Heilkräfte aus Pflanzen extrahieren und anwenden
Themenheft 10 Kapitel

Heilkräfte aus Pflanzen extrahieren und anwenden

Das selbständige Zubereiten und Einnehmen von Heilpflanzen bedarf eines sicheren Wissens über Heilpflanzen.

Vor allem dürfen keine Verwechslungen oder Experimente mit starken oder gar sehr starken Giftpflanzen gemacht werden.

Wenn auch pflanzliche Präparate im Normalfall keine bis wenig Nebenwirkungen zeigen, heißt das noch lange nicht, dass  a l l e  Pflanzen harmlos sind!

Ganz im Gegenteil, Giftpflanzen sind hochwirksame Organismen, die bereits in kleiner Dosierung als Mordinstrument für Mensch und Tier (Pfeilgift) verwendet wurden.

 

Also: Bevor man, so schön es ist, selbst erntet, ist die sichere Kenntnis der gewünschten Heil- und Genusspflanze unabdingbar!


Sicher fühlt man sich, wenn man über die stärksten Giftpflanzen genau Bescheid weiß und dieser Gefahrenquelle auf alle Fälle aus dem Weg geht. Ist dem nicht so, nimmt man lieber den Weg in die Apotheke, wo man Heilkräuter als immer noch preisgünstige Medizin erstehen kann.

 

Die Herstellung eines Arzneimittels richtet sich nach den Inhalts- bzw. Wirkstoffen, welche man aus den Pflanzenteilen extrahieren (ausziehen) möchte.

Die Art der Zubereitung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wirkungsweise der Pflanze.

So werden durch Wasser andere Wirkstoffe gelöst als durch Alkohol, Essig oder Öl.

Bei manchen Pflanzen ist es ratsam, die frische Pflanze (z.B. Kapuzinerkresse) zu verzehren oder anzuwenden.

 

Nutzbare Pflanzenteile


Als Ausgangsmaterial für heilkundliche Zubereitungen wird unter der Bezeichnung „Kraut“ die ganze, oberirdische Pflanze verwendet.

Meist nützt man aber nur den an wirksamen Inhaltsstoffen reichsten Pflanzenteil wie Blüte, Blütenblätter, Blätter, Triebspitzen,  Knospen, Stängel, Rinde, Wurzel, Fruchtschale, Frucht, Samen …

01

Direktanwendung frischer Heilpflanzen

Direktanwendung frischer Heilpflanzen

Dazu zählen "Essen"; "Auflage"; "Frischpflanzensaft"; "Verreibungen"

Essen 
Die Direktanwendungen einer frischen Heilpflanze durch Essen  bzw. durch Zerkleinern und Auflegen sind die ältesten Formen der Heilnutzung von Pflanzen. Sie wird auch heute noch durch Essen von frischen Pflanzenteilen wie Samen von Kümmel, Wacholder, Lein … oder Blättern von Salbei, Wermut, Löwenzahn … durch Essen von Wildfrüchten und  praktiziert. Wie ja überhaupt Essen und Heilen bzw. Heilbleiben oft nicht von einander zu trennen sind! 

Auflage
Die Auflage geschieht in Form von Kräuterbreien (zerquetsches Pflanzenmaterial) ud Kompressen, z.B. mit Wegerichblättern, Weidenblättern , Meisterwurz-Blättern , Kohlblättern, Zwiebeln, Zitronen,  …   

Frischpflanzensäfte
Eine sehr ursprüngliche Nutzung der Inhaltsstoffe von Pflanzen geschieht durch Frischpflanzensäfte.
Dazu gibt es unterschiedene Herstellungsverfahren und Anwendungen:

  • Gereinigte Pflanzen gemeinsam mit Karotten oder Äpfeln mittels Entsafter auspressen, fertig zum genussvollen Trinken. 
  • oder:
    Pflanzen kleinschneiden, mit kaltem Wasser bedeckt 30 Minuten stehen lassen (mazerieren) und anschließend abseihen, pressen. Je nach Grundsubstanz trinken oder auf die Haut auftragen – oder beides.
  • oder:
    Pflanzen mit etwas Wasser mixen, 5 Minuten stehen lassen, durch einen Siebtrichter abseihen oder über einem unterstellten Gefäß in ein geeignetes Stück Stoff füllen, Bündel daraus formen und zudrehen, pressen. Frischsaft trinken oder unter Topfen (Quark;) mischen bzw. über Salate geben.
  • oder:
    Smoothies: Pflanzen mit Obst, Honig (kann auch weggelassen werden), Joghurt und etwas Wasser fein mixen. Fertig.
  • oder
    Im Reformhaus kaufen.

Verreibungen
Medizinisch wirksam sind auch Verreibungen. Ihre Herstellung ist denkbar einfach:

  • Frische Kräuter, z. B. Fichtenwipferl, Lavendelblüten ... werden im Verhältnis 1 : 1 mit Zucker oder Salz gemixt oder im Mörser verrieben. Der hohe Zucker- bzw. Salzanteil wirkt konservierend, sodass die Masse, abgefüllt in ein Schraubglas und im Kühlschrank aufbewahrt, gut haltbar ist.
  • Alternativ dazu könnte die Masse auf Backpapier ausgebreitet bei ca. 30° im Schatten getrocknet und anschließend in Schraubgläsern aufbewahrt werden.

Anwendungen von Verreibungen:

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Direktanwendung getrockneter Heilpflanzen

Direktanwendung getrockneter Heilpflanzen

Drogen; Kräuterkissen; Potpourris; Frauenbuschen; Pflanzenpulver; Räuchern

Um jahreszeitlich unabhängig die Heilkraft der Pflanzen zur Verfügung zu haben, entdeckte man die Anwendung der Heilpflanze als Droge. Wenn Pflanzen bzw. Pflanzenteile in irgendeiner Form haltbar gemacht werden (z. B. durch Trocknen), spricht man von einer „Droge“. Der Begriff "Droge", auch die Bezeichnungen „Drogerie“, „Rauschdroge“, leitet sich vom Niederdeutschen ab, wo "Drogen" und "Drügen" soviel wie "Trocknen" bedeutet und Trocknen war und ist die einfachste Form, die Heilkräfte vieler Pflanzen zu konservieren und zu nutzen, wozu sich uns für Genuss und Heilung viele Möglichkeiten bieten.

Die Direktanwendung getrockneter Pflanzen geschieht in Form von kleinen und großen Kräuterkissen bzw. Matratzen mit Lavendel, Farn, Schachtelhalm, Labkraut, Liebfrauen-Bettstroh, Laub … durch Aufstellen von Pflanzen-Potpourris, Frauenbuschen, Trockensträußen, durch Schnupfen und Einnehmen von Pflanzenpulvern, galenisch modern aufbereitet als standardisiertes Drogenpulver in Kapseln, küchenmäßig – und u. U. nicht weniger wirksam – aufbereitet als Einzelgewürz und effektvolle Gewürzmischungen.
Zu dieser Sparte zählen auch die gesundheitsfördernden, individuell aromatischen, äußerst praktischen Kräutersalze und Kräuterzucker, hergestellt mit getrockneten, vor allem einheimischen, nicht überfütterten, aber unter der Gebirgssonne ausgereiften Wildpflanzen!

Räuchern
Getrocknete Pflanzen - wie Beifuß- und Ruchgraszöpfe - werden direkt angezündet oder wie Harze - auch mit ihnen gemeinsam - auf Kohle bzw. Räucherkohle verräuchert.

 

03

Tee zubereiten

Tee zubereiten

Ein weites, medizinisches und experimentelles Feld öffnet sich, sobald man versucht, die Heilkräfte der Pflanze durch unterschiedliche Lösungsmittel gezielt und konzentriert herauszulösen, „herauszuziehen“ und diese Pflanzenauszüge weiter zu verarbeiten, denn pflanzliche Heilmittel können in höchst unterschiedlicher Form zur Anwendung kommen. Manche Pflanzenauszüge sind nur im Apothekenlabor möglich, doch auch das Küchenlabor bietet aus der bewährten, traditionellen Erfahrungsmedizin eine breite Palette an Möglichkeiten!

Zahlreiche traditionelle und moderne Kräuteranwendungen für Genuss und Heilung werden durch Pflanzenauszug mit Trinkwasser und / oder Milch ermöglicht, allgemein einfach als "TEE" bezeichnet.

 

Den Kräutern ("Drogen") angepasst,  gibt es unterschiedliche Arten der Teezubereitung. 

 

TEE  MIT  WASSER  ZUBEREITEN:
Hier kommt das einfachste und häufigste Lösungsmittel zum Zug: das Trinkwasser. Wobei man bei Tee unterscheidet zwischen Haustee, der natürlich köstlich schmeckt und zeitlich unbegrenzt, auch kalt zum Essen, getrunken werden kann, und Heiltee (Arzneitee), der, naja, auch gut schmecken kann, aber nur bei Bedarf kurzzeitig oder maximal kurmäßig angewendet wird. wildfind vermerkt die Tee-Besonderheiten bei den einzelnen Pflanzenbeschreibungen! - Übrigens, 80% der phytotherapeutischen Anwendungen geschehen schlicht und einfach durch Tee. 
Um die entsprechenden Vitalstoffe der Pflanze, darunter Mineralstoffe, Spurenelemente, ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe, herauszulösen, wird Tee mit Wasser auf unterschiedliche Art zubereitet: 

  • Als AUFGUSS (INFUS)
    Die gebräuchlichste, gewohnte Art, Tee zu zubereiten, ist der Aufguss: 
  1.  Frische oder getrocknete Kräuter mit kochendem Wasser übergießen. Durchschnittsmaß: 1 gestrichener Esslöffel Heilpflanze bzw. so viel, wie man mit 3 Fingerspitzen fassen kann, auf 200 ml Wasser.
  2. Deckel daraufgeben, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen, sondern vom Deckel zurück in den Tee tropfen. (Diese Beobachtung führte den Menschen bereits vor Tausenden von Jahren zur Destillation. Auch die moderne Bezeichnung dieses Vorgangs stammt davon: lat. destillare „herabtröpfeln“)
  3. 10 Minuten ziehen lassen.
  4. Abseihen und in möglichst kleinen Schlucken genießen. 
     
  • Als  ABKOCHUNG (DEKOKT)
  1. Die Droge, in diesem Fall meist fein geschnittene Wurzeln und Rinden - vereinzelt auch Pflanzen, deren erwünschte Inhaltsstoffe sich nur durch längere Erhitzung herauslösen, wie z.B. die Kieselsäure des Acker-Schachtelhalms – wird mit kaltem Wasser in einen Topf gegeben. Durchschnittsmaß: 1 Esslöffel Teekraut oder 1 Teelöffel zerkleinerte Wurzel auf 200 ml Wasser.  
  2. Abdecken, 3 Minuten köcheln und 10 Minuten ziehen lassen.
  3. Abseihen und in möglichst kleinen Schlucken genießen.
  4. Abkochung als Badezusatz: Dazu werden etwa 100 g getrocknete oder 300 g frische Pflanzen in 1 Liter kaltes Wasser gegeben, zugedeckt und erhitzt. 15 - 20 Minuten köcheln, abseihen und in das Badewasser geben, sobald man in das Wasser steigt. Als Badezusatz eignen sich besonders Zweige von Fichte, Tanne, Kiefer, Latsche, Zirbe, Gewöhnlichen Wacholder oder Eichenrinde, Rosmarin, Acker-Schachtelhalm, Minze, Wurzel der Meisterwurz.
     
  • Als  KALTWASSERAUSZUG  (MAZERAT) 
    Kaltes Wasser löst die heilenden Schleimstoffe schleimstoffhältiger Pflanzen:
  1. Die Kräuter mit kaltem Wasser in einen Topf geben. Durchschnittsmaß: 1 Esslöffel Heilpflanze auf 200 ml Wasser.
  2. Deckel darauf. Diesmal nicht, damit sich keine ätherischen Öle davonmachen, sondern damit keine Tierchen dazukommen, denn der Ansatz muss einige Stunden (2 - 8) stehen bleiben.
  3. Abseihen.
  4. Der Tee ist eigentlich bereits trinkfertig. -

Die Chinesen sagen: "Kalter Tee und kalter Reis mögen noch gehen, aber kalte Worte sind nicht zum Ausstehen." -  Wem jetzt aber trotz herzlicher Worte nach etwas Wärme für den geplagten Körper ist, der möge den angenehm-schleimigen Tee langsam auf Trinkwärme erhitzen, aber nicht heißer, sonst verflüssigen sich die Schleimstoffe, die sich ja schützend über die Schleimhäute legen sollten!

Den Tee auch nicht zu lange herumstehen lassen, denn die Polysaccharide der Schleimstoffe verkeimen leicht! Stärkere Verkeimung macht sich durch üblen Geruch bemerkbar.
 

TEEKUR:

Einnahme des Heiltees (Arzneitees) dreimal täglich eine 200 ml Tasse 3 – 4 Wochen lang.
Wenn erwünscht, ist nach einer ein- bis zweiwöchigen Pause eine Wiederholung möglich.

 

BACHBLÜTEN  und VERDE-WASSER sind Auszüge mit kaltem Wasser.

 

SIRUPE sind  Pflanzenauszüge mit kaltem oder heißem Wasser und viel Zucker. Rezepte dazu finden sich auf WILDFIND unter REZEPTE.

 

 

TEE  MIT  MILCH  ZUBEREITEN: 
Milch, besonders nicht homogenisierte Milch, und da wiederum Ziegenmilch, hat gegenüber Wasser den Vorteil, dass sie neben wasserlöslichen Wirkstoffen auch fettlösliche Pflanzeninhaltsstoffe, wie ätherische Öle, löst. Siehe u. a. Baldrianpulver, Ashwagandha.

Warm getrunken wirkt Milch an sich schon beruhigend. Diese Wirkung wird durch entsprechende Kräuter - wie bei einer LavendelmilchPotentillamilch, Kümmelmilch, Anismilch, Fenchelmilch - verstärkt und ergibt mit ein wenig Honig darin einen feinen Schlummertrunk.

Yogi-Tee, ein beliebter Gewürztee, wird mit Wasser und Milch gekocht.

Die hautpflegenden und emulgierenden Eigenschaften der Milch werden in einer Breitwegerichmilch oder, versetzt mit ätherischen Ölen, als Badewasserzusatz genutzt.

 

04

Pflanzenauszug mit Öl, Heilöle selber machen

Pflanzenauszug mit Öl, Heilöle selber machen

 

Heilöle selber machen !? Wie stellt man sie her?

 

Um Kräuter-Heilöle herzustellen, werden Kräuter in stabilen (= die nicht so schnell ranzig werden), pflanzlichen Ölen mazeriert („ausgezogen“). Dafür eignet sich vor allem Bio-Sonnenblumenöl, aber auch Olivenöl, Mandel-, Avocado-, Jojoba-, Sesam-, Distel- und Traubenkernöl, für Heißauszüge das empfehlenswerte Bio-Kokosöl. 

  • Man verwendet für diesen Vorgang normalerweise nur eine einzelne Pflanzenart. Erst nach dem Abfiltern die Kräuteröle nach Bedarf mischen, z.B. für Massageöle oder für Salben.

Wie entfalten sie ihre Wirkkraft?

Die fettlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanze gehen während des Auszugs (der Mazeration) ins Öl über.
Mit dem Öl auf die Haut aufgetragen, wirken sie auf dieser.
Inhaltsstoffe, die die Hautbarriere durchdringen können, gelangen über die kleinsten Blutgefäße (Blutkapillaren) in den Blutkreislauf und erzielen, je nach molekularer Beschaffenheit, in den darunter liegenden Arealen (z.B. Rheumasalben) oder auch in weiter entfernten Körperteilen eine Wirkung. Denken Sie an moderne Hormon- und Schmerzpflaster oder an Berichte über Hexensalben!

 

Wie wird ein Heilöl verwendet?  

  • Es wird - den Heilwirkungen der ausgezogenen (mazerierten) Heilpflanze entsprechend - verwendet! 
  • Man kann Heilöle aber auch eine Heilsalbe bzw. Heilcreme oder Hautcreme einarbeiten.
  • Kühl und dunkel gelagert behält das Kräuter-Heilöl 1 Jahr lang seine volle Wirkkraft.

 

HEILÖLE SELBER MACHEN 

Je nach Konsistenz des Pflanzenteiles, der ausgezogen werden sollte und der Zeit, die man ihm dafür gibt, wird eine der drei Herstellungsarten für Heilöle angewendet: 

  1. Heilöle ansetzen (= Kaltauszug bzw. Mazeration)  - benötigt bis zu 6 Wochen Zeit, das bedeutet auch 6 Wochen optischer Genuss! -Manche Pflanzen wie Rosen und Johanniskraut werden nur kalt ausgezogen. 
  2. Heilöle selber machen durch Heißauszug im Wasserbad - benötigt bis zu 90 Minuten und eignet sich für viele Pflanzen.
  3. Heilöle selbermachen durch direkten Heißauzug - benötigt bis zu 90 Minuten und eignet sich besonders für harte Pflanzenteile.
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Pflanzenauszug mit Fett ergibt Salben

Pflanzenauszug mit Fett ergibt  Salben

 

Der Auszug der Pflanzeninhaltsstoffe durch Fett ergibt eine heilende Fettsalbe:

Dies ist die ursprünglichste und traditionellste Zubereitungsart wirkstoffreicher Salben. Man kann hinzufügen: Es ist auch die schnellste und einfachste Art, eine Heilsalbe zuzubereiten, sozusagen eine „Eil-Heilsalbe“ ;)  

Eine Salbe hat gegenüber von Heilöl den Vorteil, dass sie sich einfacher auf die Haut auftragen lässt.  Sehr praktisch ist in dieser Hinsicht das Bio-Kokosöl. Es wird oft als Kokosfett bezeichnet, da es sich bereits bei Zimmertemperatur verfestigt und wir es in dieser festen Form kaufen. 

Zum Thema Fett: 

  • Das verwendete Fett ist nicht nur Träger und Einschleuser der Heilstoffe, sondern es hat auch selbst gewisse Wirkstoffe. Bereits Dioskurides hatte seine eigenen Vorstellungen davon. 
  • Traditionell wurde / wird in Mitteleuropa für die Zubereitung von Fettsalben Schweineschmalz verwendet, aber auch oft Butter von Ziege oder Kuh, Butterschmalz ("Ghee"), Murmeltierfett. Verwendet wurden auch Hühnerfett, Hirschfett und Hundsfett.
  • WILDFIND empfiehlt für das Zubereiten einer einfachen Heilsalbe auf Fettbasis das inhaltsreiche Bio-Kokosfett. Es ergibt Salben, die auf der Haut sogleich, wenn sie mit ihr in Berührung kommen, schmelzen und relativ schnell einziehen. Es schleust damit - neben seinen eigenen - auch die eingearbeiteten Wirkstoffe in die Haut- und Gewebeschichten, manche davon gelangen auch in die Blutbahn. Kokossalben halten sehr lange, beginnen allerdings ab +25°C weich zu werden, verfestigen sich jedoch, sobald sie wieder kühl gestellt werden.

Das besonders Schöne an Fettsalben, den Eil-Heilsalben, ist:

  • Diese Salbe gelingt auch Salbenrühr-AnfängerInnen und Kindern ! 
  • Sie kann schnell und einfach mit vielen verschiedenen Pflanzen gemacht werden! Ihre Zubereitungszeit hängt hauptsächlich von der Ausziehzeit der kleingeschnittenen Pflanzenteile ab:
    • Blütenblätter 30 Minuten
    • dicke Stückchen, je nach Größe, bis zu 90 Minuten
  •  Diese Art der Salbenzubereitung verlockt geradezu zum Selbermachen und zum Experimentieren, z. B. mit :

Ringelblume (zerteilte Blütenköpfe ohne Insekten) 

Arnika (zerteilte Blütenköpfe ohne Insekten) 

Pappelknospen, (Ende März bzw. im April ernten, knapp bevor sie aufspringen.)

Majoran, (ganze Pflanze zu Blühbeginn)

Bittersüßer Nachtschatten (nur die Rinde der Stängel)

Beinwellwurzel (kann immer geerntet werden)

Meisterwurz (frische, "erwachsene" Blätter, frische und auch getrocknete Wurzel. Wurzel im Frühherbst ernten, denn die Blätter ziehen früh ein und man findet dann die Wurzel nicht mehr. Erstfrühling ist auch o.k.)

Wacholderbeeren (reife, dunkelblaue Beeren können ganzjährig geerntet werden) 

grüne Zapfen von Waldkiefer, Schwarzkiefer, Latsche, Fichte, …  

 

 

GRUNDREZEPT 

 

  1. ZUTATENMENGE: 
    Pro 2  Esslöffel Fett wird 1 Esslöffel Heilpflanze(n), zerkleinert, frisch oder getrocknet, genommen.  
  2. ​ZUBEREITUNG: 
    1. Man erhitzt das Fett in einem hitzebeständigen Gefäß, das direkt auf der Herdplatte steht oder ins Backrohr gestellt wird. 
    2. Wenn das Fett geschmolzen ist, rührt man  die gesäuberten und möglichst klein geschnittenen Kräuter hinein und erhitzt für 2 Minuten auf 70°, um schädliche Keime unschädlich zu machen. Anschließend die Temperatur auf 55° absenken.  
    3. Zugedeckt unter gelegentlichem Umrühren so leicht vor sich hin simmern lassen - je nachdem, wie hart die Pflanzenstücke sind - 30 bis 90 Minuten.
    4. Nach Beendigung der Auszugszeit den Inhalt in ein sauberes Gefäß mit Ausguss filtern und bei 35° (Handwärme) 10 - 20 Tropfen eines geeigneten ätherischen Öles auf 100 ml Fett unterrühren.
    5. In Döschen füllen, kühl stellen, in den offenen Döschen fest werden und eine Weile "ausschwitzen" lassen.
    6. Verschließen, beschriften (Inhalt, Datum), im Kühlschrank aufbewahren.  Kühl aufbewahrt bleibt die Salbe fest. Die ungeöffnete Salbe hält  sich 1 - 2 Jahre 

TIPP: Heilsalben und Heilcremes können auch ausgehend von einem Heilöl gemacht werden.

 

06

Creme - Balsam - Salbe - Grundrezepte

Creme - Balsam - Salbe - Grundrezepte

 

Was sind die gravierenden Unterschiede zwischen "Salbe" - "Hautbalsam" - "Hautcreme"?

 

Salbe: 

Sie wird ohne wässrigen oder alkoholischen Flüssigkeitsanteil hergestellt und benötigt keinen Emulgator. Sie wird verwendet, wenn Heilung im Vordergrund steht: Heilung der Haut und tiefergelegener Gewebe durch Auftragen oder leichtes Einmassieren.

 

Creme:

Ölige und wässrige bzw. alkoholische Substanzen werden durch einen Emulgator zu einer Creme ("Emulsion") gebunden. -  Zu den wässrigen Substanzen zählen Hydrolate (Blütenwässer wie Orangenwasser-, Hamamelis-, Rosenwasser …), zu den alkoholischen die Tinkturen.

Selbst eine "Wasser in Öl-Creme" (W/O-Creme) zieht schneller ein als eine Salbe.

Durch die Auswahl bei Öl, Hydrolat und / oder Tinktur kann die Rezeptur einer Creme

  • sowohl für eine dem individuellen Hauttyp entsprechende Pflegecreme verwendet werden,
  • als auch für eine Heilcreme: Wundcreme, Heilcreme für den Windelpopo, Muskel- und Gelenkscreme, Massagecreme u.a.m.

Hautbalsam: 

Als "Balsam" werden im engen Sinn Salben und Cremes mit hautheilendem bzw. hautpflegendem Harzanteil bezeichnet. Das kann z.B. Harz von Nadel-, Weihrauch- und Benzoebäumen sein, aber auch von Zistrosen oder Pappelknospen. All diese Harze duften! So werden im weiten Sinn auch duftende Hautcremes, die kein Harz enthalten, als Balsame bezeichnet. 

 

Gemeinsamkeiten der genannten Zubereitungsarten:

Alle drei - Salbe, Hautbalsam, Hautcreme - pflegen die Haut und enthalten Wirkstoffe der ausgewählten Pflanzen, allerdings in unterschiedlicher Menge.

Sie entsprechen den Kriterien der Naturkosmetik.

 

 

SALBEN GRUNDREZEPTE:

 

GRUNDREZEPT Nr.1: "Die Rucki-Zucki-Salbe, eine KOCH-SALBE"
Diese sehr einfache Rezeptzubereitung, die sich schon über Jahrhunderte (Jahrtausende ;) bewährt hat, wird aus Fett und Pflanzenteilen "gekocht". Wie das geht, finden Sie  h i e r !

 

GRUNDREZEPT Nr.2: „BIENENWACHS-SALBE“

Merkhilfe:

Wenn man ein Heilöl mit Bienenwachs festigt, und zwar 1 Teil Bienenwachs +7 Teile Heilöl, erhält man eine Heilsalbe.

Zubereitung:

Etwas Heilöl gemeinsam mit dem Bienenwachs unter gelegentlichem Umrühren langsam bis auf ca. 65° erwärmen, bis das Bienenwachs geschmolzen ist. Herd ausschalten. Das restliche Heilöl einrühren. Inzwischen den Topf vom Herd nehmen. Wer möchte, rührt bei 35° pro 10 g Salbe 1 - 2 Tropfen naturreine ätherische Öle oder Propolistinktur unter. Weiterrühren, bis man merkt, dass die Salbe fester zu werden beginnt. Einfüllen. 

 

GRUNDREZEPT Nr.3: "BIENENWACHS-SHEABUTTER-SALBE"
Die Bienenwachs-Salbe wird geschmeidiger, wenn man zusätzlich, bevor sie sich verfestigt, hautpflegende Sheabutter oder / und Kakaobutter einrührt! 
Merkhilfe:

1 Teil Bienenwachs + 7 Teile Heilöl + 2 Teile Sheabutter oder Kakaobutter (Man kann auch mischen.)
Dazu pro 10 g Salbe 1 - 3 Tropfen naturreines ätherisches Öl. 

H i e r  finden Sie eine Auswahl hautfreundlicher ätherischer Öle.   Sie bringen neben Konservierung zusätzliche duftende Heilwirkung.  

Zubereitung:

Einen Teil des Heilöles gemeinsam mit dem Bienenwachs unter gelegentlichem Umrühren langsam bis auf ca. 65° erwärmen, bis das Bienenwachs geschmolzen ist. Herd ausschalten, das restliche Heilöl und anschließend bei 30° bis max. 35° die Sheabutter und die äth. Öle bzw. Propolis gründlich einrühren. Inzwischen den Topf vom Herd nehmen und weiterrühren, bis man merkt, dass die Salbe fester zu werden beginnt. Einfüllen. 

 

GRUNDREZEPT Nr.4: "SALBE  MIT  LANOLIN"

Lanolin ist zwar etwas klebrig, hat jedoch eine gute Heilwirkung bei Ekzemen und schlecht heilenden Wundrändern und schützt die Haut vor Austrocknung. 

Beispiel Beinwellsalbe!

 

GRUNDREZEPT Nr.5: "SHEABUTTER - OLEOGEL"

Das wirkungsvolle Sheabutter-Oleogel kann als eine Sonderform der Salbe bezeichnet werden. Diese wertvolle, pflegende Pflanzenbutter-Ölverbindung liegt nicht auf, sondern zieht wie eine Creme ein! 
Das Sheabutter-Oleogel besteht aus zertifizierter Bio-Sheabutter und einer dem Hauttypus entsprechenden Ölmischung aus Pflegeölen (wahlweise: Jojobaöl, Kukuinussöl, Babassuöl, Mandelöl), Wirkstoffölen, ätherischen Ölen und gegebenenfalls Heilölen (Pappelöl, Ringelblumenöl). Sheabutter selbst pflegt und schützt bereits die Haut, spendet ihr Feuchtigkeit und regt ihre Zellerneuerung an. Suchen Sie unter den Verlinkungen die Öle nach Ihren individuellen Bedürfnissen aus! Die Zeit, die Sie dafür investieren, rentiert sich! Oft finden Menschen mit Problemhaut oder alternder Haut mit der unkomplizierten Zubereitung eines wirkungsvollen Sheabutter-Oleogels Hilfe für ihre Hautpflege. 

Es entstehen - im wahrsten Sinne des Wortes im "Handumdrehen" - Sheabutter-Oleogele

  • zur Babypflege (wahlweise Mandelöl, Ringelblumenöl. Naturreine ätherische Öle: Lavendel, Palmarosa)
  • zur Körper-, Gesichts- und Handpflege mit Anti-Aging-Wirkung. 

So entsteht ein Sheabutter-Oleogel:
Das Sheabutter-Oleogel besteht in der Regel je zur Hälfte aus Sheabutter und aus Hautpflegeölen, gelingt aber auch mit weniger oder mehr Öl.

  • Dazu die Sheabutter im Wasserbad auf 30°C erwärmen, das Öl dazugeben + pro 100 g Oleogel 10 - 20 Tropfen hautfreundliches ätherisches Öl, alles gründlich verrühren. Auf einem kühlen Platz weiterrühren, bis das Oleogel anzudicken beginnt. In Cremedosen oder Glastiegel abfüllen und verschließen. Den Vorrat kühl aufbewahren.
    • Als Pflegeöle eignen sich:
      Für alle Hauttypen: Jojobaöl, Kukuinussöl, Babassuöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl, Distelöl, Traubenkernöl, Sonnenblumenöl.
      Für die trockene Haut zusätzlich: Sesamöl, Avocadoöl, Kokosöl.
      Für die fette Haut: Jojobaöl, Kukuinussöl.
    • Wenn Sie spezielle Wirkstofföle wie Granatapfelkern-, Amarant-, Nachtkerzen-, Borretschöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl, Wildrosenöl … einarbeiten möchten, nehmen Sie auf 100 g Sheabutter-Basisölmischung 10 ml des ausgewählten Wirkstofföles.
  • Eine weitere, super-einfache Zubereitungsart:
    Besonders sahnig wird das Oleogel, wenn man die zimmerwarme Sheabutter in kleine Stücke schneidet und zusammen mit den Ölen mixt.
  • Rosas pflegendes und hautheilendes Sheabutter-Oleogel wird auf diese Art zubereitet!

 

BALSAM-SALBE: 

Grundrezept-Merkhilfe:

1 Teil Bienenwachs, 2 Teile Harz, 2 Teile Bio-Kokosfett, so viele zerkleinerte Pflanzen,
dass sie in dem Fettgemisch noch schwimmen können. 

Siehe dazu weitere Infos zu Harz, zu Heilbalsam!

Zubereitung:
Alles gemeinsam in einem Kochtopf schmelzen, dann so viele zerkleinerte Kräuter dazugeben, dass sie im erwärmten Öl schwimmen können. Heilgemisch zugedeckt ca. 15 - 60 Minuten heiß ziehen lassen. Auf der Herdplatte auskühlen lassen. Nochmals erwärmen und abfiltern.
Rezeptbeispiele:
Adlerbalsam 
Heilbalsam der Rosa 
Pappelsalbe 
Pechsalbe 
Ringelblumen-Balsam, Haussalbe 
Zapfensalbe 

 

 

CREMES GRUNDREZEPTE:

 

GRUNDREZEPT Nr. 1: "CREME  OHNE ZUSÄTZLICHEN  EMULGATOR"

Bienenwachs und Sheabutter haben die Fähigkeit, einen kleinen Prozentsatz an Tinktur mit Fett (Öl) zu binden, zu emulgieren.

Je nach Heilwirkung der eingearbeiteten Pflanzenextrakte ist die ölreiche Creme hilfreich als Wundcreme, Creme bei Muskelverspannungen, Bandscheibenbeschwerden, Verstauungen, Insektenstichen; bei Unverträglichkeit auf Emulgatoren als heilende Nährcreme und Handcreme, als Schutz vor Kälte.

Zutaten:

1 Teil Bienenwachs – am besten „Deckelwachs“ nehmen.

5 Teile Heilöl oder Pflegeöl (Auswahl siehe nächstes Creme-Rezept!)

2 Teile Sheabutter

1 Teil Tinktur (Heilkräutertinktur, Propolistinktur), zimmerwarm

Pro 10 g Creme 1 - 2 Tropfen hautfreundliche ätherische Öle. Sie bringen neben Konservierung zusätzliche duftende Heilwirkung.  

Zubereitung: z.B. mit 10 g Bienenwachs, 50 ml Öl, 20 g Sheabutter, 10 ml Tinktur, 15 Tropfen Palmarosa

  1. Bienenwachs in der Hälfte des Heilöles bei 65° schmelzen.
  2. Herd ausschalten. Restliches Heilöl einrühren.
  3. Bei 35° Sheabutter einrühren bis sie ganz geschmolzen ist.
  4. Handwarme Tinktur – wie bei einer Mayonnaise - in das Ölgemisch tropfenweise unter flottem Quirlen einrühren.
  5. Zum Schluss das ätherische Öl oder eine Mischung äth. Öle einrühren und langsam weiterrühren, bis die Creme „anzieht“, das heißt, bis sie sich zu festigen b e g i n n t.
  6. Abfüllen, offen ausschwitzen und festigen lassen. Verschließen, beschriften, kühl aufbewahren.

Bemerkungen

  • Wenn die Creme nur 1 Woche haltbar sein muss, z.B. als Ringelblumencreme für den Babypopo, kann man statt Tinktur starken Kamillen- oder Ringelblumentee nehmen.
  • Die Rezeptur einer hautstraffenden, feuchtigkeitsausgleichenden Pflegecreme, die auf die gleiche Art zubereitet wird, finden Sie hier!

 

GRUNDREZEPT Nr. 2: "CREME  MIT ZUSÄTZLICHEM  EMULGATOR"  -  die entweder als NATURKOSMETISCHE  HAUTCREME oder als HEILCREME zubereitet werden kann: 

Als Emulagator wird Wollwachsalkohol (= Lanolin Alcohol) genommen. Er ergibt im Unterschied zu Lanolin (= Lanolin anhydrid) eine leichtere Creme und wird auch von den meisten Lanolin-AllergikerInnen vertragen! 

Die Creme, eine Wasser-in-Öl-Emulsion, ist eine reichhaltige und nachhaltig befeuchtende Emulsion, die trockene und irritierte Haut sanft ins Gleichgewicht bringt und vor vorzeitiger Hautalterung schützt. Mit entsprechender Zutatenauswahl profitieren auch Mischhaut und fettige Haut als Nachtcreme davon. 

In der Rezeptur sind Zutaten-Alternativen angegeben, sodass Sie durch Ihre Wahl des Öles, des Wassers, der Tinktur und der ätherischen Öle die Creme Ihren Bedürfnissen anpassen können: Sie bestimmen, ob der pflegende Aspekt im Vordergrund steht oder durch Heilöl und Heiltinktur der heilende! 

Zutaten für 160 g Creme:

50 ml Basisöl -
Wahlweise: Kräuter-Heilöle wie Ringelblumenöl, Johanniskrautöl, Arnikaöl, Pappelöl - oder Pflegeöle:

Für alle Hauttypen: Jojobaöl, Babassuöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl, Distelöl, Traubenkernöl, Sonnenblumenöl.

Für die trockene Haut zusätzlich: Sesamöl, Avocadoöl, Kokosöl.

Für die fette Haut: Jojobaöl, Kukuinussöl.

Wenn Sie spezielle Wirkstofföle wie Granatapfelkern-, Amarant-, Nachtkerzen-, Borretschöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl, Wildrosenöl … einarbeiten möchten, nehmen Sie nur 40 ml Basisöl und rühren 10 ml des ausgewählten Wirkstofföls, knapp bevor Sie die Sheabutter einrühren, unter. 

6 g Bienenwachs oder Beerenwachs 

14 g Wollwachsalkohol (= Lanolin Alcohol in Form fester Plättchen)

65 ml Orangenblütenwasser oder Tinktur ( Stiefmütterchen-, Bartflechten-, Rosskastanientinkturen- Anleitung, Kardentinktur, Arnikatinktur, Johanniskrauttinktur, Pappeltinktur). Man kann auch mischen!

30 g Sheabutter - reguliert den Feuchtigkeitsgehalt der Haut, wirkt rückfettend, beruhigend und glättend. 

15 Tropfen ätherisches Öl - besonders Benzoe Siam, Lavendelöl, Weihrauchöl. Hautfreundliche äth. Öle bringen neben Konservierung zusätzliche duftende Heilwirkung.    Auswahlliste h i e r !

1 TL pflanzliches Glycerin - sorgt für gute Hautfeuchtigkeit. Kann auch weggelassen werden.

Zubereitung:

  1. Fettphase: Öl, Bienenwachs und Wollfettalkohol ergeben die Fettphase und werden zusammen in ein Glas gegeben.
  2. Wasserphase: In das zweite Glas werden das Wasser (Orangenblütenwasser oder Hamameliswasser), evtl. gemischt mit einer Tinktur, und das Glycerin eingefüllt.
  3. Beide Gläser zusammen in einem Topf im Wasserbad erhitzen, bis das Wachs zu geschmolzen ist. Gelegentlich durchrühren.  
  4. Gläser herausnehmen, die Wasserphase unter ständigem, flottem Rühren in die Fettphase einrühren und weiterrühren, rühren, rühren … bis sich das Gemisch auf ca. 35° abgekühlt hat.
  5. Erst jetzt die Sheabutter (und eventuell das Wirkstofföl) und die 15 Tropfen ätherisches Öl unterrühren.
  6. Creme in Döschen abfüllen, zum „Ausschwitzen“ 2 Stunden offen stehen lassen, dann gut verschließen. Die Creme härtet innerhalb von 24 Stunden leicht nach. Mit Inhalt und Datum beschriftet im Kühlschrank aufbewahren. 

Anwendung: 

1 - 2x täglich auftragen.

 

 

BALSAM-HAUTPFLEGECREME:

H i e r   das Rezept einer hochwertigen, geschmeidigen Hautcreme. 

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Heilbalsam

Heilbalsam

Als "Balsam" werden im engen Sinn Salben und Cremes mit hautheilendem bzw. hautpflegendem Harzanteil bezeichnet. Das kann z.B. Harz von Nadel-, Weihrauch- und Benzoebäumen sein, aber auch von Zistrosen oder Pappelknospen. All diese Harze duften! So werden im weiten Sinn auch manchmal duftende Hautcremes, die kein Harz enthalten, als Balsame bezeichnet. 

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Harz bzw. Terpentin in eine Salbe einzuarbeiten, z.B.:

  1. Man sammelt selbst Harzausscheidungen oder harzende Pflanzenteile von Fichte, Waldkiefer, Schwarzkiefer, Latsche, Zitterpappel, Graupappel, Lungauer Balsampappel, Tanne und arbeitet sie ein wie bei dem Rezept „Adlerbalsam“ beschrieben.
  2. Lärchenharz bzw. Lärchenterpetin zu gewinnen erfordert Facharbeit. Nachzulesen und auch zu kaufen auf der Webside der Kärntner Firma „Schusser - Laresin“ .
    Verwendet wird Lärchenharz bei folgenden Wildfind-Rezepten:
    Heilbalsam der Rosa
    Pechsalbe
  3. Weitere Pflanzen, deren Harz viel verwendet wird, sind u.a. der Weihrauchbaum, der Mastixstrauch , die Zistrosen, vorallem die Kretische Zistrose , Myrrhebäume und die Benzoebäume.
  4. Das Harz harzreicher Pflanzenteile löst sich in Fett, bzw. Öl. Diese Eigenschaft machen sich folgende Wildfind-Rezepte zunutze:
    Grüner Hautbalsam
    Zapfensalbe
    Zistrosencreme  
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Pflanzenauszug mit Essig, Wein, Schnaps

Pflanzenauszug mit Essig, Wein, Schnaps

 

Pflanzenauszug mit Essig:

Apfelessig 5% - 7% zieht die Inhaltsstoffe der Pflanze ähnlich aus wie Alkohol.

Dieser Heilpflanzen-Essig kann teelöffelweise, Kinder tropfenweise, in einem Glas Wasser eingenommen oder äußerlich angewendet werden.

Mit Apfelessig weiter „verdünnt“ eignet er sich auch zum Würzen von Speisen.

Haltbarkeit: einige Jahre

Herstellung:
• Ein Schraubglas oder eine Glasflasche (in der dann allerdings beim Abfiltrieren die Pflanzenteile steckenbleiben) locker mit den etwas zerkleinerten Pflanzen füllen.
• Das Glas mit Essig bis 2 cm unter den Rand anfüllen. Schütteln, alle Pflanzenteile müssen mit Essig in Kontakt sein!
• Für 3 Wochen an einen warmen, dunklen Ort stellen.
• Danach abfiltern mittels "Spezialtrichter": Dazu verwendet man einen Trichter mit integriertem Sieb oder Trichter + Sieb, in das ein Stück Leinen bzw. Nylonstrumpf oder Filterpapier gelegt wurde.
• Beschriften (Inhalt, Datum), kühl und dunkel aufbewahren.

 

Pflanzenauszug mit Wein:
Hildegard von Bingen liebte Medizinalweine, die sie aus der Literatur der Antike kannte. Das Volk liebt(e) sie auch, denn man kann das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden!

Grundrezept:

100 g frische Kräuter werden in 1 Liter Wein (meist trockener Weißwein) eingelegt. Den Ansatz 1 Woche (Wermut nur 2 Tage) in der Sonne stehen lassen, öfters schütteln, abfiltern. Fertig. Der Kräuterwein wird im Kühlschrank aufbewahrt und ist einige Wochen haltbar. Geeignete Rezepturen erwähnt wildfind bei den jeweiligen Pflanzenportraits.

 

Pflanzenauszug mit Schnaps für Genussschnäpse:

Inhaltsstoffe verschiedenster Pflanzen werden zur Herstellung von Genussschnäpsen und Likören in Schnaps (Alkohol 38% - 42 %)ausgezogen.

Herstellung:

Die Menge der Pflanzen pro Liter Schnaps und die Dauer der Ausziehzeit, sowie der Ausziehort werden sehr individuell gehandhabt. Das Resultat soll schmecken und, in geringen Mengen genossen, nicht gesundheitsschädigend sein! Im Gegenteil, man erwartet sich von solchen Ansatzschnäpsen auch eine gewisse positive gesundheitliche Wirkung.

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Tinkturen: Pflanzenauszug mit hochprozentigem Alkohol

Tinkturen: Pflanzenauszug mit hochprozentigem Alkohol

Tinkturen: Pflanzenauszug mit hochprozentigem Alkohol 

Als "Tinkturen" werden volksmedizinische und schulmedizinische Pflanzenauszüge mit hochprozentigem Alkohol bezeichnet. Auch der sogenannte "Heilschnaps" zählt dazu. 

 

Tinktur, Heilschnaps, Extrakt

:) Als erste Frage wird immer gestellt: Wie viel Prozent?? Daran schließt sich nahtlos die zweite: Welche Sorte Alkohol? Und dann kommt: Wie viel nimmst?

 

Hier die Antworten zu "Wie viel Prozent?" und "Welchen Alkohol?" :

Die Volksmedizin verwendet

  •  Für Tinkturen mit Blättern und Blüten, die sich sowohl zum Einreiben als auch zum Einnehmen eignen, Obstler 45 % oder Doppelkorn, mindestens 38 %.
  • Für Tinkturen mit Wurzeln, Samen, Rinden  Alkohol 60 % . Harze, die Einreibemitteln gerne zugesetzt werden, lösen sich übrigens langsam in Alkohol, und wenn schon, dann nur in hochprozentigem. Super lösen sie sich in Öl. (Man nimmt ja auch etwas Öl, um einen Harzfleck aus einem Kleidungsstück zu entfernen.)
  • Für Tinkturen, die ausschließlich zum Einreiben verwendet werden, z.B. Arnikatinktur + Harze bei Rheuma-, Gelenks-, Rücken- oder Muskelschmerzen, verwenden die Schnapsbrenner den sogenannten "Vorlauf", der zu Beginn des Schnapsbrennens anfällt und nicht getrunken werden darf; nicht wegen seines Alkoholgehalts (70% - 80%), sondern wegen seiner für die "innere Anwendung" giftigen Begleitalkohole.
  • Feine Tinkturen zum Einnehmen und Einreiben werden auch mit Weingeist gemacht, der mit Wasser auf die gewünschten % eingestellt wird. Weingeist entweder teuer in der Apotheke kaufen oder billig, wenn man die Autofahrt nicht rechnet ;) aus Italien, wo er unter dem Namen "Alcol Puro" in Lebensmittelläden gekauft werden kann, mitnehmen.
    • Dazu eignen sich alle oben genannten Rezepte für Tinkturen. 

 

Und jetzt die Antworten zu "Wieviel nimmst ??"

 

  • Das Grundrezept für Tinkturen:
    •  Ein Schraubglas bis zu maximal zwei Drittel mit frischen, zerkleinerten Pflanzenteilen füllen.
    • Glas mit Alkohol auffüllen.
    • Verschließen und dunkel (Ausnahmen: Arnika, Johanniskraut sonnig stellen) bei Zimmertemperatur 3 Wochen stehen lassen.
    • Täglich 1x schütteln.
    • Abfiltern
    • Beschriften (Inhalt, Datum)
    • Dunkel lagern.
    • Haltbarkeit der Heilkraft: bis zu 2 Jahre  
  • Grundrezept für Heilschnäpse zum Trinken, sogenannte Kräuterschnäpse:
    Das Glas zu einem Drittel locker mit dem Ansatzgut füllen, mit Korn 38% auffüllen, 6 Wochen dunkel gestellt  reifen lassen, öfters schütteln, kosten muss nicht sein, danach abfiltern, evtl. mit stillem Mineralwasser verdünnen, kosten, evtl. nachreifen lassen. Flasche mit Inhalt und Datum beschriften. Haltbarkeit: ?
  •  Grundrezept für Kräuterlikör:
    Wie Kräuterschnaps, aber zu den Pflanzen nach Belieben Kandiszucker oder Honig dazugeben. Haltbarkeit: ?

 

Pharmazeutisch orientierte Betriebe verwenden für

  •  Tinkturen:
     Getrocknetes Pflanzenmaterial und Weingeist (70 % ) im Verhältnis 1:5 bis zu 1:10. Die weitere Vorgangsweise ist unterschiedlich und schwankt zwischen sanft und radikal:
    • Mit Alkohol versetzte Pflanzen 5 Minuten lang mit einem Turbomixer auf höchster Stufe mixen, 15 Minuten stehen lassen, durch eine Glasnutsche (Ersatz: Kaffeefilter) abfiltern. Fertig.
    • Oder: Die Droge mörsern und 2 bis 6 Wochen an einem dunklen Ort in Alkohol (70%) mazerieren. Danach wird die erhaltene Tinktur abgefiltert. 
  •  Extrakte sind konzentriertere Auszüge als Tinkturen: z. B. Pflanzenmaterial und Weingeist (70 %) im Verhältnis 1:1. Je nachdem, ob das Lösungsmittel zum Teil oder vollständig entfernt wird, werden die Extrakte als Fluidextrakte (flüssig), Spissumextrakte (zähflüssig) oder Trockenextrakte bezeichnet und in verschiedenen Formen (Topfen, Sirup, Kapseln) verabreicht.
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Urtinkturen, Spagyrika, Dilutionen

Urtinkturen, Spagyrika, Dilutionen

Was sind Urtinkturen, Spagyrika, Dilutionen? 

Pflanzliche Urtinkturen
Sie werden aus der frischen Pflanze hergestellt.

Sie können sowohl in der Apotheke besorgt als auch auf die gleiche Weise wie Tinkturen selbst hergestellt werden, allerdings mit 60% Alkohol und mit weniger Pflanzen. Stofflich sind sie nämlich halb so konzentriert wie Tinkturen, aber mit dem typischen Duft und Geschmack der Pflanze.
Sie sind Träger des Pflanzenwesens und werden als Ausgangssubstanzen für die Herstellung von homöopathischen Verdünnungen (Dilutionen) eingesetzt.

Anwendung von Urtinkturen außerhalb der Homöopathie
Nach Rücksprache mit Arzt oder Ärztin werden Urtinkturen ohne homöopathische Verdünnung allein oder zusammen mit anderen Medikamenten hilfreich angewendet. Stehen zur Behandlung eines körperlichen Krankheitsbildes mehrere pflanzliche Urtinkturen zur Auswahl, ist es vorteilhaft, wenn sich d. PatientIn die Pflanze vorstellt, was z.B. auch über das Betrachten der entsprechenden Pflanzenfotos auf wildfind gelingen kann. Sowohl Anziehung als auch Abstoßung zeigen an, dass genau diese Pflanze momentan die richtige Wahl ist!

Die Dosierung für Erwachsene lautet auf Empfehlung von Kalbermatten in „Pflanzliche Urtinkturen“:
Täglich 1 - 3mal 1 – 20 Tropfen Urtinktur in einem halben Glas (oder Esslöffel) Wasser 30 Minuten vor dem Essen langsam trinken. Bei akuten Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen usw. soll die Tinktur (z.B. Propolis Urtinktur) eingenommen werden, bis die Symptome verschwinden, bei chronischen Beschwerden 3 Monate lang. Nach einer dreiwöchigen Pause kann die Einnahme gegebenenfalls fortgesetzt werden. 
Kinder zwischen zwei und zehn Jahren täglich 3mal 1 Tropfen. Auch bei Säuglingen (Infektanfälligkeit, Unruhezustände, Zahnungsbeschwerden, Erkältungen …) können Urtinkturen in angepasster Dosis angewendet werden.

 

Spagyrika
Name und Herstellung dieser Arzneiform gehen auf Paracelsus zurück. „Bei der Herstellung von spagyrischen Essenzen erfährt die Pflanze eine Wesensveränderung, eine Art Vorverdauung. Dadurch wirken die spagyrischen Essenzen sehr mild und praktisch nebenwirkungsfrei.“ (Kalbermatten „Pflanzliche Urtinkturen“)

 


Homöopathische Dilutionen
„Homöopathische Dilutionen werden aus Urtinkturen durch stufenweise Verdünnung und Verschüttelung (im Verhältnis 1 zu 10 oder 1 zu 100) hergestellt... Bei höheren Potenzen wird das Spektrum der Wirkungen, das Arzneimittelbild, differenzierter und umfassender. Es treten dann auch immer mehr psychische Symptome in den Vordergrund. Diejenigen Pflanzen, die hauptsächlich als Tee, Extrakt oder Urtinktur angewandt werden, benutzt man meist in tieferen Potenzen. Höhere Potenzen werden in der Regel von giftigen Pflanzen oder sonst stark individualisierten Arzneipflanzen eingesetzt.“ (Kalbermatten „Pflanzliche Urtinkturen“)