Heilpflanze: beruhigend, schlaffördernd, entkrampfend

Echter Baldrian

Valeriana officinalis L. s.l.

21 Fotos

Echter Baldrian ist eine traditionelle Heilpflanze mit beruhigender Wirkung. Die Wurzel wird als Tee oder Extrakt bei Schlafstörungen und Unruhe eingesetzt.

Beschreibung

ECHTER BALDRIAN ("Arznei-Baldrian") IST SEIT ALTER ZEIT EINE WICHTIGE EUROPÄISCHE HEILPFLANZE

 

Unter der Pflanzenbezeichnung „Baldrian“ wird landläufig eine Baldrianart mit beruhigender, schlaffördernder medizinischer Wirkung verstanden. Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass diese Eigenschaften mehrere, leicht unterschiedliche Baldrianpflanzen besitzen. Sie bilden eine Artengruppe, die als „Arznei-Baldrian“ bzw. „Echter Baldrian“ bezeichnet wird: 

Breitblatt-Arznei-Baldrian ( Valeriana officinalis subsp. officinalis ), kommt – wie die anderen genannten Arznei-Baldriane - wild vor, wird aber auch als Heilpflanze angebaut.

Schmalblatt-Arznei-Baldrian ( Valeriana officinalis subsp. tenuifolia )

Kriech-Arznei-Baldrian ( Valeriana officinalis subsp. excelsa )

Holunderblatt-Arznei-Baldrian ( Valeriana officinalis subsp. sambucifolia )

Wiesen-Arznei-Baldrian ( Valeriana officinalis subsp. "vorarlbergensis" )

Verschiedenblatt-Arznei-Baldrian ( Valeriana officinalis subsp. versifolia )

Einige Fotos dazu finden Sie  h i e r !  

„Eine umfassende taxonomische Bearbeitung des gesamten Verwandtschaftskreises und eine nomenklatorische Abklärung steht noch aus.“ ( Wikipedia )  

Was Abkürzungen in botanischen Namen bedeuten, erfahren Sie hier bei Flora-Emslandia!  

Was die unterschiedlichen Namen der Baldrianpflanze bedeuten (können), ist im nachfolgenden WILDFIND-Text zu finden!

Verwendete Pflanzenteile

Sehr angenehme Salatzutat.

Erläuterung

in der freien Natur finden, evtl. Wurzelstock teilen.

Portrait

Lange galt Baldrian - im Unterschied zu heute, wo er hauptsächlich zur Entspannung und Beruhigung des Nervensystems, zur Behandlung von Schlafstörungen, Nervosität, Reizbarkeit und bei Prüfungsangst angewendet wird, - als Allheilmittel, als „Theriak des kleinen Mannes“, weil er so stark und umfassend helfe wie der sehr teure Theriak . Baldrian erhielt deshalb u.a. auch den Namen „Theriakwurzel“,  wie allerdings auch die Engelwurz und die Bibernelle.

Die heilende Kraft des Echten Baldrians steckt in seinem Wurzelstock mitsamt seinen Wurzeln und Ausläufern, falls vorhanden.

  • In der Regel wird für Heilmittelzubereitungen die getrocknete Wurzel verwendet. 
  • Jedoch ist für medizinische Zubereitungen auch die Verwendung der frischen Wurzel durchaus möglich.
    • Madaus schreibt, dass W. Peyer in seinem Werk „Die pflanzlichen Heilmittel“, Jg. 1937, als das wertvollste flüssige Baldrianpräparat die Tinctura Valerianae (Baldriantinktur) bezeichnet, die nach der Vorschrift der Schweizer Pharmakopöe aus frischen Wurzeln hergestellt ist.
    • Madaus selbst verwendete ebenfalls frische Baldrianwurzeln für die Herstellung von „Teep“ (Pflanzenverreibung).

Valeriana officinalis L. s.l., kurz einfach als "Baldrian" bezeichnet, besitzt seit der Antike bis heute einen hohen medizinischen Stellenwert:

 

Bereits 75 n. Chr.

beschrieb der berühmte griechische Arzt und Pharmakologe Pedanios Dioskurides in seiner „Materia Medica“  den Baldrian, den er als "Phu" und als "wilde Narde"  bezeichnete. Er empfahl ihn als Mittel zur Verstärkung der Harnausscheidung, bei Seitenstechen, zur Förderung der Menstruation und als Gegengift. Hier deutsch nachzulesen! ( Unter dem angegebenen Link ist auch zu lesen, dass Dioskurides bei Epilepsie nicht eine Baldrianart empfahl, wie hier angegeben, sondern den Grünen Kardamom.  ) 

Die von Dioskurides empfohlenen Heilanwendungen des Baldrians wurden bis in das 19. Jahrhundert übernommen und während der Jahrhunderte, wie folgt, ergänzt:

 

Mittelalter 

  • Im Lorscher Arzneibuch
    das zur Zeit Karl d. Großen geschrieben wurde, scheint ein Honigtrunk versetzt mit Baldrian, Haselwurz, Pfeffer, Betonie, Steinbrech, Röhrenkassie und Steckenwurzharz als „Göttliches Heilmittel“ auf, das schmerzstillend, harmonisierend und ausgleichend wirkt: „Es hilft bei allen krankheitsbedingten Schmerzen …, wirkt wie ein erfrischendes Getränk, es bringt den (Unter-)Leib ins rechte Mischverhältnis, … allzu viel Schlaf gleicht es mit Wachen aus, bei übermäßiger Schlaflosigkeit sorgt es für den entsprechenden Schlaf, es befreit vor Erschöpfung … Er (Der Trank) beseitigt auf heilsame Weise jede Störung im Gleichgewicht der Körperfunktionen, die er antrifft. “ Quelle und genauere Angaben  hier.  
    Dieses Wissen um Baldrian als ausgleichendes Mittel, auch bei Schlaflosigkeit, hielt sich jedoch höchstens in der Volksmedizin. In den maßgeblichen medizinischen und pharmazeutischen Schriften schien es bis anfangs des 19. Jhs., bis Hufeland, nicht mehr auf.  In den maßgeblichen medizinischen und pharmazeutischen Schriften schien es bis anfangs des 19. Jhs., bis Hufeland, nicht mehr auf.
  • Hildegard von Bingen
    nannte in ihrer „Physica“ den Baldrian mit dem Namen „denemarcha“ und nutzte ihn bei Brustfellentzündungen und Darmgrimmen (vich) .
  • In der Medizinschule von Salerno
    werden zur Zeit Hildegards von Bingen, 11. Jh., weitere Anwendungsgebiete und ein neuer Name für den Baldrian konzipiert:
    • Neue Anwendungsgebiete kamen hinzu: Verdauungsstörungen von Magen, Leber und Milz sowie Hilfe bei Vaginalausfluss.
    • Neuer Name: Baldrian erhält den Namen „Valeriana
      Der klingende Pflanzenname „Valeriana“ für den Arznei-Baldrian (Echter Baldrian) wird eingeführt von Konstantin d. Afrikaner, der ein bedeutsamer Lehrer an der Medizinschule von Salerno war. Er übersetzte heilkundliche Werke des jüdischen Arztes und Philosophen Isaak ben Salomon Israeli ( = Isaac Judaeus) ins Lateinische, allerdings ohne Isaak als Verfasser zu nennen. Er übernahm dessen Bezeichnung "Valeriana" für „Phu“ des Dioskurides.  Als das Arzneidrogenbuch der Salerner Schule, das „Circa instans“, diesen neuen Namen übernahm, war sein Platz im medizinischen Vokabular fixiert. 
      Später fügte Linné, der die Pflanzen neu einteilte und auch den botanischen Namen des Echten Baldrians kreierte, als Bezeichnung für diese Baldrianart den Artnamen „officinalis“ an, um anzuzeigen, dass diese Baldrianart in den Apotheken geführt wird.    
      Seit Linnés Zeiten wird nun der Große Baldrian botanisch korrekt mit Valeriana phu L. , der Echte Baldrian mit Valeriana officinalis L. bezeichnet. 

      Doch, was bedeutet der Name „Valeriana“ eigentlich? Was erzählt er? 
      Darüber gibt es bis jetzt nur Mutmaßungen: 
    1. „Valeriana“ wird hergeleitet von der Heilwirkung der Pflanze und ihrem Stellenwert: 
      ​​​​​valere“, lateinisch, bedeutet u. a. gesund, stark, wichtig sein, Bedeutung und Einfluss haben. - Das alles trifft auf diese Pflanze zu und würde namensgebend für sie in dem Sinn passen, wie es damals auch einer einflussreichen römischen Sippe zu ihrem Familiennamen verhalf und gerne als männlicher und weiblicher Vornamen verwendet wurde: „Valerier“, „Valerius“, „Valeriana“.   Aber die Etymologen haben mit dieser Herleitung nicht ihre volle Freude damit. Vielleicht zu einfach ;)  
    2. Die etwas kompliziertere Herleitung des Namens der Pflanze nach ihrer magischen, apotropäischen  Verwendung nördlich der Alpen, die zu bedenken H. Genaust in seinem „Etymologischen Wörterbuch der Pflanzennamen“ anregt:
      Valeriana könnte sich von „vâlant“ ableiten, einem alten, mittelhochdeutschen Namen für Teufel, Satan und teufelähnliche Wesen. Die Pflanze Valeriana war nämlich ein wichtiges Mittel zur Abwehr von Teufeln, Dämonen, Hexen und, damit verbunden, von Krankheiten, die ja von den Genannten verursacht wurden. 
      Dieser These würden der isländische und schwedische Trivialname für Baldrian -  „vélantsrót“ ( isländisch, „Teufelswurzel“),  „velandsrot“ ( schwedisch, „Teufelswurzel“) – entsprechen, falls Wurzelhändler diese Bezeichnung vom hohen Norden nach Salerno gebracht hatten, wo die italienische Sprache sie in das melodische „Valeriana“ umformte …  
    3. Dritte Möglichkeit: Die Pflanze erhielt ihren Namen nach der ehemaligen Provinz Valeria in Pannonien, wo sie (auch) häufig vorkommt.

Warum nennen wir Deutschsprechenden diese Heilpflanze „Baldrian“? 
Dazu gibt es 2 Theorien, eine logische und eine interessante:

  1. Baldrian“ leitet sich ab von dem Namen „Valeriana“ der lateinischen Medizinschriften der Schule von Salerno. Infos zu Schule von Salerno siehe weiter oben!
  2. Der deutsche Name "Baldrian" ist volksetymologisch angelehnt an den Namen des nordischen Lichtgottes Baldr : Die weiße, duftige Frühlings- und Sommerblüte des Baldrians - die der heilenden Wurzelkraft entspringt, in einen Fruchtstand voll Nervengeflecht übergeht, dann vom Winde verweht wird, aber durch die Überdauerungsorgane der in der Erde verankerten Wurzel den Winter ruhend überlebt und danach neu erblüht - weist hin auf den lebensnotwendigen Rhythmus von Blühen und sinnstiftender Ruhe, wie ihn auch der mythologische Baldur erfahren hat und dessen Symbolfigur er geworden ist. 
    Baldrian pocht leise, aber beständig, auf ein gesundes Verhältnis von Helle und Dunkelheit, Tag und Nacht, von Aktivität und Entspannung. Führt aus Umdunkeltem ans Licht, gleicht aus und harmonisiert.

 

In der Frühen Neuzeit 

ergänzten wichtige Kräuterbuchautoren wie Magnus, Kaub und Bock in ihren Kräuterbüchern die geläufigen Anwendungen von Baldrian mit Indikationen wie Augenleiden, Kopfschmerzen, Husten, Atembeschwerden, Blähungen, Wurmerkrankungen bei Kindern, Pest-Prophylaxe, Akne, Feigwarzen, Wunden, Tierbisse, innere Geschwulst, Körperkälte. 

Der Vermerk des Kräuterbuchautors Otto Brunfels, dass ein Paar „holdselig, einig und friedlich“ wird, sofern es gemeinsam aus einem Becher Baldrianwasser trinkt, wurde oft als eine mögliche aphrodisierende Wirkung des Baldrians angesehen. Originaltext: „Macht holdtselig, eyns und fridsam, wo zwey des wassers auß eim geschirr drincken.“  Die Neuere Forschung über Klostermedizin sieht darin hingegen einen Hinweis auf die entspannende Wirkung des Baldrians.

 

In Pestzeiten 

  • galt der Spruch „Esst Bibernell und Baldrian, so geht euch die Pest nicht an“. 
    Der (leider nicht sehr wirkungsvolle) Ratschlag soll von den zum Zwergenvolk zählenden Holzweibchen stammen. Er wird ihnen wohl während ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Stricken, eingefallen sein, nachdem sie sich die Äuglein mit Tautropfen des Frauenmantels gewaschen hatten … 
  • Volksmeinung war auch, dass Pest und andere Widrigkeiten von Hexen verbreitet würden. Räucherungen mit Baldrianwurzel vertrieben Hexen und Teufel aus Mensch, Tier, Haus und Stall. 
  • Baldrian wurde auch eingesetzt, um Hexen kenntlich zu machen: Ein unter der Zimmerdecke als „Unruhe“ aufgehängtes Baldrianbüschel bewegte sich, sobald eine bis dato unerkannte Hexe den Raum betrat. Ein billiges Indiz, das für Denunziationen reichte! 

Weitere besondere Volksmittel mit Baldrian 

  • Die wertvollen Mutterkühe erhielten nach dem Kalben, um vor Verhexung geschützt zu sein, Baldrian, Dost und Dill in ihre ersten drei Trinkwassereimer, gemäß dem Spruch: „Baldrian, Dost und Dill, kann die Hex nicht, wie sie will.“ 
  • Baldrian im Bad eines Neugeborenen sollte dieses vor Krankheiten schützen, vor allem vor der Pest. 

Seit dem 19. Jahrhundert 

hat Baldrian seinen großen Auftritt als Freund des gekränkten Nervengeflechtes:

  • Der deutsche Arzt Christoph W. Hufeland (1762 – 1836)  erkannte den Wert der Baldrianwurzel als beruhigendes und ausgleichendes Nervenmittel. Seiner Teemischung „Species nervinae“, die er in seiner „Armen-Pharmakopöe“ veröffentlichte, war ein so großer Erfolg beschienen, dass sie noch im 20. Jh. als Nerventee Hufeland bekannt war. 

    Die ausgleichende Mischung des Kräutertees "Nerventee-Hufeland" setzt sich zu gleichen Teilen zusammen aus: 
    Baldrianwurzel
    Wurzel der Echten Nelkenwurz
    Pfefferminzblätter
    Blätter der Bitterorange 

    Hufeland schrieb dazu: „Eines der besten Nervenmittel, was ich kenne, zur Stärkung und Regulierung des Nervensystems, wo es lange, Monate lang, als Thee, (Abends auf 1 bis 2 Esslöffel 2 bis 3 Tassen kochend Wasser gegossen, die Nacht hindurch zugedeckt stehn gelassen, und gleich abgeseihet), früh und Abends die Hälfte kalt getrunken wird. Ich habe dadurch langwierige Nervenschwäche und Nervenkrankheiten, Hysterie, Krämpfe aller Art verschwinden gesehen.“ ( Quelle
    Diese Erkenntnis Hufelands wurde daraufhin von vielen nachfolgenden Ärzten übernommen. So 1834 schrieb ein Regimentsarzt  im „Journal der praktischen Heilkunde“, Hrsg. Hufeland und Osann,  „… fand hierbei besonders große Reizbarkeit im Gesamtnervenleben statt, so wurden die beruhigenden Nervenmittel in Anwendung gezogen, besonders der Baldrian, die Kamille, der Mohnsaft.“   
  • Im  „ Handbuch der medicinischen Klinik“ von Dr. Canstatt, Erlangen 1843, wird Baldrian als Adjuvans   zusammen mit Beifuß, Indigo, Ammonium und Kampfer als Antiepileptikum empfohlen. 

21. Jahrhundert 

ESCOP, Kommission E und HMPC sind sich einig:
Baldrianwurzel wirkt beruhigend, zentral dämpfend, antikonvulsiv (krampflösend) und muskelentspannend.  (Quelle: „Pschyrembel Naturheilkunde“)

 

 

BEI WELCHEN BESCHWERDEN WIRD BALDRIAN HEUTE EINGESETZT ? 

 

Baldrian (Valeriana officinalis) ist heute eines der meistgenutzten pflanzlichen Beruhigungsmittel! Er wirkt gut, wenn er konstitutionsgerecht ausreichend hoch dosiert und lange genug genommen wird, macht aber nicht abhängig!

Dabei konnten die Heilwirkungen bisher keiner Einzelsubstanz zugeordnet werden, sodass - wie so oft in der Pflanzenmedizin - für die Heilwirkung das Zusammenspiel mehrerer Wirkstoffgruppen angenommen werden muss.

Die Wirkstoffe der Baldrianwurzel beenden das Gedankenkarussell, helfen, sich zu beruhigen und sich zu zentrieren, wirken ausgleichend, angstlösend, schlafanstoßend, aber nicht schlaferzwingend. Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln besteht bei Baldrian keine Suchtgefahr und er führt zu keiner Benommenheit.

Die entspannende Wirkung der Baldrianwurzel hat auch einen gewissen entkrampfenden Einfluss auf die glatte Muskulatur von Magen und Darm, der Harnwege und Geschlechtsorgane. 

Dadurch Baldrian wird eingesetzt bei 

Klimakterischen Beschwerden 

Krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Uterusbereich

Lampenfieber

Nervös bedingten Herzbeschwerden

Nervosität

Prüfungsangst

Reizbarkeit

Schlafstörungen

Stress

Unruhe- und Spannungszuständen
 

Baldrian wird angewendet in Form von 

ätherischem Baldrianöl (gewonnen durch Wasserdampfdestillation der Wurzel)

Badezusatz

Baldrianwein

Frischpflanzensaft - Tagesdosis: 15 ml. Aus geschmacklichen Gründen mit Obstsaft mischen. 

Homöopathikum Valeriana – auch für Kinder

Tee

Tinktur

Trockenextrakt (Dragees, Tabletten)

 

Hinweise zur Einnahme von Baldrianpräparaten:

Die Wurzel der Arznei-Baldriane wirkt vor allem ausgleichend und entspannend auf gestresste Nerven. Allerdings muss man die individuelle Dosis finden, denn auf Baldrian wird unterschiedlich stark reagiert. Es empfiehlt sich, mit einer kleinen Dosis zu beginnen, diese bei Bedarf zu steigern und 2 Wochen hindurch kontinuierlich einzunehmen. Erst nach dieser Zeit tritt seine volle medizinische Wirkung ein.

  • Zur allgemeinen Entspannung werden Baldrianpräparate in der Regel dreimal täglich verabreicht. 
  • Zur Schlafförderung wird Baldrian 30 bis 40 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen.
  • Nach 4 Wochen eine Einnahmepause machen!
  • Wer bereits Medikamente einnimmt, muss sich wegen möglicher Wechselwirkungen ärztlichen Rat einholen!
  • Beeinflusst Baldrian das Fahrverhalten? In der "Pschyrembel Naturheilkunde" wird dazu vermerkt:  "Ein negativer Einfluss auf das Fahrverhalten durch Baldrian-Hopfen-Kombinationen od. Baldrian-Melissenblätter-Kombinationen wurde in kontrollierten Studien ausgeschlossen." Achten Sie jedoch bitte auf ihre eigene Befindlichkeit!
  • Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden und Überempfindlichkeitsreaktionen.
  • Standardisierte Fertigpräparate erleichtern die geeignete, konstitutionsgerechte Dosierung, ersetzen aber nicht das Hinhorchen auf den eigenen Körper, das bei selbstgemachten Baldrianmitteln unerlässlich ist, denn Baldrian muss individuell hoch genug dosiert werden, sollte aber nicht überdosiert werden.
  • Sowohl bei Unter- als auch bei Überdosierung kann es, wenn auch selten, zu paradoxen Reaktionen wie Unruhe und Schlaflosigkeit kommen.

Einnahmebeispiel mit Trockenextrakt (Dragees, Kapseln, Tabletten):  

Unter 200 mg Tagesdosis regt Baldrian eher an. 

Man nimmt 300 mg Tabletten.

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 600 mg , doch zum Beruhigen können 900 mg an Tagesdosis nötig sein. 

Zur Schlafförderung nimmt man 300 bis 600 mg, kann aber auf 900 mg erhöhen. 

 

 

BALDRIAN-HEILMITTEL SELBER HERSTELLEN

 

Wie so oft, findet WILDFIND nicht nur Interessantes, sondern gibt auch bewährte Anleitungen zum Selbermachen. So auch beim Baldrian, dessen Anwendungen in der Volksmedizin stark verankert blieben, weil 

mit seinen Wirkungen positive Erfahrungen gemacht wurden,

er unschwer selbst gesammelt und konserviert werden kann,

Baldriantee und Baldriantinktur einfach und wirkungsvoll hergestellt und angewendet werden können,

ebenso ein Badezusatz mit ätherischem Baldrianöl oder mit Tee-Absud.

Baldrianblüten eignen sich als Zusatz für Entspannungs- und Schlafkissen.

  • Unter den Verlinkungen dieses Absatzes sind Anleitungen für die Herstellung von Baldrian-Heilmitteln zu finden!
    Vielleicht animieren Sie sie zum Selbermachen und es entwickelt sich daraus ein einfaches, spannendes Hobby, das von Duft umgeben sein wird ;) Nebenbei hilft es Geld zu sparen und die Eigenkompetenz zu stärken!

 

BALDRIAN IM GARTEN UND AUF DEM BALKON

 

Der Echte Baldrian ist aufgrund seiner lang andauernden, duftenden und zart gegliederten Blüte, seiner Genügsamkeit und Winterhärte eine wertvolle Gartenpflanze, die sich mit beinahe jeder Gartenecke zufrieden gibt. Auch mit Blumentrögen, in denen seine sich ausbreitenden Wurzeln Platz finden können!

Er benötigt wenig Pflege und harmoniert mit anderen Blütenstauden gut, wenn man seine Wuchshöhe ( ~ 1 m) berücksichtigt. Dabei lockt er als Nützlingspflanze Schmetterlinge und Bienen an, die zu seiner Vermehrung durch Samen betragen. Auch das eine und andere Schmetterlingsräupchen wird sich auch von ihm ernähren!

Einmal im Garten, vermehrt er sich selbst und überrascht uns mit seinen gefiederten Blättern und den zarten Blüten an unvermuteten Stellen, nicht nur auf feuchten Plätzen, die er besonders liebt, sondern auch auf trockenen. Er breitet sich aus, ohne dass er, wie z.B. der hübsche Blaue Beinwell, die anderen Pflanzen beeinträchtigen würde. Seine Ausläufer, falls er welche bilden sollte, sind kurz und es dauert Jahre, bis sich Horste bilden.

 

Baldrian anpflanzen 

Baldrian kann über Samen, aber auch über Wurzelstockteilung und Jungpflanzen im Garten und in Balkontrögen angepflanzt werden.

Der Frühling ist die richtige Zeit dazu:

  • Am einfachsten ist es, sich von befreundeten GartenbesitzerInnen oder in der freien Natur einige Jungpflanzen zu besorgen und sie auf ein halbsonniges, nicht zu trockenes Plätzchen zu setzen. Da Baldrian eine gewisse Feuchtigkeit besonders liebt, bitte das Gießen nicht vergessen!
  • Wer aussäen möchte: Baldrian ist ein Lichtkeimer. Die Samen werden im April auf Gartenbeete bzw. in Balkontröge gesät und nur angedrückt, sodass sie guten Erdkontakt bekommen. Anschließend feucht halten. 
  • Auch durch eine Teilung eines Baldrianhorstes im Frühjahr oder Herbst kann die Pflanze vermehrt werden.

Benötigt Baldrian Winterschutz?

Baldrian ist winterfest und benötigt keinen Winterschutz. Seine Wurzeln überdauern im Boden und treiben im Frühjahr wieder aus. Die alten Stängel werden abgeschnitten und kompostiert.
 

Baldrian und Katzen

Häufig wird die Meinung geäußert, dass der Duft des Baldrians, besonders der seiner Wurzeln, Katzen bzw. Kater anlocke, die sich dann baldrianumduftet wie toll verhalten würden. Selbst Kneipp schrieb in seinem Werk „Meine Wasserkur“ … „Daß im Baldrian etwas Besonderes stecken muß, darüber belehren uns die Katzen, die er durch seinen Geruch so anzieht, daß sie sich auf seinem Kraute wälzen.“ 

Rosa, die Verfasserin dieses Artikels, hat im Laufe der Jahre bei keinem der schnurrenden Vierbeinern dieses Verhalten bestätigt gefunden! Weder Pflanze noch Wurzel haben sie jemals sonderlich interessiert. Großes Interesse jedoch zeigten und zeigen sie an Katzenminzen, sowohl an der Echten als auch an der Garten-Katzenminze. Diese haben sie sogar zum Fressen gern ;)

 

 

BALDRIANDUFT

Baldrian duftet – intensiv! Über die Qualität lässt sich – wie über Schönheit – streiten. Wer Baldrian im Garten hat, für den ist Baldrian-Blütenduft Sommerduft und möchte ihn nicht mehr missen!

Auch dem Wurzelduft kann man ungeahnte Qualitäten abgewinnen:
In jungen –bereits pflanzensüchtigen – Jahren hortete ich meine Schätze in einem mickrigen Schrank, der sich am kühlsten Ort des Hauses, im gefliesten Stiegenhaus, befand. Frisch gekochte Orangenmarmelade und ein großes Glas Baldriantinktur zählten dazu. Eines Nachts ließ mich ein ohrenbetäubender Lärm ins Stiegenhaus flitzen: Unter der Last der Gläser war der Kasten zusammengebrochen, Orangenmarmelade und Baldrian ergossen sich miteinander vermengt über die Stufen… Naja. Nach den Aufräumarbeiten duftete es noch Tage danach – in ungeahnter Harmonie von Orange und Baldrian!

Inzwischen weiß ich,

  • Baldrian wird in Spuren in Parfums verwendet.
  • Die Haremsdamen waren verrückt nach dem Öl der Echten Speikwurzeln (Valeriana celtica) und rieben sich damit ein, um eine aphrodisierende Wirkung zu erzielen. Die Wurzeln des Echten Speiks sind reich an ätherischem Baldrianöl. 
  • Ein weiteres Baldriangewächs, die wild wachsende Narde, liefert das wunderbare Nardenöl  , in der Antike das  meistgeschätzte und kostbarste Parfüm .

 

BALDRIAN ERNTEN 

Egal, ob Sie Baldrian im Garten oder in freier Natur ernten (Darf man das?), bitte berücksichtigen Sie die Sammeltipps und ernten in Ihrem eigenen, gesundheitlichen Interesse nur an unbelasteten Stellen! 

 

Blätter

Junge Baldrianblätter, die im Frühling und Frühsommer, dann wieder ab dem Spätsommer gebildet werden, schmecken roh als Salatzugabe überraschend köstlich – wie Feldsalat, mit dem der Baldrian verwandt ist.

 

Blüten

Die Blüten können frisch und getrocknet als Tee und Würze verwendet werden, getrocknet sind sie Zusatz eines Entspannungskissens.

 

Wurzel ernten und trocknen

  1. In der Zeit der sogenannten Pflanzenruhe stecken die Wurzeln voller Kraft. Deshalb sucht man sich in der Zeitspanne vom Herbstanfang bis Winterende zweijährige Baldrianpflanzen aus, die bereits 1 Stängel getrieben hatten und erntet mit einer Handgrabgabel den ganzen Horst an Baldrianwurzeln, die sich um sie gebildet haben.
  2. Die flach wurzelnden Baldrianwurzeln sind übrigens leicht zu graben und bestehen aus duftenden Wurzelbärten ( „Nervenbahnen“ ;) mehrerer, eng aneinander stehender Pflanzen, die man auseinanderzieht.
  3. So können sie mit Bürste und Wasser leicht gründlich gereinigt werden. Dabei kommt ihre mondhelle Farbe zum Vorschein. Wenn Sie nun eine größere Wurzel ausbreiten, liegt Sie wie ein kleiner strahlender Vollmond vor Ihnen. (Assoziation: Dioskurides verordnete sie bei Menstruationsbeschwerden. Eine gesunde Menses folgt dem 28-Tage-Rhythmus des Mondes.)
  4. Konserviert wird die Wurzel durch zügiges Trocknen bei 35° - 40°. Vorhandene Wurzelstöcke werden quer in Scheiben geschnitten, damit auch sie innerhalb einiger Tage durchtrocknen und sich keine Schimmelpilze darauf ansiedeln. – Baldrianwurzeln lassen sich zum Trocknen auch gut aufhängen.
  5. Während des Trocknungsvorganges intensiviert sich der Baldriangeruch.
  6. Baldrianwurzeln werden erst knapp vor ihrer Verwendung zerkleinert: geschnitten oder pulverisiert. Unzerkleinert behält sie ihre Heilkraft länger. Die getrocknete, pulverisierte Wurzel schmeckt süßlich-bitter.

 

Lange galt Baldrian - im Unterschied zu heute, wo er hauptsächlich zur Entspannung und Beruhigung des Nervensystems, zur Behandlung von Schlafstörungen, Nervosität, Reizbarkeit und bei Prüfungsangst angewendet wird, - als Allheilmittel, als „Theriak des kleinen Mannes“, weil er so stark und umfassend helfe wie der sehr teure Theriak . Baldrian erhielt deshalb u.a. auch den Namen „Theriakwurzel“,  wie allerdings auch die Engelwurz und die Bibernelle.

 

 Die heilende Kraft des Echten Baldrians steckt in seinem Wurzelstock mitsamt seinen Wurzeln und Ausläufern, falls vorhanden.

  • In der Regel wird für Heilmittelzubereitungen die getrocknete Wurzel verwendet. 
  • Jedoch ist für medizinische Zubereitungen auch die Verwendung der frischen Wurzel durchaus möglich.
    • Madaus schreibt, dass W. Peyer in seinem Werk „Die pflanzlichen Heilmittel“, Jg. 1937, als das wertvollste flüssige Baldrianpräparat die Tinctura Valerianae (Baldriantinktur) bezeichnet, die nach der Vorschrift der Schweizer Pharmakopöe aus frischen Wurzeln hergestellt ist.
    • Madaus selbst verwendete ebenfalls frische Baldrianwurzeln für die Herstellung von „Teep“ (Pflanzenverreibung).

 

Valeriana officinalis L. s.l., kurz einfach als "Baldrian" bezeichnet, besitzt seit der Antike bis heute einen hohen medizinischen Stellenwert:

 

Bereits 75 n. Chr.

beschrieb der berühmte griechische Arzt und Pharmakologe Pedanios Dioskurides in seiner „Materia Medica“  den Baldrian, den er als "Phu" und als "wilde Narde"  bezeichnete. Er empfahl ihn als Mittel zur Verstärkung der Harnausscheidung, bei Seitenstechen, zur Förderung der Menstruation und als Gegengift. Hier deutsch nachzulesen! ( Unter dem angegebenen Link ist auch zu lesen, dass Dioskurides bei Epilepsie nicht eine Baldrianart empfahl, wie hier angegeben, sondern den Grünen Kardamom.  )


Die von Dioskurides empfohlenen Heilanwendungen des Baldrians wurden bis in das 19. Jahrhundert übernommen und während der Jahrhunderte, wie folgt, ergänzt:
 

Mittelalter 

  • Im Lorscher Arzneibuch
    das zur Zeit Karl d. Großen geschrieben wurde, scheint ein Honigtrunk versetzt mit Baldrian, Haselwurz, Pfeffer, Betonie, Steinbrech, Röhrenkassie und Steckenwurzharz als „Göttliches Heilmittel“ auf, das schmerzstillend, harmonisierend und ausgleichend wirkt: „Es hilft bei allen krankheitsbedingten Schmerzen …, wirkt wie ein erfrischendes Getränk, es bringt den (Unter-)Leib ins rechte Mischverhältnis, … allzu viel Schlaf gleicht es mit Wachen aus, bei übermäßiger Schlaflosigkeit sorgt es für den entsprechenden Schlaf, es befreit vor Erschöpfung … Er (Der Trank) beseitigt auf heilsame Weise jede Störung im Gleichgewicht der Körperfunktionen, die er antrifft. “ Quelle und genauere Angaben  hier.  
    Dieses Wissen um Baldrian als ausgleichendes Mittel, auch bei Schlaflosigkeit, hielt sich jedoch höchstens in der Volksmedizin. In den maßgeblichen medizinischen und pharmazeutischen Schriften schien es bis anfangs des 19. Jhs., bis Hufeland, nicht mehr auf.  In den maßgeblichen medizinischen und pharmazeutischen Schriften schien es bis anfangs des 19. Jhs., bis Hufeland, nicht mehr auf.
  • Hildegard von Bingen
    nannte in ihrer „Physica“ den Baldrian mit dem Namen „denemarcha“ und nutzte ihn bei Brustfellentzündungen und Darmgrimmen (vich) .
  • In der Medizinschule von Salerno
    werden zur Zeit Hildegards von Bingen, 11. Jh., weitere Anwendungsgebiete und ein neuer Name für den Baldrian konzipiert:
    • Neue Anwendungsgebiete kamen hinzu: Verdauungsstörungen von Magen, Leber und Milz sowie Hilfe bei Vaginalausfluss.
    • Neuer Name: Baldrian erhält den Namen „Valeriana
      Der klingende Pflanzenname „Valeriana“ für den Arznei-Baldrian (Echter Baldrian) wird zum ersten Mal verwendet, und zwar in einer lateinischen Übersetzung des Arabers Konstantin der Afrikaner, der ein bedeutsamer Lehrer an der Medizinschule von Salerno war.  Er übersetzte im späten 11. Jahrhundert drei heilkundliche Werke des jüdischen Arztes und Philosophen Isaak ben Salomon Israeli ( = Isaac Judaeus) ins Lateinische, allerdings ohne Isaak als Verfasser zu nennen. Es handelte sich dabei um das Buch über die Fieber, das Harnbuch und das Buch über die Diäten. In der lateinischen Übersetzung des Buches über die Dietäten bezeichnet Konstantin der Afrikaner den Baldrian nicht mehr mit dem „Phu“ des Dioskurides, sondern mit „Valeriana“.
      In der Folgezeit wurden „Phu" und „Valeriana" noch eine Zeitlang als Synonyme für den Echten Baldrian verwendet.   
      Seinen Durchbruch erfuhr die Bezeichnung „Valeriana“ für den „Echten Baldrian“, als das für die nächsten Jahrhunderte maßgebliche Arzneidrogenbuch der Salerner Schule, das „Circa instans“, diesen neuen Namen übernahm. 
      Später fügte Linné, der die Pflanzen neu einteilte und auch den botanischen Namen des Echten Baldrians kreierte, als Bezeichnung für diese Baldrianart den Artnamen „officinalis“ an, um anzuzeigen, dass diese Baldrianart in den Apotheken geführt wird.    
      Seit Linnés Zeiten wird nun der Große Baldrian botanisch korrekt mit Valeriana phu L. , der Echte Baldrian mit Valeriana officinalis L. bezeichnet.

Doch, was bedeutet der Name „Valeriana“ eigentlich? Was erzählt er? 

Darüber gibt es bis jetzt nur Mutmaßungen: 

  1. „Valeriana“ wird hergeleitet von der Heilwirkung der Pflanze und ihrem Stellenwert: 
    • ​​​​​valere“, lateinisch, bedeutet u. a. gesund, stark, wichtig sein, Bedeutung und Einfluss haben. - Das alles trifft auf diese Pflanze zu und würde namensgebend für sie in dem Sinn passen, wie es damals auch einer einflussreichen römischen Sippe zu ihrem Familiennamen verhalf und gerne als männlicher und weiblicher Vornamen verwendet wurde: „Valerier“, „Valerius“, „Valeriana“.   Aber die Etymologen haben mit dieser Herleitung nicht ihre volle Freude damit. Vielleicht zu einfach ;) 
  2. Die etwas kompliziertere Herleitung des Namens der Pflanze nach ihrer magischen, apotropäischen  Verwendung nördlich der Alpen, die zu bedenken H. Genaust in seinem „Etymologischen Wörterbuch der Pflanzennamen“ anregt:
    • Valeriana könnte sich von „vâlant“ ableiten, einem alten, mittelhochdeutschen Namen für Teufel, Satan und teufelähnliche Wesen. Die Pflanze Valeriana war nämlich ein wichtiges Mittel zur Abwehr von Teufeln, Dämonen, Hexen und, damit verbunden, von Krankheiten, die ja von den Genannten verursacht wurden. 

      Dieser These würden der isländische und schwedische Trivialname für Baldrian -  „vélantsrót“ ( isländisch, „Teufelswurzel“),  „velandsrot“ ( schwedisch, „Teufelswurzel“) – entsprechen, falls Wurzelhändler diese Bezeichnung vom hohen Norden nach Salerno gebracht hatten, wo die italienische Sprache sie in das melodische „Valeriana“ umformte …  
  3. Dritte Möglichkeit: Die Pflanze erhielt ihren Namen nach der ehemaligen Provinz Valeria in Pannonien, wo sie (auch) häufig vorkommt.

 

Warum nennen wir Deutschsprechenden diese Heilpflanze „Baldrian“? 

Dazu gibt es 2 Theorien, eine logische und eine interessante:

  1. Baldrian“ leitet sich ab von dem Namen „Valeriana“ der lateinischen Medizinschriften der Schule von Salerno. Infos zu Schule von Salerno siehe weiter oben!
  2. Der deutsche Name "Baldrian" ist volksetymologisch angelehnt an den Namen des nordischen Lichtgottes Baldr :
    Die weiße, duftige Frühlings- und Sommerblüte des Baldrians - die der heilenden Wurzelkraft entspringt, in einen Fruchtstand voll Nervengeflecht übergeht, dann vom Winde verweht wird, aber durch die Überdauerungsorgane der in der Erde verankerten Wurzel den Winter ruhend überlebt und danach neu erblüht - weist hin auf den lebensnotwendigen Rhythmus von Blühen und sinnstiftender Ruhe, wie ihn auch der mythologische Baldur erfahren hat. 
    Baldrian pocht leise, aber beständig, auf ein gesundes Verhältnis von Helle und Dunkelheit, Tag und Nacht, von Aktivität und Entspannung. Führt aus Umdunkeltem ans Licht, gleicht aus und harmonisiert.

 

In der Frühen Neuzeit 

ergänzten wichtige Kräuterbuchautoren wie Magnus, Kaub und Bock in ihren Kräuterbüchern die geläufigen Anwendungen von Baldrian mit Indikationen wie Augenleiden, Kopfschmerzen, Husten, Atembeschwerden, Blähungen, Wurmerkrankungen bei Kindern, Pest-Prophylaxe, Akne, Feigwarzen, Wunden, Tierbisse, innere Geschwulst, Körperkälte. 

Der Vermerk des Kräuterbuchautors Otto Brunfels, dass ein Paar „holdselig, einig und friedlich“ wird, sofern es gemeinsam aus einem Becher Baldrianwasser trinkt, wurde oft als eine mögliche aphrodisierende Wirkung des Baldrians angesehen. Originaltext: „Macht holdtselig, eyns und fridsam, wo zwey des wassers auß eim geschirr drincken.“  Die Neuere Forschung über Klostermedizin sieht darin hingegen einen Hinweis auf die entspannende Wirkung des Baldrians.

 

 

In Pestzeiten 

  • galt der Spruch „Esst Bibernell und Baldrian, so geht euch die Pest nicht an“. 
    Der (leider nicht sehr wirkungsvolle) Ratschlag soll von den zum Zwergenvolk zählenden Holzweibchen stammen. Er wird ihnen wohl während ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Stricken, eingefallen sein, nachdem sie sich die Äuglein mit Tautropfen des Frauenmantels gewaschen hatten … 
  • Volksmeinung war auch, dass Pest und andere Widrigkeiten von Hexen verbreitet würden. Räucherungen mit Baldrianwurzel vertrieben Hexen und Teufel aus Mensch, Tier, Haus und Stall. 
  • Baldrian wurde auch eingesetzt, um Hexen kenntlich zu machen: Ein unter der Zimmerdecke als „Unruhe“ aufgehängtes Baldrianbüschel bewegte sich, sobald eine bis dato unerkannte Hexe den Raum betrat. Ein billiges Indiz, das für Denunziationen reichte! 

 

Weitere besondere Volksmittel mit Baldrian 

  • Die wertvollen Mutterkühe erhielten nach dem Kalben, um vor Verhexung geschützt zu sein, Baldrian, Dost und Dill in ihre ersten drei Trinkwassereimer, gemäß dem Spruch: „Baldrian, Dost und Dill, kann die Hex nicht, wie sie will.“ 
  • Baldrian im Bad eines Neugeborenen sollte dieses vor Krankheiten schützen, vor allem vor der Pest. 

 

Seit dem 19. Jahrhundert 

hat Baldrian seinen großen Auftritt als Freund des gekränkten Nervengeflechtes:

  • Der deutsche Arzt Christoph W. Hufeland (1762 – 1836)  erkannte den Wert der Baldrianwurzel als beruhigendes und ausgleichendes Nervenmittel. Seiner Teemischung „Species nervinae“, die er in seiner „Armen-Pharmakopöe“ veröffentlichte, war ein so großer Erfolg beschienen, dass sie noch im 20. Jh. als Nerventee Hufeland bekannt war. 

    Die ausgleichende Mischung des Kräutertees "Nerventee-Hufeland" setzt sich zu gleichen Teilen zusammen aus: 
    Baldrianwurzel
    Wurzel der Echten Nelkenwurz
    Pfefferminzblätter
    Blätter der Bitterorange 

    Hufeland schrieb dazu: „Eines der besten Nervenmittel, was ich kenne, zur Stärkung und Regulierung des Nervensystems, wo es lange, Monate lang, als Thee, (Abends auf 1 bis 2 Esslöffel 2 bis 3 Tassen kochend Wasser gegossen, die Nacht hindurch zugedeckt stehn gelassen, und gleich abgeseihet), früh und Abends die Hälfte kalt getrunken wird. Ich habe dadurch langwierige Nervenschwäche und Nervenkrankheiten, Hysterie, Krämpfe aller Art verschwinden gesehen.“ ( Quelle
    Diese Erkenntnis Hufelands wurde daraufhin von vielen nachfolgenden Ärzten übernommen. So 1834 schrieb ein Regimentsarzt  im „Journal der praktischen Heilkunde“, Hrsg. Hufeland und Osann,  „… fand hierbei besonders große Reizbarkeit im Gesamtnervenleben statt, so wurden die beruhigenden Nervenmittel in Anwendung gezogen, besonders der Baldrian, die Kamille, der Mohnsaft.“   
  • Im  „ Handbuch der medicinischen Klinik“ von Dr. Canstatt, Erlangen 1843, wird Baldrian als Adjuvans   zusammen mit Beifuß, Indigo, Ammonium und Kampfer als Antiepileptikum empfohlen. 

 

21. Jahrhundert 

ESCOP, Kommission E und HMPC sind sich einig:
Baldrianwurzel wirkt beruhigend, zentral dämpfend, antikonvulsiv (krampflösend) und muskelentspannend.  (Quelle: „Pschyrembel Naturheilkunde“)

 

 

Baldrian (Valeriana officinalis) ist heute eines der meistgenutzten pflanzlichen Beruhigungsmittel! Er wirkt gut, wenn er konstitutionsgerecht ausreichend hoch dosiert und lange genug genommen wird, macht aber nicht abhängig!

Dabei konnten die Heilwirkungen bisher keiner Einzelsubstanz zugeordnet werden, sodass - wie so oft in der Pflanzenmedizin - für die Heilwirkung das Zusammenspiel mehrerer Wirkstoffgruppen angenommen werden muss.

Die Wirkstoffe der Baldrianwurzel beenden das Gedankenkarussell, helfen, sich zu beruhigen und sich zu zentrieren, wirken ausgleichend, angstlösend, schlafanstoßend, aber nicht schlaferzwingend. Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln besteht bei Baldrian keine Suchtgefahr und er führt zu keiner Benommenheit.

Die entspannende Wirkung der Baldrianwurzel hat auch einen gewissen entkrampfenden Einfluss auf die glatte Muskulatur von Magen und Darm, der Harnwege und Geschlechtsorgane. 

Dadurch Baldrian wird eingesetzt bei 

Klimakterischen Beschwerden 

Krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Uterusbereich

Lampenfieber

Nervös bedingten Herzbeschwerden

Nervosität

Prüfungsangst

Reizbarkeit

Schlafstörungen

Stress

Unruhe- und Spannungszuständen
 

 

  • ätherischem Baldrianöl (gewonnen durch Wasserdampfdestillation der Wurzel)
  • Badezusatz
  • Baldrianwein
  • Frischpflanzensaft 
  • Homöopathikum Valeriana – auch für Kinder
  • Tee
  • Tinktur
  • Trockenextrakt (Dragees, Tabletten)

 

 

Die Wurzel der Arznei-Baldriane wirkt vor allem ausgleichend und entspannend auf gestresste Nerven. Allerdings muss man die individuelle Dosis finden, denn auf Baldrian wird unterschiedlich stark reagiert. Es empfiehlt sich, mit einer kleinen Dosis zu beginnen, diese bei Bedarf zu steigern und 2 Wochen hindurch kontinuierlich einzunehmen. Erst nach dieser Zeit tritt seine volle medizinische Wirkung ein.

  • Zur allgemeinen Entspannung werden Baldrianpräparate in der Regel dreimal täglich verabreicht. 
  • Zur Schlafförderung wird Baldrian 30 bis 40 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen.
  • Nach 4 Wochen eine Einnahmepause machen!
  • Wer bereits Medikamente einnimmt, muss sich wegen möglicher Wechselwirkungen ärztlichen Rat einholen!
  • Beeinflusst Baldrian das Fahrverhalten? In der "Pschyrembel Naturheilkunde" wird dazu vermerkt:  "Ein negativer Einfluss auf das Fahrverhalten durch Baldrian-Hopfen-Kombinationen od. Baldrian-Melissenblätter-Kombinationen wurde in kontrollierten Studien ausgeschlossen." Achten Sie jedoch bitte auf ihre eigene Befindlichkeit!
  • Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden und Überempfindlichkeitsreaktionen.
  • Standardisierte Fertigpräparate erleichtern die geeignete, konstitutionsgerechte Dosierung, ersetzen aber nicht das Hinhorchen auf den eigenen Körper, das bei selbstgemachten Baldrianmitteln unerlässlich ist, denn Baldrian muss individuell hoch genug dosiert werden, sollte aber nicht überdosiert werden.
  • Sowohl bei Unter- als auch bei Überdosierung kann es, wenn auch selten, zu paradoxen Reaktionen wie Unruhe und Schlaflosigkeit kommen.

 

Einnahmebeispiel mit Trockenextrakt (Dragees, Kapseln, Tabletten):  

 

Unter 200 mg Tagesdosis regt Baldrian eher an. 

Man nimmt 300 mg Tabletten.

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 600 mg , doch zum Beruhigen können 900 mg an Tagesdosis nötig sein. 

Zur Schlafförderung nimmt man 300 bis 600 mg, kann aber auf 900 mg erhöhen. 

 

 

Wie so oft, findet WILDFIND nicht nur Interessantes, sondern gibt auch bewährte Anleitungen zum Selbermachen. So auch beim Baldrian, dessen Anwendungen in der Volksmedizin stark verankert blieben, weil 

mit seinen Wirkungen positive Erfahrungen gemacht wurden,

er unschwer selbst gesammelt und konserviert werden kann,

Baldriantee und Baldriantinktur einfach und wirkungsvoll hergestellt und angewendet werden können,

ebenso ein Badezusatz mit ätherischem Baldrianöl oder mit Tee-Absud.

Baldrianblüten eignen sich als Zusatz für Entspannungs- und Schlafkissen.

  • Unter den Verlinkungen dieses Absatzes sind Anleitungen für die Herstellung von Baldrian-Heilmitteln zu finden!
    Vielleicht animieren Sie sie zum Selbermachen und es entwickelt sich daraus ein einfaches, spannendes Hobby, das von Duft umgeben sein wird ;) Nebenbei hilft es Geld zu sparen und die Eigenkompetenz zu stärken!

 

Der Echte Baldrian ist aufgrund seiner lang andauernden, duftenden und zart gegliederten Blüte, seiner Genügsamkeit und Winterhärte eine wertvolle Gartenpflanze, die sich mit beinahe jeder Gartenecke zufrieden gibt. Auch mit Blumentrögen, in denen seine sich ausbreitenden Wurzeln Platz finden können!

Er benötigt wenig Pflege und harmoniert mit anderen Blütenstauden gut, wenn man seine Wuchshöhe ( ~ 1 m) berücksichtigt. Dabei lockt er als Nützlingspflanze Schmetterlinge und Bienen an, die zu seiner Vermehrung durch Samen betragen. Auch das eine und andere Schmetterlingsräupchen wird sich auch von ihm ernähren!

Einmal im Garten, vermehrt er sich selbst und überrascht uns mit seinen gefiederten Blättern und den zarten Blüten an unvermuteten Stellen, nicht nur auf feuchten Plätzen, die er besonders liebt, sondern auch auf trockenen. Er breitet sich aus, ohne dass er, wie z.B. der hübsche Blaue Beinwell, die anderen Pflanzen beeinträchtigen würde. Seine Ausläufer, falls er welche bilden sollte, sind kurz und es dauert Jahre, bis sich Horste bilden.

 

 

Baldrian anpflanzen 

 

Baldrian kann über Samen, aber auch über Wurzelstockteilung und Jungpflanzen im Garten und in Balkontrögen angepflanzt werden.

Der Frühling ist die richtige Zeit dazu:

  • Am einfachsten ist es, sich von befreundeten GartenbesitzerInnen oder in der freien Natur einige Jungpflanzen zu besorgen und sie auf ein halbsonniges, nicht zu trockenes Plätzchen zu setzen. Da Baldrian eine gewisse Feuchtigkeit besonders liebt, bitte das Gießen nicht vergessen!
  • Wer aussäen möchte: Baldrian ist ein Lichtkeimer. Die Samen werden im April auf Gartenbeete bzw. in Balkontröge gesät und nur angedrückt, sodass sie guten Erdkontakt bekommen. Anschließend feucht halten. 
  • Auch durch eine Teilung eines Baldrianhorstes im Frühjahr oder Herbst kann die Pflanze vermehrt werden.

Benötigt Baldrian Winterschutz?

Baldrian ist winterfest und benötigt keinen Winterschutz. Seine Wurzeln überdauern im Boden und treiben im Frühjahr wieder aus. Die alten Stängel werden abgeschnitten und kompostiert.
 

 

Baldrian ernten

 

Blätter

Junge Baldrianblätter, die im Frühling und Frühsommer, dann wieder ab dem Spätsommer gebildet werden, schmecken roh als Salatzugabe überraschend köstlich – wie Feldsalat, mit dem der Baldrian verwandt ist.

 

Blüten

Die Blüten können frisch und getrocknet als Tee und Würze verwendet werden, getrocknet sind sie Zusatz eines Entspannungskissens.

 

Wurzel ernten und trocknen

  1. In der Zeit der sogenannten Pflanzenruhe stecken die Wurzeln voller Kraft. Deshalb sucht man sich in der Zeitspanne vom Herbstanfang bis Winterende zweijährige Baldrianpflanzen aus, die bereits 1 Stängel getrieben hatten und erntet mit einer Handgrabgabel den ganzen Horst an Baldrianwurzeln, die sich um sie gebildet haben.
  2. Bitte berücksichtigen Sie die Sammeltipps und graben Sie in Ihrem eigenen Interesse die benötigten Wurzeln an unbelasteten Stellen! Die flach wurzelnden Baldrianwurzeln sind übrigens leicht zu graben und bestehen aus duftenden Wurzelbärten ( „Nervenbahnen“ ;) mehrerer, eng aneinander stehender Pflanzen, die man auseinanderzieht.
  3. So können sie mit Bürste und Wasser leicht gründlich gereinigt werden. Dabei kommt ihre mondhelle Farbe zum Vorschein. Wenn Sie nun eine größere Wurzel ausbreiten, liegt Sie wie ein kleiner strahlender Vollmond vor Ihnen. (Assoziation: Dioskurides verordnete sie bei Menstruationsbeschwerden. Eine gesunde Menses folgt dem 28-Tage-Rhythmus des Mondes.)
  4. Konserviert wird die Wurzel durch zügiges Trocknen bei 35° - 40°. Vorhandene Wurzelstöcke werden quer in Scheiben geschnitten, damit auch sie innerhalb einiger Tage durchtrocknen und sich keine Schimmelpilze darauf ansiedeln. – Baldrianwurzeln lassen sich zum Trocknen auch gut aufhängen.
  5. Während des Trocknungsvorganges intensiviert sich der Baldriangeruch.
  6. Baldrianwurzeln werden erst knapp vor ihrer Verwendung zerkleinert: geschnitten oder pulverisiert. Unzerkleinert behält sie ihre Heilkraft länger. Die getrocknete, pulverisierte Wurzel schmeckt süßlich-bitter.

 


Häufig wird die Meinung geäußert, dass der Duft des Baldrians, besonders der seiner Wurzeln, Katzen bzw. Kater anlocke, die sich dann baldrianumduftet wie toll verhalten würden. Selbst Kneipp schrieb in seinem Werk „Meine Wasserkur“ … „Daß im Baldrian etwas Besonderes stecken muß, darüber belehren uns die Katzen, die er durch seinen Geruch so anzieht, daß sie sich auf seinem Kraute wälzen.“ 

 

Rosa, die Verfasserin dieses Artikels, hat im Laufe der Jahre bei keinem der schnurrenden Vierbeinern dieses Verhalten bestätigt gefunden! Weder Pflanze noch Wurzel haben sie jemals sonderlich interessiert. Großes Interesse jedoch zeigten und zeigen sie an Katzenminzen, sowohl an der Echten als auch an der Garten-Katzenminze. Diese haben sie sogar zum Fressen gern ;)

 

 

Baldrianduft


Baldrian duftet – intensiv! Über die Qualität lässt sich – wie über Schönheit – streiten. Wer Baldrian im Garten hat, für den ist Baldrian-Blütenduft Sommerduft und möchte ihn nicht mehr missen!

Auch dem Wurzelduft kann man ungeahnte Qualitäten abgewinnen:
In jungen –bereits pflanzensüchtigen – Jahren hortete ich meine Schätze in einem mickrigen Schrank, der sich am kühlsten Ort des Hauses, im gefliesten Stiegenhaus, befand. Frisch gekochte Orangenmarmelade und ein großes Glas Baldriantinktur zählten dazu. Eines Nachts ließ mich ein ohrenbetäubender Lärm ins Stiegenhaus flitzen: Unter der Last der Gläser war der Kasten zusammengebrochen, Orangenmarmelade und Baldrian ergossen sich miteinander vermengt über die Stufen… Naja. Nach den Aufräumarbeiten duftete es noch Tage danach – in ungeahnter Harmonie von Orange und Baldrian!

Inzwischen weiß ich,

  • Baldrian wird in Spuren in Parfums verwendet.
  • Die Haremsdamen waren verrückt nach dem Öl der Echten Speikwurzeln (Valeriana celtica) und rieben sich damit ein, um eine aphrodisierende Wirkung zu erzielen. Die Wurzeln des Echten Speiks sind reich an ätherischem Baldrianöl. 
  • Ein weiteres Baldriangewächs, die wild wachsende Narde, liefert das wunderbare Nardenöl  , in der Antike das  meistgeschätzte und kostbarste Parfüm .

 

Erntekalender

Blätter full spring gekocht essbar

Junge Blätter nehmen. Sehr angenehme Salatzutat.

Wurzel first spring gekocht essbar

Zweijährige Wurzel für Heilzwecke sammeln. Gesunder Genusstipp: Ein Glas Rotwein mit einer Prise getrockneter, pulverisierter Wurzel trinken.

Blüten early summer gekocht essbar

Essbare Speisengarnitur, Teedroge, Kissenfüllung.

🌿

Traditionelle Heilkunde

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Wichtig: Die folgenden Angaben stammen aus der Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben traditionelles Wissen, stellen keine medizinische Empfehlung dar und ersetzen keine ärztliche Beratung (Details). Teile der Beschreibungen werden KI-gestützt aufbereitet und redaktionell geprüft.

Zitierte Quellen für diese Pflanze

Literaturliste →
Belege:
  • 📘 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Union herbal monograph on Valeriana officinalis L., radix(2016), EMA/HMPC/150848/2015
    „Bei leichter nervöser Anspannung und Einschlafstörungen; für ethanolischen Trockenextrakt mit ausreichender klinischer Evidenz."
  • 📜 Gerhard Madaus, Lehrbuch der biologischen Heilmittel(1938), Baldrian-Kapitel
    „Baldrian gilt seit Dioskurides als klassisches Nervenberuhigungsmittel der europäischen Kräuterheilkunde."

Traditionell beschriebene Eigenschaften

beruhigend (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizinHomöopathie
schlaffördernd (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizinHomöopathie
entkrampfend (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizinHomöopathie
entspannend (Wurzel) VolksheilkundeSchulmedizinHomöopathie
stimmungsausgleichend (Wurzel) Volksheilkunde

Inhaltsstoffe

Alkaloide Sekundär
Ätherische Öle Sekundär
Isovaleriansäure
Mikronährstoffe
Sekundäre Pflanzenstoffe
Valerensäure
Details zu den Inhaltsstoffen
Alkaloide

Alkaloide sind natürlich vorkommende, chemisch heterogene, meist alkalische, stickstoffhaltige organische Verbindungen des Sekundärstoffwechsels, die auf den tierischen oder menschlichen Organismus wirken.

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind leicht flüchtige und häufig leicht entzündbare Stoffgemische, die aus verschiedenen ineinander löslichen, organischen Stoffen wie Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen oder Terpenen bestehen. Es handelt sich um stark riechende Stoffgemische ölartiger Konsistenz, die in Wasser schwer löslich sind und aus pflanzlichen Ausgangsstoffen stammen.

Isovaleriansäure

Isovaleriansäure (3-Methylbuttersäure) ist eine methylverzweigte, kurzkettige und gesättigte Fettsäure, die Monocarbonsäure gehört zu den Hemiterpenen. Der Name rührt daher, dass sie eines der vier Konstitutionsisomere der Valeriansäure ist und damit zu den Pentansäuren zählt.

Mikronährstoffe

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe (= Phytamine, Sekundärmetabolite, Phytochemicals ). Sie dienen als Cofaktor für essenzielle Enzymreaktionen, für Antioxidation, zum Aufbau von Makromolekülen, zur ganzheitlichen Gesunderhaltung. Mikronährstoffe werden dem Körper normalerweise bei ausgewogener Vollwert-Ernährung in ausreichender Menge zugeführt, besonders dann, wenn immer wieder Speisen mit Wildpflanzen verzehrt werden. Das Geschenk der Wildpflanzen an uns ist ihr Reichtum an Mikronährstoffen !

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind. Sekundäre Pflanzenstoffe gehören zu den Naturstoffen. Sie können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben oder für den menschlichen Körper giftig wirken.

Valerensäure

Valerensäure ist ein bicyclisches Sesquiterpen, das im Echten Baldrian vorkommt. Dort dient sie als Indikator, da sie in den meisten anderen Arten der Gattung Valeriana nicht enthalten ist. Valerensäure ist nicht zu verwechseln mit Valeriansäure, welches ein Trivialname für Pentansäure ist, welche ebenfalls im Echten Baldrian vorkommt.

Traditionelle Verwendung

Diese Angaben stammen aus Volksmedizin und Erfahrungsheilkunde. Sie beschreiben, wofür die Pflanze traditionell verwendet wurde — sie sind keine medizinische Empfehlung und ersetzen keinen Arztbesuch.

Schlafstörungen Volksheilkunde
Baldrian gilt in der Volksheilkunde als beruhigend und wird traditionell zur Unterstützung des Einschlafens eingesetzt.
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Nervosität Volksheilkunde
Die Pflanze wird traditionell bei nervöser Anspannung verwendet, da ihr eine beruhigende und ausgleichende Wirkung zugeschrieben wird.
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Prüfungsangst Volksheilkunde
Baldrian gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei Prüfungsangst, da es nervöse Anspannung lindern soll.
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Aufregung Volksheilkunde
Die Pflanze wird traditionell eingesetzt, um bei innerer Unruhe und Aufregung zu beruhigen und zu entspannen.
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Herzbeschwerden - nervöse Volksheilkunde
Baldrian wird volksheilkundlich bei nervös bedingten Herzbeschwerden verwendet, um Anspannung zu reduzieren.
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Magenkrampf Volksheilkunde
Die Pflanze gilt in der Volksheilkunde als krampflösend und wird bei Magenkrämpfen traditionell eingesetzt.
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Reizmagen Volksheilkunde
Baldrian wird traditionell bei Reizmagen verwendet, da ihm beruhigende und entkrampfende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Reizdarm Volksheilkunde
Die Pflanze gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei Reizdarm, da sie beruhigend und krampflösend wirken soll.
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Reizblase Volksheilkunde
Baldrian wird traditionell bei nervöser Reizblase eingesetzt, um Anspannung und Überempfindlichkeit zu lindern.
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Gastritis Volksheilkunde
Die Pflanze wird volksheilkundlich bei Magenentzündung verwendet, um nervöse Komponenten zu beruhigen.
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Stressbewältigung Volksheilkunde
Baldrian gilt in der Volksheilkunde als unterstützend bei Stressabbau durch seine beruhigende und entspannende Wirkung.
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Blähungen - Erwachsene Volksheilkunde
Baldrian wird volksheilkundlich bei Blähungen verwendet, da ihm krampflösende und verdauungsunterstützende Eigenschaften zugeschrieben werden.
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Kopfschmerz - Migräne Volksheilkunde
Die Pflanze gilt in der Volksheilkunde als hilfreich bei Migräne, besonders wenn nervöse Anspannung eine Rolle spielt.
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Klimakterische Beschwerden Volksheilkunde
Baldrian wird traditionell bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt, um nervöse Symptome und Unruhe zu lindern.
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Ischias Homöopathie
In der Homöopathie wird Baldrian traditionell bei Ischiasbeschwerden verwendet, besonders bei nervösen Komponenten.
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Bettnässen Volksheilkunde
Die Pflanze wird volksheilkundlich bei Bettnässen eingesetzt, da nervöse Anspannung als Mitursache gilt.
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Wut, übergroße Volksheilkunde
Baldrian wird traditionell zur Beruhigung bei übermäßiger Wut und Reizbarkeit verwendet.
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Hilft bei

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Andere Namen

Arznei-BaldrianMondwurzelWaldspeikStinkwurzHexenkrautKatzenkrautAugenwurzelValeriana officinalisValeriana officinalis agg.

Merkmale

Verwendung NutzpflanzeHeilpflanzeNahrungspflanzeGemüse und Salat BlattgemüseKräuter und GewürzeVerzehrtauglichkeit EntsaftenGenussnahrungNotnahrungRohkostTrocknenNützlingspflanze Pflanzen- und SamenhandelTechnische NutzungKosmetikWeitere Nutzung von PflanzenAnbaueignungalte KulturpflanzeBauerngartenpflanzeBienenweideBlumenwieseDuftpflanzeFeuchtbiotopGartenleicht zu ziehenWochenendgartenzum Verwildern geeignetAromatherapieGenusspflanzeZauberpflanzeZierpflanze
Vorkommen HöhenstufenFlachlandGebirgeHügellandMittelgebirgeLebensraumBöschungenBrachlandDämmeFeuchtwiesenFluss- und BachuferGärtenRuderalstellenWegränderVerbreitungEuropaNord-EurasienNordasienSibirien
Blütenfarbe rosaweiß
Blütezeit Spätsommer | AugustFrühsommer | JuniFrühsommer | JuniHochsommer | JuliVollfrühling | MaiVollfrühling | Mai
Wuchsform krautige Pflanze / Staude

Aussaat & Pflege

first spring

Samen

full spring

Jungpflanzen

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Rezepte mit dieser Pflanze

Quellen

Steckbrief

Familie
Caprifoliaceae
Gattung
Valeriana
Ordnung
Dipsacales
Klasse
Magnoliopsida

Verbreitung

Heimisch: Albania, Austria, BR, Baltic States, Belarus, Belgium, Boyacá | Santa María, Brussels-Capital Region, Bulgaria, Central European Russia, Corse, Cundinamarca, Czechia-Slovakia, DK, Denmark, East European Russia, FI, Finland, Flemish Region, France, Germany, Great Britain, Greece, Hungary, IS, Iran, Italy, Krym, NO, NW. Balkan Pen., Netherlands, North America, North Caucasus, North European Russia, Northwest European Russia, Norway, Parque Nacional Natural Los Nevados, Parque Nacional Natural Sumapaz, Poland, Portugal, Romania, Sardegna, South European Russia, Spain, Sweden, Switzerland, Transcaucasus, Türkiye, Türkiye-in-Europe, Ukraine, Walloon Region Eingeführt: Alberta, British Columbia, CA, Connecticut, IS, Idaho, Illinois, Indiana, Iowa, Labrador, Maine, Manitoba, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Montana, New Brunswick, New Hampshire, New Jersey, New York, Newfoundland, Nova Scotia, Ohio, Ontario, Oregon, Pennsylvania, Prince Edward I., Prince Edward Island, Quebec, Québec, Vermont, Washington, West Virginia, Wisconsin, Yukon

Alternative deutsche Namen

Arznei-BaldrianEchter Arznei-BaldrianEchter BaldrianGebraeuchlicher BaldrianGewoehnlicher Arznei-Baldrianechter Arznei-Baldrian
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