – zur Freude von Vögeln und Mäusen ;) 
    • Mit einer Baumschere werden die Stängel mit den Kapseln in gewünschter Höhe abgeschnitten, in der Hand gebündelt, kopfüber in einen Kübel gehalten und fest ausgeschüttelt.
    • Der Mohn kann bereits verwendet werden.
    • Für die Aufbewahrung (trocken, nicht ganz luftdicht) ist das Nachtrocknen sehr wichtig, damit der Mohn nicht verbittert oder gar schimmlig wird. Achtung: Mohn nimmt sofort schnell die Gerüche seiner Umgebung auf!
    • Die leeren Mohnbündel hängt oder stellt man eine Zeitlang gekreuzt kopfüber auf, denn es lösen sich noch etliche Samen von den Scheidewänden der Kapseln.
  • Der Schließmohn ist „blind“, d. h., es öffnen sich bei ihm keine Augen, keine Löcher, durch die die Samen - auch nicht vorzeitig auf die Erde - ausgestreut werden könnten. Er eignet sich für die maschinelle Ernte besonders gut.
    • Seine Erntereife kündigt sich durch das Braunwerden der ganzen Pflanze, das Abfallen der Blätter und das „Singen“ (Klappern) der Samen in den Kapseln an! 
    • Bei der Samenernte müssen die Kapseln zerstört werden. Händisch – oder maschinell, wie es meistens durch eine Art Mähdrescher geschieht. 
    • Die Mohnsamen müssen durch mehrmaliges, immer feineres Sieben von groben und staubfeinen Pflanzenresten gereinigt werden. Sie dürfen keine Nacht im Staub liegen bleiben, damit sie nicht verbittern. 
    • Ebenso wichtig ist ein Nachtrocknen und eine trockene, aber luftige Aufbewahrung, sonst besteht erhöhte Schimmelgefahr, außerdem würde das in den Samen enthaltene Öl schnell verderben (ranzig werden). Achtung: Mohn nimmt schnell die Gerüche seiner Umgebung auf!

 

BEZUGSQUELLEN für Speisemohnsamen


Hof- und hauseigene Mohnsamen werden, da sie ja reichlich vorhanden sind und viele Menschen sich an Mohn erfreuen, gerne verschenkt.1 (volle;) Mohnkapsel reicht als Saatgut für ein ca. 2 m² großes Beet.

Vielleicht kommt man als PrivatgärtnerIn auf diesem Weg auch an ein paar Körnchen der landwirtschaftlich genutzten, in OECD und in der EU zugelassenen Mohnsorten wie Edel-Weiß, Edel-Rot, Florian, Zeno, Marianne, Parmo …

 

Doch auch im Samenhandel findet man Schlafmohn:

  • Besonders attraktiver Schlafmohn für den Bauerngarten bei Saatgut-Vielfalt
  • „Blauer Schlafmohn“ und „Weißer Schlafmohn“ zur Samengewinnung  bei Rühlemann’s
  • Rot-violetter Speisemohn bei De Bolster
  • 6  a l t e  Speisemohnsorten mit Schließmohn und Schüttmohn bietet der Kaiserstühler Garten auf seiner aktuellen Sortenliste zum Kauf an. 
  • Verschiedene Speisemohnsorten gibt es im Arche-Noah-Shop 
  • Der Templiner Kräutergarten führt Zeno Morphex
  • 13  wunderschöne Schlafmohnsorten, gefüllte und einfach blühende, findet man bei Botanik Sämereien, Schweiz.

 

ALLGEMEINES ZUM MOHNANBAU:

 

Mohn ist eine gesunde Pflanze, die im Hausgarten, richtiger Stand vorausgesetzt, keinen Pflanzenschutz benötigt. 

 

Zum guten Gedeihen braucht Mohn kalte Füße, aber einen heißen Kopf!  Mohn keimt bereits ab 3° innerhalb von 14 Tagen. Richtigen Frost verträgt er aber dabei nicht! Große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht schaden ihm nicht. Während der Blüte und zur Samenreife braucht Mohn Sonne und Wärme! Saatbeispiel: In Ulten, einem Südtiroler Bergtal, ist der 10. April Saattag. Geerntet wird im September.

 

Er hat eine langsame Jungendentwicklung und braucht von der Aussaatbis zur Blüte 70 – 90 Tage.
Mohnkeimlinge vor Schnecken schützen. Ab einer Höhe von 5 cm werden die Sämlinge bei bedecktem Himmel ausgedünnt auf ca. 10 cm Standweite. Mohn lässt sich nicht verpflanzen!
Die Jungpflanzen vertragen kein Unkraut. Sie werden gehackt, bis sie 15 cm hoch sind und dabei etwas angehäufelt.

 

Die Blütenknospe des Mohns steht anfangs aufrecht, neigt sich wenige Tage vor dem Aufblühen abwärts, um sich zum Entfalten der Blüte wieder aufzurichten.

 

Jede einzelne zauberhafte Schlafmohnblüte öffnet sich übrigens nur für 1 - 2 Tage.

 

Als Selbstbestäuber enthalten Mohnblüten keinen Nektar und geben keinen Duft ab, sind aber reich an Pollen, den alle Bienen und  Hummeln lieben und einsammeln. Die Selbstbefruchtung erfolgt in der noch geschlossenen Blüte. Aber, obwohl Mohn zu den Selbstbestäubern zählt, neigen seine Sorten in unterschiedlicher Intensität (bis zu 40%) zur Fremdbefruchtung. Eine Kreuzung zwischen Schlafmohn und Klatschnohn ist jedoch vollkommen auszuschließen, da  sie nicht miteinander kompatibel sind.

 

Zur Samengewinnung werden die Kapseln der ersten großen Blüten nehmen. Möchte man die Sorte sortenrein erhalten, wird bereits die Knospe rechtzeitig mit einem Netz vor Insekten geschützt, damit die Gefahr einer möglichen Fremdbefruchtung aus dem Weg geräumt ist.  

  • 1 Mohnkapsel reicht als Saatgut für ein ca. 2 m² großes Beet. Das Saatgut bleibt  bei richtiger Lagerung 3 bis 6 Jahre keimfähig.

Die Erntereste eignen sich zum Anfeuern und als Kompostzutat.

 

Wer an Mohnanbau in der Landwirtschaft interessiert ist, wird  h i e r   gründlich informiert.  

 

 

Erntekalender

Blütenblätter early summer gekocht essbar

Eyecatcher auf Speisen.

Samen late summer gekocht essbar

Samen vor dem Verpacken ausgebreitet an der Luft bei 20° - 30° gut durchtrocknen lassen, sonst Schimmelgefahr!!

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Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Traditionell beschriebene Eigenschaften

schmerzlindernd (Fruchtstand) VolksheilkundeSchulmedizin

Morphin, Codein

hustenreizlindernd (Fruchtstand) VolksheilkundeSchulmedizin

Codein, Noscapin, Narcein

entkrampfend (Fruchtstand) VolksheilkundeSchulmedizinHomöopathie

Papaverin

stimmungsausgleichend (Fruchtstand) VolksheilkundeHomöopathie
schlaffördernd (Fruchtstand) VolksheilkundeHomöopathieHildegardmedizin
betäubend (Fruchtstand) Schulmedizin

Unreifer Fruchtstand; sedativ-hypnotisch; Atmung verflachend und verlangsamend mit nachfolgender mangelnder Sauerstoffversorgung.

durchfallhemmend (Fruchtstand) VolksheilkundeSchulmedizin

Unreifer Samenstand; stopfend, Darmmotilität vermindernd.

stuhlgangfördernd (Samen) Volksheilkunde

reife Mohnsamen

Morphin, Codein

Inhaltsstoffe

Ballaststoffe Ballaststoff
Lignine Ballaststoff
Einfach ungesättigte Fettsäuren Fettsäure
LINOLSÄURE Fettsäure
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren Fettsäure
Ungesättigte Fettsäuren Fettsäure
Ölsäure Fettsäure
Calcium Mineral
Eisen Mineral
Magnesium Mineral
Natrium Mineral
Alkaloide Sekundär
Vitamin A / Retinol Vitamin
Vitamin B1 / Thiamin Vitamin
Vitamin B2 / Riboflavin Vitamin
Vitamin B3 / Niacin Vitamin
Vitamin B6 / Pyridoxin Vitamin
Vitamin B9 / Folsäure Vitamin
Festigungsstoffe
Gruppen
Lipide
MORPHIN
Makronährstoffe
Mikronährstoffe
Mineralstoffe
Proteine, Eiweiße
Sekundäre Pflanzenstoffe
Details zu den Inhaltsstoffen
Ballaststoffe

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie finden sich vor allem in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Saaten.

Lignine

Lignine bilden eine Gruppe phenolischer Makromoleküle (Biopolymeren), die sich aus verschiedenen Monomerbausteinen zusammensetzen. Es sind feste Biopolymere, die in die pflanzliche Zellwand eingelagert werden; dadurch bewirken sie die Verholzung der Zelle (Lignifizierung). Etwa 20 bis 30 Prozent der Trockenmasse verholzter Pflanzen bestehen aus Ligninen; damit sind sie neben der Cellulose und dem Chitin die häufigsten organischen Verbindungen der Erde. Die Gesamtproduktion der Lignine wird auf etwa 20 Milliarden Tonnen pro Jahr geschätzt.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Fettsäuren sind aliphatische Monocarbonsäuren mit zumeist unverzweigter Kohlenstoffkette, die entweder gesättigt oder ungesättigt sind. Die Bezeichnung „Fettsäuren“ fußt auf der Erkenntnis, dass natürliche Fette und Öle aus den Estern langkettiger Carbonsäuren mit Glycerin bestehen. Später wurden auch alle anderen Alkylcarbonsäuren und deren ungesättigte Vertreter den Fettsäuren zugeordnet.

LINOLSÄURE

Die zweifach ungesättigte LINOLSÄURE ist eine essentielle OMEGA-6-FETTSÄURE. "Essentiell" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Linolsäure für den menschlichen Organismus lebensnotwendig ist und ihm über die Nahrung ( Fette, Öle )  zugeführt werden muss.  Auf die Haut aufgetragen, vermag Linolsäure  Hautreizungen entgegenzuwirken chronische Lichtschädigung der Haut zu verringern im Rahmen der lichtgeschädigten Altershaut auftretende Flecke zurückzubilden die Größe von Mitessern zu reduzieren. ( Quelle )  Beigabe von Vitamin E schützt das empfindliche Öl vor Oxidation. Oxidierte („ranzige“) Öle wegen der darin enthaltenen körperschädigenden Oxidantien weder als Nahrungsmittel noch als Hautpflegemittel verwenden!  

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Fettsäuren sind aliphatische Monocarbonsäuren mit zumeist unverzweigter Kohlenstoffkette, die entweder gesättigt oder ungesättigt sind. Die Bezeichnung „Fettsäuren“ fußt auf der Erkenntnis, dass natürliche Fette und Öle aus den Estern langkettiger Carbonsäuren mit Glycerin bestehen. Später wurden auch alle anderen Alkylcarbonsäuren und deren ungesättigte Vertreter den Fettsäuren zugeordnet.

Ungesättigte Fettsäuren

Fettsäuren sind aliphatische Monocarbonsäuren mit zumeist unverzweigter Kohlenstoffkette, die entweder gesättigt oder ungesättigt sind. Die Bezeichnung „Fettsäuren“ fußt auf der Erkenntnis, dass natürliche Fette und Öle aus den Estern langkettiger Carbonsäuren mit Glycerin bestehen. Später wurden auch alle anderen Alkylcarbonsäuren und deren ungesättigte Vertreter den Fettsäuren zugeordnet.

Ölsäure

Ölsäure, auch Oleinsäure, ist der wichtigste Vertreter der einfach ungesättigten Fettsäuren (18:1). Ihr systematischer Name lautet (Z)-9-Octadecensäure und sie ist aufgrund der Lage ihrer Doppelbindung eine Omega-9-Fettsäure. Ein natürlich vorkommendes Isomer der Ölsäure ist die Petroselinsäure, das trans-Isomer wird als Elaidinsäure bezeichnet. Die Salze und Ester der Ölsäure nennt man Oleate.

Calcium

Calcium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ca und der Ordnungszahl 20. Im Periodensystem steht es in der zweiten Hauptgruppe bzw. der 2. IUPAC-Gruppe und zählt daher zu den Erdalkalimetallen. Die Schreibweise Calcium entspricht der IUPAC-Norm und gilt als fachsprachlich.

Eisen

Eisen ist ein chemisches Element mit dem Symbol Fe und der Ordnungszahl 26. Es gehört zu den Übergangsmetallen, die im Periodensystem die 8. Nebengruppe (Eisen-Platin-Gruppe), nach der neuen IUPAC­-Zählung die Gruppe 8 (Eisengruppe) bilden. Eisen ist, auf den Massenanteil (ppmw) bezogen, nach Sauerstoff, Silicium und Aluminium das vierthäufigste Element in der Erdkruste und nach Aluminium das häufigste Metall.

Magnesium

Magnesium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Mg und der Ordnungszahl 12. Im Periodensystem der Elemente steht es in der zweiten Hauptgruppe bzw. der 2. IUPAC-Gruppe und gehört damit zu den Erdalkalimetallen.

Natrium

Natrium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Na und der Ordnungszahl 11. Im Periodensystem der Elemente steht es in der 3. Periode und als Alkalimetall in der 1. IUPAC-Gruppe bzw. 1. Hauptgruppe. Natrium ist ein Reinelement, dessen einziges stabiles Isotop 23Na ist.

Alkaloide

Alkaloide sind natürlich vorkommende, chemisch heterogene, meist alkalische, stickstoffhaltige organische Verbindungen des Sekundärstoffwechsels, die auf den tierischen oder menschlichen Organismus wirken.

Vitamin A / Retinol

Retinol, auch Vitamin A genannt, ist ein fettlösliches Vitamin.  Gute Vitamin-A-Lieferanten sind Tierische Milch (und ihre Produkte wie Butter, Käse, Joghurt, Sauermilch), Eigelb, Leber, Makrele, Heilbutt, Haifisch.  enthalten. Daneben sind auch Milch und Käse gute Vitamin-A-Lieferanten. Zu den Fischen, die besonders reich an Vitamin A sind, zählen insbesondere Haifisch, Heilbutt und Makrele. Wirkung: Zellschützend für Drüsengewebe, Haut, Schleimhaut und besonders für die Netzhaut, wodurch die Sehkraft bei Nachtblindheit gestärkt wird. Schützt als Antioxidans bis zu einem gewissen Grad auch vor schädigender Sonneneinstrahlung. Speicherung: Vitamin A wird im menschlichen Körper gespeichert. Ein Zuviel an hochdosierten Vitamin-A-Gaben kann Schäden verursachen.

Vitamin B1 / Thiamin

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung : positiver Einfluss auf das Nervengewebe, die Schilddrüse und den Kohlenhydrat-Stoffwechsel. Vitamin B1 gibt Energie, wird allerdings durch Alkohol, Schwarztee und säurebindende Medikamente vermindert. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B2 / Riboflavin

Riboflavin, auch Vitamin B2 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung: Als Bestandteil vieler Enzyme am Energiestoffwechsel, auch am Hirnstoffwechsel, beteiligt, kann Migräne verhindern. Außerdem ist es wichtig für Zellatmung, Wachstum, Sehschärfe und Haut (offene Mundwinkel). Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B3 / Niacin

Niacin, auch Vitamin B3, Nicotinsäure, Nicotinamid genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Die gesunde menschliche Leber kann unter Mithilfe der Aminosäure Tryptophan (z.B.Vollkorn ist Tryptophanspender !) Vitamin B3 erzeugen. Wirkung: Mitbeteiligung an der Regulierung von Blutzucker, Cholesterin, Schlaf, Herztätigkeit, Stimmungslage, besonders wichtig für Gesundung von Haut und Schleimhaut. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden. Bei Mangel, der bei Menschen, die sich hauptsächlich von Hirse oder Mais ernähren, vorkommt, tritt häufig die Hautkrankheit Pellagra auf.

Vitamin B6 / Pyridoxin

Pyridoxin, auch Vitamin B6 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung: Bedeutungsvoll für den Eiweißstoffwechsel (bes. für die Blutbildung), stärkt Gehirn- und Nervenfunktionen, das Immunsystem, kräftigt Haut und Haare. Speicherung: Ein Zuviel wird in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Vitamin B9 / Folsäure

Folsäure, auch Vitamin B9 oder Folat genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Wirkung : Die hitze-, sauerstoff- und lichtempfindliche FOLSÄURE (UV-Strahlung reduziert Folsäure sogar im menschlichen Körper) hat großen Einfluss auf Zellteilung und Zellneubildung. Sie hilft mit, Wirbel- und Rückenmarkschäden (Spina bifida) bei Neugeborenen zu verhindern und wirkt mit bei Blutbildung, Aufbau der Schleimhäute, Verhütung von Arteriosklerose. Speicherung: Durch ihre Wasserlöslichkeit wird ein Zuviel in der Regel ohne negative Folgen mit dem Urin ausgeschieden.

Gruppen

Familienname

Lipide

Lipide und Lipoide sind eine Sammelbezeichnung für wasserunlösliche (hydrophobe) Naturstoffe, die sich dagegen aufgrund ihrer geringen Polarität sehr gut in hydrophoben Lösungsmitteln wie Chloroform oder Methanol lösen. Ihre Wasserunlöslichkeit rührt vor allem von den langen Kohlenwasserstoff-Resten her, welche die allermeisten Lipide besitzen. Man teilt sie grob in verseifbare und nicht verseifbare Lipide ein.

MORPHIN

MORPHIN zählt zur Klasse der Alkaloide . Morphin ist ein Haupt-Alkaloid des Opiums . Es wird in der Schulmedizin als eines der stärksten bekannten natürlichen Schmerzmittel eingesetzt.

Makronährstoffe

Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Proteine (Eiweiße) und Fette + Öle. Sie dienen dem Aufbau und Erhalt des Körpers, also dem Baustoffwechsel und dem Energiestoffwechsel von Pflanze, Tier, Mensch.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Daher müssen sie mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus. Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.

Proteine, Eiweiße

Proteine, Eiweiße sind aus Aminosäuren aufgebaute Moleküle, die Struktur und Funktion jeder lebenden Zelle von Pflanze, Tier und Mensch bestimmen und an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind. Ein Mensch besitzt Hunderttausende verschiedener Proteine, hergestellt in den Ribosomen (zelleigne „Eiweißfabriken“) aus nur zwanzig Aminosäuren! Proteine zählen mit den Kohlenhydraten und Fetten zu den Hauptnährstoffen des Menschen. Die DGE empfiehlt Erwachsenen, täglich etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht durch Mischkost zu sich nehmen. Mehr nicht, denn eine dauerhafte und übermäßige Aufnahme von Eiweißen erhöht die Konzentration der Harnsäure im Blut, was zu Gelenkserkrankungen wie Gicht oder Rheuma führen kann. Pflanzliches Eiweiß ist dem tierischen ebenbürtig und bringt durch die mitgelieferten Ballaststoffe zusätzliche Sättigungsvorteile, gesundheitliche Werte und wenig Fett. Proteine können noch mehr: Sie fungieren als Infektionsabwehr, regulieren die Ionenkonzentration in den Zellen und bestimmen so die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, sorgen für die Kontraktion der Muskeln … Ab einer Körpertemperatur von 41° Celsius (Fieber) beginnen die Proteine allerdings abzusterben und es besteht für den Erkrankten Lebensgefahr.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Schmerzlinderung Volksheilkunde
Die Alkaloide des Schlafmohns gelten in der Volksheilkunde als schmerzlindernd und werden traditionell bei verschiedenen Schmerzzuständen eingesetzt.
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Husten Schulmedizin
Mohnsaft wird in der Schulmedizin traditionell bei Husten verwendet, da die Alkaloide eine beruhigende Wirkung auf die Atemwege haben sollen.
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Magenkrampf Schulmedizin
In der schulmedizinischen Volkstradition wird Schlafmohn bei Magenkrämpfen eingesetzt, da ihm krampflösende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Nierenbeschwerden Schulmedizin
Schlafmohn gilt in der Schulmedizin-Tradition als unterstützend bei Nierenbeschwerden, wobei die genauen Wirkmechanismen wissenschaftlich umstritten sind.
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Durchfall Volksheilkunde
Die adstringierenden Eigenschaften des Schlafmohns werden in der Volksheilkunde traditionell zur Behandlung von Durchfall genutzt.
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Verstopfung Volksheilkunde
Paradoxerweise wird Schlafmohn in der Volksheilkunde auch bei Verstopfung eingesetzt, möglicherweise durch sanfte Stimulation der Darmtätigkeit.
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Schlafstörungen Hildegardmedizin
In der Hildegardmedizin wird Schlafmohn traditionell bei Schlafstörungen verwendet, da seine beruhigenden Alkaloide den Schlaf fördern sollen.
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Morphin

Hilft bei

Andere Namen

SpeisemohnGartenmohnMohnWirtschaftsmohnBlaumohnMagsamen

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeDrogenpflanzeFutterpflanzeGenussmittelpflanzeHeilpflanzeNahrungspflanzeVerzehrtauglichkeit EinfrierenGenussnahrungKochenLagernMahlenÖl-PressenRohkoströstenTrocknenNützlingspflanze Pflanzen- und SamenhandelWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungAckerpflanzealte KulturpflanzeBalkongartenBauerngartenpflanzeBienenweideGartenGartenpflanzeKübelbepflanzungleicht zu ziehenStaudenbeetBastelpflanzePsychoaktivSymbolpflanzeZierpflanze
Blütenfarbe rosarotviolettweiß
Blütezeit Hochsommer | JuliSpätsommer | AugustFrühsommer | Juni
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

first spring

Samen

early autumn

Samen

early autumn

Samentand

Nachbarn im Garten

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Rezepte mit dieser Pflanze

Steckbrief

Familie
Papaveraceae
Gattung
Papaver
Ordnung
Ranunculales
Klasse
Magnoliopsida
Lebensform
Gras
Habitat
Not known in a truly wild situation.
Essbarkeit
★★★★☆
Heilwirkung
★★★★☆
Licht
8/10
Feuchtigkeit
5/10
Boden
6/10
pH-Wert pH 7 – 7.5

Anbau & Pflege

Prefers a rich well-drained sandy loam in a sunny position. Requires a moist soil but does not do well on wet clays. Prefers a sandy loam or a chalky soil. Plants often self-sow in British gardens. The opium poppy is a very ornamental plant that is often cultivated in the flower garden. There are many named varieties, some of which have been developed for their edible uses. The plant is widely grown, often illegally, in warm temperate and tropical climates for the substances contained in its sap. These are often used medicinally as pain killers, especially in the treatment of terminally ill patients suffering extreme pain, they are also used for their narcotic effects by some people. These substances are highly addictive and lead to a shortening of the life span if used with any frequency. In cool temperate zones the plant does not produce sufficient of the narcotic principles to make their extraction feasible and cultivation of the plant is perfectly legal in Britain[K]. Plants have ripened their seeds as far north as latitude 69°n in Norway. Members of this genus are rarely if ever troubled by browsing deer or rabbits.
Vermehrung: Seed - sow spring or autumn in situ.

Essbare Verwendung

Edible Parts: Leaves Oil Seed Edible Uses: Oil Seed - raw or cooked. Much used as a flavouring in cakes, bread, fruit salads etc, it imparts a very nice nutty flavour[K]. The crushed and sweetened seeds are used as a filling in crepes, strudels, pastries etc. Highly nutritious, the seed contains about 22.7% protein, 48% fat, 9.8% carbohydrate, 7.1% ash. It is also a good source of lecithin. The seeds are rather small, but there are large numbers of them contained in capsules 3cm or more in diameter and so they are easy to harvest and utilize[K]. The seeds are perfectly safe to eat, containing very little if any of the narcotic principles. However, although the seeds contain no narcotic alkaloids, analysis of the urine following their ingestion may produce similar results to the analysis of the urine of morphine or heroin addicts. Edible young leaves - raw or cooked. They must be used before the flower buds have formed. In some countries they are eaten at the seedling stage. One report says that the leaves do not contain any narcotic principles. Some caution is advised, see notes at top of the page. A high quality edible drying oil is obtained from the seed. It has an almond flavour and makes a good substitute for olive oil.

Weitere Nutzung

Oil The seed yields 44 - 50% of an edible drying oil. Very good for lighting, it burns for longer than most oils. The oil is also used in paints, soap making etc.

Verbreitung

Heimisch: Algeria, Baleares, Canary Is., Corse, France, Italy, Libya, Madeira, Morocco Eingeführt: Afghanistan, Alabama, Albania, Alberta, Amur, Angola, Argentina Northeast, Argentina South, Arizona, Assam, Azores, Baltic States, Bangladesh, Belarus, Belgium, Bermuda, British Columbia, Bulgaria, California, Cambodia, Central European Russia, Chile Central, Chile South, China North-Central, China South-Central, China Southeast, Colorado, Connecticut, Cyprus, Czechia-Slovakia, Denmark, East Aegean Is., East European Russia, East Himalaya, Ecuador, Ethiopia, Finland, Germany, Great Britain, Greece, Greenland, Hainan, Honduras, Hungary, Iceland, Illinois, India, Inner Mongolia, Iran, Iraq, Ireland, Juan Fernández Is., Kazakhstan, Kentucky, Khabarovsk, Korea, Kriti, Krym, Laos, Lebanon-Syria, Magadan, Maine, Manchuria, Manitoba, Massachusetts, Mexico Northeast, Mexico Northwest, Mexico Southeast, Mexico Southwest, Michigan, Minnesota, Missouri, Myanmar, NW. Balkan Pen., Nepal, New Brunswick, New Hampshire, New Jersey, New Mexico, New South Wales, New York, New Zealand North, Newfoundland, Norfolk Is., North Carolina, North Caucasus, North Dakota, Norway, Nova Scotia, Ohio, Tristan da Cunha

Alternative deutsche Namen

Borstiger Schlaf-MohnSchlaf-MohnSchlafmohn
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch Ärzte, Apotheker oder Kräuterkundige. Das Sammeln und Verwenden von Wildpflanzen geschieht auf eigene Gefahr. Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen besteht. Mehr erfahren